Dieser Artikel behandelt nur Kulturgut in der Stadt Santa Cruz de Tenerife. Für Kulturgut in der nach der Stadt benannten Provinz gibt es in der spanischsprachigen Wikipedia eine Übersicht.

Seit 1985 sind in Spanien die Autonomen Gemeinschaften zusammen mit den Gemeinden für den Schutz von Kulturgütern (Bien de Interés Cultural) verantwortlich. Die Kulturgüter werden zentral in Madrid in das Registro General de Bienes de Interés Cultural beim Ministerio de Educación, Cultura y Deporte eingetragen. Das Register ist online einsehbar.

Bei einigen der aufgeführten Kulturgütern besteht nur die Ankündigung der Erklärung zum Bien de Interés Cultural (Anotación preventiva). Sie sind aber bereits in das Register eingetragen.

Archäologischer Bereich Auf dem Gebiet der Stadt Santa Cruz de Tenerife gibt es außerhalb des Stadtzentrums drei archäologische Fundstellen, die als Bien de Interés Cultural geschützt sind: Im Barranco del Muerto fand man eine Reihe von Felszeichnungen, die zu den ältesten der Inseln zählen. Es sind figürliche und geometrische Motive, die in das Gestein geritzt wurden. ARI-55-0000756 / ARI-55-0000355 In der Archäologischen Fundstelle Lomo Gordo finden sich Felsmalereien, die zum Teil auf Basaltformationen gemalt sind, die auf natürliche Entstehung zurückzuführen werden. RI-55-0000688 Im Barranco del Pilar befinden sich Steinformationen, die Rückschlüsse auf verschiedene geologische Vorgänge ermöglichen. ARI-55-0000356

Ethnologischer Bereich mini|Molino de Barranco Grande La Gallega Molino de Gofio del Risco de las Pencas ist eine Gofiomühle, die in einem heute schwer zugänglichen Gebiet etwa 150 m über dem Meeresspiegel liegt. Sie ist von ethnologischer Bedeutung, weil es in ihrer Umgebung Terrassen für die Landwirtschaft gab, die über ein Netz von Kanälen bewässert wurden, aus denen auch das Wasser für den Betrieb der Mühle stammte. RI-55-0000690 Von der Windmühle Molino del Llano del Moro, die etwa 585 m über dem Meeresspiegel lag, sind heute nur noch wenige Überreste vorhanden. Zu dem Ensemble gehören auch die Reste eines Hauses des Müllers. RI-51-0010632

Historischer Bereich Die Mühle Molino de Cuevas Blancas war eine der typischen Windmühlen, wie sie auf verschiedenen Bildern des Ortes Santa Cruz de Tenerife im 16. Jahrhundert zu sehen sind. Das Gebäude war seit 1974 dem Verfall preisgegeben. Das geschützte Gebäude der Mühle Molino de Barranco Grande ist die Ruine einer Windmühle.

Ensemble von historischer Bedeutung Innerhalb der Innenstadt sind drei Bereiche als Historische Ensembles (Bien de Interés Cultural, Conjunto Histórico) unter Denkmalschutz gestellt worden.

El Antiguo Santa Cruz (Das alte Santa Cruz) Im Jahr 2007 wurde ein Gebiet der Innenstadt von Santa Cruz de Tenerife unter Denkmalschutz gestellt, in dem sich die ersten Ansiedlungen des Ortes befunden hatten. Die heutige Bebauung des Gebietes entspricht nicht mehr der überlieferten Struktur, sondern spiegelt die Entwicklung der Stadt seit dem 18. Jahrhundert wider. Innerhalb des geschützten Bereiches befinden sich einige Gebäude, die auch als Einzelbauwerke geschützt sind, wie die Kirche Nuestra Señora de la Concepción, das Museo de la Naturaleza y el Hombre oder das Teatro Guimerá. Dieser Teil der Stadt wurde im Jahr 2007 unter der Nummer RI-53-0000607 als Kulturgut unter Schutz gestellt.

Barrio de los Hoteles – Pino de Oro (Stadtteil Pino de Oro) mini|Palacete Martí Dehesa im Barrio de Los Hoteles Der Stadtteil Barrio de Los Hoteles-Pino de Oro wurde Ende des 19. Jahrhunderts für die gehobenen Wohnansprüche der wohlhabenden Geschäftsleute errichtet. Innerhalb des geschützten Bereiches befindet sich der Parque García Sanabria die Plaza del 25 de Julio und das Rathaus. RI-53-0000394 Der Stadtteil ist auch als „Conjunto Histórico Artístico Ciudad Jardín“ bekannt. Dieser Teil der Stadt wurde im Jahr 2007 unter der Nummer RI-53-0000394 als Kulturgut unter Schutz gestellt.

Conjunto Histórico Artístico El Toscal (Historischer Stadtteil El Toscal) Im Stadtteil El Toscal befanden sich bis in das 18. Jahrhundert einige Gärten oder Brachland. Im Jahr 1779 wurde die Kirche des Franziskanerklosters fertiggestellt. Heute findet man hier noch Gebäude die um die Wende zum 20. Jahrhundert von der Sociedad de Construcciones Económicas El Progreso, einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft, als einfache einstöckige Einfamilienhäuser errichtet wurden. ARI-53-0000395 Dieser Teil der Stadt wurde im Jahr 2007 unter der Nummer ARI-53-0000395 als Kulturgut unter Schutz gestellt.

Baudenkmale Kirchen

Iglesia de Nuestra Señora de la Concepción mini|Nuestra Señora de la Concepción Die Kirche stammt aus den ersten Jahren des 16. Jahrhunderts. Nach einem Brand am 2. Juli 1652 wurde sie neu aufgebaut. Die heute fünfschiffige Kirche enthält eine große Anzahl von bedeutenden Kunstwerken der Plastik, Malerei und Goldschmiedekunst. Das Gebäude und die Umgebung wurden im Jahr 2008 unter der Nummer RI-51-0004924 als Kulturgut unter Schutz gestellt.

Iglesia Parroquial de San Francisco mini|Innenraum der Kirche San Francisco

Die Kirche des ehemaligen Franziskanerklosters wird seit der Säkularisation des Klosters im Jahr 1821 als Gemeindekirche genutzt. Bei der Bevölkerung ist die Kirche besonders wegen der stark verehrten Darstellung des Señor de las Tribulaciones bekannt. Das Gebäude und die Umgebung wurden im Jahr 2008 unter der Nummer RI-51-0008731 als Kulturgut unter Schutz gestellt.

Ermita de San Telmo mini|Ermita de San Telmo Die Kapelle San Telmo wurde in der Mitte des 16. Jahrhunderts erbaut. Sie war die Kirche der Fischervereinigung. Lange Zeit befand sich das Kreuz, das Alonso Fernandez de Lugo bei der Gründung des Ortes Santa Cruz aufgestellt hatte, in diesem Gebäude. Im Jahr 1650 besetzten Franziskaner die Kirche und begannen in der Nähe mit der Errichtung eines Klosters. Dieses Vorhaben wurde von den Geistlichen der Pfarrkirche Nuestra Señora de la Concepción dadurch unterbunden, dass sie in Madrid ein Verbot der Klostergründung erreichten. Im Jahr 1893 bekam die Kirche einen 90 Meter hohen Turm, der allerdings bereits 1918 wegen Bauschäden wieder abgerissen werden musste. Ab November 1929 war die Ermita San Telmo Kirche der gleichnamigen Gemeinde. Trotz einer Renovierung im Jahr 1997 wird die Ermita de San Telmo heute (2013) nur an wenigen Feiertagen genutzt. Das Gebäude und die Umgebung wurden im Jahr 2004 unter der Nummer RI-51-0007043 in die Liste der Kulturgüter eingetragen.

In der Stadt Santa Cruz de Tenerife gibt es noch eine ganze Anzahl von Kirchen, die von bedeutender künstlerischer oder historischer Bedeutung sind, die aber z. Zt. (2013) nicht zum geschützten Kulturgut (Bien de Interés Cultural) erklärt wurden.

Öffentliche Einrichtungen

Casas Consistoriales mini|Rathaus der Stadt Santa Cruz de Tenerife Das Rathaus der Stadt Santa Cruz de Tenerife wurde von dem aus Motril in der Provinz Granada stammenden Architekten Antonio Pintor y Ocete (* 1862; † 1946) entworfen. Der Bau wurde 1899 begonnen und 1916 abgeschlossen. Die Türen des Haupteingangs wurden von dem ortsansässigen Künstler Francisco Marichal geschaffen. Das Deckengemälde im Plenarsaal mit dem Titel La Verdad venciendo al Error (Die Wahrheit besiegt den Irrtum) im Plenarsaal stammt von dem Maler González Méndez. Die Rundbogenfenster wurden von der Firma Eudaldo Amigó in Barcelona nach Entwürfen von Enric Monserdá hergestellt. Das Gebäude wurde im Jahr 2005 unter der Nummer RI-51-0007041 in die Liste der geschützten Kulturgüter eingetragen.RI-51-0007041

Museo Municipal de Bellas Artes de Santa Cruz de Tenerife mini|Museo de Bellas Artes Das Städtische Museum der Schönen Künste in Santa Cruz de Tenerife wurde in den Jahren 1929 bis 1938 erbaut. Es befindet sich auf dem Westteil des Grundstücks auf dem sich vorher das Franziskanerkloster San Pedro Alcantara befand. Das Gebäude wurde zusammen mit dem Gerichtsgebäude, das sich auf dem Ostteil des Grundstücks befindet, von dem Architekten Eladio Laredo Carranza entworfen. An der neoklassizistische Fassade befinden sich sieben Porträtbüsten von Personen, die auf der Insel Teneriffa geboren wurden. Es sind dies 1. der Komponist Teobaldo Power y Lugo-Viña, 2. der Sprachwissenschaftler Juan de Iriarte y Cisneros, 3. der Dichter Antonio de Viana, 4. der Schriftsteller Miguel Villalba Hervás, 5. der Ingenieur Agustín de Betancourt y Molina, 6. der Schriftsteller Àngel Guimerà i Jorge und 7. der Historiker José Viera y Clavijo. Das Museum ist im Besitz einer Sammlung von Kunstwerken kanarischer Künstler. Eine umfangreiche Sammlung niederländischer Kunst ist eine Leihgabe des Prado-Museums in Madrid. Die städtische Bibliothek, die früher auch in diesem Gebäude untergebracht war, befindet sich heute im Tenerife Espacio de las Artes. Das Gebäude wurde im Jahr 2008 unter der Nummer RI-51-0001343 als Kulturgut unter Schutz gestellt. mini|Antigua Financiera Canaria

La Financiera Das Gebäude der Financiera Canaria an der Avenida Tres de Mayo in Santa Cruz de Tenerife wurde im Jahr 1957 nach den Plänen des Architekten Luis Cabrera y Sánchez-Real als Geschäftshaus erbaut. Heute befindet sich dort die Zentrale der Stadtpolizei von Santa Cruz. Der Entwurf zeichnet sich dadurch aus, dass nach einem großen Erdgeschoss und einem eben so großen Zwischengeschoss die restlichen vier Stockwerke wie eine umgekehrte Pyramide von unten nach oben an Größe zunehmen. Das Gebäude wurde im Jahr 2005 unter der Nummer RI-51-0010987 in die Liste der geschützten Kulturgüter eingetragen.

Escuela de Artes Aplicadas y Oficios Artísticos Die ehemalige Escuela de Artes Aplicadas y Oficios Artísticos (Schule für Angewandte Kunst und Handwerksberufe) wurde von Manuel de Oraá y Arcocha entworfen. Sie befindet sich an der Plaza Ireneo González in Santa Cruz de Tenerife. Der Figurenschmuck der Fassade stammt von Gumersindo Robayna. Das Gebäude wurde als Schulgebäude geplant und ab 1894 als Kunst- und Kunstgewerbeschule genutzt, bis diese Institution als Fakultät der Universität La Laguna ein neues Gebäude im Westen der Stadt Santa Cruz de Tenerife erhielt. Das Gebäude und die Umgebung wurden im Jahr 2005 unter der Nummer RI-51-0007042 in die Liste der Kulturgüter eingetragen.

Teatro Guimerá mini|Teatro Guimera Guimera Nach der Desamortisation in Spanien wurden alle Gebäude des Dominikanerklosters abgerissen. Auf dem Gelände wurden das Teatro Guimerá und eine Markthalle gebaut. Die Entwürfe für beide Bauwerke stammten von dem Architekten Manuel de Oraá y Arcocha. Das im Jahr 1851 fertiggestellte Theater ist das älteste auf den Kanarischen Inseln. Der erste große Umbau der Innenräume wurde 1911 nach den Plänen von Antonio Pintor durchgeführt. Ein zweiter Umbau fand in den Jahren 1989 bis 1991 statt. Das Theater diente nicht nur für Theateraufführungen, sondern war auch Schauplatz von Filmvorführungen, Konferenzen und Bällen. Lange Zeit stand es auch im Zentrum der Karnevalsveranstaltungen. Bis zur Eröffnung des Auditorio de Tenerife „Adán Martín“ im Jahr 2003 war das Theater auch der Sitz des Orquesta Sinfónica de Tenerife. Mit der Benennung nach Àngel Guimerà i Jorge (Ángel Guimerá y Jorge in kastilischer Sprache) wird ein Schriftsteller geehrt, der in Santa Cruz de Tenerife geboren ist. Er lebte seit seiner Kindheit auf dem Festland und schrieb seine Werke in katalanischer Sprache. Das Gebäude und die Umgebung wurden im Jahr 2008 unter der Nummer RI-51-0004828 als Kulturgut unter Schutz gestellt.

Antiguo Mercado mini|Centro de Arte La Recova