Gustav Adolf Gunkel (* 25. Juli 1866 in Dresden; † 20. März 1901 ebenda) war ein deutscher Geiger und Komponist.
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Gunkel, Sohn eines aus Wien stammenden Hofschneiders, studierte am Konservatorium in Dresden. Seit 1884 war er Geiger in der Königlich-sächsischen musikalischen Kapelle. Er war auch als Musiklehrer tätig. Zuletzt wohnte er bei seinen Eltern in Blasewitz.Artikel zu Gunkels Ermordung in den Münchner Neuesten Nachrichten, 23. März 1901. Zitiert in Bernd W. Seiler: Ines und der Trambahnmord. In: Vergessen. Entdecken. Erhellen. Hrsg. von Jörg Drews. Bielefeld, 1993, S. 183–203 (PDF; 1,4 MB), hier S. 186 f.
Gunkel schrieb Werke für nahezu alle Gattungen,Vgl. Frank Altmann, Tonkünstler-Lexikon, 1936. wobei in erster Linie seine Lieder im Druck erschienen.Vgl. Hofmeister, Monatsberichte von 1886 bis 1902. Gunkels Werke sind heute vergessen.
Gunkel wurde nur 34 Jahre alt. Am Abend des 20. März 1901, nach einem Konzert, wurde er in der Straßenbahn der Linie Schlossplatz–Blasewitz auf der Pfotenhauerstraße (Dresden-Johannstadt) erschossen. Die Täterin war die 49-jährige Theresia Jahnel, die geschiedene Ehefrau des Direktors der Österreichischen Nordwest-Dampfschifffahrt-Gesellschaft in Aussig, die Gunkel obsessiv verehrte und ihn jahrelang verfolgt hatte. Nach dem Mord wurde sie lebenslang in eine österreichische Nervenheilanstalt eingewiesen. Die Tat wurde später von Thomas Mann in seinem Doktor Faustus verarbeitet.Bernd W. Seiler: Ines und der Trambahnmord. In: Vergessen. Entdecken. Erhellen. Hrsg. von Jörg Drews. Bielefeld, 1993, S. 183–203 (PDF; 1,4 MB).Katrin Bicher: Die Ermordung des Gustav Adolf Gunkel, Artikel im Blog der SLUB, 25. März 2020.
Gunkels Grabmal befindet sich auf dem Trinitatisfriedhof in Dresden. Unter seinem Namen wird sein Titel „Kgl. Sächs. Kammermusikus“ genannt; unterhalb sind eine Leier als Symbol für die Musik und daneben vier Takte aus einem Musikstück dargestellt.
Werkverzeichnis (Auswahl) Kleine Schöne, küsse mich für Gesang und Klavier, 1886 Elegie auf den Tod von Heinrich Klemm für Violine, 1886Nachgewiesen in der Abendausgabe der Dresdner Nachrichten, 02.12.1936. Holdes braunes Mädel für Gesang und Klavier, 1888 Op. 5 Nr. 1 Schlummerlied für Gesang und Klavier, 1891 (bearbeitet für Klavier allein von Paul Colberg, 1911) Op. 8 Suite für Violoncello und Klavier, 1892 Schauspiel-Ouvertüre für Orchester, 1892Nachgewiesen in Dresdner Nachrichten, 15.04.1893. Suite für Klavier, Geige und zwei TrompetenNachgewiesen in der Frühausgabe der Dresdner Nachrichten, 10.06.1937. Horch auf, du träumender Tannenhort für Gesang und Klavier. vor 1893Nachgewiesen in Dresdner Nachrichten, 03.06.1896. Schottische Weisen nach Original-Traditionen aus dem 17. und 18. Jahrhundert für Violine, Violincello und Klavier, vor 1899Nachgewiesen u. a. in Dresdner Nachrichten, 09.03.1899. Attila – Oper, 1894 (uraufgeführt 1895)Premierenkritik in Dresdner Nachrichten, 29.04.1895 (online). Bismarck-Hymnus auf einen Text von Carl Dibbern, 1895Nachgewiesen in Dresdner Nachrichten, 03.04.1895. Op. 20 Die Wallfahrt nach Kevlaar für Gesang und Klavier, 1898 Meine Seele für Gesang und Klavier, 1898Nachgewiesen in Dresdner Nachrichten, 03.10.1898. An die Vöglein für Gesang und Klavier, 1899/1900Nachgewiesen in Dresdner Nachrichten, 09.02.1900. Jean Bart – Oper, 1900 Der Spielmann für Gesang und Klavier, vor 1901Nachgewiesen in Dresdner Nachrichten, 09.03.1901. Op. 48 Nachtphantasien – Letzte Lieder für Gesang und Klavier, 1902 (Text: Franz Evers)
Weblinks
Katrin Bicher: Die Ermordung des Gustav Adolf Gunkel, Artikel im Blog der SLUB, 25. März 2020
Einzelnachweise
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