mini|Neustädtlein am Forst

Neustädtlein am Forst (oberfränkisch: Nai-schdedla)E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 200. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „naischdēdla“. ist ein Pfarrdorf in der Gemeinde Eckersdorf im Landkreis Bayreuth (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Neustädtlein am Forst hat eine Fläche von 7,154 km². Sie ist in 828 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 8640,59 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Heisenstein, Pleofen und Simmelbuch.

Geografie Durch das Dorf fließt der Zigeunergraben, der sich mit dem Grünbach und dem Ausbach zum Hegnenbach vereinigt. Letzterer ist ein rechter Zufluss des Röttelbachs, eines linken Zuflusses des Roten Mains. 1,5 Kilometer nordwestlich des Ortes befindet sich der hohe Horlachen, im Osten grenzt der Forst von Neustädtlein an. Die Kreisstraße BT 16 führt an Simmelbuch vorbei nach Pleofen (2,3 km nordwestlich) bzw. nach Lahm (1,4 km südlich).

Geschichte Der Ort wurde 1224 erstmals urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit gehörte „Nuenstat“ dem Edelfreien Ministerialengeschlecht der Walpoten. 1285 trat Friedrich, genannt Waltbote, seine Rechte über „Nivenstat“ an den Nürnberger Burggrafen Friedrich ab. Der Ort lag im Fraischbezirk des burggräflichen Amtes Bayreuth und in dessen Rechtsnachfolge der Amtshauptmannschaft Bayreuth.E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 118.

Ab 1437 waren die Herren von Lüchau die Grundherren in Neustädtlein. Seit dem 15. Jahrhundert gibt es im Ort eine Kirche mit dem Patrozinium Johannes des Täufers.

Markgraf Georg Wilhelm ließ in Neustädtlein über den Grundmauern eines mittelalterlichen Adelssitzes ein Jagdschlösschen errichten.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Neustädtlein am Forst 30 Anwesen. Das Hochgericht übte das Stadtvogteiamt Bayreuth aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Hofkastenamt Bayreuth. Die Grundherrschaft lag in den Händen von bayreuthischen Ämtern: Hofkastenamt Bayreuth (1 Schenkstatt mit Brauhaus, 1 Schneidmühle mit Backofen, 1 Schmiede, 2 Halbhöfe, 13 Sölden, 1 Sölde mit Zapfschenke, 1 Sölde mit Zapfrecht, 1 Haus mit Hofrait, 1 Haus mit Häfnerofen, 1 Tropfgut, 1 Häuslein, 4 Tropfhäuser) Kanzleilehen (1 Gut) Amt Unternschreez (1 Tropfgut). Außerdem gab es 1 Schloss, 1 Kirche, 1 Pfarrhaus und 1 Schulhaus.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 624.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Bayreuth. 1810 kam Neustädtlein zum Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde Neustädtlein dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Busbach und der 1812 gebildeten Ruralgemeinde Busbach zugewiesen. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 entstand die Ruralgemeinde Neustädtlein, zu der Heisenstein, Pleofen, Putzenstein, Simmelbuch und Waldhütte gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Bayreuth zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Bayreuth. 1852 wurde die Gemeinde dem neu gebildeten Landgericht Thurnau überwiesen, 1856 auch dem Rentamt Thurnau (1919 in Finanzamt Thurnau umbenannt). Ab 1862 gehörte Neustädtlein zum Bezirksamt Kulmbach (1939 in Landkreis Kulmbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Thurnau, das 1880 in das Amtsgericht Thurnau umgewandelt wurde. 1899 wurde Putzenstein an Felkendorf abgetreten. 1929 wurde die Gerichtsbarkeit vom Amtsgericht Bayreuth und 1930 die Finanzverwaltung vom Finanzamt Bayreuth übernommen.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 769. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 7,177 km².

Am 1. Juli 1972 wurde Neustädtlein am Forst im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Gemeinde Eckersdorf eingegliedert.

Baudenkmäler Kriegerdenkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege Haus Nr. 6: Ehemaliges Amtshaus Haus Nr. 16: Ehemaliges Forsthaus Haus Nr. 37: Evangelische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer

Einwohnerentwicklung Gemeinde Neustädtlein am Forst Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 366 461 447 471 428 435 459 469 465 430 393 384 360 364 342 334 331 318 308 410 362 356 297 281HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 62 69 68 74 65 60 65 67 Quelle

Ort Neustädtlein am Forst Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2016 20212024Einwohner 201 234 243 260 218 201 196 167 172 179 155 165154Häuser 34 38 38 38 39 41 53 Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und Sitz der Pfarrei St. Johannes der Täufer.

Brauchtum Markgraf Christian hatte gegen Ende seiner Regentschaft die Kartoffel eingeführt, die im Fürstentum zunächst als Viehfutter Verwendung fand. Kartoffelklöße lassen sich erstmals 1707 in Neustädtlein nachweisen, wo sie bei einem Richtfest serviert wurden.

Jährlich am vierten Wochenende im August findet auf der Lettenhöhe die Zeltkerwa statt.Zeltkerwa in Neustädtlein in: Nordbayerischer Kurier vom 25. August 2016, S. 22.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Bayreuth Kategorie:Ortsteil von Eckersdorf Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bayreuth) Kategorie:Ersterwähnung 1224 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bayreuth