Hornbach war eine Gemeinde im Landgericht Reutte des Königreich Bayern beziehungsweise der Grafschaft Tirol des Kaisertums Österreich von 1810 bis 1833. Sie umfasste die heutigen Gemeinden Vorderhornbach und Hinterhornbach.

Geschichte Das Hornbachtal ist ein Seitental des oberen Lechtal, dem Tiroler Außerfern. Vorderhornbach,Findet sich historisch auch als Hornbach in der Aschau bei Richard Lipp: Außerfern. Der Bezirk Reutte. Tyrolia-Verlag, 1994, Kapitel Das ehemalige Gericht Aschau S. 57 und Vorderhornbach S. 68. Die Aschau war die linke Uferseite des Lechtals von Hornbach abwärts bis Musau, erstmals 1216 provincia Aschowe. Nach Eduard Widmoser: Tirol A bis Z. Südtirol-Verlag, 1970, S. 466. Sowie: Peter Anreiter, Christian Chapman, Gerhard Rampl: Die Gemeindenamen Tirols. Innsbruck 2009, ISBN 978-3-7030-0449-0, S. 488 und 518 (). das noch am Taleingang im Lechtal liegt, gehörte seit dem Hochmittelalter zum Pfarrbereich Wängle (Seelsorgestelle ab 1675, Expositur 1756)Vorderhornbach noch heute Expositur, Hinterhornbach 1891 Pfarre und Gerichtsbereich von Aschau (heute Lechaschau; Anwaltschaft Reutte),Anwaltschaften des Gericht Ehrenberg: Reutte, Ober-, Mitter-, Unterlechtal, Tannheim, Berwang, Bichlbach, Heiterwang, Lermoos. während Hinterhornbach, das vom Allgäu her besiedelt worden war, der Pfarre Elbigenalp, ab 1515 Elmen (1758 Kuratie, 1761/64 Widum), und der Gerichtsbarkeit Ehrenberg unterstellt war (Region Lechtal; Anwaltschaft Unterlechtal).Das Außerfern gliederte sich traditionell (Gemeindeordnung von 1538) in die Gegenden Aschau, das Lechtal, Zwischentoren und Tannheim; das Amt Vils kam erst 1816 an Tirol (vorher Vorderösterreich resp. Illerkreis/Bayern). 1805, nach dem 2. Napoleonischen Krieg, musste Habsburg Tirol an Bayern abtreten (Frieden von Pressburg), wo das Land als Innkreis in das neue Königreich eingegliedert wurde.

1810 – nach dem 4. Napoleonischen Krieg war auch Salzburg an Bayern gekommen (Pariser Vertrag 1810) – wurde unter Minister Montgelas eine umfassende Gebietsreform umgesetzt. Dabei wurden das Landgericht Aschau und das Landgericht Ehrenberg zu einem neuen Landgericht Reutte vereinigt.Beschreibung der im Kgl. Landgerichte Reutte im J. 1810 formierten Steuerdistrikte. Angabe nach: Akademie der Wissenschaften in Wien – Historische Kommission: Archiv für österreichische Geschichte, Band 107, 1923, S. 606. Im Zuge dessen wurden auch die beiden Gemeinden Vorder- und Hinterhornbach zu einem Steuerdistrikt – den Vorläufern der heutigen Katastralgemeinden – zusammengelegt.Widmoser: Tirol A bis Z. 1970, S. 283.Archiv für österreichische Geschichte, Band 107, S. 597. Damit wurde Hornbach eine der elf Hauptgemeinden des Landgerichts, Vorder- und Hinterhornbach waren Untergemeinden (insgesamt 25).Gert Ammann: Das Tiroler Oberland: die Bezirke Imst, Landeck und Reutte; seine Kunstwerke, historischen Lebens- und Siedlungsformen (= Österreichische Kunstmonographie. Band 9). Verlag St. Peter, 1978, ISBN 3-900173-24-9, Eintrag Chronologie: 1810. S. 23.Vergl. zu den Hauptgemeinden auch Archiv für österreichische Geschichte. Band 107, S. 76. Pfarrlich blieben sie weiterhin als Expositur Wängle respektive als Filiale Elmen unterstellt.

1816, als nach dem Überlaufen Bayerns und der Niederlage der Franzosen die vornapoleonischen Verhältnisse weitgehend wiederhergestellt wurden (Wiener Kongress 1815), wurde die bayerische Verwaltungsgliederung mit einer gemeinsamen Steuergemeinde vorerst beibehalten. Leitung hatte ein Gemeindevorsteher inne.Politische Gemeinden im heutigen Sinne mit Bürgermeister wurden sie erst nach der Revolution 1848/49 mit Schaffung der Ortsgemeinden.

Erst als 1833 die Anwaltschaften im Außerfern aufgelöst wurden, wurden Vorderhornbach und Hinterhornbach als eigenständige Gemeinden wiederhergestellt.Archiv für österreichische Geschichte. Band 107, S. 598.Das Gemeindearchiv Hinterhornbach beginnt deswegen auch erst 1833. Angabe bei Sebastian Hölzl: Die Gemeindearchive des Bezirkes Reutte. Eintrag Nr. 15/0, S. 232.

+Bevölkerung und GebäudestandInnkreisKgr. Bayern Gft. TirolKtm. Österreich18121822182318241825 378 334 358 335 315 − 75 − − 72

Literatur Sebastian Hölzl: Die Gemeindearchive des Bezirkes Reutte: T. Ohne Markt Reutte und Stadt Vils. Band 1 (= Edition Atelier: Tiroler Geschichtsquellen. Band 37). Amt der Tiroler Landesregierung, Tiroler Landesarchiv, Innsbruck 1997, ISBN 3-901464-06-9, Kapitel 34/Vorderhornbach. S. 503 ff und 15/Hinterhornbach. S. 232 ff. Peter Anreiter, Christian Chapman, Gerhard Rampl: Die Gemeindenamen Tirols: Herkunft und Bedeutung (= Veröffentlichungen des Tiroler Landesarchivs. Band 17). Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-7030-0449-0, Abschnitt Hornbach (Vorder-, Hinter-). S. 508 ff.

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Einzelnachweise

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