Im Schleudergang ist eine deutsche Fernsehserie in drei Staffeln zu jeweils sechs Folgen, die vom Bayerischen Rundfunk ab 5. April 2013, 25. April 2014 und 29. Juli 2015 im Wochenrhythmus ausgestrahlt wurde. Im Mittelpunkt der bayerischen Geschichten steht die Wäschereibesitzerin Christa Bachmeier, gespielt von Gisela Schneeberger. Produziert wird Im Schleudergang von der Münchner Produktionsfirma Infafilm GmbH Manfred Korytowski für den Bayerischen Rundfunk; gedreht wurde seit 2012. Regie führte der Österreicher Paul Harather (Indien, Schlawiner), die Drehbücher schrieb Peter Bradatsch (Franzi).

Handlung Seit Generationen befindet sich eine Schwabinger Wäscherei im Besitz der Familie Bachmeier und wird geführt von der attraktiv-resoluten und doch liebenswert-temperamentvollen Christa Bachmeier (Gisela Schneeberger). Sie steht als Chefin, Mutter, Geliebte und Freundin im Mittelpunkt der Serie.

Christas Tochter heißt Sieglinde und ist mit der Bezeichnung 'Sorgenkind' am besten beschrieben. Das Verhältnis zwischen Tochter und Mutter ist permanent konfliktbeladen und bedarf der ehrlichen Aufarbeitung.

In Christas Leben gibt es zwei Männer: den Friseurmeister Freddy Biber, mit dem sie ein vertraut-gewohntes, etwa zwanzig Jahre währendes glimmendes Verhältnis pflegt, und den Hausfreund Max Vonderthann, einen noblen Ex-Opernsänger, der sich mit Gesangsstunden über Wasser hält. Max ist im wahrsten Sinne der Hausfreund, denn er wohnt im Haus, darf Christas Klavier benutzen und bleibt von Mieterhöhungen verschont.

Christa Bachmeiers engste Mitarbeiterin und Vertraute ist Gitti. Sie kämpft mit Übergewicht und wehen Füßen und ist eine durch und durch 'gute Haut'. Der zweite Mitarbeiter in der Wäscherei ist Michi, ein attraktiver Mittdreißiger mit dem Hang zum Zweitjob und der Leidenschaft für das eine oder das andere nicht ganz so saubere „G'schäfterl“.Bayerischer Rundfunk vom 3. April 2013.

Figuren Christa Bachmeier ist eine attraktive, quirlige, meist resolute und doch liebenswert temperamentvolle Geschäftsfrau und Inhaberin der Wäscherei Bachmeier. Sie steht als Chefin, Mutter, Geliebte und Freundin im Mittelpunkt der Geschichten. Mit beinahe lässigem Pflichtbewusstsein und einem enormen Drang zur besseren Münchner Gesellschaft gehören zu wollen, leitet sie ihren kleinen Betrieb – und ist auch sonst mit einem impulsiven Selbstbewusstsein und bisweilen anstrengenden Charakter gesegnet.

Freddy Biber ist Friseurmeister und seit vielen Jahren das liebevoll gewohnte Verhältnis von Christa. Freddy war immer da: zuerst als Freund von Christas Ehemann Erich, dann als Seelentröster und irgendwann auch als Liebhaber – immer montags und immer heimlich zum Schäferstündchen im Hotel. Er ist ein Mann vieler Worte, liebt seine Christa, kann sich aber auch nach fünf Jahren als geschiedener Mann nicht offen zu ihr bekennen … noch nicht.

Sieglinde Bachmeier, die Tochter von Christa, hat ein mehr als labiles Selbstwertgefühl; diverse berufliche Ausbildungen hat sie abgebrochen. Nach einer stationären Therapie zieht sie vorübergehend wieder bei ihrer Mutter ein. Das Verhältnis zwischen Tochter und Mutter ist bemüht harmonisch, unterschwellig konfliktgeladen und manchmal ausgesprochen sprachlos. Insgeheim hat Sieglinde nie aufgehört, ihrer Mutter die Schuld für das Auseinanderbrechen der Familie zu geben – nachdem ihr Vater Erich mit einer Friseuse nach Bulgarien durchgebrannt war, als sie noch ein Kind war.

Max Vonderthann ist ein ehemaliger Opernsänger und leicht exaltierter Gentleman mit Seidentuch und guten Manieren. Max hat definitiv schon bessere Zeiten gesehen, trägt dies aber mit Fassung. Er wohnt seit Ewigkeiten bei Christa im Haus und darf an ihrem Klavier Gesangsstunden geben. Ihm schmeichelt, dass Sieglinde sich in Konflikten mit ihrer Mutter bevorzugt bei ihm, dem Onkel Max, väterlichen Rat holt. Dass er vor sehr langer Zeit mal was mit Christa hatte, das wird diskret übergangen. Beim Friseurmeister Freddy Biber allerdings sieht er rot.

Gitti arbeitet in Christas Wäscherei und ist deren engste Vertraute. Sie ist loyal, freundlich, fleißig und zurückhaltend. Oft versucht sie, zwischen Mutter und Tochter zu vermitteln. Manchmal ist das Verhältnis von Christa zu ihr ehrlich freundschaftlich, meist aber eher chefin-freundlich. Gitti kämpft mit Übergewicht und wehen Füßen, ist eine durch und durch 'gute Haut' mit einem untrüglichen Gespür für falsche Töne. Ihr Langmut ist bewundernswert – doch manchmal kommt auch dieser an seine Grenzen.

Michi, der zweite Mitarbeiter in der Wäscherei Bachmeier, ist stets gutgelaunt, manchmal sprunghaft, hat viele unkonventionelle Ideen und noch mehr Lösungen. Auch wenn es mit seiner Arbeitsmoral in der Wäscherei nicht zum Besten steht, so kann sich Christa schon auf ihn verlassen – besonders aber ihrer Tochter Sieglinde ist der Michi allzeit wie ein verlässlicher Bruder. Allein mit dem Verdienst in der Wäscherei kommt der Mittdreißiger nicht über die Runden. Deshalb braucht er einen Zweitjob und frönt der Leidenschaft für das eine oder andere nicht ganz so saubere „G'schäfterl“.Serien-Ensemble Bayerischer Rundfunk vom 27. März 2013.

Folgen Zum Papst nach Rom Es ist Montagnachmittag, und wie seit Jahren trifft sich der Friseur Freddy Biber mit der attraktiven Christa Bachmeier für gemeinsame Stunden zu zweit – in einem Hotel am Rande der Stadt. Während sich Christa und Freddy im Hotel bei Kaffee und Petit Fours für eine neue Zukunft ganz ohne Heimlichkeiten entscheiden, wird Christa überraschend von einer Kundin, die zu den feinsten Münchner Kreisen zählt, zu einer Romreise mit Papstaudienz eingeladen. Das ist für Christa das Nonplusultra, denn sie möchte unbedingt zur besseren Gesellschaft gehören.

Bei Gitti steht plötzlich Sieglinde in der Wäscherei. Sie ist Christas Tochter und wurde nach einer längeren, stationären Therapie früher entlassen als geplant und hätte sich sehr gewünscht, von ihrer Mutter abgeholt zu werden. Als Christa, völlig berauscht von der bevorstehenden Papstreise, in ihre Wohnung zurückkommt, lauscht sie an der Tür und hört, wie Sieglinde dem langjährigen Freund der Familie, Max Vonderthann, ihr Herz ausschüttet. Das erste Zusammentreffen der beiden Frauen ist demzufolge eine wortgewaltige Katastrophe, und Max hat Mühe, nicht zwischen Mutter und Tochter aufgerieben zu werden.

Gardasee Hektik im Hause Bachmeier: Während Christa begeistert ihre Sachen für ein Wochenende mit Freddy packt, spottet Max unten in der Wäscherei höhnisch über die erste offizielle Reise der beiden. Auch Sieglinde ist es höchst unangenehm, dass ihre Mutter ausgerechnet mit dem Friseur Freddy zum Liebeswochenende an den Gardasee fahren will.

Mit Gepäck und Semmeltüte in der Hand wartet Freddy unruhig und in sicherer Entfernung vor der Wäscherei. Als Christa endlich um die Ecke biegt, steigt er beschwingt zu ihr ins Auto. Die gemeinsame Fahrt nach Italien endet abrupt, als Freddy beiläufig erwähnt, dass seine Exfrau Gabi am Wochenende auch auf Reisen ist. Bei Christa schrillen sofort alle Alarmglocken. Und dass Gabi fünf Jahre nach der Scheidung immer noch in Freddys Patientenverfügung steht, bringt das Fass zum Überlaufen. Der Gardasee ist gestrichen.

In der Wäscherei bittet Sieglinde den Hausfreund Max, das Wochenende außer Haus zu verbringen, denn sie will die Abwesenheit ihrer Mutter nutzen, um sich ihren Ängsten vor dem Alleinsein zu stellen. Max stimmt zu und trifft zu seinem Erstaunen vor der Wäscherei auf Christa. Die beiden schwelgen in gemeinsamen, sentimentalen Erinnerungen, als plötzlich Freddy wieder auftaucht und beteuert, ab jetzt mit Christa in jeder Beziehung „Vollgas“ geben zu wollen. Der Urlaub scheint gerettet. Doch kaum sind die beiden losgefahren, klingelt das Telefon …

Falco! Die Wäscherei Bachmeier kennt viele exzentrische Kunden: Dass aber plötzlich ein selbst ernannter Falco-Doppelgänger in der Wäscherei steht, der viele Details über die Familie Bachmeier kennt und noch dazu Christas Tochter Sieglinde sucht, das macht selbst die resolute Chefin Christa sprachlos.

Während Sieglinde mit Michi ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft anschaut, offenbart dieser österreichische Falco-Typ den erstaunten Wäschereidamen, dass er Sieglinde in der gemeinsamen Therapie kennengelernt hat und dass sie zusammenleben wollen. Nach ihrer Rückkehr zieht sich Sieglinde mit Falco in die mütterliche Wohnung zurück, wo sie lebhaft und gemeinsam mit dem Hausfreund und Ex-Opernsänger Max über Christas erdrückende Dominanz herziehen. Als Christa dies mitbekommt, wirft sie Falco erst einmal hinaus. Es folgen Diskussionen über das Verschwinden von Sieglindes Vater, der viele Jahre zuvor eine heiße Affäre mit einer bulgarischen Friseuse begonnen hatte und wegen dieser Christa und die kleine Sieglinde verließ. In einem heißen Schlagabtausch in der Wäscherei, in dem der Friseur Freddy allen den wahren, miesen Charakter von Christas Mann bestätigen soll, kommen allerdings noch ganz andere Wahrheiten ans Licht.

Chakalaka Es ist wieder mal Montagnachmittag, und als Christa von ihrem Schäferstündchen mit Freddy nach Hause kommt, trifft sie fast der Schlag, als sie im Flur einem nackten Afrikaner begegnet.

Beim Probekochen berichtet Sieglinde stolz von konkreten Plänen, mit Émile und weiteren Freunden einen „African Home Cooking Service“ aufzumachen und fragt ihre Mutter nebenbei nach einer frühzeitigen Teilauszahlung ihres Erbes. Bevor die Gemüter ganz hochkochen, verschwindet Christa in ihrer Wäscherei. Dort erwartet sie der nächste Schock, denn Michi präsentiert ihr nicht nur stolz den Wäschereitransporter mit Sieglindes neuem Firmenlogo, sondern auch noch eine Wagenladung voll neuwertiger Küchengeräte, günstig herbeigeschafft über seine ganz spezielle Quelle.

Als Sieglinde dazukommt, verliert Christa die Fassung, um sich anschließend wutentbrannt auf den Weg zu Sieglindes Therapeutin zu machen. Denn in dieser sieht Christa die Ursache allen Übels.

Ein völlig neues Gefühl Bewaffnet mit Blumen und Champagner stürmt Friseurmeister Freddy Biber am helllichten Tag in Christas Wohnung und bittet sie, seine Frau zu werden. Die völlig erstaunte Christa ist hin- und hergerissen zwischen Amüsement, Rührung und einer gewissen Ratlosigkeit. Freddy will endlich das jahrelange Versteckspiel beenden und bittet Christa, sich seinen Antrag bis zum Abend zu überlegen.

Als Christa ihrem Freund und Untermieter Max von ihren Heiratsplänen erzählt, tickt dieser komplett aus und auch Christas Angestellte und Freundin Gitti findet Heiraten im Alter lächerlich.

Selbst in Sieglindes neuer Wohnung ist die bevorstehende Heirat ein Thema, denn Tochter Sieglinde hält die Idee für absurd, findet ihre Mutter mal wieder peinlich und reagiert mit Fressattacken.

Nur Michi beginnt gleich pragmatisch mit dem Hochzeitsplaner Herrn Blaschka, erste Pläne für die Organisation der Hochzeit zu schmieden. Für Christa geht es nur um ihre Gefühle für Freddy, doch die fahren ordentlich Achterbahn.

Nazdrave, Erich! Sieglinde hat einen psychischen Zusammenbruch und liegt apathisch in ihrer Wohnung. Besorgt diskutieren Christa und Michi über mögliche Gründe. Michi vermutet, dass die sensible Sieglinde nicht damit klarkommt, dass ihr Vater Erich seit Jahren irgendwo in Bulgarien beerdigt liegt, wo sich kein Mensch um sein Grab kümmert.

Zur gleichen Zeit will ein beschwingter Freddy mit Sack und Pack bei Christa einziehen und trifft auf den völlig perplexen Max, der an Christas Klavier gerade eine Gesangsstunde gibt. Es kommt zu einem hitzigen Streit zwischen beiden Männern, denn der von Eifersucht zerfressene Max kann und will den Friseurmeister Freddy nicht akzeptieren.

Zurück in der Wäscherei überzeugt Michi die Damen, dass es Sieglinde nach einem Besuch von Erich Bachmeiers Grab in Bulgarien gleich besser gehen würde – und dank seiner Organisation könne man bereits am nächsten Tag starten.

Ludwig