mini|Hermann Weratschnig (2012) Hermann Weratschnig (* 26. April 1975 in Schwaz) ist ein österreichischer Politiker (GRÜNE) und Kleinunternehmer. Er war von 2013 bis 2018 Abgeordneter zum Tiroler Landtag und dessen 2. Vizepräsident. Bei der Nationalratswahl 2019 gewann er das zweite Tiroler Grundmandat der Grünen und war bis 2024 Abgeordneter zum Nationalrat.

Ausbildung und Beruf Hermann Weratschnig legte 1994 die Matura am Bischöflichen Gymnasium Paulinum in Schwaz ab. Er absolvierte 2008 die Befähigungsprüfung als Immobilientreuhänder und schloss 2011 ein Bachelorstudium in Politikwissenschaft an der Universität Innsbruck ab. 2012 beendete er zudem ein Masterstudium im Bereich Business Administration mit dem akademischen Grad MBA.

Hermann Weratschnig betrieb zwischen 2000 und 2011 gemeinsam mit einem Partner die GM-Handels-GmbH, die sich mit Maschinenservice und Wartung sowie EDV-Firmenkundenbetreuung beschäftigte. Von 2009 bis 2012 war er zudem bei der Kanzlei Geisler in der Jungunternehmerberatung beschäftigt. Seit 2010 ist er Lehrbeauftragter des WIFI Tirol, wobei er Kurse im Bereich Ausbildertraining, Unternehmerrecht, Fachakademie IT, Befähigungsprüfung Gastronomie und Meisterprüfungen Arbeitsrecht hält.

Politik und Funktionen Hermann Weratschnig war von 1990 bis 1997 Vorstandsmitglied der Interessengemeinschaft zum Schutz von Biotopen (ISB) und gehörte 1992 zu den Gründungsmitgliedern des Transitforum Austria Tirol. Er wurde 1994 Vorstandsmitglied im österreichischen Umweltdachverband und übernahm 1996 die Funktion des Bezirkssprechers der Grünen im Bezirk Schwaz.

2010 wurde er Obmann-Stellvertreter des Transitforum Austria Tirol und 2011 Mitglied des Landesvorstands der Tiroler Grünen. 2011 sprach er sich gegen den Bau des Brennerbasistunnels aus.

Nach der Landtagswahl 2013 wurde Weratschnig am 24. Mai 2013 als Abgeordneter zum Tiroler Landtag angelobt und zum 2. Landtagsvizepräsidenten gewählt. Er erhielt 24 Stimmen, 12 Abgeordnete stimmten gegen ihn.Landtagspräsident wurde Herwig van Staa, 1. Vizepräsident Anton Mattle (beide ÖVP); siehe auch Liste der Abgeordneten zum Tiroler Landtag (XVI. Gesetzgebungsperiode), Wahl 2013. Er war Mitglied im Ausschuss für Land- und Forstwirtschaft, Verkehr und Umwelt, Mitglied im Finanzkontrollausschuss, Mitglied im Notstandsausschuss und Mitglied im Obleuterat. Am 28. März 2018 folgte ihm Stephanie Jicha als 2. Landtagsvizepräsidentin nach.Schwarz-grüne Regierung angelobt, orf.at vom 28. März 2018, abgerufen am 28. März 2018.

Von 2019 bis 2024 war Weratschnig Abgeordneter zum Nationalrat und bundesweiter Verkehrssprecher der Grünen in Österreich. Er war Hauptvertreter im Kulturausschuss, im ständigen Unterausschuss Südtirol, im Ausschuss für Petitionen und Bürgerinitiativen und im Verkehrsausschuss. Im Verkehrsausschuss war er der Stellvertreter von Obmann Alois Stöger (SPÖ).

Im November 2023 wurde Weratschnig gemeinsam mit Barbara Neßler bei einer Online-Wahl unter den grünen Mitgliedern als Spitzenkandidat der Tiroler Grünen für die Nationalratswahl 2024 nominiert. Das zweite Tiroler Grundmandat von Weratschnig als Zweitgereihtem auf der Landesliste konnte bei der Wahl nicht mehr erreicht werden.

Weratschnig kandidierte im April 2026 für die Position des Landessprechers der Tiroler Grünen, unterlag jedoch Gebi Mair mit 63:37 Prozent.

Weratschnig wirkt seit 1998 im Gemeinderat der Stadt Schwaz, war amtsführender Stadtrat (2004–2016) und leitet seit 2022 den Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur.

Privates Hermann Weratschnig ist ledig, Vater einer 2002 geborenen Tochter und lebt in Schwaz.

Weblinks

Hermann Weratschnig auf www.meineabgeordneten.at Hermann Weratschnig auf gruene.at

Einzelnachweise

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