Niobiumnitrid ist eine anorganische chemische Verbindung des Niobs aus der Gruppe der Nitride.

Gewinnung und Darstellung Niobiumnitrid kann durch Reaktion von Niob mit extrem gereinigtem Stickstoff, Ammoniak oder einem Gemisch der beiden Verbindungen dargestellt werden. Da das Nitrid bei hohen Temperaturen überaus empfindlich gegenüber Sauerstoff und Wasser (auch in Spuren) ist, muss das Eindringen von solchen Substanzen (zum Beispiel durch doppelwandige Rohre) verhindert werden.Georg Brauer (Hrsg.) u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band III, Ferdinand Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1472.

Eigenschaften Mit Nb2N und Nb4N3 und Niobnitrid NbN sind insgesamt drei Niobnitride bekannt. Es sind dunkelgefärbte, halbmetallische Stoffe, wobei Nitride mit hohem Stickstoffgehalt hellere, gelblich graue oder bräunliche Farben haben. Niobnitrid ist ein Supraleiter mit einer Sprungtemperatur von 16,5 K.G. Horn, E. Saur: Präparation und Supraleitungseigenschaften von Niobnitrid sowie Niobnitrid mit Titan-, Zirkon- und Tantalzusatz. In: Zeitschrift für Physik. 210, 1968, S. 70–79, . Die Supraleitung wurde 1941 von Aschermann, Friederich, Justi und Kramer entdeckt. Niobnitrid hat eine hexagonale Kristallstruktur mit der (andere Quelle: kubische Natriumchloridstruktur). Bei 1370 °C geht sie in eine andere Kristallstruktur über. Niobnitrid beginnt bei 800 °C an Luft zu oxidieren.

Verwendung Niobiumnitrid wird als Detektormaterial für Infrarotdetektoren, für Supraleitende Magnete und für Josephsonkontakte verwendet.

Literatur Herstellung von Nitridschichten durch reaktives Sputtern und deren Charakterisierung (PDF; 5,2 MB), Diplomarbeit, 1995

Einzelnachweise

Kategorie:Niobverbindung Kategorie:Nitrid