mini|220px|Die katholische Pfarrkirche St. Martin in Schwalbach mini|Weitere Ansicht der Kirche mini|Blick ins Innere der Kirche mini|Blick vom Altarraum zur Orgelempore
Die Kirche St. Martin ist eine römisch-katholische Pfarrkirche im saarländischen Schwalbach, Landkreis Saarlouis. Kirchenpatron ist der heilige Martin. In der Denkmalliste des Saarlandes ist die Kirche als Einzeldenkmal aufgeführt.
Geschichte Die Kirche wurde in den Jahren 1905 bis 1907 nach Plänen des Architekten Ernst Brand erbaut. Von 1945 bis 1950 erfolgte der Wiederaufbau.Informationen zur Pfarrkirche St. Martin Auf: www.kunstlexikonsaar.de, abgerufen am 10. Juli 2013
Im Jahr 2007 erfolgte die Zusammenlegung der Pfarrei St. Martin, sowie den vier anderen Pfarreien der Gemeinde Schwalbach, Herz Jesu in Griesborn, Mariä Himmelfahrt in Elm-Sprengen, St. Josef in Elm-Derlen und St. Laurentius in Hülzweiler, zur Pfarrei Heilig Kreuz. Die Kirche St. Martin erhielt dabei den Status der Pfarrkirche. Auf: www.schwalbach-griesborn.de, abgerufen am 20. Mai 2014St. Martin Auf: www.nacht-der-kirchen-saar.de, abgerufen am 20. Mai 2014
Architektur und Ausstattung Das Kirchengebäude wurde im Stil der Neugotik errichtet. Bei der architektonischen Grundform des Gotteshauses handelt es sich um eine Basilika. Das Langhaus, gegliedert in ein Mittelschiff und zwei niedrigere Seitenschiffe, ist unterteilt in vier Joche. An das Langhaus schließt sich ein Querhaus an, daran ein fünfseitiger Chorraum mit polygonalem Abschluss. Als Grundriss ergibt sich somit die Form eines Lateinischen Kreuzes. Die Decken der Schiffe werden von Kreuzrippengewölben geformt.
Die Bleiglasfenster entwarf der Glasmaler Tristan Ruhlmann (Hagenau im Elsass) in den Jahren 1954 bis 1956, wobei die Chormittel-, Epistel- und Evangelienfenster erst 1972/73 gefertigt wurden. Auch die Ausstattungen von zwei Kapellen in der Kirche stammen von Ruhlmann.
Weitere Ausstattungsgegenstände sind drei reich gestaltete Altäre (Hochaltar, zwei Seitenaltäre), diverse Figuren von Heiligen, ein Triumphkreuz, eine Pietà, ein Taufstein, Beichtstühle, sowie die Kreuzwegstationen.Der Hochaltar ist in Form eines gotisierenden Flügelaltars gestaltet. Die vier Tafeln des Retabels zeigen in Reliefs Szenen aus dem Neuen Testament: Die Geburt Christi, das letzte Abendmahl, die Kreuzigung Christ und die Auferstehung Christi.Der Josefsaltar auf der rechten Seite stammt noch aus der Vorgängerkirche.
Am Außenbau über dem Seitenportal befindet sich ein Mosaik mit der Darstellung des heiligen Martin. Auf dem Vorplatz der Kirche steht eine von Rudolf Schilling (München) stammende Mariensäule von 1954.
Orgel Die Orgel wurde 1964 durch die Orgelbaufirma Seifert erbaut. Es handelt sich dabei um das größte geschaffene Instrument der Orgelbaufirma.
Technisch verwendete man Taschenladen als Windladen, wobei Spiel- und Registertraktur elektropneumatisch gebaut wurden. Dies ermöglicht ein leichtgängiges Spiel, auch bei voller Registrierung mit Einsatz der Manualkoppeln.
Der Spieltisch ist seitlich angeordnet, was dem Organisten einen ungestörten Blick hin zum Altarraum ermöglicht. An Stelle einer Setzeranlage stehen drei freie Kombinationen sowie eine weitere freie Pedalkombination als Spielhilfen zur Verfügung. Ein Crescendotritt (Registerschweller) ermöglicht das unkomplizierte Zuschalten festgelegter Register bis hin zum vollen Orgelklang im Tutti.
Aufgrund zahlreicher Defekte wird das Instrument derzeit nicht mehr zur Gemeindebegleitung genutzt.
Das Instrument besitzt vier Manuale und 58 (59) Register, wobei fünf Pedalregister aufgrund eines Defekts stillgelegt wurden. Sie besitzt folgende Disposition:Nähere Infos zur Seifert-Orgel auf Organindex.de
I Hauptwerk C-g3 1. Prinzipal 16′ 2. Prinzipal 8′ 3. Flachflöte 8′ 4. Grobgedackt 8′ 5. Salizional 8′ 6. Oktave 4′ 7. Blockflöte 4′ 8. Quinte ′ 9. Oktave 2′ 10. Mixtur V-VII 11. Cornett V 12. Trompete 8′ 13. Schalmey 4′ II Schwellwerk C-g3 14. Pommer 16′ 15. Italienisch Prinzipal 8′ 16. Rohrflöte 8′ 17. Gamba 8′ 18. Vox angelica 8′ 19. Praestant 4′ 20. Spitzgedackt 4′ 21. Quintflöte ′ 22. Prinzipal 2′ 23. Sifflöte 1′ 24. Sesquialter II 25. Mixtur IV-VI 26. Zimbel IV 27. Fagott 16′ 28. Trompette harm. 8′ 29. Vox humana 8′ Tremolo III Brüstungspositiv C-g3 30. Rohrgedackt 8′ 31. Prinzipal 4′ 32. Waldflöte 4′ 33. Nasat ′ 34. Flöte 2′ 35. Scharff IV 36. Rohrschalmey 8′ Tremolo IV Kronwerk C-g3 37. Quintade 8′ 38. Gedackt 8′ 39. Spitzflöte 4′ 40. Flageolet 2′ 41. Terz ′ 42. Larigot ′ 43. Carillon 44. Zimbel III 45. Musette 8′ Tremolo Pedal C-f1 46. Prinzipalbass 16′ 47. Subbass 16′ Pommer (= Nr.14) 16′ 48. Quintbass ′ 49. Oktavbass 8′ 50. Gedacktbass 8′ (*) 51. Choralbass 4′ (*) 52. Querflöte 4′ (*) 53. Nachthorn 2′ (*) 54. Hintersatz V (*) 55. Bombarde 32′ 56. Posaune 16′ 57. Basstrompete 8′ 58. Clairon 4′ Koppeln: Normalkoppeln: II/I, III/I, IV/I, III/II, IV/II, IV/III, I/P, II/P, III/P, IV/P Suboktavkoppeln: II/I, III/I, IV/I, III/II, IV/II, IV/III Spielhilfen: 3 freie Kombinationen, 1 freie Pedalkombination, Tutti, Zungengeneralabsteller, Zungeneinzelabsteller, 16′-Absteller, Mixturenabsteller, Crescendotritt Anmerkung: (*) = Register stillgelegt
Glocken Bereits im Jahr 1922 wurden für die Kirche vier Bronzeglocken von der Glockengießerei Otto in Hemelingen/Bremen gegossen.
Die Disposition des Geläutes lautete wie folgt: +Glocken der Kirche St. Martin Schwalbach, 1922 bis 1944GlockeSchlagtonDurchmesserGlockengießereiGussjahr1H°1670 mmOtto in Hemelingen/Bremen19222dis'1290 mmOtto in Hemelingen/Bremen19223fis'1100 mmOtto in Hemelingen/Bremen19224gis'960 mmOtto in Hemelingen/Bremen1922 Das Geläut wurde laut Archiven der Glockengießerei im Zweiten Weltkrieg zerstört.
Das heutige Geläut der Kirche besteht aus sechs Bronzeglocken mit den Schlagtönen H° - dis' - fis' - gis' - h' - cis'. Somit wurden die Schlagtöne des Geläutes aus der Vorkriegszeit nach dem Wiederaufbau der Kirche reproduziert und nach oben hin um zwei weitere Glocken ergänzt.
Literatur
Einzelnachweise
Weblinks
Pfarrei Heilig Kreuz, Schwalbach/Saar Glockengeläut – Schwalbach (Saar), St. Martin (Video mit Ton)
Schwalbach, Martin Schwalbach, Martin Schwalbach Kategorie:Baudenkmal in Schwalbach (Saar) Kategorie:Erbaut 1907 Schwalbach, Martin Schwalbach, Martin