mini|Das „Alte Amt“, Sitz der Gemeindeverwaltung mini|Evangelische Kirche

Büchenbeuren ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Hunsrück-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kirchberg (Hunsrück) an. Büchenbeuren ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.

Geographie Büchenbeuren liegt zentral im Hunsrück nordöstlich des Idarwaldes. Der Ort teilt sich auf in den Hauptortsteil Büchenbeuren und den Ortsteil Scheid. Zur Gemeinde gehört auch der Wohnplatz Reinhildehof. Auf der Gemarkung der Gemeinde liegt auch ein Teil des Flugplatzes Frankfurt-Hahn.

Geschichte Büchenbeuren wurde 1301 zum ersten Mal in einer Urkunde des Grafengeschlechts der Sponheimer erwähnt. Büchenbeuren gehörte bis zum Ende des Mittelalters zum Herrschaftsgebiet der Sponheimer Grafen. 1437 fiel der Ort den Markgrafen von Baden und den Pfalzgrafen bei Rhein zu. 1783 wurde die Leibeigenschaft durch Markgraf Karl Friedrich aufgehoben.

Im Oktober 1794 besetzten französische Truppen Büchenbeuren. Das Pfarrhaus diente als französisches Militärspital. Ab 1796 gehörte Büchenbeuren wie alle linksrheinischen Gebiete direkt zu Frankreich. Die französische Verwaltung war hier jedoch erst ab 1798 funktionsfähig. Büchenbeuren gehörte zum neu geschaffenen Arrondissement Simmern im Rhein-Mosel-Departement mit Simmern als Verwaltungssitz. Kirchberg wurde Hauptort (chef-lieu) eines Kantons, Büchenbeuren gehörte mit Altlay, Bärenbach, Belg, Lautzenhausen, Niederweiler und Wahlenau zu der im Jahr 1800 errichteten Mairie Sohren. 1804 wurde mit dem Code civil das französische Zivilrecht eingeführt.

1814 endete die französische Herrschaft in Büchenbeuren und wurde am 2. Februar 1814 dem Generalgouvernement Mittelrhein unter Justus von Gruner und dann am 16. Juni 1814 der Gemeinschaftlichen Landes-Administrations-Kommission zugeordnet, die unter der Verwaltung von Österreich und Bayern stand.

Auf dem Wiener Kongress wurde Büchenbeuren dann der preußischen Provinz Großherzogtum Niederrhein eingegliedert, die 1822 zur Rheinprovinz wurde. Bis 1845 wurde Büchenbeuren jedoch noch nach der französischen Munizipalverfassung verwaltet, bis im selben Jahr die „Gemeindeordnung für die Rheinprovinz“ eingeführt wurde.

Unter der preußischen Verwaltung unterstand Büchenbeuren von 1816 an der Bürgermeisterei Sohren im Kreis Zell. 1852 wurde der Sitz des Bürgermeistereiamtes nach Büchenbeuren verlegt, jedoch blieb der Name der „Bürgermeisterei Sohren“ bzw. ab 1927 „Amt Sohren“ bestehen. Im Jahr 1939 wurde schließlich das Amt Sohren in „Amt Büchenbeuren“ umbenannt, das 1968 vorübergehend in die Verbandsgemeinde Büchenbeuren umgewandelt wurde. Seit 1970 gehört Büchenbeuren der Verbandsgemeinde Kirchberg an.

Statistik zur Einwohnerentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Büchenbeuren, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 254 1835 313 1871 316 1905 351 1939 445 1950 538 1961 798 Jahr Einwohner 1970 788 1987 949 2005 1.660 2011 1.646 2017 1.730 2022 1.793 2024 1.823

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Büchenbeuren besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD FDP FWG Gesamt 2024 4 – 12 16 Sitze 2019 6 – 10 16 Sitze 2014 6 – 10 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen. 2009 6 5 5 16 Sitze 2004 6 5 5 16 Sitze FWG = Freie Wählergruppe Büchenbeuren e. V.

Bürgermeister Christian Eiserloh wurde am 21. August 2025 neuer Ortsbürgermeister von Büchenbeuren. Bei der Stichwahl am 29. Juni 2025 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 60,9 % durchgesetzt, nachdem bei der Direktwahl am 15. Juni 2025 keiner der ursprünglich vier Bewerber eine ausreichende Mehrheit erreicht hatte.

Eiserlohs Vorgänger Guido Scherer hatte das Amt seit 2014 ausgeübt. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 86,84 % und am 9. Juni 2024 ohne Gegenkandidat mit 79,6 % der Stimmen jeweils für fünf weitere Jahre in seinem Amt bestätigt worden. Zum 31. März 2025 legte er jedoch das Ehrenamt aus persönlichen Gründen vorzeitig nieder, wodurch eine Neuwahl erforderlich wurde.

Wappen

Partnergemeinden Middelkerke-Schore in Belgien

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Der Ort liegt etwa zwei Straßenkilometer vom einzigen rheinland-pfälzischen internationalen Verkehrsflughafen Frankfurt-Hahn entfernt. Zu erreichen ist Büchenbeuren aus dem Osten über die Bundesautobahn 61 und die Bundesstraße 50, aus dem Westen über die Hunsrückhöhenstraße (B 327).

Im Ort befindet sich ein Bahnhof der mittlerweile zum größten Teil stillgelegten Hunsrückquerbahn. Ab Büchenbeuren fahren Busse zum Flughafen Frankfurt-Hahn, nach Idar-Oberstein, Kirn, Bingen am Rhein und Simmern.

Wirtschaft mini|Ehemalige Wohngebäude der Flughafen Family Housing Im Ortsteil Scheid ist seit 1996 die Landespolizeischule Rheinland-Pfalz beheimatet. Zuvor befand sich dort die Flughafen Family Housing der Hahn Air Base. Viele der dort mittlerweile ungenutzten Gebäude sind dem Verfall preisgegeben.

Bildung Im Ort gibt es eine Grundschule und einen Kindergarten. Zudem befindet sich im Schulzentrum die Paul-Schneider-Realschule Plus mit Fachoberschule (Wirtschaft u. Verwaltung). Ferner hat die Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz Sitz in dem Ort.

Einrichtungen Es gibt eine Stützpunktfeuerwehr, die zusammen mit der Nachbargemeinde Sohren einen Löschzug bildet.

Persönlichkeiten Wilhelm Schüler (1877–1953), Politiker

Literatur

Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Büchenbeuren

Weblinks

Informationen über Büchenbeuren bei der Verbandsgemeinde Kirchberg

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Rhein-Hunsrück-Kreis Kategorie:Ort im Hunsrück Kategorie:Ersterwähnung 1301