Die Stiftung «Edith Maryon» zur Förderung sozialer Wohn- und Arbeitsstätten ist eine anthroposophisch orientierte, im Jahr 1990 gegründete Non-Profit-Organisation, die sich den gemeinnützigen Umgang mit Grund und Boden und Liegenschaften zum Ziel gesetzt hat. Die Stiftung übernimmt Immobilien aller Art (und Nutzungsart), damit sie auf Dauer der Spekulation entzogen sind. Sie stellt die Liegenschaften Dritten zur Verfügung zur Verwirklichung sozial innovativer und nachhaltiger Projekte. Die geografischen Tätigkeitsschwerpunkte der Stiftung sind die Nordwestschweiz (Basel und Umgebung) und Berlin.
Geschichte Die Stiftung Edith Maryon wurde 1990 von Christoph Langscheid, John Ermel und Michael Riggenbach mit einem Startkapital von 12'000 Schweizer Franken gegründet. Sie gilt als Pionierin des Mission und Impact Investing, spezialisiert auf Immobilien bzw. Grund und Boden. Im Wohnbereich sind oft Elemente der Cohousing-Idee verwirklicht.id22: Institut für kreative Nachhaltigkeit Berlin (Hrsg.): CoHousing Cultures, Handbuch für selbstorganisiertes, gemeinschaftliches und nachhaltiges Wohnen. Berlin 2012. ISBN 978-3-86859-148-4 Benannt ist die Stiftung nach der englischen Bildhauerin Edith Maryon aufgrund deren Engagements u. a. für den sozialen Wohnungsbau. Im Laufe einer Generation ist der Immobilienbesitz auf 166 Projekte angestiegen, zum Teil untergebracht in Tochterunternehmen. Die Bilanzsumme der Stiftung beläuft sich auf 343 Mio. Schweizerfranken (Stand Dez. 2024).Jahresbericht 2024 der Stiftung Edith Maryon (PDF; 4,8 MB) Ihr Wachstum hat die Stiftung Edith Maryon im Wesentlichen Schenkungen, Vermächtnissen und zinslosen Darlehen von einer Vielzahl von Privatpersonen zu verdanken.Fast schon eine Tellerwäscher-Geschichte. Basler Zeitung, 9. Juli 2020. Im Laufe der Jahre hat sich die Stiftung ausserdem zu einer Vergabe- oder Förderstiftung im Bereich Kunst und Kultur entwickelt.Website und Jahresberichte der Stiftung
Projekte Schweiz (Auswahl)
Basel mini|Unternehmen Mitte in Basel, 2025 Unternehmen Mitte, Basel (Sitz der Stiftung) Hotel Krafft Markthalle Basel Rudolf Steiner Schule Basel
Andere Orte in der Schweiz Kloster Schönthal (Schweiz) Rudolf Steiner Schule Münchenstein (ehemalige Haas’sche Schriftgiesserei) Alte Feuerwehr Viktoria, BernWebsite der Genossenschaft Feuerwehr Viktoria Neuestheater.ch, Dornach Hof Bain da Chauenas, Scuol Sunnehügel – Haus der Gastfreundschaft, Schüpfheim
Projekte Deutschland (Auswahl)
Berlin Ehemaliges Stummfilmkino Delphi ExRotaprint Halle Tanzbühne Berlin der cie. toula limnaios Kindl-Areal, Berlin-Neukölln, Projekt Vollgut sowie Eine-Welt-Zentrum Schokoladen, Berlin-Mitte Kastanienallee 86 mit dem TuntenhausKastanienallee 86
Andere Orte in Deutschland KlausHaus, Leipzig Landgut Pretschen, Märkische Heide Landwerk Neuendorf
Wohnhilfen Unter dem Stichwort Wohnhilfen gewährt die Stiftung seit 2003 Mietkautionsbürgschaften auf der Basis eines Solidaritätsfonds. Insgesamt wurde mehr als 13 000 Haushalten in der Nordwestschweiz zu einem Mietvertrag verholfen, circa 1000 neue Bürgschaften werden jährlich ausgestellt.Jahresbericht 2024 der Stiftung Edith Maryon, S. 28 (PDF; 4,8 MB) Ausserdem wird in Zusammenarbeit mit der Christoph Merian Stiftung ein Härtefall-Fonds geführt, sowie in Zusammenarbeit mit dem Kanton Basel-Stadt und im Auftrag der Stiftung Wohnraum Basel ein Genossenschaftsanteilfonds verwaltet, um den Zugang zu genossenschaftlichem Wohnen zu erleichtern.Jahresbericht 2024 der Stiftung Edith Maryon, S. 28 (PDF; 4,8 MB)
Organisation Oberstes Stiftungsorgan ist der Stiftungsrat, bestehend aus fünf Personen. Dem Stiftungsrat steht ein Beirat aus 19 Personen beratend zur Seite.Verwaltungsrat. maryon.ch Das tägliche Geschäft obliegt einer Geschäftsstelle in Basel mit 19 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (Stand 2025).Geschäftsstelle. maryon.ch
Siehe auch Stiftung trias Mietshäuser Syndikat
Literatur und Medien Land in Sicht. Dokumentarischer Auftragsfilm über die Stiftung Edith Maryon, 48 Min., Schweiz 2024, Buch und Regie: Marcel Scheible, Produktion: Sel et Poivre. Daniela Patti, Levente Polyak (Hrsg.): Funding the Cooperative City. Community Finance and the Economy of Civic Spaces. Cooperative City Books, Wien 2017, ISBN 978-3-9504409-0-4; cooperativecity.org (PDF; 59 MB). Berliner Liegenschaftsanzeiger (Zeitung der Initiative Stadt-Neudenken), 5. Mai 2012, Nr. 1. Veronica Frenzel: Das ist unser Haus. In: Der Tagesspiegel, 12. Mai 2013, S. 24–25 CoHousing Cultures, Handbuch für selbstorganisiertes, gemeinschaftliches und nachhaltiges Wohnen. id22: Institut für kreative Nachhaltigkeit Berlin, Berlin 2012, ISBN 978-3-86859-148-4 Ulrich Kriese: Die Stiftung Edith Maryon als Projektpartnerin für Gemeinschaftswohnprojekte. In: Erwägungen (Journal der Theologischen Bewegung für Solidarität und Befreiung – TheBe), 29. Jg., Nr. 2/2011 (Juli). S. 17–19. David Matthee, Ulrich Kriese: Strategien zur Dekommodifizierung von Grund und Boden – das transformative Potenzial der Bodenstiftungen. In: Sozialimpulse. Beiträge zur Transformation in Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft. Nr. 2/2025 (August), S. 4–12. Ulrich Kriese: Bodenrecht und Bodenunrecht: Vom Boden als Gemeingut zum privaten Grundeigentum – und ermutigenden Kräften heute. In: Sozialimpulse. Beiträge zur Transformation in Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft. Nr. 2/2025 (August), S. 20–27.
Weblinks Website der Stiftung Edith Maryon. Fast schon eine Tellerwäscher-Geschichte. Basler Zeitung, 9. Juli 2020. Gemeingut Boden.
Einzelnachweise
Kategorie:Anthroposophie Kategorie:Wohnprojekte Kategorie:Organisation (Nachhaltiges Bauen) Kategorie:Immobilienunternehmen (Schweiz) Edith Maryon Kategorie:Kulturelle Organisation (Basel) Kategorie:Stiftungsgründung 1990