Adam Ant ist der Künstlername des britischen Sängers, Musikers und Schauspielers Stuart Leslie Goddard (* 3. November 1954 in London). Er war zwischen 1977 und 1982 Frontmann der New-Wave und New-Romantic-Band Adam & the Ants und begann danach eine Solokarriere.
Biografie Die Band formierte sich 1977 und bestand neben Goddard aus Lester Square (Gitarre), Andy Warren (Bass) und Paul Flanagan (Schlagzeug). Die Besetzung wechselte jedoch bis zur Aufnahme des ersten Albums 1979 mehrfach. Der frühere Manager der Sex Pistols, Malcolm McLaren, stieß im Oktober 1979 auf die Band, die bis dahin nur mäßig erfolgreich war. McLaren verpflichtete die damaligen Ants-Mitglieder Matthew Ashman (Gitarre), Leigh Gorman (Bass) und David Barbarossa (Schlagzeug) für die neue Band Bow Wow Wow. Goddard formierte danach abermals neue Ants, nun bestehend aus Marco Pirroni (Gitarre), Kevin Mooney (Bass) und den beiden Schlagzeugern Terry Lee Miall und Merrick, bürgerlich Chris Hughes. Für das Album Prince Charming stieg dann noch Gary Tibbs von Roxy Music mit ein.
Seit 1982 erschienen die Platten nur noch unter dem Namen Adam Ant (ein Klang-Wortspiel mit dem englischen ‚adamant‘ = steinhart, felsenfest), wobei auf der LP Strip Phil Collins für die Singleauskopplungen Strip und Puss’n Boots sowohl Schlagzeug spielte als auch die Lieder produzierte.
1985 trat Adam Ant mit dem Lied Vive le Rock bei Live Aid auf, unterbrach jedoch anschließend für mehrere Jahre seine musikalische Karriere. Erst seit 1990 folgen in längeren Abständen wieder neue Veröffentlichungen.
Seine größten Hits hatte er in der ersten Hälfte der 1980er Jahre mit Antmusic, Stand and Deliver, Dog Eat Dog, Prince Charming, Ant Rap und Goody Two Shoes.
Seit Mitte der 1980er versuchte er sich verstärkt als Schauspieler, sowohl in Spielfilmen (unter anderem Nomads – Tod aus dem Nichts, Cold Steel, Trust Me) und Fernsehserien (darunter Sledge Hammer, Ausgerechnet Alaska, Nikita) als auch auf der Bühne (Funeral Games, Entertaining Mr. Sloane), seine einzige Hauptrolle hatte er in der Vampir-Komödie Love Bites.
Pläne für eine 1980er-Tribute-Tour mussten 2002 aufgegeben werden, da Adam Ant unter einer bipolaren Störung litt. 2003 nahm er eine neue Version seines Hits Stand and Deliver auf, mit geändertem Text, unter dem Titel Save the Gorilla. Dieser und einige weitere Songs, die zugunsten des Dian Fossey Gorilla Fund auf einer Maxi-CD erscheinen sollten, wurden (nach Einspruch des Mitkomponisten Marco Pirroni sowie der Plattenfirma) nie offiziell veröffentlicht.
Am 24. September 2007 stand Adam im Rahmen der Präsentation seiner Autobiografie Stand and Deliver in Bloomsbury (England) das erste Mal seit fast 12 Jahren wieder auf einer Bühne. Begleitet von seinem langjährigen Freund Dave Pash, einem klassischen Gitarristen, spielte er akustische Versionen eigener Stücke sowie Coverversionen und las Teile aus seiner Biografie. Adam verließ die Bühne nach mehreren Zugaben mit dem Versprechen, es werde „mehr von Adam Ant“ geben. Von diesem Auftritt erschien Ende 2008 unter dem Titel Live at the Bloomsbury ein Mitschnitt auf CD, der nur online erhältlich ist.
Viele Musiker nennen Adam Ant als Einfluss, z. B. Elastica, Gene, Nine Inch Nails, Client, Robbie Williams, Kaiser Chiefs und Marilyn Manson.
Diskografie
Studioalben
Livealben 1994: Live 2008: Live at The Bloomsbury 2016: Kings of the Wild Frontier Disc Two
Kompilationen
Weitere Kompilationen 1986: Hits (UK: ) 1990: Antics in the Forbidden Zone 1990: Peel Sessions 1994: B-Side Babies 1998: Super Hits 2000: Antbox (Box mit 3 CDs) 2001: The Complete Radio 1 Sessions 2003: The Essential Adam Ant 2005: Redux 2005: Adam Ant Remastered (Box mit 4 CDs) 2007: Dandy Highwaymen: The Best of 2011: Original Album Classics (Box mit 3 CDs) 2012: Playlist: The Very Best of Adam Ant 2016: Kings of the Wild Frontier Super Deluxe Edition
EPs
Weitere EPs 1988: Four Play Volume Twelve 2003: Save the Gorilla
Singles
Weitere Singles 1986: Out of Bounds (mit Stewart Copeland) 1990: Rough Stuff 1995: Beautiful Dreams 2012: Cool Zombie
Videoalben 1981: King of the Wild Frontier – Live in Japan 1982: The Prince Charming Revue 1986: Hits 1990: Antics in the Forbidden Zone 1993: Antmusic: The Very Best of Adam Ant 2000: Antvideo 2006: Stand and Deliver: The Very Best of Adam & the Ants 2014: The Blueblack Hussar 2015: Dirk Live at the Apollo
Beteiligungen an Soundtracks 1978: Deutscher Girls / Plastic Surgery (Film: Jubilee) 1985: What’s Going On (Film: Metropolis) 1986: Out of Bounds (Film: Out of Bounds) 2006: Kings of the Wild Frontier (Film: Marie Antoinette) 2008: Strip (Film: Leg dich nicht mit Zohan an)
Auszeichnungen für Musikverkäufe Goldene Schallplatte
1981: für das Album Kings of the Wild Frontier
Künstlerauszeichnungen und Nominierungen Jahr Nominierte Arbeit Auszeichnung Ergebnis 1982 Adam and the Ants Grammy Award: Best New Artist Kings of the Wild Frontier BRIT Award: Best British Album Stand and Deliver Ivor Novello Award: Songwriters of the Year 2008 Adam Ant Q Award: Q Icon
TV- und Film-Rollen Jubilee (1977) Cannon and Ball Show (1982), TV-Episode Der Equalizer (1985), TV-Episode Nomads – Tod aus dem Nichts (1986) Amazing Stories Staffel 2 (1986) Honda Advert (1986), mit Grace Jones Cold Steel (1987) Sledge Hammer! (1987), TV-Episode Blondinen sterben früher (Slam Dance) (1987) Unglaubliche Geschichten (1987), TV-Episode Out of Time (1988) Lost World – Die letzte Kolonie (World Gone Wild) (1988), als Derek Abernathy Trust Me (1989) Heiße Nächte in L.A. (Sunset Heat) (1992) Ausgerechnet Alaska (1992), TV-Episode (Folge Heroes – als „Brad Bonner“) Spellcaster (1992) Geschichten aus der Gruft (1992), TV-Episode Acting on Impulse (1993) Love Bites (1993) Batman (1995), TV-Episode Cyber Bandits (1995) Desert Winds (1995) Drop Dead Rock (1995) Face Down (1996) Lover’s Knot (1996) Junk (1997), britischer Kurzfilm Nikita (1999), TV Episode Sweetwater (1999), Fernsehfilm basierend auf der amerikanischen Rock-Band.
Theaterengagements Seid nett zu Mr. Sloane (1985) West (1993) Be Bop a Lula (1993) Funeral Games (1996)
Literatur Adam Ant: Stand and Deliver: The Autobiography. Sidgwick & Jackson, London 2006.
Weblinks
Offizielle Website (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Popmusiker Kategorie:New-Wave-Musiker Kategorie:Punk-Musiker Kategorie:Musiker (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Pseudonym Kategorie:Träger des Ivor Novello Award Kategorie:Brite Kategorie:Geboren 1954 Kategorie:Mann