Swoboda (, , ) ist ein Ort im Rajon Tschernjachowsk in der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Tschernjachowsk.

Geographische Lage Swoboda am Pregel-Nebenflüsschen Auxinne (vor 1945 Goldfließ, heute russisch: Golubaja) liegt 14 Kilometer südlich des Rajonszentrums Tschernjachowsk (Insterburg) an der russischen Fernstraße A 197 (frühere deutsche Reichsstraße 139) in Richtung Krylowo (Nordenburg) und Polen. Innerorts kreuzt eine Nebenstraße die Nowostrojewo (Trempen) mit Podgornoje (Wiepeningken, 1938–1946 Staatshausen) verbindet. Bis zur Einstellung des Bahnbetriebes im Jahre 2009 war das sechs Kilometer südwestlich gelegene Ugrjumowo (Mattheningken, 1938–1946 Mattenau) die nächste Bahnstation an der Bahnstrecke Schelesnodoroschny–Tschernjachowsk (Gerdauen–Insterburg).

Geschichte Das seinerzeit Genischken genannte Dorf, später mit einem Gut ein Kilometer östlich des Ortes verbunden, soll vor 1539 gegründet worden seinD. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Jänichen. Am 11. März 1874 wurde der Ort Sitz und Namensgeber für einen neu errichteten AmtsbezirkRolf Jehke, Amtsbezirk Jänischken/Jänichen, der bis 1945 zum Kreis Insterburg im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

Im Jahre 1910 waren in Jänischken 365 Einwohner registriert. Ihre Zahl stieg bis 1933 auf 426. Nachdem am 1. April 1939 die Nachbargemeinde Freimannsdorf (bis 1928: Baginski) eingegliedert worden war, betrug die Einwohnerzahl 466.

In Folge des Zweiten Weltkrieges kam das per 3. Juli 1938 in Jänichen umbenannte Dorf 1945 mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Im Juni 1947 wurde der Ort in Swoboda umbenannt,Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 июня 1947 г.«Об образовании сельских советов, городов и рабочих поселков в Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 17. Juni 1947: Über die Bildung von Dorfsowjets, Städten und Arbeitersiedlungen in der Oblast Kaliningrad) was „Freiheit“ bedeutet. Gleichzeitig wurde der Ort Sitz eines Dorfsowjets im Rajon Tschernjachowsk. Von 2008 bis 2015 war Swoboda Sitz einer Landgemeinde. Seit 2016 gehört der Ort zum Stadtkreis Tschernjachowsk.

Amtsbezirk Jänischken (Jänichen) 1874–1945 Der 1874 errichtete Amtsbezirk Jänischken (er wurde 1938 in Amtsbezirk Jänichen umbenannt) bestand ursprünglich aus vier Landgemeinden (LG) und zwei Gutsbezirken (GB), zu denen sich 1930 die Landgemeinde Baginski (1938–1946: Freimannsdorf) gesellte – nach Auflösung des Amtsbezirks BlockinnenRolf Jehke, Amtsbezirk Güldenau/Blockinnen (ab 1938: Blocken, heute russisch: Otradnoje): Name Namensänderung1938–1946 Russischer Name Bemerkungen Jänischken (LG) Jänichen Swoboda Kohlischken (LG) seit 1928:Hutmühle Werschinino Matheningken (LG) Mattenau Ugrjumowo Pabbeln (LG) seit 1928:Amwalde Senzowo Pabbeln (GB) 1928 in die Landgemeinde Pabbeln eingegliedert Pabbeln, Forst (GB) ab 1930: Baginski (LG) Freimannsdorf 1939 nach Jänichen eingegliedert Am 1. Januar 1945 bildeten den Amtsbezirk Jänichen noch vier Gemeinden: Amwalde, Hutmühle, Jänichen und Mattenau.

Swobodnenski selski Sowet 1947–2008 Der Dorfsowjet Swobodnenski selski Sowet (ru. Свободненский сельский Совет) wurde im Juni 1947 eingerichtet. Nach dem Zerfall der Sowjetunion bestand die Verwaltungseinheit als Dorfbezirk Swobodnenski selski okrug (ru. Свободненский сельский округ). Im Jahr 2008 wurden die verbliebenen Orte des Dorfbezirks in die neu gebildete Landgemeinde Swobodnenskoje selskoje posselenije übernommen, mit Ausnahme von Krasnowka, welches in die städtische Gemeinde Tschernjachowskoje gorodskoje posselenije kam.

Ortsname Name bis 1947/50 Bemerkungen Baikal (Байкал) Groß Siegmuntinnen, 1938–1945: „Siegmundsfelde“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1975 verlassen. Belomorskoje (Беломорское) Wittgirren, 1938–1945: „Wittern“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und vermutlich vor 1988 an den Ort Rodnikowo angeschlossen. Borowoje (Боровое) (Groß) Plattenischken, 1938–1945: „Rehfeld“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Bereschkowski eingeordnet. Er wurde vermutlich vor 1988 an den Ort Rodnikowo angeschlossen. Jarki (Ярки) Janzonsruh Der Ort wurde 1950 umbenannt und vermutlich um 2000 an die Stadt Tschernjachowsk angeschlossen. Juschny (Южный) Santilten, seit 1928: zu Fehlbrücken Der Ort wurde 1950 umbenannt und vor 1975 verlassen. Kapustino (Капустино) Lenkutschen, 1938–1945: „Schleifenau“ Der Ort wurde 1950 umbenannt. Klinki (Кликни) Kamputschen, 1938–1945: „Kampeneck“ Der Ort wurde 1947 als "Konzuuen" umbenannt und vor 1975 verlassen. Korsakowo (Корсаково) Kosacken Der Ort wurde 1950 umbenannt und vor 1988 verlassen Krasnowka (Красновка) Birkenfeld [Dorf] Der Ort wurde 1950 umbenannt. Listowoje (Листовое) Stagutschen, 1938–1945: „Dallwitz (Ostpr.)“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1975 verlassen. Losowoje (Лозовое) Eszeratschen/Escheratschen, 1938–1945: „Eschenhang“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und 1997 an den Ort Ugrjumowo angeschlossen. Matrossowo (Матросово) Ischdagehlen, 1938–1945: „Brennersdorf“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1975 verlassen. Mosty (Мосты) (Adlig) KeppurrenDer Ort Mosty wurde als Dreibrücken umbenannt. Da Keppurren/Kranichfelde seit 1928 Bestandteil der Gemeinde Dreibrücken war und auf Karten aus den 1970er und 1980er der Ort Mosty an der Ortsstelle Keppurren eingezeichnet ist, erscheint diese Verbindung plausibel. Alle vier Ortsteile von Dreibrücken erhielten darüber hinaus eigene russische Namen, wobei sich Keppurren mit dem Nachbarort Grabowen den Namen Sibirskoje teilte, was noch ein Argument für die Gleichsetzung von Mosty mit Keppurren sein mag., 1938–1945: „Kranichfelde“ Der Ort wurde 1947 und vor 1988 verlassen. Ossinowka (Осиновка) Uszballen/Uschballen, 1938–1945: „Dittau“ Der Ort wurde 1947 umbenannt. Otradnoje (Отрадное) Blockinnen, 1938–1945: „Blocken“ Der Ort wurde 1947 umbenannt. Pereleski (Перелески) Mühle Keppurren, 1938–1945: „Friedrichsmühle“ Der Ort wurde 1947 umbenannt. Pestschanaja (Песчаная) Friedrichshuld Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1988 verlassen. Prigljadnaja (Приглядная) Rudlacken, Ksp. Jodlauken, 1938–1945: „Eichenwalde“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1975 verlassen. Prigorodny (Пригородный) Birkenfeld [Gut] Der Ort wurde vor 1975 umbenannt und 1997 an den Ort Krasnowka angeschlossen. Prudki (Прудки) Berszienen/BerschienenDer Ort wurde 1950 offenbar auch in Lawrowo umbenannt., 1938–1945: „Birklacken“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1975 verlassen. Rachmaninowo (Рахманиново) bei Triaken, Ksp. Jodlauken, 1938–1945: „Schwerfelde“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und vor 1975 verlassen. Rodnikowo (Родниково) Groß Wittgirren, seit 1928: Mittenwalde Der Ort wurde 1947 umbenannt. Rutschji (Ручьи) Freudenberg und Peterkehmen, 1938–1945: „Peterstal“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und vor 1975 verlassen. Saizewo (Зайцево) Davidehlen, 1938–1945: „Lehmfelde“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1988 verlassen. Saratowskoje (Саратовское) Dallwitz [Forsthaus] Der Ort wurde 1950 umbenannt und vor 1975 verlassen. Senzowo (Сенцово) Pabbeln, 1938–1945: „Amwalde“ Der Ort wurde 1947 umbenannt. Sibirskoje (Сибирское) GrabowenIn Sibirskoje wurde auch der Ort (Adlig) Keppurren umbenannt, der offenbar aber eher als Mosty anzusprechen ist., 1938–1945: „Roßweiden“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und vor 1988 verlassen. Snamenskoje (Знаменское) Triaken, Ksp. Jodlauken, 1938–1945: „Schwerfelde“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und vor 1988 verlassen. Starizkoje (Старицкое) Laugallen, 1938–1945: „Dobeneck“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und vor 1975 verlassen. Swoboda (Свобода) Jänischken, 1938–1945: „Jänichen“ VerwaltungssitzTelmanowo (Тельманово) Didlacken, 1938–1945: „Dittlacken“, und Althof-Didlacken, 1938–1945: „Althof-Dittlacken“Umbenannt wurde nur Didlacken Der Ort wurde 1947 umbenannt. Ugrjumowo (Угрюмово) Matheningken, 1938–1945: „Mattenau“ Der Ort wurde 1947 umbenannt. Werschinino (Вершинино) Kohlischken, seit 1928: Hutmühle Der Ort wurde 1950 umbenannt. Wolodarowka (Володаровка) Jodlauken, 1938–1945: „Schwalbental“ Der Ort wurde 1947 umbenannt. Wolodino (Володино) Harpenthal Der Ort wurde 1950 umbenannt und 1997 aus dem Ortsregister gestrichen.

Der im Jahr 1947 umbenannte Ort Penki (Skungirren/Scheunenort), der zunächst ebenfalls in den Swobodnenski selski Sowet eingeordnet worden war, kam dann (vor 1975) aber zum Bereschkowski selski Sowet.

Zeitweise gehörten auch die Bahnstationen von Krasnowka und Ugrjumowo als eigenständige Siedlungen zum Dorfsowjet bzw. Dorfbezirk.

Swobodnenskoje selskoje posselenije 2008–2015 mini|Die Lage der ehemaligen Landgemeinde Swobodnenskoje selskoje posselenije im Südwesten des Rajon Tschernjachowsk Die Landgemeinde Swobodnenskoje selskoje posselenije (ru. Свободненское сельское поселение) wurde im Jahr 2008 eingerichtet.Durch das Закон Калининградской области от 30 июня 2008 г. № 262 «Об организации местного самоуправления на территории муниципального образования "Черняховский городской округ"» (Gesetz der Oblast Kaliningrad vom 30. Juni 2008, Nr. 262: Über die Organisation der lokalen Selbstverwaltung auf dem Gebiet der munizipalen Bildung "Stadtkreis Tschernjachowsk") Sie umfasste 35 jeweils Siedlung (russisch: „possjolok“) genannte Ortschaften, die vorher den Dorfbezirken Bereschkowski selski okrug, Krasnopoljanski selski okrug und Swobodnenski selski okrug angehörten. Die 5.771 Einwohner lebten auf einer Fläche von 312 km² (Stand 2010).

Zur Swobodnenskoje selskoje posselenije gehörten folgende 35 Siedlungen: Ortsname deutscher Name Ortsname deutscher Name Bereschkowskoje (Бережковское) Groß Bubainen/Waldhausen Saowraschnoje (Заовражное) Schwägerau Bolschewskoje (Большевское) Reichenhof Saretschje (Заречье) Uszupönen/Moorhof Botschagi (Ботчаги) Schloßberg Sarja (Заря) Groß Wersmeningken/Großstangenwald Dolinino (Долинино) zu Groß Gaudischkehmen/Groß Gauden Sarubino (Зарубино) Klein Gaudischkehmen/Kleingauden Kapustino (Капустино) Lenkutschen/Schleifenau Schljusnoje (Шлюзное) Woynothen/Kleinnorkitten Krasnopoljanskoje (Краснополянское) Groß Gaudischkehmen/Groß Gauden Selenzowo (Зеленцово) Obehlischken/Schulzenhof Lesnoje (Лесное) Dwarischken/Eichenberg, und Trakinnen/Tannenschlucht Seljony Bor (Зелёный Бор) Karalene/Luisenberg Meschduretschje (Междуречье) Norkitten Senzowo (Сенцово) Pabbeln/Amwalde Meschduretschje (Schelesnodoroschnaja stanzija) (Междуречье (Железнодорожнаяа станция)) Bahnhof Norkitten Stepnoje (Степное) Purwienen/Altweiler Ossinowka (Осиновка) Uszballen/Dittau Swoboda (Свобода) Jänischken/Jänichen Otradnoje (Отрадное) Blockinnen/Blocken Telmanowo (Тельманово) Didlacken/Dittlacken Pastuchowo (Пастухово) Waldhausen [Försterei] Trjochdworka (Трёхдворка) Paradeningken/Paradefeld Penki (Пеньки) Skungirren/Scheunenort Ugrjumowo (Угрюмово) Matheningken/Mattenau Pereleski (Перелески) Mühle Keppurren/Friedrichsmühle Uschakowo (Ушаково) Kutkehmen und Stablacken, Ksp. Puschdorf/Pregelau Podgornoje (Подгорное) Wiepeningken/Staatshausen Werschinino (Вершинино) Kohlischken/Hutmühle Priwalowo (Привалово) Mangarben Wessjolowka (Весёловка) Judtschen/Kanthausen Puschkarjowo (Пушкарёво) Puschdorf Wolodarowka (Володаровка) Jodlauken/Schwalbental Rodnikowo (Родниково) Groß Wittgirren/Mittenwalde

Kirche Evangelisch Vor 1945 war Jänischken resp. Jänichen kein Kirchdorf. Die überwiegend evangelische Bevölkerung war in das Kirchspiel der Kirche Didlacken (heute russisch: Telmanowo) eingepfarrt, das zum Kirchenkreis Insterburg (Tschernjachowsk) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union gehörte. Heute liegt Swoboda im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Tschernjachowsk, Pfarrsitz der gleichnamigen Kirchenregion, und auch in Krasnojarskoje (Sodehnen), beide zur Propstei Kaliningrad der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland zugehörig.

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