Zeynel Soyuer (* 15. Dezember 1939 in İnegöl; † 11. November 2024) war ein türkischer Fußballspieler und -trainer. Durch seine langjährige Tätigkeit für Gençlerbirliği Ankara wird er stark mit diesem Verein assoziiert. Auf Fan- und Vereinsseiten wird er als einer der bedeutendsten Spieler der Klubgeschichte aufgefasst.gencler.org: „Zeynel Soyuer. Rüzgarın oğlu...“ (abgerufen am 9. Juli 2013) Mit 271 Erstligaeinsätzen für Gençlerbirliği ist er nach Tevfik Kutlay (295 Einsätze) der Spieler mit den zweithäufigsten Süper-Lig-Einsätzen der Vereinsgeschichte.mackolik.com (abgerufen am 9. Juli 2013)gencler.org: „Tüm Resmi Maçlar“ (abgerufen am 9. Juli 2013) Zudem befindet er sich mit 46 Ligatoren in der Liste der Spieler mit den meisten Süper-Lig-Toren für Gençlerbirliği an sechster Stelle. Zu Spielerzeiten war er aufgrund seiner schnellen und stürmischen Spielweise unter seinem Spitznamen Rüzgarın Oğlu bzw. Rüzgarın Oğlu Zeynel (dt.: Sohn des Windes bzw. Zeynel – Sohn des Windes) bekannt, da er oft als Außenstürmer die Seitenlinie auf und ab lief.3. September 1980, Milliyet, S. 11. Er galt als ein technisch begabter Kunstschütze und war für die direkte Verwandlung seiner Eckstoße zum Tor berüchtigt. Er erzielte während seiner Karriere mehrere Eckstoßtore. Nach seiner Fußballspielerkarriere arbeitete er lange Jahre erfolgreich als Trainer und erreichte in dieser Funktion einige Rekorde im türkischen Fußball.

Spielerkarriere Verein Soyuer kam in İnegöl auf die Welt und begann hier mit dem Fußballspielen auf der Straße. Mit seinen Freunden spielte er auf dem Bolzplatz Kavaklar Altı. Hier fiel sein Talent einigen älteren Kindern auf und so sprach sich sein Talent rum. Mit fortschreitendem Alter fand er immer mehr Gefallen an diesem Sport. Daher begann er als Sechzehnjähriger beim damaligen größten Verein seiner Heimatstadt, bei İnegöl İdmanyurdu mit dem Vereinsfußball. 1958 wurde er für die türkische U-18-Nationalmannschaft entdeckt und absolvierte in diesem Jahr vier Spiele für türkische U-18. So wurden mehrere größere Vereine auf Soyuer aufmerksam. Im gleichen Jahr nahm er in Ankara an einem Talentsichtungsturnier teil und wurde hier sofort vom Hauptstadtverein MKE Ankaragücü angesprochen. Wenig später traf er sich mit den Vereinsverantwortlichen Natık Has und Ahmet Gırgır in der Kreisstadt Çekirge und einigte sich vorerst mündlich. So vereinbarten beide Seiten für den nachfolgenden Tag ein Treffen, in dem der Wechsel vertraglich festgehalten werden sollte. Da nach Soyuers niemand von Ankaragücü zu diesem Treffen erschien, schaltete sich Rüknettin Akbulut, ein Fußballinteressierte der Stadt, ein und vermittelte Soyuer an Sadrettin Çanga, einem ehemaligen Spieler des Hauptstadtvereins Gençlerbirliği Ankara und damaliger Abgeordneter. Dieser kontaktierte daraufhin sofort einige Vereinsfunktionäre von Gençlerbirliği und sorgte für den Wechsel Soyuers zu diesem Verein.

Zu dem Zeitpunkt seines Wechsels zu Gençlerbirliği existierte in der Türkei keine landesübergreifende Professionelle Liga. Stattdessen existierten in den Ballungszentren wie Istanbul, Ankara und Izmir regionale Ligen, wovon die 1952 in İstanbul Profesyonel Ligi (dt.: Istanbuler Profiliga) umbenannte Liga als die renommierteste galt. Nach der Istanbuler Profiliga kam die Ankara Futbol Ligi (dt.: Profiliga Ankara) in der auch Gençlerbirliği als Hauptstadtverein teilnahm. Soyuer spielte nach seinem Wechsel eine Saison in dieser Liga.

Ab Frühjahr 1959 spielte er mit Gençlerbirliği in der neugegründeten und landesweit ausgelegten Millî Lig, mit heutigem Namen Süper Lig. Diese neugegründete Liga ersetzte die wichtigsten regionalen Ligen, u. a. İstanbul Profesyonel Ligi und die Ankara Futbol Ligi. Die erste Spielzeit wurde von Februar 1959 bis zum Juni 1959 ausgespielt und endete mit der Meisterschaft von Fenerbahçe Istanbul. Gençlerbirliği belegte weit abgeschlagen von der Tabellenspitze den vorletzten Tabellenplatz. Soyuer absolvierte als Youngster nahezu alle Partien seiner Mannschaft und erzielte ein Tor. In der zweiten Saison gelang Soyuer der Durchbruch. Mit 13 Saisontoren war er der erfolgreichste Torjäger seiner Mannschaft und hatte großen Anteil daran, dass sein Verein einen mittleren Tabellenplatz belegte.

Im Sommer 1960 wurde in Ankara ein Testspiel zwischen Gençlerbirliği und Beşiktaş Istanbul. In dieser Partie zeigte Soyuer eine überragende Leistung. Er lief während der Partie die linke Außenbahn auf und ab und erzielte bei dem 3:0-Sieg seiner Mannschaft alle drei Tore. Beşiktaş war gerade amtierender türkischen Fußballmeister und beschritt dieses Spiel mit all seinen Stars. Durch die Leistung in diesem Spiel stieg der Bekanntheitsgrad Soyuers. Von den Gençlerbirliği-Fans erhielt er aufgrund dieses Spiels seinen Spitznamen Rüzgarın Oğlu (dt.: Sohn des Windes), mit dem er dann den Rest seiner Karriere assoziiert wurde.

In der dritten Erstligasaison, der Saison 1960/61, steigerte Soyuer erneut seine Leistungen. Mit seinen 16 Ligatoren hatte er als bester Torschütze seines Vereins erheblichen Anteil daran, dass sein Verein die Saison auf dem fünften Tabellenplatz beendete und die bis dato beste Erstligaplatzierung der Vereinsgeschichte erreichte. Er fiel durch seine in dieser Saison erbrachten Leistungen auch dem damaligen türkischen Nationaltrainer, dem Italiener Sandro Puppo, auf, der ihn in die türkische Nationalmannschaft.

In der nächsten Saison, der Spielzeit 1961/62, avancierte Soyuer zu einem der beliebtesten Spieler der Liga. Er fiel auch in dieser Spielzeit durch sein Markenzeichen der Eckstoßtore auf. Nachdem er in der laufenden Saison mehrere Eckstöße als Tor verwandelt hatte, zuletzt am 10. Dezember 1960 gegen Karagümrük SK. Aufgrund dieser Tore gingen die beiden Vereinspräsidenten Orhan Şeref Apak von Gençlerbirliği und Agah Erozan von Fenerbahçe Istanbul vor der Ligapartie vom 5. März 1961 zwischen den beiden Vereine eine Wette ein. Danach sollte der Präsident die Anstecknadel des anderen Verein tragen, wenn es Soyuer gelingen sollte wieder ein Eckstoßtor zu erzielen. Im Vorfeld des Spiels wurde diese Wette auch öffentlich bekannt, sodass im mit 25.000 Zuschauern ausverkauften Mithatpaşa-Stadion das öffentliche Interesse auf Soyluer gerichtet war. In dieser Partie brachte Soyluer bereits in der 2. Minute durch einen regulären Treffer seine Mannschaft 1:0 in Führung. Fenerbahçe ging innerhalb der nächsten zwanzig Minuten mit 2:1 in Führung. In der 36. Minute erhielt Gençlerbirliği ein Eckstoß von der linken Torseite. Daraufhin bereitete sich Soyuer darauf vor, den Eckstoß auszuführen. Der Fenerbahçe Torhüter Şükrü Ersoy positionierte sich dabei auf die rechte Torseite. Soyuer zirkelte den Ball ins obere rechte Toreck und erzielte so den Ausgleich für seine Mannschaft.mackolik.com: „Spielbericht Fenerbahçe-Gençlerbirliği vom 5. März 1961“ (abgerufen am 9. Juli 2013)6. März 1961, Milliyet, S. 6, Spor Das Spiel ging 3:3 aus und Soyluer avancierte zum Man of the Match.

Soyuer spielte mit Gençlerbirliği bis zum Sommer 1970 in der 1. Futbol Ligi und stieg dann zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in die Türkiye 2. Futbol Ligi ab. Soyluer spielte noch eine Spielzeit in der 2. Lig und beendete zum Sommer 1961 seine aktive Fußballspielerkarriere.

Nationalmannschaft Soyuer wurde 1958 während seiner Zeit bei İnegöl İdmanyurdu das erste Mal für die türkische U-18-Nationalmannschaft nominiert und absolvierte in diesem Jahr seine vier Spiele für die türkische U-18.

1961 fiel dem damaligen türkischen Nationaltrainer, dem Italiener Sandro Puppo, auf, der ihn in die türkische Nationalmannschaft berief. So absolvierte Soyuer am 14. Mai 1961 im Testspiel gegen die rumänische Nationalmannschaft sein erstes und einziges Länderspiel.

Trainerkarriere Direkt im Anschluss an seine Spielerkarriere begann Soyuer als Trainer zu arbeiten. Als erste Tätigkeit übernahm er zusammen mit seinem langjährigen Teamkameraden Tevfik Kutlay die Jugendmannschaften Gençlerbirliği Ankaras und betreute sie eine unbekannte Zeitlang.2. April 1972, Milliyet, S. 8. Nach dieser Tätigkeit arbeitete Souyer eine Zeitlang bei Ankara Sitespor als Cheftrainer.

Im Sommer 1974 besuchte Soyuer zusammen mit weiteren ehemaligen türkischen Fußballgrößen ein vom türkischen Fußballverband organisierten Trainerkurs und erlangte in dessen Anschluss seine Trainerlizenz.21. Mai 1974, Milliyet, S. 11. Nach dem Erlangen seiner Trainerlizenz begann er als Trainer der türkischen U-18-Mannschaft zu arbeiten. Diese Mannschaft betreute er bis zum Jahr 1976 mit wechselnden Partnern als Trainerduo. Bei seinem Amtsantritt arbeitete er beispielsweise mit seinem alten Teamkollegen Çetin Güler zusammen.1. September 1974, Milliyet, S. 9. Später arbeitete er auch mit Teoman Yamanlar zusammen.25. März 1975, Milliyet, S. 11. Zusammen mit Yamanlar betreute er die türkische U-18 während des in der Schweiz ausgetragenen UEFA-Juniorenturniers 1975.8. April 1975, Milliyet, S. 11. Während dieses Turniers fiel die Türkei mit Frankreich, Dänemark und Luxemburg in eine Gruppe. Als damals unbedeutendes Fußballland wurde Soyuers Mannschaft als Außenseiter gehandelt. Während der Gruppenphase setzte man sich gegen die beiden Favoriten Frankreich und Dänemark und schaffte es ins Halbfinale.16. Mai 1975, Milliyet, S. 12. Im Halbfinale verlor man unglücklich mit 0:1 gegen die finnische U-18-Nationalmannschaft und anschließend im Spiel um Platz 3 nach Elfmeterschießen mit 2:3 gegen die ungarische U-18-Nationalmannschaft.21. Mai 1975, Milliyet, S. 11. Das Turnier beendete man als Vierter und erreichte nach langer Zeit als erste türkisch Fußballnationalmannschaft wieder ein gutes Abschneiden in einem größeren Turnier.

Zusätzlich zu seiner Tätigkeit bei der türkischen U-18 begann Soyuer im September 1975 zusammen mit Doğan Andaç die Türkische U-21-Nationalmannschaft zu betreuen.23. September 1975, Milliyet, S. 12.

Mit der U-18 qualifizierte sich Soyuer auch für das UEFA-Juniorenturnier 1976. In der Qualifikation zu diesem Turner schaltete man die österreichische U-18-Nationalmannschaft aus.26. Mai 1976, Milliyet, S. 11. In diesem Turnier schied Soyuers Mannschaft bereits in der Gruppenphase aus dem Turnier aus. Nach diesem Ausscheiden verließ Soyuer die türkische U-18.

Zur Saison 1996/77 übernahm Soyuer, der im April 1976 eine weitere Trainerlizenz erworben und somit auch Vereinsmannschaften in den Profiligen betreuen konnte, den Zweitligisten Diyarbakırspor.17. April 1976, Milliyet, S. 11. Mit diesem Verein legte er einen sehr erfolgreichen Saisonstart hin und wurde in der Zweitligasaison 1976/77 und erreichte die Herbstmeisterschaft. In der damals mit der 2-Punkte-Regel gespielten Liga schaffte er in der Hinrunde einen Sechs-Punkte-Abstand zu dem Zweitplatzierten Sarıyer SK und wurde deshalb zum Trainer der Hinrunde der 2. Lig gewählt.26. Juni 1977, Milliyet, S. 112. Die Saison beendete Soyuers Team souverän als Meister und stieg damit das erste Mal in seiner Vereinsgeschichte in die 1. Lig auf. Soyuer wurde dann von der damals renommiertesten Sportzeitung Milliyet zum Trainer des Jahres in der 2. Lig gewählt.3. Juni 1977, Milliyet, S. 15. Nach diesem Erfolg wurde erst verkündet, dass Soyuer die Mannschaft auch in der 2. Lig betreuen werde.28. Juni 1977, Milliyet, S. 16. Letztendlich kam es doch nicht zur Fortsetzung der Zusammenarbeit, sodass Diyarbakırspor mit Candan Dumanlı in seine erste Erstligasaison startete.

Soyuer übernahm im Sommer 1977 den Zweitligisten Gaziantepspor. Diesen Verein betreute er etwa eine Spielzeit lang. In dieser Saison spielte man nahezu die gesamte Saison um die Meisterschaft und damit auch um den Aufstieg in die 1. Lig. Die Saison beendete der Verein schließlich hinter MKE Kırıkkalespor auf dem zweiten Platz und verpasste so den Aufstieg.