Die Liste abgegangener Bauwerke in Lübeck-Travemünde enthält Bauten des Lübecker Stadtteils Travemünde, die nicht mehr existieren.
Die Bauwerke sind nach Straßennamen und Hausnummern geordnet, wobei – außer in Ausnahmefällen – die heutige Straßeneinteilung und das heute verwendete Hausnummernschema zugrunde gelegt werden.
Bauten ohne Straßenzuordnung Bezeichnung Standort Erbaut Zerstört Besonderheiten und Anmerkungen AbbildungPriwall-Hütte des Touristenvereins „Die Naturfreunde“, Ortsgruppe Lübeck e.V.Priwall19231939Die Lübecker Ortsgruppe der Naturfreunde errichtete ihr erstes Haus auf dem Priwall in Eigenleistung 1923. 1939 wurden Grundstück und Gebäude enteignet, da der gesamte Priwall als militärisches Sperrgebiet an die Erprobungsstelle See fiel, das Haus wurde abgebrochen.zentriert|80pxPferderennbahnPriwall18821940Die 1882 eröffnete Pferderennbahn (erste Rennen fanden am 5. u. 6. August 1882 statt) wurde während der militärischen Nutzung des Priwalls 1940 beseitigt.zentriert|80px zentriert|80pxTribüne der PferderennbahnPriwall190419401904 wurde für die Pferderennbahn eine zerlegbare Holztribüne angeschafft, die nach der Beseitigung des Rennplatzes 1940 nicht mehr benötigt wurde.zentriert|80pxRestauration der PferderennbahnPriwall1905Bis 1905 verfügte die Rennbahn über einen Restaurationspavillon; nach seinem Abbruch erfolgte die Bewirtung der Zuschauer in einem Restaurantzelt.zentriert|80pxSeetempelSüdende des Brodtener Ufers18201872Der Pavillon am Rand der Steilküste findet Erwähnung in Thomas Manns Roman Buddenbrooks. Das Bauwerk wurde beim Ostseesturmhochwasser 1872 zerstört.zentriert|80pxWasserturm19061977Für das neue Hochdruckwassernetz wurde auf dem Kalvarienberg ein 33 Meter hoher Wasserturm errichtet, über dessen Eingangstür sich der Lübecker Adler und die Jahreszahl 1906 befanden. Obwohl ursprünglich nicht für diesen Zweck vorgesehen, wurde der Turm dank seiner umlaufenden Galerie auch als Aussichtsturm genutzt. Nach der Erneuerung des Wassernetzes in den 1970er Jahren war der Wasserturm überflüssig geworden; da sich kein Interessent für die Übernahme und Weiterführung als Aussichtsturm fand, wurde er 1977 abgetragen.zentriert|80px
Am Leuchtenfeld Adresse oder Standort Bezeichnung Erbaut Zerstört Besonderheiten und Anmerkungen AbbildungStandort: Äußerstes Ostende des LeuchtenfeldsRedoute18111814Zum Schutz der Travemündung vor britischen Angriffen ließ die französische Besatzungsmacht ab April 1811 am äußersten Ostende des Leuchtenfelds, bei der Einmündung des Flusses in die Ostsee, eine Festungsanlage errichten, wozu die Bewohner der Umgegend zur Zwangsarbeit herangezogen wurde. Die Befestigung in Form eines unregelmäßigen Achtecks von Wällen und einem massiven Zentralbau sah niemals Kampfhandlungen und wurde auf Befehl des schwedischen Generals Charles de Suremain vom 30. März 1814 durch einen Militäringenieur kartographisch aufgenommen und anschließend für 800 Courantmark auf Abbruch verkauft.zentriert|80pxStandort: Äußerstes Ostende des LeuchtenfeldsSchanze18481867Mit Ausbruch des Schleswig-Holsteinischen Kriegs wurde auf Anordnung des Deutschen Bundes die Küste in Verteidigungsbereitschaft versetzt, da man eine Ausweitung der Feindseligkeiten befürchtete. Am 3. Mai wurden Einheiten des Lübecker Militärs in Travemünde einquartiert und legten dort unter anderem eine mit 16 Geschützen bestückte Schanze auf dem Leuchtenfeld an. Ein Angriff auf Travemünde erfolgte jedoch während des gesamten Kriegs nicht. 1853 wurde das vorhandene Material verkauft, nur einige Kanonen blieben in unverwendbarem Zustand zurück. Die Schanze wurde dem Verfall überlassen, ihre Wälle dienten in den folgenden Jahren Badegästen als Aussichtspunkte. 1867 wurde die Anlage eingeebnet.zentriert|80px
Am Priwallhafen Adresse und/oder Standort Bezeichnung Erbaut Zerstört Besonderheiten und Anmerkungen AbbildungHeute nicht mehr vorhandener Uferabschnitt am Anfang des PassathafensKohlenhof18341964Da die Dampfschiffe der 1830 eröffneten Linie nach St. Petersburg in Travemünde Kohlen bunkern mussten, wurde 1832 zunächst ein provisorischer Lagerplatz für Steinkohle auf dem Leuchtenfeld ausgewiesen. 1834 entstand als Dauereinrichtung der Kohlenhof auf dem Priwall. Das Kohlelager wurde überflüssig, nachdem die Dampfschiffe durch den Ausbau der Trave bis nach Lübeck weiterfahren konnten. Der Kohlenhofpavillon und der zugehörige Kai dienten fortan als Fährhaus und Anleger der mittleren Priwallfähre. Bei der Verbreiterung des Travefahrwassers 1963/64 musste hier die Uferlinie zurückverlegt werden, wodurch die Bauten des Kohlenhofs verschwanden. An ihn erinnert der damals neu erbaute Kohlenhofkai für Fischkutter und Privatboote.zentriert|80px
Auf dem Baggersand Adresse oder Standort Bezeichnung Erbaut Zerstört Besonderheiten und Anmerkungen Abbildung Auf dem Baggersand 15 Fabrikationshallen der Firma Alfred Hagelstein2018zentriert|80px
Außenallee Adresse oder Standort Bezeichnung Erbaut Zerstört Besonderheiten und Anmerkungen AbbildungAußenallee 6Hansa-Haus, später Hansa-Hotel18731971Das Hansa-Haus war ursprünglich als Ersatz für das beim Ostseesturmhochwasser 1872 zerstörte Warmbadehaus errichtet worden; im Erdgeschoss befanden sich die Baderäume, im oberen Stockwerk Gästezimmer. Nachdem 1884 neben dem Kurhaus ein neues Warmbadehaus errichtet worden war, wurde das Gebäude komplett zum Hotel umgebaut und wechselte entsprechend seinen Namen. 1971 wurde das Hansa-Hotel für den Bau des Maritim Travemünde abgerissen.zentriert|80pxAußenallee 8Lembke-Haus18241967Der Lübecker Protonotar Christian Heinrich Lembke, Mitbegründer des Seebads Travemünde, ließ sich dieses klassizistische Sommerhaus als erste private Villa des Bades von Joseph Christian Lillie errichten. Das „Lembkehaus“ hätte auch „Haus Behrens“ heißen können, da diese es nach Lembkes Tod 120 Jahre lang besaß. Nach dem Luftangriff auf Lübeck wurden hier einige Familien einquartiert. Als neuer Besitzer ließ die Stadt, deren Senat das Haus nicht erhalten wollte, das Haus verfallen. Ab 1965 stand es leer und wuchs zu. Mit einer Spende von 150.000 DM setzen sich die Bürger für den Erhalt des Hauses ein. Nachdem es eine Brandstiftung am 14. Juli 1967 weiter beschädigte, riss man am 11. November seine beiden Seitenflügel und in der Woche darauf den Mitteltrakt ab.zentriert|80pxAußenallee 10Autoliebchen; ursprünglich Warmbadehaus, zuletzt Kurhaus-Klause18842004Da die Warmbadeeinrichtungen im Hansa-Haus (siehe Außenallee 6) zu klein bemessen waren, wurde unmittelbar neben dem Kurhaus ein separates neues Warmbadehaus mit 12 Badekabinen errichtet. Nach der Fertigstellung des neuen Warmbads 1901 wurde es nicht mehr benötigt und 1914 zu einem Hotel-Restaurant umgebaut, das über eigene Garagen verfügte und sich an das neue Gästesegment der Autofahrer richtete; entsprechend lautete der Name des Hauses Autoliebchen. In den 1920er Jahren wurde das Gebäude mit einem festen Garagenanbau erweitert und nach dem Zweiten Weltkrieg in Kurhaus-Klause umbenannt. 2004 wurde es wegen Baufälligkeit im Zuge der Modernisierungsarbeiten am Kurhaus abgerissen; an seiner Stelle befindet sich heute ein Parkplatz.zentriert|80pxAußenallee 10 (ursprünglich: Im Badegarten 178)Kurhaus bzw. Gesellschaftshaus oder Speisehaus18021912Das erste Kurhaus Travemündes entstand nach einem Entwurf Joseph Christian Lillies. Das ursprünglich kleinere Gebäude wurde im Verlauf des 19. Jahrhunderts zweimal erweitert, womit der bauliche Zustand erreicht war, der bis zum Abriss zugunsten eines Neubaus Bestand hatte.zentriert|80px zentriert|80pxUrsprüngliche Adresse: Im Badegarten 176Chinesischer Pavillon18021835Der Pavillon neben dem Kurhaus wurde gleichfalls von Joseph Christian Lillie entworfen.zentriert|80pxUrsprüngliche Adresse: Im Badegarten 176Arkadenhaus18361960Das Gebäude neben dem Kurhaus trat an die Stelle von Lillies Chinesischem Pavillon und beherbergte eine Konditorei, ein Lesezimmer, ein Billardzimmer sowie im Obergeschoss Gästezimmer. Es wurde abgebrochen, um Platz für den Bau des neuen Kursaals zu schaffen.zentriert|80pxAußenallee 10Logierhaus18041861Das in ortstypischem Fachwerk errichtete, reetgedeckte Logierhaus mit den zwei vorspringenden Flügeln befand sich unmittelbar neben dem Arkadenhaus und diente als Unterkunft für bis zu 20 schwache und kranke Badegäste.zentriert|80pxAußenallee 10Schweizerhaus1861/621960Das nicht mehr zeitgemäße Logierhaus von 1804 wurde 1861 abgebrochen und durch einen Neubau mit ähnlichem dreiflügligem Grundriss ersetzt. Aus nicht mehr nachvollziehbaren ästhetischen Erwägungen heraus wurde das Gebäude in schweizerisch-alpinem Stil aufgeführt. Im Winter 1960 wurde das Schweizerhaus zusammen mit dem angrenzenden Arkadenhaus für den Bau des Kursaals abgerissen, der seinerseits 2002 einem neuen Hotelbau weichen musste.zentriert|80pxMusikpavillon18241903Der Musikpavillon vor dem Kurhaus diente den Konzerten der Kurkapelle. Am 3. Februar 1903 wurde der Abbruch zugunsten eines erheblich größeren Neubaus beschlossenzentriert|80pxMusikpavillon19031962Der zweite Musikpavillon (links im Bild), errichtet am selben Ort wie sein Vorgänger. 1962 abgerissen und ersetzt durch einen Nachfolgebau, der dichter am Meer im Brügmanngarten steht.zentriert|80px
Backbord Adresse oder Standort Bezeichnung Erbaut Zerstört Besonderheiten und Anmerkungen AbbildungBackbord 27Während des Ersten Weltkriegs Weddigenheim19141981Die erst kurz zuvor erbaute Villa wurde von Hamburger Kaufleuten am 27. Januar 1915 der Kaiserlichen Marine als Erholungsheim für U-Boot-Offiziere zur Verfügung gestellt und erhielt zu Ehren von Otto Weddigen den Namen Weddigenheim. Nach dem Ersten Weltkrieg diente sie wieder als Wohnhaus. Seit ihrem Abbruch 1981 gibt es in der Straße Backbord kein Haus mit der Nummer 27 mehr.zentriert|80px
Bertlingstraße Adresse oder Standort Bezeichnung Erbaut Zerstört Besonderheiten und Anmerkungen AbbildungBertlingstraße 21Strandbahnhof19001911Der erste Strandbahnhof in sehr einfacher Holz- und Fachwerkbauweise war ein Provisorium und wurde bereits nach 11 Jahren durch den heute noch bestehenden Nachfolgebau ersetzt.zentriert|80px
Europaweg Adresse oder Standort Bezeichnung Erbaut Zerstört Besonderheiten und Anmerkungen AbbildungEuropaweg 3; von Europaweg, Ivendorfer Landstraße und Ostseestraße begrenzte LiegenschaftPommernzentrum19882025Das Pommernzentrum der Pommerschen Landsmannschaft war eine Anlage, die aus den Bauten der Kultureinrichtung Ostsee-Akademie als Kernstück und einer zugehörigen Wohnsiedlung bestand. 2015 wurde die Ostsee-Akademie aufgelöst und 2017 der Komplex veräußert. Im September begannen die Abrissarbeiten, um Platz für die Neuerrichtung eines gemischten Wohn- und Gewerbegebiets zu schaffen.zentriert|80px
Grönlandstraße Adresse und/oder Standort Bezeichnung Erbaut Zerstört Besonderheiten und Anmerkungen AbbildungGrönlandstraße 78Gneversdorfer Mühle18501907Die Getreidemühle, ein Galerieholländer, brannte 1907 ab und wurde nicht wiederaufgebaut. Erhalten blieb nur der aus Ziegelmauerwerk aufgeführte achteckige Unterbau, der noch heute existiert und mittlerweile zum Ferienhaus umgebaut wurde.zentriert|80px
Gneversdorfer Weg Adresse und/oder Standort Bezeichnung Erbaut Zerstört Besonderheiten und Anmerkungen AbbildungGneversdorfer WegStellwerk Trw2003Stellwerk am Bahnübergang Gneversdorfer Weg, Nordseite
Helldahl