rechts|120px mini|300px|Die Darstellung Merians, um 1650 In der Liste der Baudenkmale in Northeim sind Baudenkmale der niedersächsischen Gemeinde Northeim im Landkreis Northeim aufgelistet. Diese Liste orientiert sich an der 2002 erschienenen Denkmaltopographie.

Allgemein

Die Baudenkmale der Außenbezirke der Stadt Northeim befinden sich in der Liste der Baudenkmale in Northeim (Außenbezirke).

Baudenkmale im Altstadtkern Der Altstadtkern ist ein denkmalpflegerischer Interessenbereich. Darin befinden sich Einzeldenkmale und Gruppen baulicher Anlagen in den Straßen Am Münster, Breite Straße, Schaupenstiel, Entenplan, Markt, Hinter der Kapelle, Kirchplatz, Hagenstraße, Neustadt, Holzhäuser Straße und Mühlenstraße. Die Grünanlage des ehemaligen Walls mit den darin enthaltenen Wasserflächen als Zeugnisse der Stadtbefestigung und späteren Entfestigung besitzen Denkmalwert. Stadtbefestigung Der Stadtmauerbau begann 1252 und wurde 1305 abgeschlossen. Ursprünglich war der Stadtmauerring 1750 m lang und etwa 9 m hoch und umfasst 21,8 ha Fläche. Die drei Tore Unteres Tor oder Mühlentor im Norden, Höckelheimer Tor im Westen und das Obere Tor im Osten sind bis auf den Bollwerksturm am Oberen Tor abgegangen. Im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts wurde eine Wall-Graben-Anlage angelegt. Der äußere Graben wurde in Form aufgestauter Teiche angelegt. Rest dieser Teiche sind noch im Süden erhalten. Für die äußere Umwallung wurden auch mächtige Torbollwerke angelegt. Neben den drei Torbollwerken wurden auch vier Wallbollwerke angelegt. Im 17. Jahrhundert sollten noch 48 inwendige und 15 Zwinger vorhanden gewesen sein. Im Dreißigjährigen Krieg hielt die Stadtbefestigung lange den Belagerungen stand. Der Ausbruch der Pest und politischer Druck führten zu einer Kapitulation Northeims und in der Folge zur Entfestigung. Die Bürger waren gezwungen den Wall, vor allem im Norden, abzutragen und den inneren Graben damit zu verfüllen. 1788 wurde der westliche Wall in eine Friedhofsanlage umgewandelt. Dieser Alte Friedhof wiederum wurde 1885 aufgelassen und in eine Grünanlage umgewandelt. Die alten Stadttore wurde 1773/74 abgerissen. 1874/76 wurde ein längerer Stadtmauerabschnitt im Norden für die Bebauung des heutigen Friedrich-Ebert-Walls abgerissen. Etwa die Hälfte des ursprünglichen Mauerzüge sind noch erhalten und wurden 1981 bis 1983 saniert. Von den Mauertürmen ist ein Halbschalenturm im Nordwesten und ein Turmuntergeschoss am Zwinger erhalten.

Gruppe: Altstadtbereich Marktsiedlung Die Gruppe „Altstadtbereich Marktsiedlung“ hat die ID 38405098. Die Straßen Am Münster, Breite Straße und Schaupenstiel sind das Rückgrat des mittelalterlichen Straßensystems und waren einst an einer wichtigen Fernhandelsstraße.

Ehemaliges Benediktinerkloster St. Blasii

Breite Straße Die Gruppe Breite Straße 1–11 besteht aus dreigeschossigen Traufenhäuser, die zumeist aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammen.

Der Straßenabschnitt Breite Straße 12–35 ist heterogener als der vorhergehende Abschnitt gestaltet.

Der Straßenabschnitt zwischen Breite Straße 36 und 54 enthält einige qualitätsvolle Bauen.

Die Häuserzeile Breite Straße 55–65 ist das Ergebnis des Wiederaufbaus nach dem Stadtbrand 1832, bei dem das Rathaus und der Althausbestand in dessen Umgebung ein Raub der Flammen wurde.

Schaupenstiel Die südliche Häuserzeile Schaupenstiel 1–6 wurde 1821 durch Brand zerstört und ersetzt.

Markt Der Marktplatz verändert sein Aussehen stark nach den beiden verheerenden Stadtbränden 1832 und 1832. Am 28./29. Mai 1832 wurden insgesamt 33 Wohnhäuser und 43 Nebengebäude zerstört, darunter auch das Rathaus aus dem 16. Jahrhundert, das an der Südseite des Markts gestanden hat. Am 6. Oktober 1892 brach ein Brand im Haus Breite Straße 52 aus, bei dem die östliche Marktseite (Markt 1–11) zerstört wurden. Dieser Bereich wurde bewusst nicht in Fachwerk-, sondern in Massivbauweise mit Backstein, Bruchstein und Haustein wiederaufgebaut.

Die Wiederaufbauten der Häuserzeile Am Markt 18–21 aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bestehen aus dreigeschossigen Fachwerkbauten.

Entenmarkt

Kirchplatz

Mühlenstraße Einzelbaudenkmale Der südliche Teil wurde beim Stadtbrand 1832 größtenteils zerstört.

Häuserstraße

Holzhäuser Straße Die Holzhäuserstraße spiegelt als reine Wohnstraße die Entwicklungsgeschichte des Hausbaus in Northeim vom 16. bis ins 19. Jahrhundert wider. Die Gebäude Holzhäuserstraße 1–28 sind zumeist zwei- bis dreigeschossige traufständige Fachwerkbauten. Auffallend sind die in dieser Straße zahlreichen altertümlich wirkenden Ständer-Geschossbauten. Die Häuser Holzhäuserstraße 29ff. sind Ersatzbauten.

Hagenstraße Die Gebäude Hagenstraße 10, 12 und 27 gehen noch aufs 16. Jahrhundert zurück. Die meisten Häuser entstammen dem frühen 18. Jahrhundert.

Zur Grupper baulicher Anlagen Kirchplatz zählen noch:

Neustadt Mit der Bebauung des Areals wurde in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts im Bereich zwischen Mühlenstraße und Zissekengasse begonnen. Mitte des 16. Jahrhunderts gab es bereits 76 Bauten. Zahlreiche Gebäude wurden im Dreißigjährigen Krieg vernichtet. Die Häuser Neustadt 1–24 sind dem Brand von 1846 zum Opfer gefallen. 1851 wurden die Gebäude Heustadt 44–50 durch Brand zerstört. Das Straßenbild ist von zwei- und dreigeschossigen Fachwerkbauten geprägt. Die ältesten Gebäude wurden im frühen 18. Jahrhundert errichtet, der überwiegende Teil stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Hinter der Kapelle/Stubenstraße

Stadterweiterung jenseits der Umwallung Nördliche Wallbebauung Der Wallabschnitt im Nordwesten wurde bereits im 17. Jahrhundert eingeebnet. Ende des 19. Jahrhunderts wurde mit der Bebauung begonnen.

Südöstliche Stadterweiterung Südöstlich des Altstadtkerns bildete sich bis kurz vor der Wende zum 20. Jahrhundert Viertel mit Kleingärten und Gartenhäuschen. Das Viertel wurde planmäßig zunächst durch Schulbauten und dann durch neue Straßen erschlossen: Bürgerschule I (1887), Lehrerseminar (1894), Gymnasium Corvinarium (1906), Landwirtschaftliche Winterschule (1907), Sohnreystraße (1896), Schillerstraße (1904), Goethestraße (1912). Das Viertel war eine beliebte Wohngegend für Beamte. Die Goethestraße 7–14 wurde für Offiziersfamilien konzipiert.

Westliche Vorstadt Zwischen Altstadt und der Bahnlinie wurde bereits im frühen 19. Jahrhundert mit der Besiedlung begonnen.

Nördliche Stadterweiterung Das Gebiet nördlich des Altstadtkerns war lange Zeit wegen der Hochwassergefährdung durch die Rhume unbesiedelt geblieben. Eine Ausnahme bildeten das Gasthaus „Zum Rücking“ und das Siechenhaus. Um 1870 setzte die Bebauung an der Westseite der Rückingsallee ein. Der Rhumekanal an der Rhumemühle besitzt als historisches Gewässer Denkmalwert.

Gruppe: Stadterweiterung Rückingsallee 6–14 Die Gruppe „Stadterweiterung Rückingsallee 6–14“ hat die ID 38405372.

Einzelbaudenkmale

Gruppe: Scharnhorst-Kaserne Northeim Die Gruppe „Scharnhorst-Kaserne Northeim“ hat die ID 38406425. Die alte Kaserne aus dem frühen 19. Jahrhundert entsprach baulich nicht mehr den Anforderungen. Deshalb wurde 1890 die Northeimer Garnison nach Goslar verlegt. Die alte Kaserne an der Arentschildstraße wurde letztlich 1968 abgerissen. Als Ausgleich für den Abzug der Garnison wurde 1914/16 im Norden der Stadt eine Unteroffiziersschule gebaut. Am 16. Oktober 1992 haben die letzten Soldaten der Bundeswehr die Kaserne verlassen. Sie dient nunmehr zivilen Zwecken, wie z. B. als Rathaus und Jobcenter. Das geschlossene bauliche Ensemble besteht aus einheitlich durchgestalteten zwei- bis dreigeschossigen streng gegliederten Putzbauten auf hohem Sockelgeschoss.

Ehemalige Baudenkmale

Literatur Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Landkreis Nordheim, Band 7.1, 2002, bearbeitet von Christian Kämmerer und Peter Ferdinand Lufen, herausgegeben von Christiane Segers-Glocke, Verlag CW Niemeyer Buchverlage, Hameln, ISBN 3-8271-8261-1

Weblinks

Einzelnachweise

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