Rittersbach (fränkisch: RideschbaE. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 61. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „rídɘšbɒ“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Georgensgmünd im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Rittersbach liegt teils auf dem Gemeindegebiet von Georgensgmünd, teils auf dem Gemeindegebiet von Roth. Sie hat eine Fläche von 8,326 km² und ist in 1446 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5757,66 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Unterheckenhofen und Weinmannshof.

Geographie Der im benachbarten Mäbenberg entspringende Rittersbach fließt durch das Pfarrdorf hindurch und mündet in die 2,5 Kilometer weiter östlich verlaufende Rednitz. Im Westen grenzt das Waldgebiet „Urläß“ an, im Osten das Waldgebiet „Im Oppel“. Im Nordwesten befindet sich das Flurgebiet „Dornich“, im Norden der „Lorenzerberg“.

Die Staatsstraße 2224 führt nach Georgensgmünd (3,8 km südlich) bzw. nach Weinmannshof (1,2 km nördlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt an Unterheckenhofen vorbei nach Barnsdorf zur Kreisstraße RH 6 (3 km östlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Mäbenberg (1,4 km westlich).

Geschichte Im 13. Jahrhundert bestand der Ort vermutlich aus 8 Ganzhöfen.F. Eigler: Schwabach, S. 245. Im Jahre 1312 wurde der Ort als „Rutersbach“ erstmals urkundlich erwähnt, 1394 und 1434 „Rueterszpach“, 1520 und 1530 als „Rutterspach“. Die heutige Form wurde 1608 erstmals bezeugt. Benannt wurde der Ort nach dessen Gründer namens „Ruoderich“, „Ruidher“ oder „Rudher“.E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 61 f. Rittersbach lag im Gebiet der Herren von Abenberg, das um 1200 als Erbgut an die Burggrafen von Nürnberg gelangte. Diese gaben ihren Anteil in Rittersbach den Herren von Hausen zu Lehen. Nach deren Aussterben gelangte ihr Besitz an die Markgrafen von Ansbach. Neben den Markgrafen war das Bamberger Domkapitel begütert, die ihren Besitz verkauften, der späterhin an die Rother Kirche fiel. Daneben waren Nürnberger Eigenherrn (Schüßler, Imhoff, Ebner, Eyermann), das Nürnberger Klarissenkloster, das Schwabacher Spital und das Rittergut Mäbenberg im Ort begütert.W. Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach, S. 451.

Durch die verkehrsgünstige Lage an der Via Imperii und einer Handelsstraße, die von Regensburg nach Würzburg führte, stellte sich ein verhältnismäßig hoher Wohlstand ein. Nachdem 1816 die Landstraße von Schwabach nach Pleinfeld über Roth und Wernsbach (der Vorläufer der heutigen Bundesstraße 2) gebaut wurde, ging dieser Standortvorteil verloren und die Einwohner konzentrierten sich auf die Landwirtschaft. Besonders der Hopfenanbau entwickelte sich im 19. Jahrhundert zur wichtigsten Einnahmequelle.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Rittersbach 31 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Roth aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Roth. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (20 Anwesen; Kastenamt Roth: 1 Ganzhof, 1 Köblergut; Kirche Roth: 2 Gütlein; Kirche Wallesau: 1 Gut mit Tafernwirtschaft; Kastenamt Schwabach: 1 Ganzhof, 3 Halbhöfe, 1 Gut mit Tafernwirtschaft, 1 Gut mit Schmiede, 1 Gütlein, 7 Leerhäuser, 1 Badhaus), das eichstättischen Kastenamt Abenberg (1 Gütlein), die Altschell’sche Rentenverwaltung Mäbenberg (1 Gut mit Mahlmühle, 1 Gütlein); die Reichsstadt Nürnberg (St. Klara-Klosteramt: 2 Ganzhöfe, 2 Köblergüter; Landesalmosenamt: 1 Ganzhof, 1 Gut mit Tafernwirtschaft, 1 Gütlein) und der Nürnberger Eigenherr von Imhoff (1 Ganzhof). Neben den Anwesen gab es noch kirchliche Gebäude (Pfarrkirche, Pfarrwiddum) und kommunale Gebäude (Schule, Hirtenhaus).F. Eigler: Schwabach, S. 416f. 1801 gab es im Ort 27 Anwesen.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 533.

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Roth. 1806 kam Rittersbach an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Rittersbach gebildet, zu dem Hämmerleinsmühle, Mäbenberg, Unterheckenhofen und Weinmannshof gehörten. 1811 entstand die Ruralgemeinde Rittersbach, zu der Unterheckenhofen und Weinmannshof gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Pleinfeld zugeordnet (1858 in Landgericht Roth umbenannt) und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Spalt (1919 in Finanzamt Spalt umbenannt). Die freiwillige Gerichtsbarkeit über 2 Anwesen hatte jedoch bis 1814 die Patrimonialgericht Mäbenberg. Ab 1862 gehörte Rittersbach zum Bezirksamt Schwabach (1939 in Landkreis Schwabach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Roth (1879 in Amtsgericht Roth umbenannt), seit 1970 ist das Amtsgericht Schwabach zuständig. 1932 wurde das Finanzamt Spalt aufgelöst. Seitdem gehört Rittersbach zum Sprengel des Finanzamtes Schwabach.F. Eigler: Schwabach, S. 482. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 8,337 km².

Am 30. April 1978 wurde die Gemeinde Rittersbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst: Rittersbach und Weinmannshof wurden nach Georgensgmünd eingegliedert, Unterheckenhofen nach Roth.

2012 feierte der Ort sein 700-jähriges Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen.

Baudenkmäler In Rittersbach gibt es 16 Baudenkmäler: Forsthaus Bauernhäuser ehemalige Wagnerei Gasthaus Zum Stern ehemaliges Gasthaus Zum Roten Ochsen ehemaliges Gasthaus ehemaliges Schulhaus ehemalige Schmiede St. Maria (Rittersbach), evangelisch-lutherische Pfarrkirche: 1441 erbaut und in den 2000er Jahren im Inneren im neugotischen Stil restauriert

Einwohnerentwicklung Gemeinde Rittersbach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 304 369 385 384 406 371 356 360 371 397 377 370 362 354 349 324 345 311 328 487 504 505 485 520HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 67 56 66 68 65 67 67 88 56 Quelle Für die Gemeinde Rittersbach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Unterheckenhofen (S. 94) und Weinmannshof (S. 101). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 372 Einwohner.

Ort Rittersbach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 247 294 302 272 323 283 259 395 333 343 427Häuser 56 45 52 52 52 55 64 108Quelle

Religion Rittersbach ist Sitz der Pfarrei St. Maria und seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Wunibald (Georgensgmünd) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Georgensgmünd) Kategorie:Ort im Landkreis Roth Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Roth) Kategorie:Ersterwähnung 1312 Kategorie:Gemeindegründung 1811 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Roth