Die Fußball-Europameisterschaft der Frauen 2017 () war die zwölfte Ausspielung der europäischen Kontinentalmeisterschaft im Frauenfußball. Das Turnier fand vom 16. Juli bis 6. August 2017 in den Niederlanden statt und wurde erstmals mit 16 Mannschaften ausgetragen. Titelverteidiger war Deutschland, das 2013 zum sechsten Mal hintereinander Europameister geworden war. Gastgeber Niederlande gewannen das Turnier und wurden somit Europameister.

Vergabe Sieben Länder hatten ihr Interesse an der Ausrichtung der Europameisterschaft 2017 bekannt gegeben. Die Bewerbungen kamen aus Österreich, Frankreich, Israel, den Niederlanden, Polen, Schottland und der Schweiz. Keines dieser Länder hatte je eine Fußball-Europameisterschaft der Frauen ausgerichtet. Die Niederlande hatten sich vergeblich für die Turniere 2009 und 2013 beworben, während sich die Schweiz und Polen um die EM-Endrunde 2013 bemühten. Nur Frankreich und die Niederlande hatten bislang schon an einer EM-Endrunde teilgenommen. Die Bewerbungen mussten bis zum 10. Oktober 2014 bei der UEFA eingereicht werden. Am 4. Dezember 2014 erhielten die Niederlande den Zuschlag.

Spielorte Breda Deventer Doetinchem Rat-Verlegh-StadionKapazität: 19.000 Stadion De AdelaarshorstKapazität: 8.011 Stadion De VijverbergKapazität: 12.600 220px 220px 220px Enschede Rotterdam De Grolsch VesteKapazität: 30.205 Sparta Stadion Het KasteelKapazität: 11.026 220px 220px Tilburg Utrecht König-Wilhelm-II.-StadionKapazität: 14.750 Stadion GalgenwaardKapazität: 24.426 220px 220px

Qualifikation

47 Nationen, darunter erstmals Andorra, nahmen an der Qualifikation teil. Diese lief über drei Runden. In der ersten traten die acht schwächeren Mannschaften in zwei Gruppen gegeneinander an. Die Auslosung dafür erfolgte am 19. Januar 2015 in Nyon. Die Spiele fanden zwischen dem 4. und 9. April 2015 statt. Am 20. April 2015 wurde dann in Nyon die zweite Runde ausgelost. Die Spiele fanden vom 14. September 2015 bis 20. September 2016 statt. Die Auslosung der Play-off-Runde erfolgte am 23. September 2016 in Nyon. Die Play-offs fanden am 21. und 25. Oktober 2016 statt.

Die Auslosung der Endrunde fand am 8. November 2016 im Luxor Theater in Rotterdam statt. Die Niederlande als Gastgeber wurden als Gruppenkopf der Gruppe A gesetzt. Die übrigen Mannschaften wurden aufgrund des UEFA-Koeffizienten in vier Töpfe eingeteilt. Jeder Gruppe wurde anschließend eine Mannschaft aus jedem Topf zugelost.

Topf 1: Deutschland, Frankreich, England Topf 2: Norwegen, Schweden, Spanien, Schweiz Topf 3: Italien, Island, Schottland, Dänemark Topf 4: Österreich, Belgien, Russland, Portugal

Die Auslosung ergab die folgenden Gruppen: + Die Mannschaften bei der EURO 2017 Gruppe A Gruppe B Gruppe C Gruppe D

Modus Die UEFA hat auch bei diesem Turnier den Test von Regelneuerungen fortgeführt. Zum einen durften die Teams im Falle, dass ein Spiel in die Verlängerung geht, darin eine vierte Auswechslung vornehmen. Zudem durften Mannschaftsoffizielle bei Gelben und Roten Karten Einspruch in der technischen Zone erheben.

Wenn in der Endrunde zwei oder mehr Mannschaften einer Gruppe nach Abschluss der Gruppenspiele die gleiche Anzahl Punkte aufwiesen, wurde die Platzierung nach folgenden Kriterien in dieser Reihenfolge ermittelt: (PDF)

a. höhere Punktzahl aus den Direktbegegnungen der betreffenden Mannschaften; b. bessere Tordifferenz aus den Direktbegegnungen der betreffenden Mannschaften; c. größere Anzahl erzielter Tore aus den Direktbegegnungen der betreffenden Mannschaften; d. wenn nach der Anwendung der Kriterien a) bis c) immer noch mehrere Mannschaften denselben Platz belegen, werden die Kriterien a) bis c) erneut angewendet, jedoch ausschließlich auf die Direktbegegnungen der betreffenden Mannschaften, um deren definitive Platzierung zu bestimmen. Führt dieses Vorgehen keine Entscheidung herbei, werden die Kriterien e) bis h) angewendet; e. bessere Tordifferenz aus allen Gruppenspielen; f. größere Anzahl erzielter Tore aus allen Gruppenspielen; g. geringere Gesamtzahl an Strafpunkten auf der Grundlage der in allen Gruppenspielen erhaltenen gelben und roten Karten (rote Karte = 3 Punkte, gelbe Karte = 1 Punkt, Platzverweis nach zwei gelben Karten in einem Spiel = 3 Punkte); h. Platzierung in der UEFA-Frauen-Nationalmannschafts-Koeffizientenranglisteuefa.com, die für die Auslosung der Endrunde verwendet wurde.

Trafen zwei Mannschaften im letzten Gruppenspiel aufeinander, die dieselbe Anzahl Punkte, die gleiche Tordifferenz und dieselbe Anzahl Tore aufwiesen, und endete das betreffende Spiel unentschieden, wurde ihre endgültige Platzierung durch Elfmeterschießen ermittelt, vorausgesetzt, dass keine andere Mannschaft derselben Gruppe nach Abschluss der Gruppenspiele dieselbe Anzahl Punkte hatte. Hatten mehr als zwei Mannschaften dieselbe Anzahl Punkte, fanden die oben genannten Kriterien Anwendung. Diese Regel wurde nur dann angewendet, wenn die Platzierung der Mannschaften für die Bestimmung der Viertelfinalbegegnungen ausschlaggebend war.

Vorrunde Der Spielplan wurde am 23. September 2015 bekanntgegeben; die Auslosung der Vorrundengruppen erfolgte am 8. November 2016 in Rotterdam.Terminankündigung vom 28. Juli 2016 bei footofeminin.fr Das Eröffnungsspiel fand am 16. Juli 2017 in Utrecht, das Finale fand am 6. August 2017 in Enschede statt. Nur jeweils die Ersten und Zweiten jeder Gruppe erreichten die Finalrunde.

Gruppe A

mini|Shanice van de Sanden (NED) und Elise Thorsnes (NOR) beim Eröffnungsspiel

Gruppe B

mini|Isabel Kerschowski (GER) und Melania Gabbiadini (ITA) im Gruppenspiel Deutschland vs Italien

Gruppe C

mini|Caroline Abbe (SUI) und Nina Burger (AUT) beim Gruppenspiel Österreich vs Schweiz

Gruppe D

mini|Chloe Arthur (SCO) und Toni Duggan (ENG) beim Gruppenspiel England vs Schottland

Finalrunde

mini|hochkant=1.5|

Übersicht E Sieg im Elfmeterschießen

Viertelfinale

Halbfinale mini|Simone Boye Sorensen (DEN) und Nina Burger (AUT) beim Halbfinale

Finale

Beste Torschützinnen mini|hochkant|Jodie Taylor im Gruppenspiel gegen Schottland Nachfolgend aufgelistet sind die besten Torschützinnen der Endrunde. Die Sortierung erfolgt nach Anzahl der geschossenen Tore, bei gleicher Trefferzahl sind die Vorlagen und danach die Spielminuten ausschlaggebend.

Rang Spielerin Tore Vorlagen Spielminuten 1 5 0 328 2 4 0 536 3 3 2 525 4 3 1 540 5 2 0 83 6 2 0 135 7 2 0 146 8 2 0 165 9 2 0 287 10 2 0 360 2 0 360 12 2 0 495 Hinzu kommen 34 Spielerinnen mit je einem Tor und ein Eigentor der Engländerin Millie Bright im Spiel gegen die Niederlande.

Torschützenköniginnen des Gesamtwettbewerbs wurden die Isländerin Harpa Þorsteinsdóttir, die Schottin Jane Ross und die Norwegerin Ada Hegerberg mit jeweils 10 Treffern ausschließlich in der Qualifikation.

Gesperrte Spielerinnen Folgende Spielerinnen waren im Turnierverlauf aufgrund disziplinarischer Strafen gesperrt:

für das Gruppenspiel gegen Norwegen nach der zweiten Gelben Karte im Spiel gegen die Niederlande für das Gruppenspiel gegen Schweden nach der Gelb-Roten Karte im Spiel gegen Deutschland für das Gruppenspiel gegen Island nach der Roten Karte im Spiel gegen Österreich für das Viertelfinale gegen England nach der zweiten Gelben Karte im Spiel gegen die Schweiz für das Viertelfinale gegen England nach der Roten Karte im Spiel gegen die Schweiz für das Halbfinale gegen die Niederlande nach der zweiten Gelben Karte im Viertelfinale gegen Frankreich Ohne Wirkung: nach der zweiten Gelben Karte im Spiel gegen Frankreich

Schiedsrichterinnen Am 22. Juni 2017 benannte die UEFA elf Schiedsrichterinnen, die Spiele bei der Endrunde leiteten. Unterstützt wurden die elf Unparteiischen von 21 Assistentinnen, dabei gab es wie in den Vorjahren üblich wechselnde Teams aus Hauptschiedsrichterin und Assistentinnen. Komplettiert wurde das Feld von zwei Schiedsrichterinnen, die als Vierte Offizielle zum Einsatz kamen. Aus dem deutschsprachigen Raum wurden bei den Hauptschiedsrichterinnen Riem Hussein und Bibiana Steinhaus aus Deutschland sowie Esther Staubli aus der Schweiz nominiert. Mit Christina Biehl und Katrin Rafalski sind auch bei den Assistentinnen zwei deutsche Unparteiische nominiert worden, ebenso wie Belinda Brem aus der Schweiz. Für Bibiana Steinhaus und Kateryna Monsul war die Europameisterschaft 2017 nach den Endrunden 2009 und 2013 bereits die dritte Endrunde. Die Schiedsrichterinnen Kulcsár und Staubli pfiffen ebenfalls bei der EM 2013 Spiele. Carina Vitulano und Monika Mularczyk waren 2013 als Vierte Offizielle im Einsatz. Schiedsrichterinnen Assistentinnen Assistentinnen Vierte Offizielle

Preisgelder Die UEFA zahlte jeder teilnehmenden Mannschaft ein Startgeld von 300.000 Euro, das Erreichen des Viertelfinales wurde mit 500.000 Euro belohnt. Die Halbfinalisten erhielten 700.000 Euro, der Vizeeuropameister eine Million Euro und der neue Titelträger 1,2 Millionen Euro. Die Gesamtsumme von 8 Millionen Euro lag damit deutlich über den 2,2 Millionen Euro, die 2013 ausgeschüttet wurden.ZDF-Teletext 10. Dezember 2016

Fernsehübertragung In Deutschland wurden die Spiele der deutschen Mannschaft sowie weitere ausgewählte Begegnungen von den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern Das Erste und ZDF sowie alle Spiele bei Eurosport übertragen. Von den 31 Begegnungen der Frauen-EM 2017 übertrug die ARD auf ihrem Hauptsender deren sieben. Weitere neun Spiele waren auf dem Spartenkanal One der ARD zu empfangen. Das ZDF übertrug das Eröffnungsspiel und das Finale, sowie vier weitere Spiele. Im Livestream von ARD und ZDF wurden die übrigen neun Spiele gezeigt.Pressemitteilung. In: ZDF. 10. Juli 2017 Eurosport zeigte alle Spiele live bei Eurosport 1 und Eurosport 2.Die Fußball-EM der Frauen live im TV und im Livestream bei Eurosport. In: Eurosport. 17. Juli 2017

In Österreich wurden die Spiele der österreichischen Mannschaft in ORF eins übertragen, alle anderen auf ORF SPORT +. Um eine Übertragung des Gruppenspiels am 26. Juli zu ermöglichen, wurde am 20. Juli das ursprünglich zeitgleich um 20:45 Uhr angesetzte Qualifikationsspiel von FC Salzburg zur UEFA Champions League der Männer kurzfristig auf 18:45 Uhr vorverlegt.Michael Unverdorben: Terminkollision: Red Bull Salzburg lässt ÖFB-Damen den Vortritt. In: Salzburger Nachrichten. 20. Juli 2017

In der Schweiz zeigte SRF zwei alle drei Gruppenspiele und eventuelle weitere Partien des Schweizer Nationalteams sowie – unabhängig vom Abschneiden der Schweizerinnen – ein Viertelfinale, beide Halbfinale und das Finale. Die Partien wurden von Paddy Kälin moderiert. Die Gruppenspiele der Schweizerinnen sowie einen Viertelfinale kommentierten Mario Gehrer mit Kathrin Lehmann als Expertin. Ab den Halbfinals waren abwechselnd Dani Kern und Manuel Köng als Kommentatoren im Einsatz, jeweils unterstützt durch Kathrin Lehmann.Fussball-EM der Frauen 2017 live bei SRF. In: Schweizer Fernsehen. 17. Juli 2017

Maskottchen mini|Kicky beim Halbfinale in Breda Das offizielle Maskottchen der Fußball-EM der Frauen war das Löwenweibchen Kicky. Sie ist eine Anhängerin aller 16 teilnehmenden Mannschaften, im Gegensatz zu ihrem Freund, dem Löwenmännchen Dutchy, der ein Fan der „Oranje Leeuwinnen“ ist. Beide sind an die Löwen im Wappen der Niederlande angelehnt.

Auswirkungen auf die FIFA-Weltrangliste