Die Boston Celtics [] sind eine in Boston ansässige Basketball-Mannschaft der nordamerikanischen Profiliga National Basketball Association (NBA). Mit insgesamt 18 gewonnenen Titeln sind sie das erfolgreichste Franchise der NBA.

Geschichte mini|links|190px|Point Guard Bob Cousy spielte von 1950 bis 1963 für Boston Gründung der Celtics und Jahre mit Cousy (1946–1956) Gegründet wurden die Boston Celtics 1946 von Walter A. Brown, dem damaligen Betreiber des Stadions Boston Garden, welches bis zur Einweihung des FleetCenters (heute TD Garden) im Jahr 1995 als Spielstätte diente. Die Celtics sind eines der drei heute noch existierenden Gründungsmitglieder der NBA und außerdem neben den New York Knicks das älteste Team, welches heute noch in seiner ursprünglichen Heimatstadt ansässig ist. Der Name Celtics entstand in Anlehnung an ein New Yorker Profibasketballteam der 1920er Jahre, die Original Celtics, und konnte sich schließlich gegen Vorschläge wie Whirlwinds, Unicorns und Olympics durchsetzen und so zahlte Brown tausende Dollars an Jim Furay, den Manager der New York Celtics für den Namen.Charley Rosen: The First Tip-Off. The Incredible Story of the Birth of the NBA. New York, Chicago, San Francisco, Lissabon, London, Madrid, Mailand, Mexico-Stadt, Neu-Delhi, San Juan, Singapur, Sydney, Toronto, 2009: McGraw-Hill eBooks, ISBN 0-07-164241-2 (S. 37, in Englisch).

Die ersten Jahre waren stark geprägt von Trainer Red Auerbach, der die Celtics 1950 übernahm. Er baute langsam ein Team auf, das 1955 mit Bob Cousy einen der besten Point Guards der Liga im Kader hatte. Jedoch waren die Celtics nicht sonderlich erfolgreich und scheiterten in den Playoffs regelmäßig an den New York Knicks oder den Syracuse Nationals.

Jahre der Dynastie unter Bill Russell (1956–1969) mini|Center Bill Russell war von 1956 bis 1969 für die Celtics aktiv Der Umschwung kam 1956, als man Bill Russell, K. C. Jones und Tommy Heinsohn im Draft verpflichtete. Mit Russell, Heinsohn und Cousy im Kern, gewann man 1957 die erste Meisterschaft. Alleine in dieser Zeit wurden 11 Titel errungen, davon acht in Folge. Verbunden wird diese Zeit heute hauptsächlich mit Trainer Auerbach, dessen Bruder Zang nach dem ursprünglichen Kleeblatt-Logo das bis 1968 verwendete zweite Logo mit dem ersten Lucky the Leprechaun (schon mit Shillelagh, doch noch ohne Basketball) entwarf.N. N.: Boston Celtics Logo. Auf: 1000Logos-Website; Polen, 3. Oktober 2024. Abgerufen am 16. Dezember 2024 (in Englisch). 1962 stieß mit John Havlicek ein weiterer wichtiger Spieler zu den Celtics. Cousy dagegen verließ 1963 die Celtics, um als Trainer an das Boston College zu wechseln. 1966 trat Auerbach als Trainer zurück und übernahm den Posten des General Managers, den er bis in die 1980er bekleidete. Russell wurde neuer Trainer der Mannschaft und bekleidete diese Position bis zu seinem Karriereende 1969 als Spielertrainer. Heinsohn, der bereits 1965 zurücktrat, übernahm ab 1969 den Posten als Trainer der Celtics.

Dave Cowens-Ära (1970–1979) In den 1970ern wurde Dave Cowens im Draft ausgewählt und das neue Gesicht der Franchise und 1973 zum MVP ausgezeichnet. Havlicek verblieb ebenfalls ein wichtiger Spieler. Zusammen holten sie unter Trainer Heinsohn 1974 und 1976 die Meisterschaft nach Beantown. 1977 gingen die Celtics in den Neuaufbau und holten Cedric Maxwell an 12. Stelle im Draft 1977. 1978 schloss man die Saison mit nur 32 Siegen und 50 Niederlagen ab. Havlicek verkündete nach 16 Jahren bei den Celtics seinen Rücktritt. Mit Nate Archibald wurde einer der Stars der Liga verpflichtet, der fortan das Team als Point Guard führte. Die Celtics erhielten beim NBA-Draft 1978 die sechste Auswahlposition. Mit dieser wählte man Larry Bird aus.

Bird kam erst zur Saison 1979–80 zu den Celtics und verwandelte mit Maxwell das Team in einen Meisterschaftsfavoriten, nachdem man sich von 32 auf 61 Siege verbesserte. Die Celtics unterlagen jedoch in den Playoffs den Philadelphia 76ers im Conference-Finale. Im NBA-Draft 1980 gelang Manager Auerbach ein Coup. Durch einen geschickten Trade mit den Golden State Warriors, akquirierte Auerbach die Draftrechte an Kevin McHale und Robert Parish von den Warriors. Gemeinsam mit Larry Bird, bildeten McHale und Parish, die „Big Three“ der Celtics. Cowens verließ dagegen die Celtics.

Eine neue Dynastie unter Larry Bird (1979–1992) mini|Larry Bird (1979–1992) Mit einem neuen und jungen Kern aus Bird, McHale, Parish und Maxwell erreichten die Celtics 1981 das NBA-Finale und gewannen gegen die Houston Rockets. Nachdem Trainer Bill Fitch in den darauffolgenden beiden Jahren die Erwartungen nicht erfüllen konnte, wurde er von den Celtics entlassen und durch K. C. Jones ersetzt. Mit Jones holte man 1984 und 1986 zwei weitere Meisterschaften. Zu jener Zeit standen die Celtics in einer engen Rivalität zu den Los Angeles Lakers, die die NBA elektrisierte. Besonders das Duell der beiden Stars Bird und Magic Johnson, war ein Bestandteil dieser Rivalität. Beide Teams trafen in den 1980er Jahren dreimal im Finale aufeinander, wobei die Celtics nur die Finalserie 1984 für sich entscheiden konnten. Die Lakers gewannen in dieser Dekade fünf Meisterschaften und gewannen auch die Finalduelle 1985 und 1987 gegen Boston. Auerbach gab 1984 seinen Managerposten an Jan Volk ab.

Im NBA-Draft 1986 wählten die Celtics den hochtalentierten Len Bias an zweiter Stelle aus. Tragischerweise verstarb Bias zwei Tage nach dem Draft an einer Überdosis Kokain. Trotz dieses Schicksalsschlags erreichten die Celtics auch 1987 noch einmal das Finale, wo man den Lakers unterlag. Nachdem Trainer Jones 1988 zurückgetreten war, übernahm Jimmy Rodgers die Celtics. Die Celtics und vor allem Larry Bird kämpften jedoch immer mehr mit Verletzungen und man erreichte 1989 mit nur enttäuschenden 42 Siegen die NBA-Playoffs, wo man dem späteren Meister, den Detroit Pistons, 0:3 unterlag. Nach einem weiteren Erstrundenraus 1991 gegen die New York Knicks wurde Rodgers entlassen. Chris Ford übernahm daraufhin die Celtics und konnte diese 1991 und 1992 in das Conference Halbfinale führen. Bird verkündete nach den olympischen Spielen 1992, aufgrund von wiederkehrenden Rückenproblemen, seinen Rücktritt.

Jahre des Neuaufbaus (1993–1998) Parish und McHale wechselten oder beendeten ihre Karriere in den darauffolgenden Jahren. Seit jener Zeit war es eher ruhig um die Boston Celtics geworden, da nennenswerte sportliche Erfolge seither ausgeblieben waren. Dies wird mit dem Herztod von Reggie Lewis in Verbindung gebracht. Der Nachfolger Larry Birds als Mannschaftskapitän und Franchise-Player brach 1993 während des Erstrunden-Playoff-Spiels gegen die Charlotte Hornets zusammen und starb einige Wochen später nach einem erneuten Kollaps.Reggie Lewis: Remembering the Boston Celtics' Star 15 Years After His Death, Bleacher Report, 28. Juli 2008, abgerufen am 23. Mai 2010. Die Playoffs wurden 1995 mit nur 35 Siegen erreicht. Danach verschwanden die Celtics in die sportliche Bedeutungslosigkeit.

In den späten 1990er Jahren gehörten die Celtics zu den schlechtesten Teams in der NBA. Daraufhin übernahm der erfolgreiche Collegetrainer Rick Pitino die Celtics. In der Saison 1996–97 stellte man dennoch mit 15 Siegen einen Teamnegativrekord auf. Doch trotz hoher Draftplatzierungen, mit denen man sich Antoine Walker, Chauncey Billups oder Ron Mercer draften konnte, schaffte man es nicht ein funktionierendes Team aufzustellen. Stattdessen herrschte eine hohe Fluktuation von Spielern. So wurde beispielsweise Billups bereits in seinem ersten Jahr zu den Toronto Raptors abgegeben. Die Auswahl von Paul Pierce im Draft 1998 stellte den Beginn eines Umschwungs ein. mini|Paul Pierce gewann mit den Celtics 2008 die NBA-Meisterschaft

Die Paul Pierce-Ära (1998–2013) Pierce spielte eine überzeugende Rookiesaison und stieg in den kommenden Jahren, neben Antoine Walker, zum Starspieler der Celtics auf, jedoch blieb Boston weiterhin erfolglos. Pitino wurde 2001 nach vier erfolglosen Jahren entlassen und durch Jim O’Brien ersetzt. Unter O’Brien holten die Celtics, in der Saison 2001/02, 49 Saisonsiege und erreichten das Conference-Finale. Auch die kommenden beiden Jahre wurden die Playoffs erreicht. Ab 2003 übernahm Danny Ainge den Posten des General Managers. Er transferierte Walker zu den Dallas Mavericks und begann einen Umbau des Teams. Ainge ersetzte 2004 O’Brien durch Doc Rivers und draftete talentierte Spieler wie Al Jefferson, Tony Allen und Delonte West. Die Celtics gewannen mit dieser Mannschaft 2005 den Divisiontitel, scheiterten jedoch in den Playoffs bereits in der ersten Runde an den Indiana Pacers. Die beiden darauffolgenden Saisons verpasste man die Playoffs, jedoch wurde das Team mit Rajon Rondo im NBA-Draft 2006 verstärkt.

Die „Big Three“-Ära (2007–2013) Nach einer erneut enttäuschenden Saison entschloss sich das Management vor der Spielzeit 2007/08, auf Drängen von Superstar Pierce, für den „schnellen Erfolg“. Zunächst wurde Ray Allen von den Seattle SuperSonics nach Boston geholt, anschließend wurde Kevin Garnett aus Minnesota gegen fünf Spieler eingetauscht. Mit dem Trio Allen-Pierce-Garnett (Spitzname: The Big Three), welches zweifelsohne eines der besten Gespanne der NBA darstellt, wurden die Celtics erstmals seit vielen Jahren wieder ein ernsthafter Titelkandidat. Verdeutlicht wurde dies unter anderem dadurch, dass sich die Celtics in der Saison 2007/08 als erstes aller Teams für die Playoffs qualifizieren konnte. Durch einen 131:92-Sieg im 6. Spiel des NBA-Finales 2008 gegen die Los Angeles Lakers, den Dauerrivalen der Celtics um die NBA-Krone in den 1980ern, konnte das Bostoner Basketballteam erstmals seit 1986 wieder einen NBA-Meistertitel erringen. mini|links|Meisterschaftsfeier 2008 In der NBA-Saison 2008/09 konnten die Celtics 19 Spiele hintereinander gewinnen, was für sie ein Teamrekord ist. Diese lange Siegesserie wurde ausgerechnet vom Finalgegner der Vorsaison, den Lakers, beendet. Sie erreichten in den Playoffs 2009 das Halbfinale im Osten, wo sie gegen den späteren Finalisten Orlando Magic nach dem siebenten Spiel ausschieden. In der darauffolgenden Saison erreichten die Celtics wieder die Finals, wo sie diesmal gegen die Lakers in sieben Spielen verloren.

Zu Beginn der Saison 2010/11 verstärkten sich die Celtics während der Free Agency Phase mit den beiden ehemaligen All-Stars Jermaine O’Neal und Shaquille O’Neal. Nach einer guten Saison und der daraus resultierenden Qualifikation für die Playoffs, schieden die Celtics in der zweiten Playoff-Runde mit 1:4 gegen die Miami Heat um die Stars LeBron James, Dwyane Wade und Chris Bosh aus. Shaquille O’Neal beendete danach seine Karriere. Die nächste Saison begann schlecht für die Celtics. Sie konnten bis zum All-Star Spiel nur eine ausgeglichene Bilanz vorweisen. Sie beendeten die Saison mit einem starken Schlussspurt und konnten sich dadurch den vierten Platz in der Eastern Conference sichern. In den Conference Finals unterlagen sie dem späteren Meister Miami Heat mit 3:4. Als einer der Hauptgründe für den Aufschwung gegen Saisonende gilt die Tatsache, dass Kevin Garnett inzwischen vorwiegend als Center eingesetzt wurde.