Olga Nikolajewna Rubzowa (; * 20. August 1909 in Moskau; † 13. Dezember 1994 ebenda) war eine sowjetische Schachspielerin. Sie gewann sowohl im Nahschach als auch im Fernschach die Weltmeisterschaft der Frauen.
Nahschach Olga Rubzowa erlernte das Schachspiel im Alter von 15 Jahren von ihrem Vater. Ihr erster Turniererfolg war der Sieg bei einem Mädchenturnier, das 1926 von der Komsomolskaja Prawda ausgerichtet wurde. In den folgenden Jahren gewann sie vier Mal (1927, 1931, 1937 und 1949) die Sowjetische Schachmeisterschaft der Frauen sowie 1953 und 1954 die Meisterschaft von Moskau.
Bei der Schachweltmeisterschaft der Frauen 1949/50, die Ljudmila Rudenko gewann, wurde sie Zweite. 1956 gewann sie in einem Turnier gegen Jelisaweta Bykowa und Ljudmila Rudenko die Schachweltmeisterschaft der Frauen. Aufgrund dieses Erfolges erhielt sie 1956 von der FIDE den Titel Internationaler MeisterWilly Iclicki: FIDE Golden book 1924–2002. Euroadria, Slovenia, 2002, S. 89. und wurde mit dem Orden des Roten Banners der Arbeit ausgezeichnet. 1958 verlor sie jedoch den Weltmeistertitel wieder an Bykowa. Im Jahre 1957 gewann sie mit ihrer Mannschaftskollegin Kira Sworykina die erste Schacholympiade der Frauen.Olga Rubzowas Ergebnisse bei Schacholympiaden der Frauen auf olimpbase.org (englisch)
Im Jahre 1976 wurde ihr der Titel Großmeister der Frauen verliehen.Willy Iclicki: FIDE Golden book 1924–2002. Euroadria, Slovenia, 2002, S. 76.
Fernschach
Olga Rubzowa war auch im Fernschach erfolgreich. Sie gewann die erste Weltmeisterschaft der Frauen in dieser Disziplin, die von 1968 bis 1971 ausgetragen wurde, und teilte bei der zweiten Weltmeisterschaft 1972–77 den ersten Platz mit Lora Jakowlewa. Bei der dritten Weltmeisterschaft 1978–84 wurde sie Fünfte, bei der vierten Weltmeisterschaft 1984–92 belegte sie Platz 11.
Kreuztabelle der ersten Fernschach-Weltmeisterschaft der FrauenDie Originaltabelle der 1. Fernschach-Weltmeisterschaft der Frauen schickte Hans Rabold am 9. November 1971 an Juliane Hund.1. Fernschach-Weltmeisterschaft der Frauen Kreuztabelle und Abbildung der Teilnehmerinnen
Platz Name Land 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Punkte 1Olga Rubzowaxx0111½1111119,5 2 Gertrude Schoißwohl1xx01½111½1119,0 3 Lora Jakowlewa01xx½½½½½11117,5 4 Anita Zinn00½xx01½111117,0 5 Milica Milovanovic0½½1xx½½½½½116,5 6 Jenny Bähnk½0½0½xx1½½0115,5 7 Juliane Hund00½½½0xx011115,5 8 Walentina Borissenko00½0½½1xx½½½15,0 9 Gertrude Baumstark0½00½½0½xx½114,5 10 R. Nilsson0000½10½½xx114,5 11 W. Nikonowa 0000000½00xx11,5 12 Milka Ljiljak00000000000xx0
Mit der sowjetischen Nationalmannschaft (Olga Rubzowa, Marta Schul, Luba Kristol und Ljudmila Belawenez)Originalbrief des Bundes deutscher Fernschachfreunde (BdF) an Juliane Hund, 1976 erkämpfte Olga Rubzowa bei der 1. Fernschacholympiade der Frauen die GoldmedailleICCF - 1st CC LADIES OLYMPIAD FINAL, Tabelle der International Correspondence Chess Federation1. Fernschach-Olympiade der Frauen / 1st Ladies Correspondence Chess Olympiad vor der Mannschaft der Bundesrepublik Deutschland (Juliane Hund, Edith Mechelke, Elke Beyer und Rita Heigl). Bei der 2. Fernschacholympiade errang die sowjetische Mannschaft (Olga Rubzowa, Lora Jakowlewa, Marta Litinska, Ljudmila Belavenets) ebenfalls die Goldmedaille.2. Fernschach-Olympiade der Frauen / 2st Ladies Correspondence Chess Olympiad
Privates
Rubzowa war von Beruf Gießerei-Ingenieurin. Sie war mit dem Schachmeister Abram Poljak verheiratet und hatte fünf Kinder. Ihre Tochter Jelena Abramowna (* 1947), die nach ihrer Heirat den Namen Fatalibekowa führte, wurde ebenfalls Schach-Großmeisterin.
Weblinks
Einzelnachweise
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