Morschheim (pfälzisch: Morschem) ist eine Ortsgemeinde an der oberen Selz im Donnersbergkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden an.
Zu Morschheim gehören auch die Wohnplätze Am Steinernen Berg und Bahnhof Morschheim.
Klima mini|Ansicht von Norden Das Wetter ist zumeist sonnig und warm, teilweise etwas trocken. Ursachen dafür sind die geschützte Lage im Osten des Donnersbergs und die Höhenlage von etwa . Nachteilig ist der „Morschheimer Wind“ aus westlicher Richtung.
Geschichte Die älteste erhaltene Erwähnung von Morschheim – als „Morscheym“ – findet sich in einer Urkunde von 1157.
Das Kloster Otterberg war im Ort begütert.Jürgen Keddigkeit, Michael Werling, Rüdiger Schulz und Charlotte Lagemann: Otterberg, St. Maria. Zisterzienserabtei Otterburg. In: Jürgen Keddigkeit, Matthias Untermann, Sabine Klapp, Charlotte Lagemann, Hans Ammerich (Hrsg.): Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden, Band 3: M–R. Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde. Kaiserslautern 2015. ISBN 978-3-927754-78-2, S. 524–587 (538).
Nach 1792 hatten französische Revolutionstruppen die Region besetzt und nach dem Frieden von Campo Formio (1797) annektiert. Von 1798 bis 1814 gehörte das Dorf zum französischen Departement Donnersberg und war dem Kanton Kirchheim zugeordnet.
Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen und einem Tauschvertrag mit Österreich kam die Region 1816 zum Königreich Bayern. Ab 1818 war die Gemeinde Morschheim dem Landkommissariat Kirchheim im bayerischen Rheinkreis, später dem Bezirksamt Kirchheimbolanden zugeordnet. Im Jahr 1928 hatte Morschheim 594 Einwohner (davon 551 Protestanten, 42 Katholiken, 1 Sonstiger), die in 128 Wohngebäuden lebten
Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises Kirchheimbolanden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Morschheim innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte Morschheim 1969 in den neu gebildeten Donnersbergkreis; drei Jahre später wurde die Gemeinde in die ebenfalls neu entstandene Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden eingegliedert.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Morschheim besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Bürgermeister Ortsbürgermeister ist Timo M. Wahl. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 62,63 % gewählt.Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: . Abgerufen am 30. August 2019. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde er als einziger Bewerber mit 89,2 % für weitere fünf Jahre wiedergewählt.
Sein Vorgänger Joachim Fister hatte das Amt 25 Jahre lang inne.
Wappen
Regelmäßige Veranstaltungen In Morschheim findet zu Fasching ein Fastnachtsumzug statt. Außerdem werden alljährlich das Sommernachtsfest und das Morschheimer Mauritiusfest (Kerwe) veranstaltet.
Wirtschaft und Infrastruktur mini|hochkant|Protestantische Kirche Morschheim
Im Ort kreuzen sich die Landesstraßen 401 und 446. Zwei Anschlüsse der südöstlich verlaufenden A 63 (Kaiserslautern–Mainz) sind innerhalb von 3 bis 4 km zu erreichen.
Der Ort verfügte einst über einen eigenen Bahnhof an der Donnersbergbahn, der heute nur noch als Betriebsbahnhof dient. An den Bahnhof erinnert der gleichnamige Ortsteil. Die nächste Bahnstation des öffentlichen Personenverkehrs ist der Haltepunkt Kirchheimbolanden. An diesen ist der Ort seit Juni 2024 stündlich über die Buslinie 420 (Alzey – Kirchheimbolanden) des VRN angeschlossen, die von Behles Bus betrieben wird. Des Weiteren werden die Linien 426, 902 und 907 bedient.
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Johann von Morschheim († 1516), Dichter und kurpfälzischer Beamter August Schäfer (1890–1977), MdL
Personen, die vor Ort gewirkt haben Claudius Mauritius von Gagern (1696–1758); Freiherr, Ortsherr von Morschheim und Begründer der süddeutschen Linie seiner Familie. Lebte und starb hier, Epitaph in der hiesigen Kirche.
Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Morschheim
Weblinks
Ortsgemeinde Morschheim auf den Seiten der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Donnersbergkreis Kategorie:Ersterwähnung 1157