Beton kann nach Herstellungsverfahren, Einbauart und Eigenschaften unterschieden werden.
Aufgeführt sind auch Materialien, die lediglich dem Namen nach ein Beton sind, aber nicht unbedingt dem üblichen Verständnis entsprechen, nach dem: Beton ein Größtkorn mit mehr als 4 mm Durchmesser enthält, die Matrix überwiegend aus Zement oder zumindest einem anderen anorganischen und hydraulisch härtendem Bindemittel besteht und Beton in flüssiger Form zur Herstellung massiver bzw. großvolumiger Bauteile eingesetzt wird und selbsttätig erhärtet.
Betonarten nach Herstellung und Transport Baustellenbeton mini|Temporäres Betonwerk auf der Baustelle des JadeWeserPorts zur Produktion von Baustellenbeton Baustellenbeton wird im Gegensatz zu Transportbeton lokal auf der Baustelle hergestellt. Dort, wo zentrale stationäre Betonmischanlagen in geringer Entfernung zur Verfügung stehen, wird Beton meist nur noch bei Baustellen mit sehr geringem oder sehr großem Betonbedarf vor Ort angemischt. Beim Bau von Infrastrukturprojekten wie Flughäfen, Straßen- und U-Bahn-Tunneln, Talsperren-Staumauern und Großbaustellen (z. B. ehemals am Potsdamer Platz in Berlin) werden Baustellenbetonwerke errichtet, die über größere Kapazitäten verfügen können als festinstallierte Anlagen.
Transportbeton oder Fertigbeton mini|Fahrmischer zur Lieferung von Beton auf eine Baustelle Transportbeton wird in stationären Betonmischanlagen hergestellt und mit Betonmischfahrzeugen zur Baustelle geliefert. Die Herstellung ist in der Europäischen Norm EN 206 festgelegt.
Trockenbeton
Trockenbeton ist ein trockenes Gemisch aus Baustoffen, das hauptsächlich aus Gesteinskörnungen und Zement besteht. Es wird als Schüttgut geliefert und transportiert. Durch die Zugabe von Wasser kann es zu Beton verarbeitet werden.
Betonarten nach Einbaubedingungen und -verfahren Aufbeton
Als Aufbeton wird Beton bezeichnet, der als zusätzliche Lage nachträglich auf bestehenden Beton aufgebracht wird.
Ortbeton Ortbeton wird in flüssigem Zustand auf der Baustelle verarbeitet. Meist wird er in eine Schalung gegossen und bindet dort ab. Im Gegensatz dazu werden Betonfertigteile im Werk hergestellt und können sofort eingebaut und belastet werden. Ortbeton wird entweder als Transportbeton auf die Baustelle geliefert oder dort als Baustellenbeton hergestellt. Nach dem Einfüllen in die Schalungen muss der Beton verdichtet werden. Dabei werden eingeschlossene Luftblasen mit Rüttelmaschinen entfernt.
Pumpbeton Pumpbeton wird mit Hilfe einer Betonpumpe vom Fahrmischer an den Einbauort gefördert. Hierfür ist ein Beton mit pumpfähiger Konsistenz erforderlich. Je nach Pumpe darf das Größtkorn ein bestimmtes Maß nicht überschreiten.
Schleuderbeton mini|Schachtringe aus gerütteltem Beton, in die nach dem Ausschalen im Frühstadium des Aushärtens noch Löcher geschnitten, gebohrt oder auch Steigeisensiehe auch Kontrollschacht#Bauteile, Telefonmast#Steigeisen und Freileitungsmast#Besteigen einbetoniert werden können Schleuderbeton wird in eine mehr oder weniger zylindrische Hohlform gefüllt, die in schnelle Rotation (z. B. 900/min) versetzt wird, um den Beton durch die Zentrifugalbeschleunigung (größer als 1g) zu verdichten. Dies ermöglicht die Verwendung einer Betonmischung mit niedrigem Wasserzementwert von etwa 0,25–0,30. Auf diese Weise werden insbesondere Pfähle und leicht konisch zulaufende Betonmasten gefertigt, sowie auch Eisenrohre mit korrosionsschützender Betonauskleidung für wässrige Medien versehen.Karlhans Welsche, Peter Schubert: Baustoffe für tragende Bauteile, Bd. 2, Bauverlag BV 1993, S. 191. Taschenbuchausgabe 2012, Reprint der 3. Auflage 1993: ISBN 978-3-322-80188-3.
Die Deutschen Schleuderröhrenwerke Otto & Schlosser in Meißen erfanden das Verfahren und produzierten ab 1905 Schleuderhohlmasten.DIE BAUTECHNIK, Heft 40, 16. September 1930, S. 589 ff., (PDF 5,5 MB) abgerufen am 8. September 2017.
Spritzbeton
Spritzbeton wird mittels Druckluft durch Rohrleitungen oder Schläuche zur Spritzdüse gefördert und flächig aufgetragen. Die Aufprallenergie führt zugleich zur Verdichtung des Betons. Spritzbeton dient häufig zur Sicherung von Böschungen, Baugruben, freigelegten Fels- oder Lockergesteinsflächen, Tunnelwänden sowie zur Sanierung und Verstärkung von bestehenden Beton- und Stahlbetonkonstruktionen.
Stampfbeton
Stampfbeton wird in steifer bzw. erdfeuchter Konsistenz angemischt, um durch manuelles oder maschinelles Stampfen verdichtet werden zu können.
Walzbeton
Walzbeton oder HGT-Beton (hydraulisch gebundene Tragschicht) wird gewöhnlich in Lagen von etwa 18–20 cm Dicke erdfeucht eingebracht, gegebenenfalls mit dem Radlader vorverdichtet und mit Straßenfertigern oder einem lasergesteuerten Grader abgezogen. Die Nachverdichtung erfolgt mit Gummiradwalzen. Bei Verwendung grober Gesteinskörnung von 0–32 mm genügt ein niedriger Zementgehalt von beispielsweise 180 kg/m³. Walzbeton wird im Straßenbau und für Industrieböden eingesetzt.
Unterwasserbeton Unterwasserbeton wird mittels besonderer Betonierverfahren unter Wasser eingebaut. Damit er sich beim Einbringen nicht entmischt, wird er etwa durch Trichter geleitet (Kontraktorverfahren). Der Beton sollte einen Zementgehalt von mindestens 350 kg/m³ haben. Unterwasserbeton wird auch zur Herstellung von Schlitzwänden und Bodenplatten verwendet, wenn der Kontakt mit Grundwasser nicht zu vermeiden ist.
Vakuumbeton
Um dem Frischbeton einen Teil des nicht zur Hydratation benötigten Wassers zu entziehen, kann dieser mittels Unterdruck behandelt werden. Hierzu wird die Betonoberfläche mit Filtermatten und einem Vakuumteppich abgedeckt und anschließend mit Hilfe einer Vakuumpumpe ein Unterdruck erzeugt. Der dadurch entstehende Vakuumbeton weist eine geringere Schwindrissbildung und eine gute Frostbeständigkeit auf. Gleichzeitig erhält der Beton eine besonders dichte sowie verschleißfeste Oberfläche. Die erhöhte anfängliche Festigkeit ermöglicht zudem die frühe Nutzung der Oberfläche.
Betonarten nach Eigenschaften und Beschaffenheit Asphaltbeton
Bei Asphaltbeton wird anstelle von Zement Bitumen als Bindemittel eingesetzt.
Blauer Beton Während des Aushärtungsprozesses kann sich ein Beton mit höherem Anteil von hüttensandhaltigem Zement bläulich färben. Nach dem Trocknungsvorgang verblasst die Farbe, kann aber an Bruchstellen immer noch als bläulich auszumachen sein.
Feine Zementarten, im Besonderen der bläulich schimmernde „Portland-Zement“, werden auf Englisch als „blaine“ bezeichnet, welches dem deutschen Wort „blau“ ähnelt.
Da „Blauer Beton“ mit einem hohen Zementanteil hergestellt wird, weist er große Festigkeit auf. Dem steht allerdings eine erhöhte Sprödigkeit gegenüber.
Seine Anwendung fand er insbesondere vor und im Zweiten Weltkrieg für den Bau von Bunkern.
Estrichbeton Estrichbeton ist nicht normiert. Die Bezeichnung Estrichbeton oder -mörtel wird gewöhnlich für Betonmischungen mit einer Gesteinskörnung von bis zu 8 mm und erhöhtem Zementanteil verwendet, die sich zur Herstellung von Estrichen sowie feingliedrigen Betonbauteilen eignen. Estrichbeton wird auch in Säcken als vorgemischter Trockenmörtel angeboten.
Faser- und Textilbeton Siehe Hauptartikel: Faserbeton, Stahlfaserbeton, Textilbeton und Carbonbeton.
Die Bewehrung des Betons durch Fasern oder eingelegtes Gewebe erhöht die Zugfestigkeit ebenso wie das Bruch- und Rissverhalten. Die Fasern verringern die Kerbwirkung und somit Länge und Breite auftretender Risse.
Kurze Fasern verteilen sich gleichmäßig im Beton, während lange Fasern, Gewebe bzw. Matten auch entsprechend der Zugbeanspruchung eingelegt werden können. Man spricht dann von textilbewehrtem Beton oder Textilbeton.Sonderforschungsbereich 528 „Textile Bewehrungen zur bautechnischen Verstärkung und Instandsetzung“ der TU Dresden sowie
Verwendet werden: alkalibeständige Glasfasern (AR-Glasfaser) Stahlfasern, aus Baustahl oder nichtrostendem Stahl, angeraut oder an den Enden aufgebogen Kunststofffasern, überwiegend Polypropylen- und Aramidfasern Kohlenstofffasern, sie haben die höchste Zugfestigkeit und den höchsten E-Modul
Glasschaum-Beton Glasschaum-Beton ist ein Leichtbeton, bei dem ein Teil der gewöhnlich verwendeten Gesteinskörnung durch Glasschaum ersetzt wird, um den Wärmedurchgang zu verringern. Die Druckfestigkeit liegt bei 8 bis 47 MPa bei einem Raumgewicht von ungefähr 800 bis 1600 kg/m³ und einem Wärmedurchgangskoeffizienten zwischen 0,12 und 0,38 W/(m²K).
Glasstahlbeton
Glasstahlbeton bezeichnet die formschlüssige Verbindung von Glaselementen mit bewehrtem Beton. Zur Herstellung von lichtdurchlässigen Tragstrukturen werden Betonglas und Bewehrung in die Schalung eingelegt und mit Beton vergossen. Im Gegensatz zu anderen Glaskonstruktionen wird hier das Glas planmäßig durch Druckspannung belastet.
Hochfester und ultrahochfester Beton (UHFB)
Hochfeste Betone enthalten Zement mit hoher Druckfestigkeit, Hochleistungsverflüssiger und sehr feine Zusatzstoffe (Silika-Stäube, Flugaschen).
Ultrahochfester Beton (UHFB) bzw. Ultra High Performance Concrete (UHPC) wird teilweise auch als Reaktionspulverbeton bzw. Béton de Poudres Réactives (BPR) oder Reactive Powder Concrete (RPC) bezeichnet. Durch die Verwendung von reaktiven Bestandteilen mit begrenztem Größtkorndurchmesser erreicht er Druckfestigkeiten bis über 200 MPa und – mit Fasern versetzt – Zugfestigkeiten von 15 MPa und Biegezugfestigkeiten bis zu 45 MPa. In Deutschland wurden mehrere Brücken im Umkreis von Kassel mit UHFB gebaut.
Konkretbeton Konkretbeton ist die historische Bezeichnung für einen Beton mit einem Zusatz von Splitt, Schutt oder anderem Recyclingmaterial. Er ist deshalb wasserdurchlässiger (poröser) und von wechselnder Qualität. Die englische Bezeichnung für Beton „concrete“ findet sich in dem Wort wieder.
Leichtbeton, Infraleichtbeton, Ultraleichtbeton
Leichtbeton hat eine Trockenrohdichte von 800 kg/m³ bis 2000 kg/m³.
Unterhalb einer Trockenrohdichte von 800 kg/m³ spricht man von Infraleichtbeton oder Ultraleichtbeton. Eine untere Gewichtsgrenze liegt derzeit bei etwa 350 kg/m³. Die geringe Dichte ergibt sich durch leichte Betonzuschlagstoffe und die Gefügeart des Infraleichtbetons. Zur Herstellung benutzt man unter anderem Styropor, Perlite oder leichte Tongranulate, z. B. Liapor. Aufgrund der geringen Druckfestigkeit wurde er bislang nicht als Konstruktionsbeton eingesetzt. Eines der ersten umgesetzten Projekte ist das Haus f2 von Fiedler + Partner Architekten in Freising. Die sogenannte Betonoase, ein Jugendclub und Familienzentrum in Berlin, ist das erste öffentliche Gebäude in Deutschland, das als Infraleichtbeton-Konstruktion ausgeführt wurde. Neben dem geringen Gewicht ist die niedrige Wärmeleitfähigkeit von Vorteil. Der Lambda-Wert von zirka 0,18 W/(m K) liegt ungefähr halb so hoch wie bei Leichtbeton nach DIN 1045.
Luftporenbeton (LP-Beton) Luftporenbeton wird im Gegensatz zum dampfgehärteten Porenbeton auf herkömmliche Weise aus Gesteinskörnung, Zement und Zugabewasser angemischt. Luftporenbildner als Betonzusatzmittel erzeugen im Frischbeton gleichmäßig verteilte Bläschen. Die erzeugten Hohlräume verhindern Frostschäden, indem sich gefrierendes Wasser in die Poren ausdehnen kann. Luftporenbeton enthält einen Makroporengehalt von höchstens 5 %.
Ist der Porenanteil größer, spricht man von Schaumbeton, der aber nicht genormt ist und auch keinen Kies oder Splitt enthält, wodurch er nicht der üblichen Definition von Beton entspricht.
Magerbeton
Magerbeton wird aus Gesteinskörnung und einer geringen Menge Zement angemischt. Er wird im Straßen- und Tiefbau als Bettung für Pflastersteine und Bordeinfassungen verwendet sowie als Sauberkeitsschicht unterhalb von Abdichtungen oder Bodenplatten.
Ökobeton