Philip Klever (* 1985) ist ein deutscher ehemaliger Oberleutnant der Bundeswehr, der 2013 den Einsatz im Krieg in Afghanistan wegen der seiner Ansicht nach bestehenden Vermischung mit der Operation Enduring Freedom (OEF) aus Gewissensgründen verweigerte.

Leben Verpflichtung und Studium bei der Bundeswehr Klever stammt aus dem SüdbayerischenInterview mit Philip Klever bei KenFM und verpflichtete sich im Juli 2004Philip Klevers Profil auf XING für zwölf Jahre als Soldat auf Zeit in der Laufbahn der Offiziere des Truppendienstes in der Luftwaffe. Im Rahmen seiner Offizierausbildung studierte von Oktober 2005 bis Mai 2009 Elektro- und Informationstechnik an der Universität der Bundeswehr München in Neubiberg. Während des Studiums absolvierte er ein Praktikum bei den Kathrein-Werken in Rosenheim. Als Vordiplombester seines Studiengangs finanzierten ihm der Bundeswehr München e.V. und das An-Institut ITIS e.V. 2008 eine dreiwöchige USA-Reise.Michael Brauns: Leistung lohnt sich: 13 Vordiplombeste auf Entdeckungstour in den USA, Hochschulkurier Nr. 33, Dezember 2008, S. 29. (PDF; 2,7 MB).

Nach dem abgeschlossenen Studium als Diplom-Ingenieur durchlief er eine militärfachliche Ausbildung beim Bataillon Elektronische Kampfführung 922 in Donauwörth.Jürgen Rose: Gewissen ist keine Krankheit, in: Ossietzky 16/2013. Im März 2012 wurde er zum Zentrum Elektronischer Kampf Fliegende Waffensysteme nach Kleinaitingen bei Augsburg versetzt, in dem er im Bereich Elektronische Unterstützungsmaßnahmen (EloUM) für das zweistrahlige Mehrzweckkampfflugzeug Eurofighter Typhoon tätig war.

Befehl zum Auslandseinsatz Verweigerung des Afghanistaneinsatzes Im Dezember 2012 erhielt Klever den Befehl, von Juli bis November 2013 in den deutschen Auslandseinsatz nach Masar-e Scharif in Afghanistan zu gehen, um dort Störflüge der United States Air Force zu unterstützen.

Klevers verweigerte den Befehl im Februar 2013, da die dort von ihm zu leitenden Flugzeuge vom multinational genutzten Luftwaffenstützpunkt Al Udeid in Katar operieren, auf dem keine klare Trennung zwischen den Missionen International Security Assistance Force (ISAF) und Operation Enduring Freedom (OEF) stattfinde. Er berief sich dabei auf die Tatsache, dass die multinationale Mission OEF im Gegensatz zu ISAF kein UN-Mandat besitze und nur vom 16. November 2001 bis 29. Juni 2010 vom Deutschen Bundestag mandatiert war.Deutscher OEF-Beitrag am Horn von Afrika beendet, einsatz.bundeswehr.de, Djibouti, 29. Juni 2010.

Veröffentlichung seines Falles Das politische Fernsehmagazin Panorama berichtete am 30. Mai 2013 über seinen Fall.Johannes Jolmes: Schikane: Der Umgang mit kritischen Soldaten, Panorama-Reportage vom 30. Mai 2013. (Panorama-Manuskript als: PDF) Am gleichen Tag solidarisierte sich das der Friedensbewegung verbundene Darmstädter Signal in einer Pressemitteilung mit Klever.Bundeswehrkameraden stellen sich hinter Oberleutnant Philip Klever. Pressemitteilung vom 30. Mai 2013 des Arbeitskreises Darmstädter Signal (PDF). Dem Berliner Kurier teilte er am 1. Juni 2013 mit: „Ich will nicht am Töten beteiligt sein“.Dirk Johannes Andresen: Bundeswehr-Oberleutnant verweigert Einsatz in Afghanistan, in: Berliner Kurier, 1. Juni 2013, S. 3.Deutscher verweigert Dienst in Afghanistan, in: Express, 1. Juni 2013. Im August 2013 publizierte der Oberstleutnant a. D. Jürgen Rose in der Zweiwochenschrift Ossietzky unter dem Titel Gewissen ist keine Krankheit zwei Beiträge zum Fall Klever.Jürgen Rose: Gewissen ist keine Krankheit (2), in: Ossietzky 17/2013.

Reaktion der Bundeswehr Die Bundeswehr erkannte Klevers Verweigerung aus Gewissensgründen zunächst an.Peter Kleinert: Schikane: Der Umgang mit kritischen Soldaten, Panorama, 30. Mai 2013. Anschließend wurde Klever aus Gründen der Fürsorge von allen seinen bisherigen Aufgaben entbunden und durfte in ein Einzelbüro umziehen.Dirk Johannes Andresen: Bundeswehr-Offizier verweigert Einsatz in Afghanistan, in: Hamburger Morgenpost, 1. Juni 2013, S. 4–5. Zwei Wochen nach Bekanntwerden seines Falles wurde entschieden, den Dienstposten in Afghanistan, den Klever nicht antreten wollte, zukünftig nicht mehr zu besetzen. Zudem wurden ihm wegen eines Verstoßes gegen das Fotografierverbot der Kaserne die weitergehende Wahrnehmung einer sicherheitsempfindlichen Tätigkeit aberkannt.

Nach Angaben von Jürgen Rose eröffnete die Bundeswehr nach einem Interview von Philip Klever mit NRhZ-Online ein disziplinarrechtliches Ermittlungsverfahren gegen ihn wegen des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht im Dienst ( Abs. 1 SG).

Vorzeitiges Dienstzeitende Klever verließ im September 2013 – anstatt seine Dienstzeit bis 2016 abzuleisten – die Bundeswehr vorzeitig, nachdem einem entsprechenden Antrag stattgegebenen worden war.Johannes Jolmes: . Panorama (ARD), 5. September 2013. Seitdem arbeitet er als Elektroingenieur.

Reiseblog und -videos Klever betreibt seit 2007 den Reiseblog killerwal.com.Reiseblog von Philip Klever: www.killerwal.com, außerdem bilinguale ReisevideosA Trip to Venice – English Travel Guide HD auf YouTube sowie eine Anleitung zur Erstellung von Zeitraffer-Videos.Kanal von Philip Klever auf YouTube.Tutorial – How to make a HDR Timelapse Video using a Canon EOS DSLR auf YouTube 2011 steuerte er den Gastbeitrag Der Urlaubsretter und das Internet für das RTL-Format Der Urlaubsretter bei, welcher vom Internetprojekt Fernsehkritik-TV satirisch-kritisch verarbeitet wurde.Folge 76 vom 13. September 2011, Fernsehkritik-TV, abgerufen am 31. August 2013.Presse, killerwal.com, abgerufen am 31. August 2013. Im gleichen Jahr gewann er mit dem Kurzfilm Building 159 den ersten Platz beim 5. Swiss Videographer Film Contest.Juliane Kurr: HolidayCheck Werbespot Dreh 2011 – Backstage. HolidayCheck.de, 15. Dezember 2011.

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Einzelnachweise

Kategorie:Oberleutnant (Luftwaffe der Bundeswehr) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1985 Kategorie:Mann