Die Altonaer Architektengemeinschaft von Ludwig Raabe und Otto Wöhlecke war ein für Hamburg wichtiges Architekturbüro, das vor dem Ersten Weltkrieg viele repräsentative Bauwerke sowie zahlreiche Bahnhöfe für die Ringstrecke der Hoch- und Untergrundbahn entwarf.

Ludwig Raabe (* 13. August 1862 in Holstein, in der Nähe von Kiel; † 4. April 1931) studierte an der Technischen Hochschule Hannover Architektur. Er war ein Schüler von Conrad Wilhelm Hase sowie Mitglied der Bauhütte zum Weißen Blatt und ist damit der Hannoverschen Schule zuzurechnen. Nach dem Studium arbeitete er bei dem renommierten Altonaer Architekten Albert Winkler.Raabe, Ludwig, auf Architekten und Künstler mit direktem Bezug zu Conrad Wilhelm Hase (1818–1902), abgerufen am 20. April 2024.

Otto Wöhlecke (* 7. April 1872 in Magdeburg; † 28. März 1920 in Bad Lauterberg im Harz) studierte ebenfalls an der Technischen Hochschule Hannover Architektur und wurde hier 1892 Mitglied des Corps Slesvico-Holsatia.Corps Slesvico-Holsatia, Corpsliste, Wintersemester 1981/82, S. 34, Nr. 196 Auch er war wie Albert Winkler und Ludwig Raabe ein Schüler von Conrad Wilhelm Hase und damit ein Vertreter der Hannoverschen Schule.Wöhlecke, Otto, auf Architekten und Künstler mit direktem Bezug zu Conrad Wilhelm Hase (1818–1902)

Nach dem Tod von Albert Winkler im Jahr 1901 übernahmen Ludwig Raabe und Otto Wöhlecke dessen Büro, das Raabe nach dem Tod von Wöhlecke im Jahr 1920 zunächst alleine weiterführte, bis er 1927 Kurt Stoltenberg als Partner aufnahm. 1930 übernahm Stoltenberg das Büro Raabe & Wöhlecke und führte es unter seinem eigenen Namen weiter.

Der von Raabe & Wöhlecke verwendete Baustil wird auch als Hamburger Reformarchitektur bezeichnet. Es war ein Versuch, Historismus und Jugendstil zu überwinden und ein modernes und repräsentatives Erscheinungsbild zu schaffen. Die so errichteten Gebäude waren in der Regel mit Naturstein verkleidet und verfügten über keramische Wandgestaltungen und schmiedeeiserne Treppengeländer.

Bauten und Entwürfe mini|U-Bahnhof Mundsburg mini|Nördliches Eingangsgebäude des Alten Elbtunnels mini|Eingang des U-Bahnhofs Sierichstraße Ludwig Raabe und Otto Wöhlecke 1903: villenähnliches Wohnhaus für Graf von der Goltz in Hamburg-Groß Flottbek, Papenkamp 3 1903/1904: Siloanbau am Stadtlagerhaus an der Großen Elbstraße 1904: Wohnhaus Zum Schwanen in Hamburg-Altona-Nord, Kieler Straße 57 1904/1905: Landrat-Scheiff-Krankenhaus in Dockenhuden (heute: Iserbrook) 1907/1908: Wohnhaus Sonneck für den Industriellen G. Kettler in Altona, Papenkamp 14 1908: Wohnhaus am Blankeneser Bahnhofsplatz 13 (heute: Erik-Blumenfeld-Platz 13) 1907/1908: St. Pauli-Landungsbrücken in Hamburg 1907–1911: Eingangsgebäude zum Alten Elbtunnel in Hamburg 1910: Pastorat Am Markt 10 in Mölln U-Bahn- bzw. Hochbahn-Stationen in Hamburg: 1907–1910: Lübeckerstraße (später orthografisch richtig: Lübecker Straße; nicht erhalten) 1907–1911: Rödingsmarkt 1908–1910: Dehnhaide (Portal erhalten) 1908–1910: Barkhof (heute: Mönckebergstraße) 1908–1911: Rathausmarkt (heute: Rathaus) 1910/1911: Feldstraße (nicht erhalten) 1910–1912: Mundsburg 1911: Uhlandstraße 1911: Kellinghusenstraße 1912: Sierichstraße 1912: evangelisch-lutherische Groß Flottbeker Kirche und Pastorat (1911) in Hamburg-Groß Flottbek 1912/1913: Lankenaustift in Hamburg-Ottensen, Bleickenallee 34

Kurt Stoltenberg 1929: Seemannsheim in Altona 1930–1931: Osterkirche in Altona

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Architekturbüro (Deutschland) Kategorie:Ehemaliges Unternehmen (Hamburg) Kategorie:Gegründet in den 1900er Jahren