Obersteinebach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Altenkirchen (Westerwald) im Norden von Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld an.

Geographische Lage Obersteinebach liegt etwa auf im Tal des Lahrbaches mit seinem Stausee mitten im Naturpark Rhein-Westerwald.

Zu Obersteinebach gehören auch die Wohnplätze Jagdhaus Auf den Hähnen, Auf der Burg, Heiderhof und Landgut Marhähnerhof.

Geschichte Der Ort lag im nordöstlichen Bereich des ehemaligen Engersgaues. Er wurde „bald um 1250“ bzw. gegen Ende des 13. Jahrhunderts in den Heberollen des Herforder Marienstifts erstmals urkundlich erwähnt. Das Dorf bzw. „die Huben zu Ober- und Niedersteinebach“ gehörten zum Territorium des Kurfürstentums Trier. Lehnsherrn waren hier die Grafen zu Isenburg.

1803 kam Obersteinebach zum Fürstentum Nassau-Weilburg, 1806 zum Herzogtum Nassau und 1815 an Preußen. Unter der preußischen Verwaltung wurde Obersteinebach der Bürgermeisterei Flammersfeld im neu errichten Kreis Altenkirchen zugeordnet, der von 1822 an zur Rheinprovinz gehörte.

Oberhalb des Dorfes, das aus dem „Überdorf, Oberdorf und dem Balkan“ besteht, stand um 1828 eine Betkapelle, die zur bereits 1550 erwähnten Filiale Obersteinebach gehörte. Sie wurde 1926/27 neu aufgebaut und am 14. Oktober 1928 dem hl. Josef als Schutzpatron geweiht. In den darauf folgenden Jahren wurde sie mehrfach renoviert.

Für die Einwohner war in früherer Zeit, neben der üblichen Landwirtschaft, der Eisenerzbergbau eine Erwerbsquelle. Alte „Pingenzüge“ und der alte „Stollen hinter dem Heiderhof“ zeugen heute noch von 400–500 Jahre altem Bergbau.

Seit Anfang der 1990er Jahre entwickelt sich der Ort mehr und mehr zu einer ländlichen Wohngemeinde.

Statistik zur Einwohnerentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Obersteinebach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Mein Dorf, meine Stadt: Bevölkerung Jahr Einwohner 1815 106 1835 120 1871 128 1905 170 1939 178 Jahr Einwohner 1950 198 1961 202 1970 185 1987 186 2005 235

mini|Obersteinebach, Luftaufnahme (2016) mini|Lahrbach-Stausee bei Obersteinebach mini|Kirche St. Josef

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Obersteinebach besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Bürgermeister Oliver Rüßel wurde am 4. Oktober 2019 Ortsbürgermeister von Obersteinebach. Bei der erneuten Direktwahl am 1. September 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 64,5 % gewählt worden. Oliver Rüßel ist Nachfolger von Gisbert Groß, der eigentlich bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wiedergewählt worden war, kurz nach dieser Abstimmung aber von seinem Amt zurücktrat. Dadurch wurde eine erneute Wahl notwendig. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde Rüßel als einziger Bewerber mit 89,5 % für weitere fünf Jahre wiedergewählt.

Wappen

Sehenswürdigkeiten Die „Bildeiche“ steht als Naturdenkmal im Wald zwischen Obersteinebach und Peterslahr. Eine Besonderheit in der Obersteinebacher Gemarkung ist der am nördlichen Ortsausgang gelegene „Lahrbach-Stausee“.

siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Obersteinebach

Verkehr Obersteinebach liegt etwa zwei Kilometer nördlich der Bundesautobahn 3 und der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main, die in diesem Abschnitt gebündelt verlaufen. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Neuwied, etwa sechs Kilometer entfernt. Die nächstgelegenen Bahnhöfe sind Altenkirchen (Westerwald) an der Oberwesterwaldbahn, Au (Sieg), die Bahnhöfe Montabaur und Limburg Süd sowie Linz (Rhein) und Bad Hönningen an der rechten Rheinstrecke Köln–Koblenz.

Weblinks

Offizielle Homepage der Ortsgemeinde Obersteinebach Ortsgemeinde Obersteinebach auf der Website der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Altenkirchen (Westerwald) Kategorie:Ersterwähnung im 13. Jahrhundert