Die Gesellschaft für Seerecht der DDR (1972–1990), in ihrem Briefkopf auch als Association for Maritime Law of the German Democratic Republic bezeichnet, wurde am 22. Juni 1972 in Rostock als Vereinigung zur Förderung des internationalen und nationalen Seerechts, darunter das Fischereirecht, gegründet.Handbuch gesellschaftlicher Organisationen in der DDR, Hrsg. Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft der DDR Potsdam-Babelsberg, Berlin 1985, Stichwort: Gesellschaft für Seerecht der DDR, S. 81 f. Mitglied dieser Gesellschaft konnten sowohl EinzelpersonenDie Einzelmitglieder bekamen im Gründungsjahr 1972 ein vom Präsidenten Jörgen Haalck und Sekretär Frenzel gezeichnetes Schreiben über ihre Aufnahme, in dem es u. a. hieß: "Wir möchten Ihnen mitteilen, dass Sie der Vorstand als Mitglied der Gesellschaft für Seerecht bestätigt hat. Es freut uns, das wir mit Ihrer Beteiligung rechnen können und wünschen Ihnen eine erfolgreiche Mitarbeit ... Wir erlauben uns, noch einmal auf die Beitragszahlung aufmerksam zu machen. Der Jahresbeitrag beträgt 20,- M." - Privatarchiv Benutzer:Schudi 45 als auch juristische Personen wie Betriebe, z. B. das Institut für Meereskunde der Akademie der Wissenschaften der DDR in Rostock-Warnemünde wie auch andere wissenschaftliche Einrichtungen, gesellschaftliche Organisationen u. a. werden.Satzung der „Gesellschaft für Seerecht der DDR“ und Beschluss des Ministerrates über die Gründung der "Gesellschaft für Seerecht der DDR" im Bundesarchiv, Standort Berlin-Lichterfelde, Archivsignatur: DM 1/8152 Der für je drei Jahre gewählte Vorstand entschied über die Aufnahme. Der erste Präsident der Gesellschaft war der Rostocker Jörgen Haalck. Zeitung Neues Deutschland vom 23. Juni 1972, S. 4: Gesellschaft für Seerecht der DDR in Rostock gegründet; siehe auch Jörgen Haalck/Rudi Frenzel: In Sachen Seerecht: Die Gesellschaft für Seerecht der DDR. In: Marinekalender 1975, Berlin, 1974 Sein Nachfolger wurde der Jurist und spätere Rostocker Universitäts-Professor Ralf Richter (1931–2021),Autor zahlreicher Publikationen; DNB-Portal: Aufstellung der das Seerecht mit wirtschaftlichen Fragen verknüpfte. z. B. in seinem Vortrag Tradition und Revolution, gehalten im Rahmen eines Ehrenkolloquiums anlässlich des 70. Geburtstages von Gerhard Reintanz in Halle (Saale); vgl. Tageszeitung Neue Zeit vom 14. März 1984, S. 6

Dem 15-köpfigen Vorstand gehörten unmittelbar nach seiner Gründung drei VizepräsidentenReintanz, Gerhard: Gründung der Gesellschaft für Seerecht der DDR. In: Deutsche Außenpolitik, 18. Jahrgang, Heft 1 aus 1973, S. 188 ff. an: Völkerrechtler Gerhard Reintanz von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Halle (Saale); Heinz Rentner (* 12. Januar 1931), Hauptabteilungsleiter Seeverkehr und Hafenwirtschaft und ab 1. September 1973Seewirtschaft, Heft 10 aus 1973, S. 728 (mit Abb. „Dr. rer. oec. Heinz Rentner“) bis 1990 stellvertretender Minister für Verkehrswesen u. a. zuständig für den Bereich Seeverkehr der DDR; Joachim Waßmann, Vizepräsident der Direktion Seeverkehr und Hafenwirtschaft der DDR. Im Jahre 1981 wurde der drei Jahre zuvor emeritierte Hallenser Seevölkerrechtler Reintanz zum Ehrenpräsidenten der Gesellschaft für Seerecht berufen.Unser Porträt: Prof. Dr. GERHARD REINTANZ in: "Union teilt mit (Utm)", Heft 9/1989, S. 20 Eines der Mitglieder des Vorstandes der Gesellschaft für Seerecht war der an der Universität Halle promovierte Jurist Adolf Hauer (1928–2017)Autor und Redakteur zahlreicher Beiträge für die Publikationen der Gesellschaft für Seerecht der DDR; Aufstellung unter Deutsche Nationalbibliothek . Rudi Frenzel (1923–2020) war ebenfalls wie sein Vertreter Adolf Hauer hauptberuflich im „Direktorat Forschung und Entwicklung“ des VEB Seeverkehr und Hafenwirtschaft Rostock und zuvor als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut des Seeverkehrs und der Hafenwirtschaft in Rostock tätig.Zeitschrift Seewirtschaft (Berlin), Heft 9/1975, S. 532 unter der Rubrik Seerecht Der Sekretär und promovierte Jurist Rudi FrenzelCMI-Jahrbuch 1980/81, S. 20, Association for Maritime Law of the German Democratic Republic zeichnete für den Schriftwechsel mit den Mitgliedern, die Terminorganisation u. a. m. verantwortlich. Ihm folgte der Jurist Gerold Kantner.Dissertationsthema: Zu einigen ausgewählten Rechtsfragen von Atomenergie und Radioaktivität in der Seeschifffahrt.

Der Vorstand beschloss die Bildung von Interessengemeinschaften – auch Arbeitsgruppen bzw. Arbeitskreise/-gemeinschaften genannt – auf den Gebieten Seehandelsrecht, Seevölkerrecht, Fischereirecht, Seestaatsrecht und Seearbeitsrecht. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Seevölkerrecht/Fischereirecht war das Vorstandsmitglied Günter Hepper (1931–2022) von der Ingenieurhochschule für Seefahrt Warnemünde-Wustrow (IHS).Eintrag von „Günter Hepper“ im Catalogus Professorum Rostochiensium, (abgerufen am 15. Januar 2015); Lebenslauf mit Porträtfoto Vorsitzender des Arbeitskreises Seestaats- und Seeverwaltungsrecht war der promovierte Seejurist Peter Reichenbach bis zu seinem frühen Tod mit 49 Jahren 1978Seewirtschaft, 10. Jahrgang, Heft 12/1978, S. 586, . Dort hielt am 3. Juli 1973 einen Vortrag zur Thematik „Schiff, Wrack, Schiffshindernis“.

Eine besonders enge Zusammenarbeit bestand mit der bereits 1965 gegründeten Gesellschaft für Völkerrecht in der DDR. Eine gemeinsame Konferenz zu Fragen der Entwicklung des internationalen Seerechts wurde am 17. und 18. April 1974 erstmals durchgeführt, im Jahr des 60. Geburtstages vom Vizepräsidenten der Gesellschaft für Seerecht Gerhard Reintanz, der sich auf das Seevölkerrecht spezialisiert hatte. Der Völkerrechtler erörterte die Gefahren, „die der Menschheit ... in Form einer zunehmenden Meeresverschmutzung drohen“ und „legte dar, wie dieser gefährlichen Entwicklung mit völkerrechtlichen Mitteln entgegengewirkt werden“.Joachim Schulz: Konferenz zu Fragen der gegenwärtigen Entwicklung des internationales Seerechts. In: Neue Justiz. Zeitschrift für Recht und Rechtswissenschaft, Heft 14/1974, S. 433–436 Zugleich wies Reintanz auf die III. UN-Seerechtskonferenz hin, die sich u. a. mit dieser Problematik befasste.

Harry Wünsche (* 1929 bis † 2008) und Norbert Trotz sowie Harald Frühauf, die u. a. in der DDR-Seerechtsgesellschaft entscheidend mitwirkten, und hauptberuflich bei der Akademie für Rechtswissenschaft wissenschaftlich tätig waren, gehörten zu den ständigen DDR-Delegationsmitgliedern unter Leitung des Diplomaten Gunter Görner (* 1939) zur III. UN-Seerechtskonferenz.Görner, Gunter: Völkerrecht im Kontext seiner Zeit, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza/Thüringen, 2014, S. 248; ISBN 978-3-86777-742-1 Ein langjähriges Mitglied des Vorstandes (1974–1991) war der Rostocker Seerechtler Max Oesau (* 1937), zuletzt Professor für Seehandelsrecht.Eintrag von „Max Oesau“ im Catalogus Professorum Rostochiensium, abgerufen am 17. Dezember 2014 Die Interessengemeinschaften Seestaats- und Verwaltungsrecht sowie Seehandelsrecht veranstalteten im Dezember 1974 eine Tagung gemeinsam mit der Ingenieurhochschule für Seefahrt Warnemünde-Wustrow unter der Leitung von Peter Reichenbach vom Seefahrtsamt der DDR (SFA) im damaligen Haus der Armee RostockAus der Gesellschaft für Seerecht. In: Seewirtschaft, Heft 3 aus 1975, S. 137, seit 1. Juli 1992 Oberlandesgericht Rostock.

Im Zuge der Auflösung der Gesellschaft für Seerecht der DDR im Zusammenhang mit der Deutschen Einheit wurden ihre Mitglieder auf die Möglichkeit hingewiesen, im Deutschen Verein für Internationales Seerecht (German Maritime Law Association) Mitglied zu werden.Zweck von Deutscher Verein für Internationales Seerecht e. V. – Mitglied im Comité Maritime International – ist die Förderung der Entwicklung international einheitlicher Seerechtsordnungen Homepage von DVIS Davon machten ehemalige Mitglieder Gebrauch, zum Beispiel der frühere Rechtsprofessor Norbert TrotzAutor von Die Revision der Konventionen über die zivilrechtliche Haftung für Schäden aus der Ölverschmutzung des Meeres und über die Errichtung eines Entschädigungsfonds, Hrsg. Akademie für Staats- u. Rechtswissenschaft d. DDR, Institut für Ausländisches Recht u. Rechtsvergleichung; Aktuelle Beiträge der Staats- und Rechtswissenschaft; Heft 340, Potsdam-Babelsberg, 1987 , der im Deutschen Verein für Internationales Seerecht. Deutsche Landesgruppe des Comité Maritime International bis 2007 Mitglied warBekanntmachung des Austritts von Norbert Trotz in der Mitglieder-Mitteilung vom 11. Mai 2007 und sich auf die Haftung im Zusammenhang mit dem Transport gefährlicher Güter auf dem Meer spezialisiert hatte.Er hielt zu diesem Thema auf dem 1. Rostocker Gespräch zum Seerecht am 12. Oktober 1993 mit der Thematik: Aktuelle Probleme der Haftung für Schäden aus der Meeresverschmutzung einen entsprechenden Vortrag; Norbert Trotz hatte als DDR-Rechtswissenschaftler aus Potsdam-Babelsberg erstmals vor dem Deutschen Verein für Internationales Seerecht am 29. Mai 1986 in Hamburg einen Vortrag zur Haftung für Schäden aus dem Transport gefährlicher Güter auf See halten können, der in einer erweiterten und überarbeiteten Fassung in einer Schriftenreihe dieses Vereins veröffentlicht wurde.Trotz, Norbert: Haftung für Schäden aus dem Transport gefährlicher Güter auf See – hat die Internationale Regelung noch eine Chance?, Deutscher Verein für Internationales Seerecht: Schriften des Deutschen Vereins für Internationales Seerecht: Reihe A, Berichte und Vorträge; H. 62, Hamburg, 1987 Auch Ralf Richter und seine Ehefrau Dolly Richter-Hannes wurden Mitglied des Deutschen Vereins für Internationales Seerecht e. V. mit Sitz in Hamburg und schieden aus Altersgründen aus.Bericht zum Mitgliederwechsel im abgelaufenen Jahr auf der Mitgliederversammlung am 10. April 2001 unter „Austritte“, verschriftlicht mit Datum 25. April 2001 und an die Mitglieder versandt.

Wirken in der DDR