Johann (Hans) Hartwimmer (* 31. Juli 1902 in Braunschweig; † 31. Oktober 1944 München-Stadelheim) war ein deutscher Widerstandskämpfer und Mitbegründer der Widerstandsgruppe Hartwimmer-Olschewski.
Leben Nach der mittleren Reife arbeitete Hartwimmer in der Holzschuhfabrik seiner Eltern in der Münchner Waltherstraße. 1922 wurde er Mitglied des nationalistischen Bundes Oberland, dem ehemaligen Freikorps Oberland, der gegen den Versailler Vertrag kämpfte. Am 8. November 1923 beteiligte er sich als Mitglied des Bundes am Hitlerputsch. Über den ehemaligen Führer des Freikorps Oberland, Josef (Beppo) Römer kam er in Kontakt mit nationalrevolutionären Kreisen, schloss sich der KPD an und wurde 1931 Mitarbeiter im Münchner Arbeitskreis der von Römer als Chefredakteur geleiteten linksintellektuellen Monatszeitschrift Der Aufbruch. Leiter des Aufbruch-Kreises war der Kommunist Wilhelm Olschewski sen.
Am 8. März 1934 wurde Hartwimmer als Mitarbeiter des Nachrichtendienstes der illegalen KPD von der Gestapo festgenommen, im Prozess zwar freigesprochen, aber bis zum 24. Dezember 1937 im KZ Dachau inhaftiert. Ende 1939 begann Hartwimmer gemeinsam mit Wilhelm Olschewski mit dem Aufbau der später nach ihnen benannten kommunistischen Widerstandsgruppe und konnte auch ehemalige Mitgliedern des Bundes Oberland sowie Personen, die er im KZ Dachau kennengelernt hatte, für die Mitarbeit gewinnen. Die Gruppe verbreitete illegale Schriften und entwickelte Pläne für Widerstands- und Sabotageakte. 1940 baute der inzwischen in Berlin lebende Josef Römer eine Verbindung zur kommunistischen Gruppe um Robert Uhrig auf. In den Folgejahren fuhr Römer mehrmals nach München, um den Kontakt zwischen der Münchner und der Berliner Gruppe aufrechtzuerhalten. Die Uhrig-Römer-Gruppe in Berlin hielt auch Kontakt zu anderen regionalen Gruppen in Deutschland und versuchte, eine reichsweite Organisation aufzubauen.
Die Gestapo konnte das überregionale Widerstandsnetzwerk aufdecken und verhaftete Hans Hartwimmer am 4. Februar 1942 unter dem Vorwurf der „Vorbereitung zum Hochverrat“. Im Prozess wurde er angeklagt, die Schaffung einer „tatkräftigen kommunistischen Organisation anzustreben mit dem Ziele, durch kommunistische Verseuchung der Betriebe, durch Gründung von Betriebszellen, sowie durch Sabotage die Kriegsmacht des Großdeutschen Reiches zu Gunsten seiner Feinde zu schwächen und einen Umsturz vorzubereiten“. Am 19. April 1944 wurde Hartwimmer vom Volksgerichtshof in München zusammen mit zwei weiteren Angeklagten zum Tode verurteilt und am 31. Oktober 1944 im Gefängnis München-Stadelheim hingerichtet.
1954 wurde sein Leichnam von der Grabstätte 91 im Friedhof am Perlacher Forst in das Grab 65 des Ehrenhains II umgebettet.
Einzelnachweise
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