Richard Heinrich Piehl (* 3. Juli 1867 in Lübeck; † 14. Juli 1922 in Travemünde) war ein deutscher Großkaufmann und Mitglied der Lübecker Bürgerschaft.

Leben Herkunft Piehls Vater, Christian August Heinrich Piehl (1834–1889), war in der alte Verbindungen nach Finnland unterhaltenden Firma Jac. Ludw. Bruhns & Sohn angestellt. Hermann Fehling wurde dort zum Großkaufmann ausgebildet. Als dieser 21 Jahre alt war, bot sich ihm die Gelegenheit sich zusammen mit seinem älteren Kollegen Heinrich Piehl selbstständig zu machen. Die Handlungsfirma Piehl & Fehling, Piehl & Fehling war ein bedeutendes deutsches Großhandelshaus, Speditions- und Schifffahrtskontor mit Ursprung in der Hansestadt Lübeck. In der Literaturgeschichte erlangte das Unternehmen besondere Berühmtheit als reales Vorbild für die fiktive Firma Strunk & Hagenström in Thomas Manns weltberühmtem Roman „Die Buddenbrooks“. Kauf der Piehl & Fehling durch Bardenhewer die mit Getreide und Kaffee handelte und gleichfalls die Verbindungen nach Finnland nutzte, sollte weit über die Grenzen Lübecks bekannt werden. Ihr Unternehmen entwickelte sich zu einer Großkaufmannsfirma.Hermann Wilhelm Fehling. In: Lübeckische Blätter., 49. Jg., Nummer 50, Ausgabe vom 15. Dezember 1907, S. 707–710. Nach Heinrich Piehls frühem Tod 1889 trat Richard Piehl als Teilhaber in das Unternehmen ein.

Laufbahn Piehl war Mitglied der Lübecker Bürgerschaft.

Als Konsul vertrat Piehl in der Hansestadt das Königreich Belgien.Zitiert nach Jan Zimmermann: St. Gertrud 1860–1945. Bremen 2007, S. 8.

mini|Die Kolonie hält Mittagsschlaf Die Hansestadt besaß manche humanitäre Einrichtungen wie die Ferienkolonien auf den Priwall bei Travemünde, die den sozialen Sinn für Arme, Kranke und Schwache entwickelten. Der Zweck der Ferienkolonien war es, die Kinder durch Seebäder, gesunde Luft und Nahrung, all denen es Manchem zu Hause fehlte, körperlich zu kräftigen. Piehl war als Kassenführer Mitglied des Vorstandes des Vereins für Ferienkolonien. Ferienkolonien auf dem Priwall zu Travemünde. In: Vaterstädtische Blätter, Jg. 1904, Nr. 35, 28. August 1904, S. 139.

Nach seinem Tode wurde Piehl in dem unter einem Obelisken auf dem Lübecker Allgemeinen Gottesacker liegenden Familiengrab bestattet.

Familie mini|hochkant|Familiengrab Piehl war seit 1890 verheiratet mit Elisabeth, einer Tochter des Lübecker Weinhändlers Lorenz Ludwig Heinrich Harms (1840–1915) und der Amalia, geb. Voigt (1841–1926). Seine Schwester Helene war verheiratet mit Johann Heinrich Fehling, dem Sohn von Johannes Fehling.

Aus der Ehe Piehl/Harms gingen drei Töchter hervor.

Ab 1894 bewohnte die Familie das Haus Vorderreihe 59 in Travemünde. auf g-v-t.de.

Trivia Nach dem Tode des Senators Mann am 13. Oktober 1891 wurde Konsul Fehling und der Weinhändler Tesdorpf zum Vormund seiner fünf hinterlassenen Kinder bestellt.

Thomas Mann war zu diesem Zeitpunkt 16 Jahre alt. In seinem Roman Die Buddenbrooks, wofür er später den Nobelpreis erhalten sollte, begegnen wir dem Kaufmann Piehl d. Ä. als Kaufmann StrunckKarl Alfred Hall: Buddenbrooks und ihre Originale. In: Hartwig Draeger (Hrsg.): Buddenbrooks. Dichtung und Wirklichkeit. Bilddokumente. Graphische Werkstätten, Lübeck 1993, S. 33–42, hier S. 39. wieder.

Literatur Lübeckisches Staatshandbuch. Lübeck 1903.

Einzelnachweise

Anmerkungen

Kategorie:Mitglied der Bürgerschaft (Lübeck) Kategorie:Honorarkonsul Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1867 Kategorie:Gestorben 1922 Kategorie:Mann