Die Chronik der Regierungskrise in der Elfenbeinküste im April 2011 erfasst die Ereignisse im Zusammenhang mit der Regierungskrise in der Elfenbeinküste 2010/2011.
Die Chronologie ist nach Jahren und Monaten geordnet. Ereignisse die über einen längeren Zeitraum wirken sind am frühestmöglichen Datum einsortiert.
Bis 4. April Datum Ereignis Ort Beschreibung Anmerkung, Quellen Morgen des 1. April Kontrolle Abidjan Die Forces républicaines de Côte d’Ivoire (FRCI) kontrollierten fast die ganze Stadt. Sie belagerten den Präsidentenpalast im Stadtviertel Plateau und die Präsidentenresidenz im Stadtteil Cocody. 1. April Opfer Yamoussoukro Die Ermordung eines französischen Staatsbürgers wurde bekannt. 1. April Medien Die FRCI gab an, dass das staatliche Fernsehen seit dem Vorabend unter ihrer Kontrolle sei.derstandard.at 1. April Infrastruktur Abidjan Die im Land stationierten Truppen der Opération des Nations Unies en Côte d’Ivoire (ONUCI) übernahmen die Kontrolle über den Flughafen Abidjan. mini|hochkant=0.5|Flughafen Abidjan, Terminal 1. April Kontrolle Laut Alain Leroy von ONUCI waren die meisten Sicherheitskräfte desertiert. Der Chef der ONUCI, Choi Young Jin, sprach von 50.000 Polizisten und Gendarmen die ihren Dienst verweigerten. Laurent Gbagbo befahl, seiner Meinung nach, zu dem Zeitpunkt nur mehr über die Republikanische Garde und seine Spezialeinheiten.mini|hochkant=0.5|Laurent Gbagbo (2007) 1. April Kämpfe Die Forces de défense et de sécurité (FDS) und die paramilitärische Gendarmerie gab größtenteils ihren Kampf gegen die Truppen der FRCI auf. Lediglich die Republikanische Garde kämpfte weiter. 1. April Kontrolle Einige Generäle, darunter der Kommandant der ivorischen Bodenstreitkräfte, General Firmin Detoh, erklärten öffentlich zukünftig das Kommando von Alassane Ouattara zu akzeptieren.mini|hochkant=0.5|Alassane Ouattara 1. April Kundgebung Yopougon in Abidjan Anhänger Gbagbos zogen durch die Straßen. 1. April Blockade Hotel du Golf Die Blockade bestand nicht mehr.mini|hochkant=0.5|Hotel du Golf 1. April Verlautbarung Der Chef der Sondereinheit des Militärs zur Verbrechensbekämpfung (CECOS) verkündete, dass sich alle Einheiten der Armee Ouattara zu unterstellen hätten und kündigte eine strafrechtliche Verfolgung bei Nichtbeachtung an. 1. April Plünderungen Bewaffnete Milizen, angeblich Gbagbo-treu, drangen systematisch in Einkaufszentren und Luxuswohnanlagen ein, die sie geplündert und verwüstet hinterließen. Dabei wurden angeblich sowohl die Villa von Gbagbos Generalstabschef Philippe Mangou als auch die Wohnanlage des ehemaligen Premierministers Pascal Affi N’Guessan geplündert.mini|hochkant=0.5|Philippe Mangou (2008)mini|hochkant=0.5|Pascal Affi N’Guessan 2008 1. April Plünderungen Berichten zufolge führten Angehörige der Jeunes Patriotes (COJEP), wie schon seit dem Abend des Vortags, zahlreiche Plünderungen durch und griffen Ausländer an. 1. April Plünderungen Abidjan Die französische Armee ging in den Abidjaner Stadtteilen Treichville, Marcory, Koumassi und Zone 4 gegen Plünderer vor und brachte zahlreiche Ausländer in Sicherheit. So wurden in Abidjan 500 Ausländer (darunter 150 Franzosen) in ein das Militärcamp der Opération Licorne in Port Bouët gebracht. 1. April Kontrolle Abidjan Die ONUCI übernahm die Kontrolle über den Flughafen Abidjan. Der ivorische Militärkommandant übergab das Kommando freiwillig. Wegen der Grenzschließung durch Ouattara am Vorabend stellte er seinen Betrieb ein. Sie nahmen dort angeblich Mamadou Koulibaly bei der Flucht nach Ghana fest. 1. April Kämpfe Pakistanische ONUCI-Soldaten töteten fünf ivorische Soldaten. Diese waren angeblich Anhänger von Gbagbo. 1. April Kämpfe Abidjan Truppen von Ouattara belagerten die Präsidentenpalast, welcher Feuer fing und über dem eine Rauchsäule stand. 1. April Kämpfe Abidjan Den ganzen Tag über fanden Kämpfe mit Artillerie und Panzerabwehrwaffen um die Präsidentenresidenz statt. 1. April Gbagbo Frankreichs Botschafter, Jean-Marc Simon, ging davon aus, dass sich Gbagbo im Präsidentenpalast befunden habe. Alain Toussaint, Sprecher von Gbagbos Partei Front Populaire Ivoirien (FPI) schloss einen Rücktritt oder eines Aufgabe von Gbagbo kategorisch aus. Die UNO stellte Gbagbo freies Geleit im Falle eines Rückzugs in Aussicht. 1. April Opfer Laut dem UN-Hochkommissariat für Menschenrechte (UNHCHR) trafen immer mehr Berichte über Menschenrechtsverletzungen von Ouattara-treuen Truppen ein. Vor allem die westlichen Regionen um Guiglo und Daloa seien davon betroffen. mini|hochkant=0.5|Logo des UNHCHR 2. April Medien In einer im Fernsehen übertragenen Rede forderte Gbagbos Militärsprecher die Sicherheitskräfte auf, sich zum Dienst zu melden. Ein Fernsehsprecher sagte, Gbagbo befinde sich in seiner Residenz. Gbagbo-Truppen hatten offenbar das Gebäude des Staatsfernsehens Radiodiffusion-Télévision ivoirienne (RTI) zurückerobert. Nach anderen Berichten verfügte er über eine mobile Sendeeinrichtung.focus.denzz.ch 2. April Kämpfe Bei einem Angriff auf ein ONUCI-Fahrzeug mit einer Bazooka wurden vier UN-Soldaten schwer verletzt. Wochenende vom 2. auf den 3. April Kämpfe Abidjan Die Kämpfe hielten an. Es wurden von beiden Seiten schweres Gerät wie Mörser und Raketenwerfer eingesetzt. Schauplätze der Kämpfe waren die Rundfunkanstalt, den Präsidentenpalast und mehrere Kasernen. Wochenende vom 2. auf den 3. April Kämpfe Abidjan Der Gbagbo-treuen Republikanischen Garde gelang es, das Gebäude des Rundfunksenders RTI zurückzuerobern. 2. April Kämpfe Abidjan Die Intensität der Kämpfe war im Vergleich zum Vortag, geringer. 2. April Plünderungen Abidjan Gruppen der Jeunes Patriotes sollen durch die Stadt gezogen sein. Laut der Einschätzung des französischen Generalstabes war die Stadt „offen für Plünderer“. Berichten zufolge patrouillierten in einigen Stadtteilen französische Soldaten. 2. April Kämpfe Bei Kämpfen zwischen ONUCI-Soldaten und der Präsidentengarde (= Republikanische Garde) kamen fünf ivorische Soldaten ums Leben. Wochenende vom 2. auf den 3. April Verstärkung Die ursprünglich 5000 FRCI-Soldaten wurden durch etwa 4000 Mann zusätzlich verstärkt. bis zum 3. April Kämpfe Abidjan Anscheinend hielt die loyal zu Gbagbo stehende Präsidentengarde mit circa 2500 Soldaten den schwer umkämpften Präsidentenpalast und die Residenz des Präsidenten. 3. April Offensive Abidjan Laut Aussagen aus dem Lager von Ouattara sammelte die FRCI ihre Truppen vor den Toren Abidjans für einen „letzten Angriff“. 3. April Kontrolle Abidjan Soldaten der Opération Licorne übernahmen die Kontrolle über den Flughafen Abidjan. 3. April Mannstärke Die Opération Licorne wurde um 300 Mann aufgestockt und hatte eine Mannstärke von 1400. 3. April Evakuierung Die französische Regierung gab bekannt, dass derzeit keine Evakuierung der 12.000 Franzosen geplant sei. 3. April Flüchtlinge Abidjan 1700 Ausländer, darunter 800 Franzosen, harrten im Stützpunkt der Opération Licorne aus. Zwischen 28. März und 3. April Opfer Abidjan Das Leben in Abidjan wurde sehr schwierig. Berichten zufolge plünderten und marodierten Gruppen der Jeunes Patriotes in der Stadt. Es gab systematische Plünderungen ganzer Straßenzüge. Wasser und Strom waren größtenteils abgestellt und eine medizinische Versorgung nicht gewährleistet. Lebensmittel waren schwer verfügbar. Zwischen 28. März und 3. April Kämpfe Die ONUCI berichtete von Kämpfen gegen Gbagbo-treue Soldaten. 3. April Kämpfe Abidjan Die Republikanische Garde konnte den Präsidentenpalast und die Präsidentenresidenz halten. Bis zum 3. April Flüchtlinge Laut UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos flüchteten bis dem Tag etwa 130.000 Menschen über die Grenze nach Liberia. Circa 25.000 flohen über Grand Gedeh Richtung Osten. Insgesamt waren etwa eine Million Menschen auf der Flucht. mini|hochkant=0.5|Valerie Amos (2007) 3. April Loyalität Der Chef der Gbagbo-Streitkräfte, General Phillippe Mangou, verließ nach fünf Tagen wieder die südafrikanische Botschaft in Abidjan. Es war unklar, ob der Armeechef zu Gbagbo zurückgekehrt ist. Berichten zufolge soll er wieder auf seinem Posten gewesen sein. Die Bevölkerung litt immer stärker unter Unsicherheit, Lebensmittelknappheit und Plünderungen.Elfenbeinküste: Schlacht um Abidjan steht bevor - dpa (abgerufen Mon Apr 04 2011) 3. April Propaganda Abidjan Gbagbo ruft seine Anhänger zu den Waffen. Zahlreiche Unterstützer versammelten sich vor seinem Wohnsitz und bildeten einen menschlichen Schutzschild.20 Minuten Online - Franzosen feuern auf Ghabo (abgerufen Mon Apr 04 2011) Wochen vor dem 4. April Kämpfe Laut Ban Ki-Moon beschossen Gbagbos Truppen oppositionelle Stadtviertel und Friedensdemonstrationen mit Artillerie, was zahlreiche Menschenleben forderte. mini|hochkant=0.5|Ban Ki-Moon (2011) Tage vor dem 4. April Kämpfe Abidjan Laut dem Leider der ONUCI, Choi Young-jin wurde das Hauptquartier der Organisation beschossen und von der Wasserversorgung getrennt. Dabei wurden 20 Soldaten teilweise schwer verletzt.
4. April