Der Klatschmohn-Stink-Pippau (Crepis foetida subsp. rhoeadifolia), auch Mohnblatt-Pippau genannt, ist eine Unterart der Art Stink-Pippau (Crepis foetida) aus der Gattung Pippau (Crepis) in der Unterfamilie der Cichorioideae innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie ist in Europa, Westasien und im Kaukasusraum weitverbreitet.
Beschreibung mini|Ausschnitt eines Gesamtblütenstandes mit einigen Blütenkörben, gut sind auch die Hüllblätter zu erkennen Vegetative Merkmale Der Klatschmohn-Stink-Pippau ist eine einjährige bis zweijährige krautige Pflanze die typischerweise Wuchshöhen zwischen 20 und 40 Zentimeter erreicht. Der karbolähnlich riechende Milchsaft gibt allen Pflanzenteilen, besonders der Wurzel, einen unangenehmen Geruch. Alle oberirdischen Pflanzenteile sind behaart. Die Laubblätter sind fiederschnittig bis weitbuchtig gezähnt, die Spreite der unteren Laubblätter ist in den Blattstiel verschmälert während die oberen Laubblätter mit einem geöhrten Grund am Stängel sitzen.
Generative Merkmale mini|Achänen Die Blühzeit reicht in Mitteleuropa von Juni bis Mitte Oktober. In einem Gesamtblütenstand stehen meist mehrere bis viele korbförmige Teilblütenstände zusammen, die im knospigen Zustand nicken. Die Blütenkörbe weisen einen Durchmesser von 30 bis 35 Millimetern auf. Die Hülle besitzt meist keine oder nur wenige Drüsenhaare. Die äußeren Hüllblätter sind 1 bis 1,5 Millimeter breit und erreichen bis zu 2/3 der Länge der inneren. Der Korbboden ist behaart.
In den Blütenkörben sind ausschließlich gelbe Zungenblüten mit ebenfalls gelben Griffeln vorhanden. Während die inneren Achänen 10 bis 13 Millimeter lang sind und einen langen, fast haarförmigen Schnabel aufweisen, sind die äußeren Achänen nur 5 bis 7 Millimeter lang und mit einem kürzeren und kräftigeren Schnabel versehen. Der Pappus ist reinweiß.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 10.
Ökologie Beim Klatschmohn-Stink-Pippau handelt es sich um einen Therophyten bis Hemikryptophyten.
Vorkommen und Gefährdung Der Klatschmohn-Stink-Pippau ist in Mittel-, Ost- und Südosteuropa, Frankreich, Westasien, im Kaukasusraum und Turkmenistan weitverbreitet. Im deutschsprachigen Raum ist der Klatschmohn-Stink-Pippau nur in Österreich indigen, in Deutschland tritt er als Neubürger auf, in der Schweiz nur unbeständig. In Deutschland ist der Klatschmohn-Stink-Pippau unbeständig bis eingebürgert und kommt in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern vor.
In Österreich tritt der Klatschmohn-Stink-Pippau im pannonischen Gebiet häufig, sonst nur selten auf mäßig trockenen Ruderalflächen wie Erdaufrissen, Schottergruben, Wegrändern, Verladeplätzen und Bahnschotter in der collinen Höhenstufe auf. Die beständigen Vorkommen beschränken sich auf die Bundesländer Wien, Niederösterreich und das Burgenland, die unbeständigen auf Oberösterreich, die Steiermark, Kärnten und Salzburg. In Tirol sind einstmalige unbeständige Vorkommen wieder ausgestorben, im nördlichen und südöstlichen Alpenvorland gilt der Klatschmohn-Stink-Pippau als gefährdet.
Der Klatschmohn-Stink-Pippau ist kalkliebend.
Systematik Die Erstveröffentlichung der Art Crepis foetida erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, Seite 807. Die Art Crepis rhoeadifolia wurde 1808 durch Friedrich August Marschall von Bieberstein in Flora Taurico-Caucasica, Band 2, Seite 259 erstbeschrieben. Diese Art wurde 1871 von Ladislav Josef Čelakovský in Prodromus der Flora von Böhmen Seite 190 als Unterart Crepis foetida subsp. rhoeadifolia zur Art Crepis foetida gestellt.
Je nach Autor gibt es bei der Art Crepis foetida mehrere Unterarten: Crepis foetida subsp. foetida: Sie kommt in Europa, in Vorderasien und im nördlichen und östlichen Afrika vor. Crepis foetida subsp. glandulosa : Sie kommt in Spanien, Italien, auf Sardinien, Sizilien, in der Schweiz, Griechenland, Kreta, in der Türkei, Syrien und im Libanon vor. Crepis foetida subsp. rhoeadifolia Crepis foetida subsp. sitiaca : Sie kommt nur in Kreta vor.
Quellen Literatur
Einzelnachweise Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). In: W. Greuter, E. von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Datenblatt Crepis foetida In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Eckhard von Raab-Straube: Asteraceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-494-01943-7. S. 788.
Weblinks
Eintrag bei Botanik im Bild des Naturhistorischen Museums Wien.
Kategorie:Pannonische Flora Kategorie:Pippau