350px|Truppenunterhaltung mit der Sängerin Gracie Fields vor britischen Soldaten im Dezember 1939 Auch die Musikindustrie ist vom Beginn des Zweiten Weltkriegs betroffen. Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 1939.

Ereignisse Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg 20. März: Die deutsche Reichsmusikkammer gibt bekannt, dass unerwünschte Musikwerke, deren Verlegung und Aufführung verboten ist, künftig in einer Liste geführt werden (Siehe auch In der Zeit des Nationalsozialismus verfolgte Komponisten). Die Erste Liste unerwünschter musikalischer Werke wird aber erst mit Kriegsbeginn veröffentlicht.

Jazz, Swing und Blues mini|Artie Shaw, um 1947.Fotografie von William P. Gottlieb 1. Januar: In der ersten Woche des Jahres nimmt Artie Shaw die Spitzenposition in den US-Charts mit They Say ein. Den für Bluebird Records eingespielten Song singt seine Bandvokalistin Helen Forrest. 6. Januar: Albert Ammons und Meade Lux Lewis spielen in New York die erste Platte von Blue Note Records ein. 7. Januar: Auch in der nächsten Woche erringt Artie Shaw & His Orchestra Platz 1 der US-Charts, diesmal mit Thanks for Everything, komponiert von Mack Gordon und Harry Revel für das gleichnamige Musical. 14. Januar: In dieser Woche sind das Casa Loma Orchestra mit I Cried for You, Erskine Hawkins mit Do You Wanna Jump, Chillun?, Don Redman mit Margie und Fats Waller mit You Look Good to Me in den Charts erfolgreich. 21. Januar: Buck Dance Rhythm (#12) ist der letzte der fünf Hit-Notierungen des Duos Slim & Slam. 4. Februar: Der vierte, erfolgreichste, aber auch letzte Nummer-1-Hit des Orchesters von Larry Clinton ist seine Aufnahme des Songs Deep Purple (Mitchell Parish) für Victor Records; im selben Jahr wird er auch von Jimmy Dorsey, Artie Shaw, Guy Lombardo und Bing Crosby in die US-Charts gebracht. Trummy Young singt ’T’ain’t What ou Do (It’s the Way That You Do It), mit dem das Jimmy Lunceford Orchestra auf #11 der Hitparade kommt. 25. Februar: Ein Album mit fünf 78ern von Artie Shaw schafft es in die Top 20; es gilt als das erste direkt produzierte Konzeptalbum der Popgeschichte mit ausgewählten Melodien aus populären Musicals und Operetten, darunter Gershwins The Man I Love. 11. März: Mit Heaven Can Wait von Eddie DeLange und Jimmy Van Heusen schafft es das Casa Loma Orchestra auf #1 der US-Charts, in denen in dieser Woche auch Tommy Dorsey erfolgreich vertreten ist 18. März: Mit Undecided kommt Chick Webb in die Charts; den Titel schrieb Charlie Shavers für das Sextett von John Kirby, der damit in derselben Woche #19 erreicht. 1. April: When the Saints Go Marching In erreicht in der Version von Louis Armstrong für Decca seine erste Hit-Notierung (#10). 8. April: Die US-Charts führt das Tommy Dorsey Orchestra mit Our Love an, das Larry Clinton nach der Ouvertüre aus Romeo und Julia von Tschaikowski schrieb. 22. April: Mit And the Angels Sing hat Benny Goodman seinen zehnten Nummer-1-Hit in den USA; der Song von Ziggy Elman (mit dem Text von Johnny Mercer) heißt zunächst Frahlich in Swing und geht auf das Lied Shtiler Bulgar zurück. 13. Mai: Woodchopper’s Ball von Woody Herman and His Orchestra schafft es auf #9 der Hitparade; das Stück war anfangs ein Head Arrangement, das während eines Engagements im Brooklyner Roseland Ballroom improvisiert wurde. Glenn Miller schafft es in dieser Woche mit The Lady’s in Love with You auf #2 der US-Charts; Frank Loesser und Burton Lane schrieben die Nummer für das Filmmusical Some Like It Hot (1939). 3. Juni: In der Version von Jack Teagarden wird The Sheik of Araby zum Jazzstandard. mini|Billie Holiday – Strange Fruit (1939) 17. Juni: Louis Armstrong kommt mit seiner Neueinspielung des West End Blues in die Hitparade (#13), in der in dieser Woche auch Woody Herman mit Blue Evening und Glenn Miller mit Stairway to the Stars und Little Brown Jug vertreten sind. 1. Juli: Nach dem 2. Satz aus Tschaikowskys 5. Sinfonie (1988) entsteht Glenn Millers Nummer-1-Hit Moon Love. 15. Juli: Während die Orchester von Glenn Miller, Larry Clinton, Jimmy und Tommy Dorsey die Charts beherrschen, schafft es Billie Holidays Rassismus-Anklage Strange Fruit auf #16 der US-Hitparade. 29. Juli: Mit (Hep-Hep!) The Jumpin’ Jive (Jim-Jam-Jump) schafft es Cab Calloway auf Position 2 der Charts, den auch The Andrews Sisters, Van Alexander, Jimmy Dorsey und Nat Gonella aufnehmen. Glenn Millers Moonlight Serenade erreicht #3 und wurde mit unzähligen Radioübertragungen Millers Erkennungsmelodie. 12. August: Der Pianist Art Tatum schafft es mit seiner Version des Klassikers Tea for Two für eine Woche in die Top 20. 19. August: Die Nummer 1 ist in dieser Woche Over the Rainbow, populär aus dem MGM-Film Der Zauberer von Oz (1939) mit Judy Garland. 2. September: Bob Crosby führt mit Johnny Mercers Day In, Day Out mit Hitparade an; Bandsängerin ist Helen Ward. Crosbys Version des späteren Standards What’s New? schafft es ebenfalls unter die Top Ten; der Song wurde zur Erkennungsmelodie seines Orchesters. Ella Fitzgerald hat nach dem Tode von Chick Webb dessen Band übernommen und mit I Want the Waiter with the Water einen ersten Hit unter eigenem Namen. 9. September: Das Glenn Miller Orchestra führt mit Hoagy Carmichaels Blue Orchids die Hitparade an; der Song bleibt zwölf Wochen unter den Top 30. 16. September: Charlie Barnet schafft es mit For Tonight auf #15 der US-Charts, Bob Crosby mit seiner version von Over the Rainbow immerhin für zwei Wochen auf #2. mini|Glenn Miller & His Orchestra – In The Mood 7. Oktober: Glenn Miller hat mit In the Mood einen seiner größten Hits; er steht zwölf Wochen auf Position 1 der US-Charts, in denen er 30 Wochen bleibt. 11. Oktober: Coleman Hawkins nimmt Body and Soul auf, was sein größter Triumph werden soll; im Kritikerpoll des Down Beat gewinnt der Tenorsaxophonist den ersten Platz vor Charlie Barnet, Eddie Miller und Chu Berry.Teddy Doering: Coleman Hawkins. Sein Leben, seine Musik, seine Schallplatten. Oreos, Waakirchen 2001, ISBN 3-923657-61-7, S. 44 14. Oktober: Charlie Barnet erreicht mit seiner Einspielung des Ray-Noble-Songs Cherokee #15 der Hitparade. 18. November: Seinen ersten und einzigen Hit hat Van Alexander mit Hot Dog Joe (#13); der Song hält sich drei Wochen in den Charts. 9. Dezember: Mit Make with the Kisses hat Les Brown seinen ersten Charterfolg (#18), bevor er 1941 mit Lament to Love abermals in die Hitparade kommt. Die Nummer 1 nimmt in dieser Woche Tommy Dorseys Orchester mit Al Dubins Indian Summer ein. 16. Dezember: Tommy Dorsey schafft es mit All the Things You Are auf Nummer 1 der US-Hitparaden, in der in dieser Woche auch Glenn Miller, Bob Crosby und Erskine Hawkins (Tuxedo Junction) vertreten sind. 22. Dezember: Gertrude „Ma“ Rainey (See See Rider), eine der ersten professionellen Blues-Sängerinnen, stirbt. 30. Dezember: Your Feet’s Too Big gehört zu den zahlreichen ungalanten Songs von Fats Waller; er erreicht Platz 15 der Hitparade, wo er sich eine Woche hält.Alle Chartinformationen stammen aus Gerhard_Klußmeier: Jazz in the Charts. Another view on jazz history. Liner notes und Begleitbuch der 100-CD-Edition. Membran International, ISBN 978-3-86735-062-4. Harry James formiert seine eigene Band, mit Frank Sinatra als Vokalist. Jo Stafford und The Pied Pipers werden Mitglieder im Tommy Dorsey Orchestra. Frederic Ramsey und Charles Edward Smith geben mit Jazzmen eines der ersten Bücher über Jazzmusik heraus.

Klassische Musik und Musiktheater 4. Februar: In Stuttgart findet die Uraufführung der Operette Die ungarische Hochzeit von Nico Dostal auf das Libretto von Hermann Hermecke statt. 5. Februar: Die Oper Der Mond von Carl Orff nach dem gleichnamigen Märchen der Brüder Grimm wird unter der Leitung von Clemens Krauss am Nationaltheater München uraufgeführt. 14. Februar: Die Oper Marionetter (Marionetten) von Hilding Rosenberg hat ihre Uraufführung an der Königlichen Oper in Stockholm. 20. März: Die Reichsmusikkammer gibt bekannt, dass unerwünschte Musikwerke, deren Verlegung und Aufführung verboten ist, künftig in einer Liste geführt werden (Siehe auch In der Zeit des Nationalsozialismus verfolgte Komponisten). Die Erste Liste unerwünschter musikalischer Werke wird aber erst mit Kriegsbeginn veröffentlicht. 23. März: Béla Bartóks Violin Concerto No. 2 hat mit Zoltán Székely und dem Concertgebouw Orchestra unter Leitung von Willem Mengelberg seine Uraufführung. 1. April: Die Uraufführung der musikalischen Komödie Der schwarze Hecht von Paul Burkhard erfolgt am Schauspielhaus Zürich. Es zählt heute zu den beliebtesten musikalischen Mundartstücken in der Schweiz. 5. April: Die Komposition Ballad of Heroes für Tenor (alternativ Sopran), gemischten Chor und Orchester von Benjamin Britten wird in der Queen’s Hall in London unter der Leitung von Constant Lambert uraufgeführt im Rahmen des Musikfestivals Music for the people. mini|Marian Anderson bei ihrem Konzert am Lincoln Memorial 9. April: Die Sängerin Marian Anderson gibt, nachdem die konservative Frauenvereinigung Daughters of the American Revolution verhindert hat, dass sie als Afroamerikanerin in der Constitution Hall auftritt, vor rund 75.000 Menschen ein Konzert vor dem Lincoln Memorial. mini|links|hochkant|Gian Carlo Menotti 22. April: Die Funkoper The Old Maid and the Thief von Gian Carlo Menotti wird in der NBC erstmals ausgestrahlt. 17. Mai: Sergei Prokofiews Kantate Alexander Nevsky (op. 78) hat in Moskau ihr Debüt. Es ist eine Adaptation des Films Alexander Nevsky. 10. Juni: In New York hat Arthur Bliss’ Piano Concerto mit dem Pianisten Solomon Premiere; ferner Arnold Bax’ 7th Symphony und Ralph Vaughan Williams’ Five Variants of Dives and Lazarus mit den New Yorker Philharmonikern unter Sir Adrian Boult. 21. Juni: Francis Poulencs Konzert für Orgel, Streicher und Pauke hat in Paris Premiere. 27. August: Die Komposition für Klavier, Streichquartett und Streichorchester Young Apollo op. 16 von Benjamin Britten wird in der Sendung „Melodic Strings“ von CBC Radio mit Britten als Solist und Alexander Chuhaldin als Dirigent uraufgeführt. 7. Oktober: Die Uraufführung der Oper Die Kathrin von Erich Wolfgang Korngold nach einem Libretto von Ernst Décsey erfolgt unter der Leitung von Fritz Busch an der Königlichen Oper in Stockholm. 11. November: Bruno Walter verlässt Nazideutschland. 21. November: Die 6. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch wird in Leningrad durch die Sankt Petersburger Philharmoniker unter Jewgeni Mrawinski uraufgeführt. 23. November: Zoltán Kodálys Orchestervariationen Der Pfau flog haben ihre Uraufführung in Amsterdam. 31. Dezember: Die Wiener Philharmoniker geben – unter der Leitung von Clemens Krauss – ihr erstes Neujahrskonzert. Dezember: Ali Akbar Khan begleitet Ravi Shankar auf der Sarod auf dessen erstem Auftritt auf der jährlichen Musikkonferenz in Allahabad. Florence Price – Violinkonzert Nr. 1

Film Heimatland – deutsche Filmkomödie von Ernst Martin

Neuveröffentlichungen (Auswahl) Lieder und Kompositionen Lied Text Musik Erstinterpret Label Veröffentlichung Genre Weitere Informationen All or Nothing at All Jack Lawrence Arthur Altman Frank Sinatra 1939 Pop, Jazz Big Leg Woman Gets My Pay Blind Boy Fuller 1939 Blues Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern Bruno Balz Michael Jary Heinz Rühmann, Josef Sieber und Hans Brausewetter 30. Juni 1939 Filmsong Lied aus der Filmkomödie Paradies der Junggesellen De Kalb Blues Lead Belly 1939 Blues Po’ Gal Zora Neale Hurston 1939 Blues The Bourgeois Blues Lead Belly 1939 Blues The Gallis Pole Lead Belly 1939 Blues Thinking My Blues Away Sonny Boy Williamson I. 1939 Blues You Are My Sunshine Pine Ridge Boys Decca 1939 Country

Geboren Januar 2. Januar: Franz Hummel, deutscher Komponist und Pianist († 2022) 2. Januar: Little Smokey Smothers, US-amerikanischer Bluesmusiker († 2010) 3. Januar: Arik Einstein, israelischer Sänger, Songwriter und Schauspieler († 2013) mini|hochkant=0.6|Gene Summers; * 3. Januar