410px|mini|Isenburger Schloss in Offenbach

Das Fürstentum Isenburg war ein von 1806 bis 1815 bestehender Kleinstaat im Südosten des heutigen Landes Hessen. Als Mitglied des Rheinbundes stand er unter dem Protektorat des französischen Kaisers Napoleon Bonaparte. Es bestand aus den zuvor reichsunmittelbaren Territorien des Fürsten zu Isenburg und Büdingen in Birstein und der Grafen des Hauses zu Ysenburg und Büdingen: Ysenburg-Büdingen-Büdingen, Ysenburg-Büdingen-Meerholz und Ysenburg-Büdingen-Wächtersbach.

Geografie Lage und Grenzen Das Fürstentum war zweigeteilt: in den links (südlich) des Mains gelegenen Teil (mit Offenbach, Neu-Isenburg, Sprendlingen und Dreieich) und den rechts (nördlich) der Kinzig liegenden Teil (mit Birstein, Wenings und den ysenburgischen Grafschaften in Büdingen, in Meerholz und in Wächtersbach). Zwischen beiden Teilen lag 1806 zunächst das Fürstentum Hanau, damals französisch besetzt, das dann ab 1810 zum Großherzogtum Frankfurt gehörte.

Der südliche Teil war 1806 im Westen vom Großherzogtum Hessen (-Darmstadt) und von der Stadt Frankfurt und im Norden vom Fürstentum Hanau umgeben. Der nördliche Teil wurde im Nordwesten vom Großherzogtum Hessen, im Nordosten vom Fürstentum Fulda (ab 1810 Departement Fulda im Großherzogtum Frankfurt) und im Süden wiederum von dem Fürstentum Hanau sowie dem Fürstentum Aschaffenburg (ab 1810 Departement Aschaffenburg im Großherzogtum Frankfurt) begrenzt.

Der nördliche Teil des ehemaligen Staatsgebietes liegt heute im Main-Kinzig-Kreis und im Wetteraukreis, der südliche im Kreis und der Stadt Offenbach, die beiden Orte Eppertshausen und Münster im Landkreis Darmstadt-Dieburg sowie der Ort Geinsheim im Landkreis Groß-Gerau.

Einteilung Das Gebiet des Fürstentums Isenburg umfasste etwa 790 km² (14 Quadratmeilen).Franz/Fleck/Kallenberg: Großherzogtum Hessen, S. 695. Eine genaue Kartierung gab es nicht. Unterste staatliche Verwaltungsebene war das Amt, auch als „Gericht“ bezeichnet. Das Fürstentum Isenburg hatte davon 17. Es gab vier Flecken, 93 Dörfer, sieben Schlösser, 33 (Guts-)höfe und vier Städte (Büdingen, Dreieichenhain, Wächtersbach und Wenings). Die Haupt„stadt“ Offenbach hatte, wie die Residenzen Birstein und Langenselbold, kein Stadtrecht.Bernd Müller, S. 10.

Südlich des Mains Isenburg-Birstein Oberamt Offenbach (vier Orte mit 3370 Einwohnern): Offenbach (ein schöner wohlbewohnter Fleken, welcher zur Bieger Mark gehörtGeographische Schriften – Vierter Theil, Enthält: Die geographischen Einleitung- und Beschreibungen der meisten Länder des Oberrheinisch- und Westphälischen Kreises. (Johann Georg Friedrich Jakobi) Weißenburg im Nordgau 1786, S. 245), Bürgel, Neu-Isenburg (das wälsche Dorf, ist 1700 von einer Kolonie vertriebener reformierten Franzosen ganz neu angelegt wordenGeographische Schriften – Vierter Theil, Enthält: Die geographischen Einleitung- und Beschreibungen der meisten Länder des Oberrheinisch- und Westphälischen Kreises. Johann Georg Friedrich Jakobi, Weißenburg im Nordgau 1786, S. 246), (die katholischen DörferGeographische Schriften – Vierter Theil, Enthält: Die geographischen Einleitung- und Beschreibungen der meisten Länder des Oberrheinisch- und Westphälischen Kreises. Johann Georg Friedrich Jakobi, Weißenburg im Nordgau 1786, S. 247) Münster und Urberach, Amt Dreieichenhain (eine Stadt, fünf Orte mit 3700 Einwohnern): Stadt Dreieichenhain (Dieser Ort ist der Mittelpunkt des alten Reichs- und Königsforstes zur DreieichenGeographische Schriften – Vierter Theil, Enthält: Die geographischen Einleitung- und Beschreibungen der meisten Länder des Oberrheinisch- und Westphälischen Kreises. Johann Georg Friedrich Jakobi, Weißenburg im Nordgau 1786, S. 245), Götzenhain, Münster, Offenthal, Sprendlingen und Geinsheim am Rhein, Neuhof, Dreieicher Waldungen; (alle Orte und der Wald gingen 1816 an Hessen-Darmstadt).

Isenburg-Philippseich mini|Schloss Philippseich (Götzenhain)

Grafschaft Isenburg-Philippseich mit dem Schloss Philippseich (1816 an Hessen-Darmstadt).

Von Hessen-Darmstadt zwei Ziegelhütten bei Offenbach und die Bürgeler Mühle (Hütten und Mühle 1816 an Hessen-Darmstadt)

Durch Übereinkunft (Staatsvertrag) vom 24. September 1806Nr. 6. Übereinkunft zwischen Sr. königlichen Hoheit dem Großherzoge von Hessen und Sr. hochfürstlichen Durchlaucht dem souverainen Fürsten zu Isenburg verschiedene ritterschaftliche und andere unmittelbare Besitzungen betreffend. Frankfurt, den 24ten Septembr. 1806. In: Der Rheinische Bund (10. Heft), S. 86; auch abgedruckt bei Georg Friedrich von Martens: Recueil de traités d'alliance, de paix, de trève, de neutralité, de commerce, de limites, d'Échange etc. Tome VIII. 1803─1808, Goettingue 1835, S. 515 ff. und Manfred Mayer: Geschichte der Mediatisierung des Fürstenthumes Isenburg. (M. Rieger’sche Universitäts-Buchhandlung) München 1891, S. 180–182. mit dem Großherzogtum Hessen kamen ritterschaftliche und andere Besitzungen hinzu:

Von Schönborn mini|Schloss Heusenstamm

die Herrschaft Heusenstamm:Zur wechselvollen Geschichte des Territoriums Heusenstamm (der Grafen von Schönborn als Reichsritter), seiner Okkupation am 10. December 1803 und der nachfolgenden Mediatisierung: Wolfgang von Stetten: Die Rechtsstellung der unmittelbaren freien Reichsritterschaft, ihre Mediatisierung und ihre Stellung in den neuen Landen – dargestellt am fränkischen Kanton Odenwald (Dissertation Univ. Würzburg) 1973 S. 134 f., 189 Heusenstamm (Schloss und Dorf), den Dörfern Oberhausen (Obertshausen) und Hausen hinter der Sonne und den beiden Höfen Petershausen (Patershausen) und Gravenbruch (Gravenbruch), (drei Orte und zwei Höfe 1816 an Hessen-Darmstadt).

Von Lerchenfeld (ehemals: Groschlag) die Herrschaft Eppertshausen (Rittergut und Dorf Eppertshausen)Zur wechselvollen Geschichte des Territoriums Eppertshausen (der Gräfin Lerchenfeld, Tochter des letzten Freiherrn von Groschlag), seiner Okkupation am 10. December 1803 und der nachfolgenden Mediatisierung: Wolfgang von Stetten: Die Rechtsstellung der unmittelbaren freien Reichsritterschaft, ihre Mediatisierung und ihre Stellung in den neuen Landen – dargestellt am fränkischen Kanton Odenwald (Dissertation Univ. Würzburg) 1973 S. 134 f., 189 (Ort und Rittergut 1816 an Hessen-Darmstadt)

Vom Deutschen Orden der Wildhof mit den anstoßenden WäldernAnton Friedrich Büsching: Neue Erdbeschreibung. Johann Carl Bohn, Hamburg 1771, S. 1359Schon von 977 an sollen Rechte (Holzrechte) und sogar Stücke des Dreieicher Waldes durch einzelne Kaiser verschenkt worden sein (mindestens 20 Mal). Über die Grenzen des Reichsforstes Dreieich und des Frankfurter Stadtwaldes und den Erwerb von Waldstücken im Osten und Süden des Stadtwaldes bis zum 19. Jahrhundert siehe Friedrich Scharff: Gränzen und Eintheilung des Frankfurter Stadtwaldes. In: Mittheilungen des Vereins für Geschichte und Altertumskunde in Frankfurt a. M. Dritter Band (enthaltend die Mitteilungen Nr. 1–4 vom April 1865, 1866, 1867 und 1868). (Selbstverlag des Vereins) Frankfurt am Main 1868, S. 253–258. (Hof und ehemaliger Reichsforst Dreieich 1816 an Hessen-Darmstadt)

Nördlich des Mains Isenburg-Birstein mini|Schloss Birstein

Amt Wenings (eine Stadt, sieben Orte, 3500 Einwohner): Allenrod, Bösgesäß (rechts der Bracht), Burgbracht, Gelnhaar (links des Bleichenbaches), Illnhausen, Merkenfritz, Wenings (Stadt), Wernings (heute Wüstung, 1842 Auswanderung aller Bewohner – 156 Personen – über New Orleans in und um die Orte Waterloo und Columbia, im Monroe County (Illinois), im Südwesten des US-Staates Illinois, USA); (alle Orte gingen 1816 an Hessen-Darmstadt). Gericht Reichenbach oder Birstein (15 Orte mit 4400 Einwohnern): Birstein, Bösgesäß (links der Bracht), Fischborn, Hettersroth, Katholisch-Willenroth, Kirchbracht, Lichenroth, Mauswinkel, (Ober- und Unter-)Sotzbach, Oberreichenbach, Radmühl (rechts der Salz), Unterreichenbach, Völzberg (Felsberg), Wettges, Wüstwillenroth, Hof Entenfang, Höfen, Schönhof (15 Orte und drei Höfe 1816 an Hessen-Kassel). mini|Schloss Langenselbold Amt Ronneburg und Gericht Langenselbold (drei Orte mit 2750 Einwohnern): Hüttengesäß, Langenselbold (mit Hinterdorf und Oberdorf), Neuwidermuß (Fuchsgraben) Baumwieser Hof, Bruderdiebacher Hof (beide zu Langenselbold gehörig) (drei Orte und zwei Höfe 1816 an Hessen-Kassel). Gericht Diebach (drei Orte mit 2000 Einwohnern): Langendiebach (Kazendiebach) mit Schloss, Ravolzhausen, gemeinsamer isenburgischer Besitz Rückingen (mit Schlösschen), Reußerhof (Hof und Mühle, zur Gemarkung Langendiebach, Gemeinde Erlensee gehörig) (alle drei Orte und der Hof 1816 an Hessen-Kassel).

Ysenburg-Büdingen-Büdingen

mini|Schloss Büdingen mini|Schloss Leustadt

Besitz ergriffen am 2. September 1806Besitzergreifung-Patent der durch die Rheinbundsacte dem Fürstenthum Isenburg untergeordneten Lande vom 2. September 1806. Regimentslager in Montpellier. In: Manfred Mayer: Geschichte der Mediatisirung des Fürstenthumes Isenburg. (M. Rieger’sche Universitäts-Buchhandlung) München 1891, Beilage II, Nr. 4, S. 180 Amt Büdingen (eine Stadt, 19 Orte mit 7500 Einwohnern): – Gericht Büdingen: Aulen-Diebach, Büches, Stadt Büdingen (eine kleine Stadt, welche die Hauptstadt der ganzen Grafschaft ist. … Es wächst auch um die Stadt ziemlich guter Wein.Geographische Schriften – Vierter Theil, Enthält: Die geographischen Einleitung- und Beschreibungen der meisten Länder des Oberrheinisch- und Westphälischen Kreises. (Johann Georg Friedrich Jakobi) Weißenburg im Nordgau 1786, S. 247), Calbach, Diebach am Haag, Dudenroth, Großendorf, Haingründau, Lorbach, Mittelgründau [Büdinger Seite = altes Dorf], Orleshausen, Pferdsbach, Rinderbügen, Vonhausen, Christinenhof, Erbacher Hof, Herrnhaag, Rinderbügener Hof, Salinenhof, Sandhof, Hof Thiergarten mit Wald, Büdinger Markwald – Gericht Düdelsheim: Düdelsheim, Effolderbach, Rohrbach, Stockheim; Findörfer Hof, Hof Leustadt, Rohrbacher Wald (alle 22 Orte 1816 an Hessen-Darmstadt). Amt Mockstadt (drei Orte mit 1200 Einwohnern): Heegheim, Niedermockstadt, Obermockstadt (Muggistat), sowie: Nieder- und Ober-Mockstädter Weide (alle Orte und der Wald 1816 an Hessen-Darmstadt). Anteil (12/57) an der Ganerbenschaft Staden: Nieder-Florstadt, Ober-Florstadt, Staden, Stammheim Wald des Frauenklosters Nieder-Ilbenstadt (alle Orte und der Wald 1816 an Hessen-Darmstadt).

Ysenburg-Büdingen-Meerholz

mini|Schloss Meerholz

Besitz ergriffen am 2. September 1806Besitzergreifung-Patent der durch die Rheinbundsacte dem Fürstenthum Isenburg untergeordneten Lande vom 2. September 1806 (Regimentslager in Montpellier), in: Manfred Mayer: Geschichte der Mediatisirung des Fürstenthumes Isenburg. (M. Rieger’sche Universitäts-Buchhandlung) München 1891, Beilage II, Nr. 4, S. 180 Amt Marienborn (fünf Orte mit 2200 Einwohnern): Marienborn, Bergheim, Eckartshausen, Himbach, Altwidermus (fünf Orte 1816 an Hessen-Darmstadt). Gericht Meerholz (vier Orte mit 2200 Einwohnern): Haitz, Hailer, Meerholz (ein Fleken, unweit der KinzigGeographische Schriften – Vierter Theil, Enthält: Die geographischen Einleitung- und Beschreibungen der meisten Länder des Oberrheinisch- und Westphälischen Kreises. Johann Georg Friedrich Jakobi, Weißenburg im Nordgau 1786, S. 246), Neuenhaßlau, Gondsroth (Gundsrod), Niedermittlau, Hof Kaltenborn (später zu Haitz gehörig), (vier Orte und der Hof 1816 an Hessen-Kassel). Gericht Gründau oder Lieblos (fünf Orte mit 2550 Einwohnern): Gettenbach, Lieblos, Niedergründau, Roth, Rothenbergen, Hühnerhof (später zu Gettenbach gehörig), Mittelgründauer Hof (Meerholzer Seite=Hof, durch Grenzverlegung später zu Mittel-Gründau gehörig), (fünf Orte und drei Höfe 1816 an Hessen-Kassel).

Ysenburg-Büdingen-Wächtersbach mini|Schloss Wächtersbach