Belmbrach (fränkisch: BälmbrochE. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 10. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „bęlmbrǫx“.) ist ein Gemeindeteil der Kreisstadt Roth im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Belmbrach hat eine Fläche von 16,720 km². Sie ist in 3640 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4593,45 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Barnsdorf, Kiliansdorf, Obersteinbach an der Haide und Untersteinbach an der Haide.
Geografie Das Dorf liegt knapp südlich von Roth und ist durch die Bundesstraße 2 vom Stadtgebiet getrennt. Südwestlich entspringt der Babenbach, ein rechter Zufluss der Rednitz. Nordöstlich des Ortes liegt das „Spatzenholz“ und im Südosten die „Saulach“. 1 km östlich liegen die Flurgebiete „Mieslein“ und „Breiting“. Gemeindeverbindungsstraßen führen zur Staatsstraße 2220 (1 km nordöstlich), nach Kiliansdorf zur Staatsstraße 2409 (1,2 km südwestlich) und nach Roth mit einer Anschlussstelle zur B 2 (0,3 km nordwestlich).
Geschichte In einer auf ca. 1190 zu datierenden Lehenurkunde des Bamberger Domkapitels, die das Amt Roth beschreibt, wurde der Ort als „Bellebrach“ erstmals namentlich erwähnt.F. Eigler: Schwabach, S. 151. Das Bestimmungswort des ursprünglichen Flurnamens ist brāche (mhd. für ungebrochenes Land), das Grundwort ist belle, ein Synonym für Weißpappel.E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 10.Nach W. Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach, S. 246, ist die Bedeutung des Ortsnamens ist unklar: Möglich sei die Ableitung „Siedlung zum Neubruch“ oder „Mulde, die von Binsengräsern bewachsen ist“ (von mhd. „pelle“). Im Urbar für das burggräfliche Amt Roth, das ca. 1360 aufgestellt wurde, wurden für das Dorf 7 Gereute verzeichnet. Im Urbar des nunmehr markgräflichen Amtes Roth von 1434 wurden 22 Reutäcker und 4 Reutwiesen aufgeführt. Im 16-Punkte-Bericht des Jahres 1608 wurden für „Pellenbrach“ 18 Anwesen verzeichnet (9 Bauernhöfe, 8 Seldengüter, 1 Hirtenhaus). Zwar übte das Oberamt Roth das Hochgericht aus, allerdings hatten die Anwesen zu keinem Zeitpunkt das Kastenamt Roth als Grundherrn.F. Eigler: Schwabach, S. 169. Grundherren waren zu dieser Zeit das Domkapitel zu Eichstätt, den Herren von Wolfstein, die Kirche zu Roth und die Familie Löffelholz in Nürnberg.W. Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach, S. 246 f.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Belmbrach 19 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Roth aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das brandenburg-ansbachische Kastenamt Roth. Alle Anwesen waren dem Kastenamt Roth steuerbar. Lehen- und gültbar waren die Anwesen dem Kastenamt Roth (2 Ganzhöfe, 7 Gütlein), der Kirche Roth (4 Ganzhöfe, 1 Gütlein) und der Kirche Wallesau (1 Gütlein). 1 Gütlein war der Reichsstadt Nürnberg zinsbar.F. Eigler: Schwabach, S. 384. Nach J. K. Bundschuh soll es im Jahr 1799 im Ort 25 Anwesen gegeben haben.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, S. 336 f.
Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Roth. 1806 kam der Ort an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Belmbrach gebildet, zu dem Barnsdorf, Fallhütte, Kiliansdorf und Untersteinbach an der Haide gehörten. 1811 entstand die Ruralgemeinde Belmbrach, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Obersteinbach an der Haide, das ursprünglich zum Steuerdistrikt Eckersmühlen gehörte, wurde dem Steuerdistrikt und der Ruralgemeinde Belmbrach zugewiesen. Die Gemeinde Belmbrach war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Pleinfeld (1858 in Landgericht Roth umbenannt) zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Spalt (1919 in Finanzamt Spalt umbenannt). Ab 1862 gehörte Belmbrach zum Bezirksamt Schwabach (1939 in Landkreis Schwabach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Roth (1879 in Amtsgericht Roth umbenannt), seit 1970 ist das Amtsgericht Schwabach zuständig. 1932 wurde das Finanzamt Spalt aufgelöst. Seitdem gehörte Belmbrach zum Sprengel des Finanzamtes Schwabach.F. Eigler: Schwabach, S. 467 f. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 16,685 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Belmbrach am 1. Juli 1971 nach Roth eingegliedert.
Baudenkmäler In Belmbrach gibt es drei Baudenkmäler: Äußere Belmbracher Str. 4: Bauernhof Weiherweg 12: Erdgeschossiges Wohnstallhaus Kreuzstein
Bodendenkmäler In der Gemarkung Belmbrach gibt es 15 Bodendenkmäler.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Belmbrach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 473 506 493 499 506 487 508 506 504 517 556 638 652 643 645 586 644 649 700 956 966 954 1413 1467HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 86 83 93 94 100 108 114 138 159 Quelle Für die Gemeinde Belmbrach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Barnsdorf (S. 7), Fallhütte (S. 25), Kiliansdorf (S. 47), Obersteinbach (S. 69) und Untersteinbach (S. 96).
Ort Belmbrach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2013 2018Einwohner 134 175 152 154 133 156 155 303 826 762 193 300 327Häuser 30 28 33 32 32 46 49 42 Quelle
Religion Belmbrach ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach Zu unserer lieben Frau (Roth) gepfarrt. Die Katholiken sind nach Maria Aufnahme in den Himmel (Roth) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Roth Kategorie:Ort im Landkreis Roth Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Roth) Kategorie:Ersterwähnung 1190 Kategorie:Gemeindegründung 1811 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Roth