Alexander „Sascha“ Zverev [] (* 20. April 1997 in Hamburg) ist ein deutscher Tennisspieler. Er gewann bisher 26 Titel im Einzel – darunter 2021 die Goldmedaille im Einzel bei den Olympischen Spielen in Tokio, die French Open und US Open 2026, die ATP Finals 2018 und 2021 und sieben Masters-1000-Turniere – sowie drei Wettbewerbe im Doppel (zwei davon mit seinem Bruder Mischa und einen mit Marcelo Melo). Bei den US Open 2020, den French Open 2024, den Australian Open 2025 und in Wimbledon 2026 erreichte Zverev vier weitere Grand-Slam-Finals. Er ist der einzige deutsche Spieler, dem es gelang, bei jedem Grand-Slam-Turnier mindestens einmal das Finale zu erreichen.

Persönliches Alexander Zverevs Eltern stammen aus Russland. Sein Vater ist der ehemalige Tennisspieler Alexander Swerew, der ab 1979 im Davis Cup für die Sowjetunion spielte; im Einzel erreichte er 1985 Platz 175 in der Weltrangliste. Seine Mutter Irina Swerewa, geborene Fatejewa, war ebenfalls Profispielerin und erreichte in ihrer Karriere 1993 den 380. Rang in der Weltrangliste. 1991 zog die Familie mit dem 1987 geborenen Sohn Mischa nach Hamburg. Der 1997 geborene Alexander Zverev verließ nach der zehnten Klasse die Schule, um sich ganz auf den Tennissport zu konzentrieren. Bruder Mischa war ebenfalls Tennisprofi. Beide begannen ihre Vereinskarrieren in der Tennissparte des Uhlenhorster HC in Hamburg und wurden von ihrem Vater trainiert.

Zverevs Manager war ab seinem 15. Lebensjahr Patricio Apey. Zverev kündigte im Frühjahr 2019 einseitig die Zusammenarbeit, was zu einem Rechtsstreit führte, der mit einem außergerichtlichen Vergleich im Dezember 2020 endete.Zverev und Ex-Manager Apey einigen sich außergerichtlich. In: spiegel.de, 10. Dezember 2020. Im August 2019 gab Zverev bekannt, dass er nun von Team 8, einer von Roger Federer und dessen Manager Tony Godsick gegründeten Agentur, vermarktet werde. Im Januar 2021 wurde die Zusammenarbeit beendet. Das Management übernahm Mischa Zverev zusammen mit Serhij Bubka junior.

Neben seinem Vater, der ihn trainiert, und seinem Bruder, der unter anderem Management- und Unterstützungsaufgaben übernimmt, wird Zverev vom brasilianischen Tennisspieler Marcelo Melo regelmäßig bei Turnieren begleitet. Zverev bezeichnete ihn nach seinem Finalsieg bei den French Open als seinen besten Freund.

Zverevs Hauptwohnsitz befindet sich in Monaco.

Im Oktober 2020 wurde Zverev von seiner ehemaligen Freundin Olga Scharypowa der häuslichen Gewalt bezichtigt. Zverev bestritt die Vorwürfe. Nachdem Scharypowa ihn darüber hinaus beschuldigt hatte, sie während der Shanghai Masters im Jahr 2019 geschlagen und gewürgt zu haben, leitete die ATP Ermittlungen gegen Zverev ein. Diese wurden im Januar 2023 eingestellt, da es keine ausreichenden Beweise gegeben habe. Anzeige bei der Polizei hat Scharypowa nicht erstattet. Veröffentlicht wurden die Vorwürfe maßgeblich vom profilierten Tennisjournalisten Ben Rothenberg, der zwei Interviews mit Scharypowa publizierte. Er wurde daraufhin von Zverev verklagt. Für Rothenberg entwickelte sich der Rechtsstreit zu einer finanziellen Belastung; er versuchte die hohen Anwalts- und Gerichtskosten zeitweise über eine Crowdfunding-Kampagne zu finanzieren, bei der ihn unter anderem auch Tennisprofis wie Kevin Anderson unterstützten. Das Verfahren ist noch offen.

Im März 2021 brachte Zverevs Ex-Freundin Brenda Patea eine gemeinsame Tochter zur Welt.

Im Jahr 2023 wurde Zverev auch von Patea der Körperverletzung beschuldigt. Den Vorwurf wies er „komplett zurück“. Nachdem er gegen einen Strafbefehl in Höhe von 90 Tagessätzen zu je 5000 Euro Einspruch eingelegt hatte, kam es im Jahr 2024 wegen des Vorwurfs der Körperverletzung zum Prozess, der gegen Zahlung einer Geldauflage in Höhe von 200.000 Euro eingestellt wurde.

Seit August 2021 ist er in einer Beziehung mit der Schauspielerin Sophia Thomalla.

Im August 2022 machte Zverev seine Typ-1-Diabetes-Erkrankung öffentlich, die bei ihm im Alter von vier Jahren diagnostiziert wurde, und gab zugleich die Gründung der Alexander Zverev Foundation bekannt. Die Stiftung unterstützt nach eigenen Angaben Projekte zur Förderung und medizinischen Versorgung von an Typ-1-Diabetes erkrankten Kindern. Weil er gezwungen ist, sich auch während der Tennisspiele Insulinspritzen zu setzen, kam es verschiedentlich zu Problemen mit Publikum und Schiedsrichtern.

Werdegang Bis 2014: Junioren-Erfolge Seinen ersten großen Erfolg erzielte Alexander Zverev mit seiner Finalteilnahme 2013 im Junioreneinzel der French Open. Dort unterlag er dem Chilenen Cristian Garín mit 4:6 und 1:6. Sein erstes Match auf der ATP World Tour bestritt er im Juli 2013 im Alter von 16 Jahren dank einer Wildcard beim Turnier in Hamburg, wo er in der ersten Runde Roberto Bautista Agut in zwei Sätzen unterlag.

Seinen ersten großen Titel gewann Zverev 2014 in der Junioren-Einzelkonkurrenz der Australian Open mit einem klaren 6:3, 6:0 gegen den US-Amerikaner Stefan Kozlov. Er bekam eine Wildcard für die Sparkassen Open 2014 in Braunschweig im Juli und gewann mit 17 Jahren als 665. der Weltrangliste sein erstes Profiturnier. Er erhielt für den Sieg 125 Weltranglistenpunkte sowie 15.300 US-Dollar Preisgeld. Gegen den 89. der Weltrangliste, Paul-Henri Mathieu, gewann er das Finale mit 1:6, 6:1 und 6:4, nachdem er zuvor bereits die Top-100-Spieler Tobias Kamke und Andrei Golubew besiegt hatte. In der Weltrangliste stieg er damit auf Rang 285. Für das Turnier in Hamburg bekam er erneut eine Wildcard. Gegen Robin Haase, zu diesem Zeitpunkt 51. der Weltrangliste, gelang ihm mit 6:0 und 6:2 sein erster Sieg im Hauptfeld eines ATP-Turniers. In der zweiten Runde besiegte er mit dem an 5 gesetzten Michail Juschny erstmals einen Top-20-Spieler. Nach weiteren Siegen über Santiago Giraldo und Tobias Kamke zog er ins Halbfinale ein, in dem er gegen David Ferrer chancenlos war und 0:6, 1:6 unterlag.

2015: Aufstieg in die Top 100 In Heilbronn gewann Zverev im Mai 2015 seinen zweiten Challengertitel im Einzel. Dadurch rückte er in der Weltrangliste auf Platz 85 vor und stand somit zum ersten Mal in den Top 100. Im Juni 2015 nahm Zverev zum ersten Mal an der Hauptrunde eines Grand-Slam-Turniers teil. Nachdem er bei den US Open 2014, bei den Australian Open 2015 und bei den French Open 2015 jeweils in der Qualifikationsrunde gescheitert war, qualifizierte er sich durch sein Vorrücken in der Weltrangliste direkt für die Wimbledon Championships. In der Runde eins setzte er sich in fünf Sätzen gegen Teimuras Gabaschwili durch, schied aber in der zweiten Runde gegen Denis Kudla aus. Bei den US Open 2015 scheiterte Zverev in der ersten Runde an Philipp Kohlschreiber.

2016: Erster ATP-Tour-Sieg und Aufstieg in Top 30 In der Saison 2016 schied Zverev bei den Australian Open gegen Andy Murray in drei Sätzen in Runde eins aus. Im Februar erreichte er in Montpellier das Halbfinale. In der Doppelkonkurrenz stand er mit Bruder Mischa im Endspiel, das gegen Mate Pavić und Michael Venus verloren ging. In München zog er erneut in ein Halbfinale ein. Schließlich schaffte Zverev in Nizza erstmals den Sprung in ein ATP-Finale. Dort unterlag er in drei Sätzen dem Österreicher Dominic Thiem. Im März 2016 debütierte er gegen Tschechien für die deutsche Davis-Cup-Mannschaft. Er verlor seine beiden Einzel gegen Tomáš Berdych (knapp in fünf Sätzen) und Lukáš Rosol (in drei Sätzen), womit Deutschland 2:3 verlor und in der Relegation spielen musste. Im Juni 2016 erreichte Zverev das Finale bei den Gerry Weber Open. Nachdem Zverev im Halbfinale mit dem Weltranglistendritten Roger Federer zum ersten Mal in seiner Karriere einen Top-Ten-Spieler besiegt hatte, musste er sich im Finale Florian Mayer mit 2:6, 7:5, 3:6 geschlagen geben. Durch das gute Abschneiden rückte Zverev in der Weltrangliste auf Platz 28 vor und war somit beim kurz darauffolgenden Grand-Slam-Turnier in Wimbledon gesetzt. Dort scheiterte er in der dritten Runde an Tomáš Berdych. Im September 2016 konnte Zverev sein erstes ATP-Turnier in Sankt Petersburg gewinnen. Nach einem klaren Zweisatzsieg über Tomas Berdych im Halbfinale, rang Zverev im Finale mit Stan Wawrinka den zweiten Top-Ten Spieler in Folge in drei Sätzen nieder.

2017: Zwei Masters-Titel in Rom und Montreal Bei den Australian Open im Januar 2017 erreichte Zverev die dritte Turnierrunde. Dort traf er auf die ehemalige Nummer eins der Welt und den späteren Finalisten, Rafael Nadal, dem er in fünf Sätzen unterlag. Beim ATP-Turnier in Montpellier im Februar 2017 triumphierte Zverev sowohl im Einzel gegen den Franzosen Richard Gasquet als auch an der Seite seines Bruders Mischa im Doppel. Dies war sein zweiter Turniererfolg im Einzel bzw. sein erster im Doppel. Im Mai gewann Zverev die BMW Open in München. Beim Masters in Madrid erreichte er das Viertelfinale und erreichte durch diesen Erfolg seine bislang beste Weltranglistenposition mit Platz 17. Eine Woche darauf gewann er in Rom mit einem Finalsieg über Novak Đoković sein erstes Masters. Ab Ende Juli gehörte der ehemalige Weltranglistenerste Juan Carlos Ferrero zu Zverevs Trainerteam. Beim ersten Turnier mit dem neuen Coach an seiner Seite, dem Turnier von Washington, sicherte sich Zverev Anfang August seinen ersten ATP-World-Tour-500-Titel. Wiederum eine Woche später gewann Zverev durch einen 6:4-, 6:3-Finalsieg gegen Roger Federer das Masters um den Rogers Cup in Montreal. In der Weltrangliste erreichte er dadurch zunächst mit Rang sieben und eine Woche darauf mit Rang sechs eine neue Bestmarke. Obwohl er bei den US Open in New York bereits in der zweiten Runde scheiterte, überholte er in der Weltrangliste die Verletzten Novak Đoković und Stan Wawrinka, wodurch er sich auf Platz vier verbesserte. Trotz durchwachsener Resultate im Herbst konnte er vor dem Saisonfinale zwischenzeitlich bis auf den dritten Platz in der Weltrangliste vorstoßen.

2018: Dritter Masters-Titel sowie Sieg bei den ATP-Finals mini|hochkant|Zverev 2018 in Washington, D.C. Am 6. Mai 2018 gewann Zverev das Finale der BMW Open in München gegen Philipp Kohlschreiber mit 6:3 und 6:3. In der Folgewoche blieb er beim Masters in Madrid ohne Aufschlag- und Satzverlust und sicherte sich gegen Dominic Thiem im Endspiel mit 6:4 und 6:4 den Titel. Nach 13 Spielen ohne Niederlage bezwang ihn Rafael Nadal im Finale des Masters in Rom, welches Zverev 2017 gewonnen hatte, mit 6:1, 1:6 und 6:3. Zu den folgenden French Open reiste Zverev als Zweitgesetzter an und traf in seinem ersten Grand-Slam-Viertelfinale wieder auf Dominic Thiem. Obwohl er sich zu Beginn der Partie eine Verletzung der Oberschenkelmuskulatur zuzog, spielte Zverev die Partie zu Ende, verlor jedoch mit 4:6, 2:6 und 1:6. In Wimbledon schied er in der dritten Runde gegen Ernests Gulbis aus. Beim anschließenden Turnier in Washington, D.C. konnte er seinen Titel durch einen Zweisatzsieg gegen Alex de Minaur verteidigen. Zu den US Open 2018, bei denen Zverev erstmals in die dritte Runde einzog, übernahm Ivan Lendl Zverevs Betreuung. Es folgte eine Achtelfinalteilnahme in Peking, beim Masters in Shanghai erreichte er wie im Anschluss auch in Basel das Halbfinale. In Paris schied er im Viertelfinale des Masters-Turniers aus. Zverev qualifizierte sich zum zweiten Mal für das Saisonabschlussturnier, die ATP Finals, und zog dort erstmals ins Endspiel ein, in dem er den Weltranglistenersten Novak Đoković mit 6:4 und 6:3 bezwang. Dies war der erste Sieg eines deutschen Spielers bei diesem Turnier seit Boris Beckers Erfolg im Jahr 1995.

2019: Finale bei Shanghai-Masters