mini|hochkant|Wappen derer von Manteuffel Manteuffel ist der Name eines alten pommerschen Adelsgeschlechts, das später auch in Brandenburg, Preußen, Schlesien, Mecklenburg, Polen und im Baltikum zu Besitz und Ansehen gelangte und genealogisch in der Literatur in Uradel und Briefadel untergliedert bleibt.

Die Manteuffel sind nicht stammes- und wappenverwandt mit den baltischen Zoege von Manteuffel.

Geschichte Uradelige Familie Mit Johannes Mandiuel aduocatus de Thanglim (Vogt von Anklam) wird das Geschlecht im Jahre 1256 erstmals urkundlich erwähnt.Ingolf Ericsson, Hans Losert, Walter Sage: Aspekte der Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit: Festschrift für Walter Sage. In: Bamberger Schriften zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit, Band 1, R. Habelt Verlag, Bonn 2003, S. 134. (Online) Mit Henricus Manduvel erneut in einer Urkunde am 14. November 1287.Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis VI, 20.; Vgl. August Wilhelm Heffter: Namensverzeichnis zu sämmtlichen Bänden, Band II, G. Reimer, Berlin 1868, S. 346. (Online) Die Familie gehörte zum höheren Adel der so genannten Schlossgesessenen, deren Abstammung bzw. Verwandtschaft mit dem westfälischen Adelsgeschlecht von Quernheim, die den gleichen Wappenschild führen, wahrscheinlich ist. In Einzelfällen, wie beim General Arthur von Manteuffel-Redel, war ad personam der Führung des Freiherrentitels gestattet worden.

Briefadelige Familienglieder Der kursächsische Minister Ernst Christoph von Manteuffel aus dem Haus Kerstin, königlich-polnischer und kurfürstlich-sächsischer Kammerherr, Oberst und Gesandter in Kopenhagen, Inhaber des polnischen Indigenats unter dem Beinamen KielpinskiWidmung des Buches von Christiane Mariane von Ziegler: Versuch In Gebundener Schreib-Art. Leipzig 1728 an den Reichs-Grafen Herrn Ernst Christoph, von Manteufel, Kielpinski (Online), wurde am 10. März 1709 in den Freiherren- und 1719 in den Grafenstand erhoben. Er starb 1749 ohne männliche Nachkommen. Dessen Erbe trat u. a. sein Paten- und Adoptivsohn Christoph Friedrich von Mihledorff (1727–1803) (aus der Familie von Möllendorff mit „Spitzenwappen“) an, der von Kurfürst Friedrich August von Sachsen (als Reichsvikar) 1742 in den Freiherrenstand unter dem Namen Mihledorff Freiherr von Manteuffel erhoben wurde. Von ihm stammten die Freiherren von Manteuffel ab, deren Angehörige an der preußischen und deutschen Geschichte großen Anteil hatten, wie zum Beispiel sein Sohn Hans Carl Erdmann von Manteuffel.

Otto Theodor von Manteuffel war unter dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. seit 1848 Minister und von 1850 bis 1858 Ministerpräsident und sein Vetter Edwin von Manteuffel, preußischer Generalfeldmarschall, Staatsmann und ab 1879 Kaiserlicher Statthalter von Elsaß und Lothringen.

Grafen Manteuffel Gottlieb Joseph von Manteuffel aus dem Hause Broitz, kurfürstlich pfalzbayerischer Kämmerer, Oberstleutnant und Gutsherr auf Brandstetten, wurde am 25. August 1790 von Kurfürst Karl Theodor von Bayern als Reichsvikar in den Reichsgrafenstand erhoben. Er wurde 1810 in die bayerische Adelsmatrikel eingetragen. Mit seinem Sohn Maximilian endete allerdings diese gräfliche Linie bereits im Jahre 1815.

Weitere Adoptionen 1870 erhielt der durch Lina von Manteuffel-Polzin adoptierte Friedrich Roediger von Manteuffel den preußischen Adelsstand und wurde im Gotha im Teil des Briefadels geführt.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Alter Adel und Briefadel. 1929. Jahrgang, Gotha 1928. Er war der Stiefsohn ihres Bruders.

Familiensage Das Geschlecht derer von Manteuffel blühte vor Zeiten besonders in Pommern. Sie waren sehr angesehen und mächtig und führten wohl anfangs auch einen anderen Namen. Weil sie aber so boshaft, grausam und räuberisch gewesen sein sollen, hat man auf Pommerisch von ihnen gesagt: id sind man Düwel, was so viel heißen soll wie: „Das sind ja nur Teufel und keine Menschen.“ Davon soll es abstammen, dass man sie Manteuffel nannte. Später haben sie den Namen selbst angenommen und auf ihr ganzes Geschlecht verbreitet.

Wappen Das Stammwappen zeigt in Silber einen roten Balken. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ist ein offener schwarzer Flug.

Bekannte Familienmitglieder mini|Otto Theodor von Manteuffel (1805–1882), preußischer Ministerpräsident mini|Kurt Freiherr von Manteuffel (Landrat)

Henning Manteuffel († nach 1395), Anführer der Vitalienbrüder Eckhard von Manteuffel (1442–1515), herzoglicher Rat der Herzöge von Pommern-Wolgast Erasmus von Manteuffel-Arnhausen (um 1475–1544), letzter vorreformatorischer Bischof von Cammin in Pommern Michael von Manteuffel (1572–1625), kurländischer Kanzler und herzoglicher Rat Jakob von Manteuffel (1607–1661), brandenburger Obrist Christoph von Manteuffel (1622–1688), württembergischer Oberhofmarschall und Obervogt zu Marbach am Neckar Scholastica von Manteuffel (1630–1692), Äbtissin zu St. Ruppertsberg und Eibingen Matthias von Manteuffel Kiełpiński (* um 1640), pommersch-polnischer Adliger und Erbherr auf Kölpin Franz Josef von Manteuffel (1663–1727), Truchsess und kurbayerischer Kämmerer Ernst Christoph von Manteuffel (1676–1749), kursächsischer Gesandter und Kabinettsminister Heinrich von Manteuffel (1696–1778), königlich preußischer Generalleutnant Franz Christoph von Manteuffel (1701–1759), preußischer Oberst und Regimentschef des Garnisonregiment (Nr. 11) Paul Anton von Manteuffel (1707–1773), preußischer Oberst und Kommandeur eines Grenadierbataillons Christoph Friedrich von Mihlendorff Freiherr von Manteuffel (1727–1803), kursächsischer Major der Infanterie Matthias Joachim Ernst Manteuffel-Kiełpiński, (1728; † nach 1787), Generalmajor Gottlieb Joseph von Manteuffel (1736–1822), kurfürstlich pfalzbayerischer Kämmerer Georg August Ernst von Manteuffel (1765–1842), Direktor des Ersten Departements im kgl. sächs. Geheimen Finanzkollegium ab 1812, Günstling Camillo Marcolinis, Nachfolger des Julius Wilhelm von Oppel Hans Carl Erdmann von Manteuffel (1773–1844), preußischer Oberlandesgerichtspräsident Hans Ernst Wilhelm von Manteuffel (1767–1829), preußischer Gutsbesitzer und Landrat im Landkreis Guben Hans Ernst von Manteuffel (1799–1872), deutscher Forstmann Otto Theodor von Manteuffel (1805–1882), preußischer Ministerpräsident Karl Otto von Manteuffel (1806–1879), preußischer Landwirtschaftsminister, Bruder von Otto Theodor von Manteuffel Edwin von Manteuffel (1809–1885), Generalfeldmarschall, Statthalter von Elsaß-Lothringen Arthur von Manteuffel (1815–1893), preußischer Rittergutsbesitzer und Politiker, MdH Rudolf von Manteuffel (1817–1903), königlich preußischer Generalleutnant Heinrich von Manteuffel (1833–1900), Landrat und Mitglied des Deutschen Reichstags Otto von Manteuffel (1844–1913), Mitglied des Reichstags (1877–1898), Sohn des Otto Theodor von Manteuffel Else von Manteuffel (1848–1921), Schriftstellerin, Tochter des Politikers Arthur von Manteuffel Arthur von Manteuffel (1850–1918), preußischer Generalleutnant Kurt von Manteuffel (General) (1853–1922), preußischer General der Infanterie Friedrich Wilhelm Richard Rödiger von Manteuffel (1854–1922), Oberst und Kommandeur eines Feldartillerie-Regiments Kurt von Manteuffel (1866–1926), Politiker, Landrat des Kreises LuckauZu Kurt von Manteuffel siehe: Woldemar Lippert: Der Luckauer Landrat Kurt Freiherr von Manteuffel. In: Niederlausitzer Mitteilungen. Band 18, Guben 1927, S. 165–174 und die dort zitierten Nekrologe. Joachim von Manteuffel (1877–1948), Landrat und Ministerialbeamter Günther von Manteuffel (1891–1962), Generalmajor, Kommandeur der 16. Panzergrenadier-Division Eitel-Friedrich Roediger von Manteuffel (1895–1984), Generalmajor, Kommodore des Jagdgeschwaders 77 Hasso von Manteuffel (1897–1978), General, Politiker (FVP, DP) und MdB (FDP)

Historische Besitztümer der Familie (Auswahl)

Weitere BesitzungenLeopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Zweiter Band, Berlin 1856, S. 77–78. (Online): Kreis Belgard (Pommern): Althütten vor 1754, Arnhausen 1521, 1768, Bolkow 1570, Bramstädt 1695, Buslar 1450, 1846, Dewsberg 1680, 1843, Ganzkow 1739–1836, Glötzin 1622, Groß Hammerbach vor 1724, Gut Heide vor 1737, 1843, Klempin 1450, 1541, 1855, Langen 1604, 1770, 1803, Lutzing vor 1732, Groß Nemrin 1763, 1843, Groß-Poplow 1430, 1787, Quisbernow 1699, 1803, Rambin vor 1739, Redel 1730, 1836–1855, Groß Reichow 1738, Alt Sanskow 1784, 1843, Neu Sanskow 1680, 1784, Groß Wardin 1843, 1846, Wolzin vor 1739, Wuggermühle 1763, 1774, Ziegelwiese (Pommern) 1724, 1846, Zuchen 1765, Zwirnitz 1622 Kreis Cammin (Pommern): Drammin 1523, 1674, Hohenbrück (Cammin) 1660 Kreis Dramburg (Pommern): Neu Lobitz, 1640 Kreis Kolberg-Körlin (Pommern): Baldekow 1601, Brückenkrug 1622, 1806, Buchwald 1530, Damitz 1694, 1855, Drenow 1494, 1601, Drosedow 1530, 1841, Gandelin 1494, 1748, Gervin 1622–1737, Grandhof 1622–1720, Hohenborn 1639, Jäglin 1700–1710, 1795–1806, Jeseritz 1622, 1803, Kienowo 1618–1803, 1837–1846, Kölpin 1315, 1824, Kruckenbeck 1400, 1748, Krühne 1494, 1748, Lestin 1618–1699, 1755–1761, 1783–1855, Mühlenbruch 1698, 1803, Nassow 1769, 1784, Nessin 1494, 1692, Neurese 1685, 1704, Petershagen 1628, 1730, Plauentin 1854, 1855, Reselkow 1620, 1765, Seebeck 1613–1803, Stasberg 1699, 1743 Strekentin 1803, Trienke 1494, 1739, Zabelsberg 1769, 1787 Kreis Greifenberg (Pommern): Dummadel 1720, Grandeshagen 1690, Hoff 1598, Parpart 1540, 1674, Wendisch-Pribbernow 1720, Rottnow 1550, 1769 Kreis Lauenburg-Bütow (Pommern): Stüdnitz 1640 Kreis Naugard (Pommern): Bernhagen 1770 Kreis Neu-Stettin (Pommern): Bärbaum 1698, Bärwalde 1786, Linde 1698, Lümzow 1777, 1787, Pielburg 1698, Pinnow 1775 Kreis Pyritz (Pommern): Billerbeck (Pyritz) 1770 Kreis Rummelsburg (Pommern): Schwessin 1721 Kreis Saatzig (Pommern): Kannenberg 1660 Kreis Schlawe (Pommern): Borkow vor 1531, Franzen 1408, Gieselitz 1620, Krolow 1639, 1749, Notzkow 1543, Puddiger 1453, Groß-Soltikow 1409Der Kreis Schlawe. Ein pommersches Heimatbuch. Hrsg. von Manfred Vollack, 2 Bände, Husum, 1988/1989. Kreis Stolp (Pommern): Reitz 1704, Sochow 1827, Zezenow 1333Historische Kommission für Pommern: Veröffentlichungen: Pommersches Urkundenbuch. , Bände 8–9, 1961. Kreis Karthaus (Preußen): Karthaus 1785 Kreis Osterode (Preußen): Döhlau (Osterode) 1785, Kirsteinsdorf Kreis Schlochau (Preußen): Elsenau 1778, 1804 Loosen Kreis Mohrungen (Preußen): Gablauken Kreis Prenzlau (Brandenburg): Beenz 1375 Kreis Lebus (Brandenburg): Berkenbrück 1780 Kreis Calau (Brandenburg): Buchwäldchen 1840, 1855 Kreis Luckau (Brandenburg): Drahnsdorf 1838, 1858 Kreis Soldin (Brandenburg): Schildberg 1730 Kreis West-Prignitz (Brandenburg): Schilde 1792 Kreis Lübben (Brandenburg): Straupitz N. N. Kreis Stargard (Mecklenburg)Gut Conow: Chronik von Conow u. a. (): Conow 1464, Dolgen 1505, Neuendorf vor 1305Bernhardum Latomum: Kurze Beschreibung und ordentliche Stammregister aller newen Adelichen und Rittermessigen im Lande zu Stargard eingesessenen Geschlechtern. Alt-Stettin, 1619., Sadelkow 1408Vogel, Soya: Stammlinie der von Manteuffel. (Online), Rattey 1505 Kreis Schubin (Posen): Gut Dembogora.

Die adlige pommerellische Manteuffel-Familie mini|hochkant|Rogala-Wappen