Die Liste abgegangener Bauwerke in Lübeck-St. Lorenz Nord enthält Bauten des Lübecker Stadtteils St. Lorenz Nord, die nicht mehr existieren.

Die Bauwerke sind nach Straßennamen und Hausnummern geordnet, wobei – außer in Ausnahmefällen – die heutige Straßeneinteilung und das heute verwendete Hausnummernschema zugrunde gelegt werden.

Bundesautobahn 1 Adresse und/oder Standort Bezeichnung Erbaut Zerstört Besonderheiten und Anmerkungen AbbildungBundesautobahn 1 (ursprünglich Reichsautobahn Hamburg-Lübeck)Autobahn-Rastanlage Lübeck19371970Die etwa 700 Meter westlich von der Anschlussstelle Lübeck (heute Lübeck-Zentrum) zu beiden Seiten der Autobahn angelegte Rastanlage umfasste eine Raststätte und eine Tankstelle. In der Nachkriegszeit waren die Tankstelle und die Raststätte postalisch dem südlich der Autobahn gelegenen Herrendamm zugeordnet, trugen jedoch keine Hausnummern. In der Mitte des Jahres 1970 wurde die Anlage vollständig und ersatzlos beseitigt.zentriert|80px

Einsiedelstraße (ursprünglich Einsegelstraße) Adresse und/oder Standort Bezeichnung Erbaut Zerstört Besonderheiten und Anmerkungen AbbildungEinsiedelstraße 22 und 26Einsegel18. Jahrhundert1939Der Name leitet sich davon ab, dass an dieser Stelle des nördlichen Traveufers um 1360 ein Einsiedler seine Behausung hatte (curia eremitae), der hier auch die Fähre bediente. Im Laufe der Jahrhunderte schliff sich die Bezeichnung zu Einsegel ab, mit der volksetymologischen Herleitung, dass an diesem Punkt des Flusses angeblich die in den Hafen einlaufenden Schiffe die Segel einholen mussten. Seit dem 18. Jahrhundert befand sich hier ein Fährhaus mit Schankgerechtigkeit namens Einsegel (Nr. 26) Später entstand auch noch ein Ausflugslokal (Nr. 22).zentriert|80px zentriert|80pxEinsiedelstraße 482011Fabrikanlage eines holzverarbeitenden Unternehmenszentriert|80px

Elisenstraße Adresse und/oder Standort Bezeichnung Erbaut Zerstört Besonderheiten und Anmerkungen AbbildungElisenstraßeÜberführung der Elisenstraße über die Bahnstrecke Lübeck-Kiel19051962Die Brücke entstand 1905, um die zur Einsiedelstraße führende Elisenstraße über die neue Trasse des Eisenbahn-Streckenabschnitts Lübeck-Bad Schwartau zu führen. 1962 wurde im Rahmen von Ausbauarbeiten am Vorwerker Hafen und der Lübecker Hafenbahn die Einsiedelstraße verlegt und die Verbindung mit der Elisenstraße aufgegeben, so dass auch die Brücke ersatzlos abgebrochen wurde.zentriert|80px

Fackenburger Allee (Hausnummern 9–75 ungerade sowie 4–104 gerade) Adresse und/oder Standort Bezeichnung Erbaut Zerstört Besonderheiten und Anmerkungen AbbildungOhne Nummer (entspricht den alten Hausnummern 7 und 8)Bahnhofsbrücke19072021/2022Die 72 Meter lange stählerne Bahnhofsbrücke war 1907 errichtet worden, um die Fackenburger Allee über die Gleisanlagen des neuen Hauptbahnhofs zu führen. Im Brückenzustandsbericht von 2008 wurde festgestellt, dass das stark beanspruchte Bauwerk aufgrund von Materialalterung, erheblich gewachsenen Belastungen und Instandhaltungsversäumnissen erhebliche Mängel aufwies. Eine umfassende Sanierung wurde nicht als praktikabel und finanziell tragbar betrachtet, so dass der Beschluss zum völligen Neubau erfolgte. Um die als Hauptverkehrsader wichtige Fackenburger Allee nicht über einen erheblichen Zeitraum vollständig sperren zu müssen, wurde ein etappenweises Vorgehen geplant: In der Nacht vom 2. auf den 3. Mai 2021 begannen die Abbrucharbeiten an den beiden östlichen Fahrspuren; der gesamte Verkehr wurde über die vorerst verbleibenden zwei westlichen Spuren geleitet. Dann entstand die erste Hälfte des Brückenneubaus, die am 1. November 2022 eröffnet wurde. Nunmehr wurde die Osthälfte der alten Brücke gesperrt; ihr Abbruch erfolgte vom 10. bis zum 28. November 2022. Nach der Fertigstellung der neuen Osthälfte wurde die bereits bestehende neue Westhälfte, die aus bautechnischen Gründen leicht versetzt zum eigentlichen Straßenverlauf errichtet wurde, so dass hier eine temporäre Verschwenkung der Fackenburger Allee bestand, am 18. Mai 2024 um sieben Meter verschoben und so beide Hälften zu einem Gesamtbauwerk vereinigt.zentriert|80pxFackenburger Allee 7–918701905Die spätklassizistische Villa war vom seinerzeitigen Lübecker Stararchitekten Julius Grube für Ludwig Possehl errichtet worden und war später Residenz von Emil Possehl. 1905 musste das Gebäude dem Bau des neuen Hauptbahnhofs weichen.zentriert|80pxFackenburger Allee 9Café Bernhardt19091942Das Jugendstil-Gebäude entstand nach Fertigstellung des neuen Hauptbahnhofs auf einem verbliebenen Teil des Grundstücks der Possehl-Villa unmittelbar an der Bahnhofsbrücke und wurde beim Bombenangriff des Jahres 1942 zerstört.zentriert|80pxFackenburger Allee 10a18. Jahrhundert1942zentriert|80pxFackenburger Allee 31–43Alte Kaserne18691976Die erste Kaserne Lübecks, vom Norddeutschen Bund errichtet für die Unterbringung des III. Bataillons vom 2. Hanseatischen Infanterie-Regiment Nr. 76. Ab dem Jahrestag des Geburtstages Otto von Bismarcks des Jahres 1897 erhielt Lübeck sein eigenes, das 3. Hanseatische, Regiment. Dessen II. Bataillon, das I. musste bis 1899 auf der grünen Wiese campieren, bezog die Kaserne. Nach dem Krieg war das Gebäude zwischenzeitlich, solange das Militär aus Lübeck abgezogen war, Polizeikaserne. Später wurde es die „Adolf-Hitler-Kaserne“ und nach dem Zweiten Weltkrieg „Churchills Baracks“.zentriert|80pxFackenburger Allee 40–42Konzerthaus Lübeck19011942zentriert|80px

Karlstraße Adresse und/oder Standort Bezeichnung Erbaut Zerstört Besonderheiten und Anmerkungen AbbildungKarlstraßeKarlstraßenbrücke19051962Die Karlstraßenbrücke entstand 1905, um die Karlstraße über die neue Trasse des Streckenabschnitts Lübeck-Bad Schwartau der Bahnstrecke Lübeck-Kiel zu führen. 1962 wurde im Rahmen von Ausbauarbeiten am Vorwerker Hafen und der Lübecker Hafenbahn die Einsiedelstraße verlegt und eine neue Karlstraßenbrücke etwa 100 Meter weiter nördlich errichtet.zentriert|80px

Katharinenstraße (bis 1911 Catharinenstraße) Adresse und/oder Standort Bezeichnung Erbaut Zerstört Besonderheiten und Anmerkungen AbbildungKatharinenstraße 11Militair-Lazarett18741981Das Gebäude wurde als Lazarett der Lübecker Garnison errichtet und trug ursprünglich die Adresse Catharinenstraße 17; die Hausnummern in der Straße wurden 1907 neu verteilt. 1936 wurde das Lazarett an einen neuen Standort am Mönkhofer Weg verlegt, das Haus blieb jedoch Reichseigentum. In den 1950er Jahren war es Sitz einer Nebenstelle des Gesundheitsamtes und wurde danach vom Kreiswehrersatzamt genutzt. Bis zu seinem Abriss befand es sich im Besitz der Bundesvermögensverwaltung.zentriert|80px

Krempelsdorfer Allee Adresse und/oder Standort Bezeichnung Erbaut Zerstört Besonderheiten und Anmerkungen AbbildungKrempelsdorfer Allee ?Tätowierter SchuppenDer tätowierte Schuppen in Krempelsdorf (um 1911) wurde als Beispiel für vulgäre, aufdringliche Überladung von Gebäuden mit Werbebotschaften angeführt.zentriert|80px

Meierstraße Adresse und/oder Standort Bezeichnung Erbaut Zerstört Besonderheiten und Anmerkungen AbbildungÜberführung der Meierstraße über die Gleisanlagen des HauptbahnhofsSankt-Lorenz-Brücke (allgemein Meierbrücke genannt)19072008Die Brücke, auf der die Meierstraße über die Bahnhofsgleise hinüber zur gegenüberliegenden Wisbystraße geführt wurde, war für die Oberleitungen, die bei der Elektrifizierung der Strecke Lübeck-Hamburg errichtet wurden, zu niedrig. Daher begann am 2. Januar 2008 der Abriss der Brücke, die anschließend durch einen am 29. November desselben Jahres für den Verkehr freigegebenen Neubau ersetzt wurde.zentriert|80px

Schönböckener Straße Adresse und/oder Standort Bezeichnung Erbaut Zerstört Besonderheiten und Anmerkungen AbbildungSchönböckener Straße 5–11aW. F. L. Beth, Maschinenfabrik 1887Das 1887 vom Lübecker Industriepionier Wilhelm Beth gegründete Unternehmen der Entstaubungsindustrie erlangte Weltruf. Später wurde es als Beth GmbH, Waisenallee 10, weitergeführt bis zur Insolvenz 1996.zentriert|80px

Schwartauer Allee Adresse und/oder Standort Bezeichnung Erbaut Zerstört Besonderheiten und Anmerkungen AbbildungSchwartauer Allee 11942zentriert|80pxSchwartauer Allee 2vermutlich um 18902018zentriert|80pxSchwartauer Allee 50 (Ecke Matthäistraße)Kühlhaus Lübeck AG1912/131987Die Kühlhaus Lübeck AG existiert heute noch als Teil der Nordfrost-Gruppe, und ihre Lübecker Kühlhäuser befinden sich noch immer auf dem Gelände an der Schwartauer Allee. Allerdings ist das Teilgrundstück an der Ecke zur Matthäistraße mittlerweile mit einem Supermarkt bebaut, und die gegenwärtige Adresse des Kühlhaus-Komplexes bezieht sich auf die Katharinenstraße, die das Gelände auf der gegenüberliegenden Seite begrenzt.zentriert|80pxSchwartauer Allee 7218852025Das Gebäude ist 2025 eingestürzt und kann, da nur noch als Ruine vorhanden, als abgegangen betrachtet werden.zentriert|150pxzentriert|80pxSchwartauer Allee 92Polierkrug1892nach 1985Die Gaststätte Zum Polierkrug existierte bis mindestens 1975zentriert|80px

Steinrader Hauptstraße Adresse und/oder Standort Bezeichnung Erbaut Zerstört Besonderheiten und Anmerkungen AbbildungSteinrader Hauptstraße (ohne Hausnummer), an der Einmündung der Straße Suterland am westlichen Ortsausgang.Steinrader Mühleum 18301971Die um 1830 errichtete Holländerwindmühle war lange Zeit das Wahrzeichen des Dorfes Groß Steinrade. 1935 wurde der Mahlbetrieb eingestellt, und am Abend des 23. März 1971 wurde die Mühle durch einen Brand zerstört.zentriert|80px

Steinrader Weg Adresse und/oder Standort Bezeichnung Erbaut Zerstört Besonderheiten und Anmerkungen AbbildungSteinrader Weg 51890Das auf einem vormaligen Gärtnereigrundstück errichtete Wohnhaus existiert nicht mehr.zentriert|80px

Wisbystraße Adresse und/oder Standort Bezeichnung Erbaut Zerstört Besonderheiten und Anmerkungen AbbildungWisbystraße 2Viehmarkthalle (während des Ersten Weltkriegs Bahnhofskaserne)19121994Errichtet als Stallungshalle des Nutz- und Zuchtviehmarktes; Architekt: Carl Mühlenpfordt. Während des Ersten Weltkriegs Rekrutierungskaserne des Reserve-Regimentes des Infanterie-Regiments Nr. 84. Bis 1979 Viehmarkthalle, dann bis 1984 Wache der Freiwilligen Feuerwehr Innenstadt und schließlich bis zur Zerstörung durch ein Feuer am 23. Juli 1994 Lager des Amtes für Vor- und Frühgeschichte.zentriert|80pxWisbystraße 2Restaurant Käselau19131997Das Restaurant teilte sich die Adresse mit der auf dem gleichen Grundstück befindlichen Viehmarkthalle (auf dem Foto rechts).zentriert|80px

Literatur Wilhelm Brehmer: Beiträge zur Baugeschichte Lübecks. In: ZVLGA. Wilhelm Brehmer: Lübeckische Häusernamen. Lübeck 1890. F.[riedrich] Bruns: Lübeck. Ein Führer durch die freie und Hansestadt und ihre nähere Umgebung. Mit Zeichnungen von Otto Ubbelohde. Lübeck o. J. Ilsabe von Bülow: Joseph Christian Lillie (1760–1827). Berlin 2008. ISBN 978-3-422-06610-6. Theodor Hach: Die Anfänge der Renaissance in Lübeck. Lübeck 1889. Adolf Holm: Lübeck, die freie und Hansestadt. Bielefeld und Leipzig 1900. Gustav Lindtke: Alte Lübecker Stadtansichten. Katalog der Blätter des St.-Annen-Museums bis 1914. Lübecker Museumshefte, Heft 7, Lübeck 1968. Willibald Leo von Lütgendorff-Leinburg: Lübeck zur Zeit unserer Großväter. Lübeck 1906. Max Metzger: Die alte Profanarchitektur Lübecks. 424 Abbildungen auf 120 Tafeln und 83 Textbilder. Verlag von Charles Coleman in Lübeck, o. J. (1911). Rudolf Struck: Das alte bürgerliche Wohnhaus in Lübeck. Lübeck 1908. ohne Verfasserangabe: Führer durch Lübeck. B.[ernhard] Nöhring, Lübeck o. J. Vaterstädtische Blätter; einstige illustrierte Beilage des Lübeckischen Anzeigen. Von Lübecks Türmen; einstiges illustrierte Beilage des Lübecker General-Anzeigers.

Weblinks

Archiv der Hansestadt Lübeck: Bau- und Architekturgeschichte, Stadtentwicklung in Lübeck: BASt – Literaturnachweise und Zitate

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