Walt(h)er Didlaukies (* 14. April 1908 in Bischofsburg/Ostpreußen; † März 1986 in Bonn) war ein deutscher Jurist und NSDAP-Landrat.

Biographie und Wirken im Nationalsozialismus Didlaukies war der Sohn eines Reichsbahninspektors. 1926 legte er das Abitur an der Hindenburg-Oberrealschule in Königsberg ab. Nach dem Jura-Studium in Königsberg und dem anschließenden Gerichtsreferendariat (1930) wechselte Didlaukies als Regierungsassessor und später Regierungsrat nach Oppeln (1938), er hatte am 15. Juni 1937 die Aufnahme in die NSDAP beantragt und war rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen worden (Mitgliedsnummer 4.748.921).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/6160993 Nach dem Anschluss Österreichs tauschte die NSDAP zahlreiche Landräte aus. Didlaukies nutzte die Karriere-Chance und wurde NSDAP-Landrat in Bludenz und kurze Zeit später in Bregenz/Vorarlberg (1939–1945).Horst Schreiber: Die Machtübernahme. Die Nationalsozialisten in Tirol 1938/39. Innsbrucker Forschungen zur Zeitgeschichte, Bd. 10, Innsbruck 1994 In Didlaukies Amtszeit fiel u. a. die Deportation von 592 Personen aus der Vorarlberger Landesheil- und Pflegeanstalt Valduna (1941). 263 Patienten wurden nachweislich ermordet, weitere 68 starben an den Folgen der Deportation.Gernot Egger: Ausgrenzen-Erfassen-Vernichten, Arme und „Irre“ in Vorarlberg. Studien zur Geschichte Vorarlbergs Band 7, Bregenz 1990, S. 195f

Wirken in der Nachkriegszeit Nach dem Einrücken französischer Einheiten in Vorarlberg Ende April 1945 wurde Walter Didlaukies im Lager Lochau interniert. Anfang 1947 tauchte Didlaukies als Mitarbeiter des diakonischen Unternehmers Karl Pawlowski in Bielefeld auf. Er wurde mit dem Aufbau der Flüchtlingssiedlung Espelkamp und der Geschäftsführung der dortigen Einrichtungen des Evangelischen Hilfswerks Westfalen betraut.Gerald Schwalbach: Der Kirche den Blick weiten. Karl Pawlowski (1898–1964) – diakonischer Unternehmer an den Grenzen von Kirche und Innerer Mission. Bielefeld 2012, S. 312ff Er trat dort mit veränderter Berufsbiographie als „ehemaliger Landrat von Memel“ in Erscheinung. Diese Position hatte er nie innegehabt.Ruby Simon: Geschichte lebendig 1945–1959. Espelkamp, Lübbecke 1986, S. 55 Ab 1951 gelang Walter Didlaukies der Wiedereinstieg in den Staatsdienst der jungen Bundesrepublik. Er war als Oberregierungsrat, später Ministerialrat, in Köln und Bonn tätig.

Einzelnachweise

Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Landrat (Österreich 1938–1945) Kategorie:Ministerialbeamter (Deutschland) Kategorie:Jurist (Nationalsozialismus) Kategorie:Jurist in der Kommunalverwaltung Kategorie:Geboren 1908 Kategorie:Gestorben 1986 Kategorie:Mann Kategorie:Jurist im Kirchendienst Kategorie:Deutscher