Pflichtspielbilanz seit 1990Stand: 22. Juni 2014 Spiele 1294 Siege 597 Unentschieden 32 Niederlagen 665
Der ETC Crimmitschau ist ein sächsischer Eishockey- und Tennisverein in Crimmitschau, der bis zur Neugründung nach der politischen Wende als EHC Crimmitschau um die DDR-Meisterschaften im Eishockey mitspielte. Die 2007 gegründeten „Eispiraten“ sind eine als Gesellschaft mit beschränkter Haftung ausgegliederte Profimannschaft des ETC Crimmitschau, die derzeit in der DEL2 spielt. Unter dem Stammverein ETC Crimmitschau e. V. wird der Spielbetrieb der Nachwuchs- und Damenmannschaften sowie der Tennisabteilung organisiert.
Die Vereinsfarben sind traditionell rot-weiß, in den letzten Jahren kam zunehmend schwarz hinzu. Die Spielstätte ist das Kunsteisstadion im Sahnpark.
Geschichte Die Anfänge im Crimmitschauer Eissport Der Eishockeysport hat in Crimmitschau eine lange Tradition, mit welcher der Sahnpark als Naturpark und Erholungszentrum für die Bevölkerung schon immer eng verknüpft war. Eine unterhalb des heutigen Eisstadions befindliche Eiswiese diente der Bevölkerung vor dem Ersten Weltkrieg im Winter beim Schlittschuhlaufen. Die Eiswiese war an den Zigarrenmacher Heinrich Gans verpachtet, er pflegte das Eis und lieh Schlittschuhe aus.
Die ersten Versuche, eine Eishockeymannschaft auf die Beine zu stellen, unternahmen die Brüder Heinrich und Willy Otto. Willy Otto studierte in Leipzig und beschäftigte sich in seiner Freizeit mit dem Bandy-Spiel. 1919 kam er nach Crimmitschau zurück und machte seinen Bruder Heinrich mit diesem Spiel bekannt. Es bedurfte einer besonderen Vereinbarung mit dem Pächter Heinrich Gans, um den normalen Eislaufbetrieb nicht zu stören.etc-crimmitschau.de: Eishockeytradition in Crimmitschau, abgerufen am 3. August 2009.
Die Gründung des EHC und erste Erfolge (1920 bis 1938) 1920 kam es zur Gründung eines ersten Eishockey-Clubs EHC Crimmitschau, der sich später großer Popularität erfreute. Bis 1922 wurde auf der Eiswiese gespielt, in den Jahren 1922 und 1923 auf dem Gondelteich, 1924 und 1925 auf dem Froschteich in der Mark Sahnau und von 1926 bis 1945 auf dem Planschbecken des Sahnbades. mini|Horst Kutter spielte eine wesentliche Rolle im sächsischen Eishockey. Eine Bronzeplastik vor dem Eingang des Sahnparks erinnert an ihn. Das richtige Eishockey-Spiel mit einer Hartgummischeibe wurde 1926/27 eingeführt. Ein Jahr später pachtete der EHC im Winter das Planschbecken, das für das Eishockey nahezu ideal war. Das Becken lag geschützt und ein steiler Nordhang eignete sich für das Anlegen von Zuschauertraversen.
Erste Erfolge konnte der EHC Crimmitschau schon in den dreißiger Jahren feiern. 1932, 1935 und 1936 holte sich der EHC die mitteldeutsche Meisterschaft, allerdings genoss Eishockey zu dieser Zeit in der Bevölkerung noch kein hohes Ansehen und die Vereinsleitung musste werben, um neue Spieler zu bekommen. Es wurde daraufhin eine Abteilung für Eislauf gegründet, was dem Club einen großen Auftrieb gab. Nach dem letzten Gewinn der mitteldeutschen Meisterschaft 1936 war der EHC auf dem Höhepunkt seiner bisherigen Geschichte und zählte zu den besten Mannschaften Deutschlands. Noch immer war Heinrich Otto der Vorsitzende des Vereines. In jenem Jahr spielten die Crimmitschauer in der Vorrunde zur deutschen Meisterschaft, wo sie in Köln jedoch gegen den SC Riessersee verloren. Auch die Jugendabteilung war in jener Zeit sehr erfolgreich, sie spielte sich beispielsweise bis ins Endspiel um den Deutschen Jugendmeister in Garmisch-Partenkirchen und wurden Vizemeister.
In der Saison 1936/37 vereinigte sich der EHC mit dem örtlichen Tennisclub und nannte sich fortan ETC Crimmitschau. In diesen Jahren spielten auf der Wasserfläche im Sahnbad namhafte Mannschaften wie der Berliner Schlittschuhclub, der SC Charlottenburg oder der SC Riessersee. Als sächsische Gäste suchten damals unter anderem Mannschaften aus Dresden, Chemnitz und Ortsnachbar Frankenhausen den Vergleich.
In den Jahren 1937/38 planten Heinrich und Willy Otto als Vorstandsmitglieder des Vereins eine Kunsteisbahn in Form eines Stadions im Sahnpark. Sie hatten dem damaligen Crimmitschauer Oberbürgermeister Schmidt fertige Pläne vorgelegt, auch die Finanzierung hatten sie bereits sichergestellt. Dieses Projekt scheiterte an Bedenken des Oberbürgermeisters, bevor der Zweite Weltkrieg weitere Bemühungen zunichtemachte, denn auch die Nazis sahen in einem Kunsteisstadion im Sahnpark keinen Verwendungszweck.
Eine Serie von Namensänderungen und Eishockey in der DDR (1951 bis 1990) Saison Liga Vorrunde Endrunde 1960/61 DDR-Oberliga 2. Platz 4. Platz 1 1961/62 DDR-Oberliga 6. Platz 1. Platz 2 1962/63 bis1967/68 DDR-Oberliga – je 3. Platz 1968/69 DDR-Oberliga 4. Platz 3. Platz 1969/70 DDR-Oberliga 4. Platz 5. Platz 1 Finalrunde; 2 Abstiegsrunde
Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm zunächst eine Mannschaft unter dem Namen BSG Textil Crimmitschau an den 1. Wintersportmeisterschaften 1951 teil. Ab der regulären Saison 1950/51 spielten Crimmitschauer Mannschaften unter den Bezeichnungen BSG Textil Pleißengrund Crimmitschau (1951), BSG Turbine Crimmitschau (1953) und BSG Fortschritt Crimmitschau in der damaligen Oberliga, der 1. Liga oder später in der 2. Liga. Ab 1958/59 nahm die BSG Motor Crimmitschau am Spielbetrieb teil. 1960 musste der ASK Vorwärts Berlin umziehen und spielte als ASK Vorwärts Crimmitschau wie auch gleichzeitig die ASG Vorwärts Crimmitschau unterhalb des Armeesportklubs. Aus den unterschiedlichsten Bezeichnungen – „Turbine“ gehörte zu den Energiebetrieben, „Fortschritt“ zur Textil- und Lederindustrie, „Vorwärts“ zur Armee und „Einheit“ zur staatlichen Verwaltung – rührte die Herkunft der damaligen Unterstützer des Vereins.etconline.de: Die Anfänge und Entwicklung des Eishockeys in Crimmitschau aus: Eishockey NEWS, 8. November 2005.
Das nächste Jahrzehnt spielte der Verein unter verschiedenen Namen in der Oberliga, wobei sich hinter den Eishockey-Größen SC Dynamo Berlin und SG Dynamo Weißwasser zur Nummer drei im DDR-Eishockey etabliert wurde. Im Pokal verzeichnete die Mannschaft die größten Erfolge. So gewannen die Westsachsen 1966, 1967 sowie 1970 den DELV-Pokal und wurde weitere vier Mal Zweiter in diesem Wettbewerb. In dieser Zeit brachte die Mannschaft einige Nationalspieler hervor. So waren unter anderem Peter Kolbe, Dieter Kratzsch, Erhard Braun und Lothar Fuchs im DDR-Nationalteam, welches 1966 EM-Dritter wurde. Weiterhin spielten noch Dieter Röhl und Rolf Riedel in der Nationalmannschaft der DDR.
In der Saison 1970/71 wurde beschlossen, die Oberliga auf die beiden Dynamo-Clubs aus Berlin und Weißwasser zu reduzieren. Alle anderen Vereine wurden stillgelegt und Eishockey schied aus dem Kreis der förderungswürdigen Sportarten aus. Dafür wurde eine Bestenermittlung eingeführt, bei der aus dem ASK „Vorwärts“ Crimmitschau die BSG Einheit Crimmitschau wurde. Von 1971 bis 1989 bestimmte die BSG Einheit Crimmitschau viele Jahre als Nummer 1 die Klasse und konnte 1971, 1972, 1974 und 1980 die Ermittlung für sich entscheiden.lotok.de:
Bereits in den letzten Wochen und Monaten der DDR begann ein Umdenken beim DTSB und die Crimmitschauer gehörten zu den ersten, die in einer Initiativgruppe den Eishockeysport im Eislaufverband der DDR mit vorantrieben. Am 4. Dezember 1989 beschloss der Verband die Einrichtung eines dritten DDR-Leistungszentrums in Crimmitschau und der Aufnahme Crimmitschaus in die DDR-Oberliga, wozu es allerdings nicht mehr kam. Nach der politischen Wende wurde am 7. Februar 1990 zum Namen „EHC“ zurückgegangen und es kam schließlich am 3. Mai 1990 zur Neugründung unter dem Namen Eishockey- und Tennisclub Crimmitschau.
→ siehe auch Eishockey in der DDR
Neugründung, Aufstieg und Etablierung (1990 bis 2001) mini|250px|links|Sinisa Martinović während der Mannschaftsvorstellung Im Zuge der politischen Wende wurde der ETC Crimmitschau wieder gegründet und nahm mit der ersten Mannschaft bereits vor der Wiedervereinigung mit einer Sondergenehmigung der IIHF am Spielbetrieb der Bayernliga teil, während die zweite Mannschaft (1b) in der Sachsenliga spielte. Saison Liga Vorrunde Endrunde 1990/91 BYL 8. Platz 1. Platz 1991/92 BYL Meister 2. Gr. C ↑ 1992/93 RL Süd 11. Platz 4. Platz 1993/94 RL Süd 5. Platz 2. Platz 1994/95 2. Liga 2. Platz 9. Platz ↑ 1995/96 1. Liga 13. Platz 1. Platz 1996/97 1. Liga 8. Platz Achtelfinale 1997/98 1. Liga 11. Platz 3. Platz 1998/99 1. Liga 3. Platz 5. Platz 1999/00 OL Süd 1. Platz 8. Platz 2000/01 OL Süd 2. Platz Finale ↑ ↑ Aufstieg Das erste Spiel des ETC Crimmitschau nach der Neugründung im Frühjahr 1990 war ein Testspiel gegen den SV Hof. Die Mannschaft um Kapitän Ralf Heinicke – dem späteren Trainer der Damenmannschaft des ETC Crimmitschau – konnte dieses Spiel mit 14:2 gewinnen und sorgte damit für eine erfolgreiche Eröffnung der Geschichte des ETC nach der Wende.
Im Herbst 1990 nahm der ETC Crimmitschau das erste Mal am offiziellen Spielbetrieb in der Bayernliga teil. Der erste Pflichtspielgegner der Saison war der SV Gendorf, der mit 5:4 bezwungen wurde. Am Ende der Saison stand die Mannschaft auf Platz acht in der Tabelle und musste an der Relegation teilnehmen, welche sie jedoch souverän meisterte und mit 17:3 Punkten gewann.
In der darauffolgenden Saison konnte der ETC Crimmitschau unter dem neuen Kapitän Rainer Steinbock in 18 Spielen 125 Tore erzielen und rangierte am Saisonende auf Platz eins in der Tabelle und in der anschließenden Aufstiegsrunde zur Regionalliga wurde die Saison mit dem Aufstieg gekrönt. Durch das hohe Zuschaueraufkommen im Crimmitschauer Sahnpark wurde die Stadt ein Begriff für viele Eishockeyfans in Deutschland. Bis zu 6.000 Zuschauer pilgerten zu den Heimspielen, was selbst im hochklassigen deutschen Eishockey bemerkenswerte Zahlen waren.
In der Saison 1994/95 gelang der Aufstieg in die Hacker-Pschorr-Liga. In dieser Spielklasse – welche durch Änderungen am Spielsystem und Sponsorenverträgen immer wieder unter anderen Namen auftauchte – hielt sich der ETC bis zur Saison 2000/01. In dieser Saison wurden die zwei Aufsteiger zur 2. Eishockey-Bundesliga in Playoffs ermittelt, in denen die Spieler des ETC Crimmitschau zunächst den Adendorfer EC mit 3:0 Siegen und in der zweiten Runde den ESC Dresden mit 3:1 Siegen bezwangen. In der dritten Runde konnte sich jedoch nicht gegen den EHC Wolfsburg durchgesetzt werden, doch am 30. Juni 2001 wurde auf einer Ligentagung entschieden, dass die 2. Eishockey-Bundesliga von 12 auf 14 Vereine aufgestockt wird, wodurch der ETC Crimmitschau und der EV Duisburg nachrückten.
Jahre in der 2. Bundesliga und Oberliga (seit 2001) mini|250px|links|Die Eispiraten in einem Spiel gegen die Kassel Huskies (Saison 2007/08) In den Spielzeiten 2001/2002 bis 2004/05 spielte die Profimannschaft des ETC Crimmitschau zunächst in der 2. Eishockey-Bundesliga. Gleich in der Debütsaison konnten die Sachsen mit Platz fünf und dem Einzug in die Playoffs den bisher größten Erfolg der Vereinsgeschichte feiern, scheiterten allerdings im Viertelfinale an den Heilbronner Falken. Saison Liga Vorrunde Playoff/-down 2001/02 2. BL 5. Platz PO-VF 2002/03 2. BL 15. Platz Playdown 2003/04 2. BL 10. Platz 3. Platz 2004/05 2. BL 11. Platz 5. Platz ↓ 2005/06 OL 2. Platz Finale PO ↑ 2006/07 2. BL 12. Platz Playdown ↑ Aufstieg ↓ Abstieg Ab der Saison 2002/03 trug der Verein den Beinamen „Eispiraten“. An die erfolgreiche erste Spielzeit konnte jedoch nicht angeknüpft werden, sodass zum Ende der Vorrunde nur der 15. Platz zu Buche stand. In der Play-down-Runde gelang durch einen 3:1-Erfolg gegen die favorisierten Fischtown Pinguins letztlich der Klassenerhalt.