mini|hochkant|Kirche St. Jean-Baptiste
Denting () ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen).
Geographie Die Gemeinde liegt in Lothringen, 29 Kilometer ostnordöstlich von Metz, drei Kilometer nordöstlich von Boulay-Moselle (Bolchen) und etwa zehn Kilometer westlich des Grenzortes Creutzwald (Kreuzwald) an der Grenze zum Saarland.
Geschichte Ältere Ortsbezeichnungen sind Denting (1544), Dettingen (1571), Deitingen (1594), Dentingue (1682), Dinting (1756) und Dentin.Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 88 (books-google.com). Die Ortschaft gehörte früher zur deutschen Herrschaft Kriechingen.Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 361 (google.books.com). Ein neuer Ort entstand nach dem Dreißigjährigen Krieg. Zuvor befand sich auf der Gemarkung der Gemeinde ein Dorf namens Willingen.auch Wellingen genannt, nicht zu verwechseln mit dem Dorf Willingen im Kanton Busendorf, Kreis Bolchen, vergleiche Otto Lehnerdt (Hrsg.): Alphabetisches Ortsverzeichniß des Deutschen Reiches, Dritter Band, Hof-Verlag Grumbkow, Dresden 1882, S. 1280 (google.books.copm). Einziges Überbleibsel dieser Zeit ist die einen Kilometer südlich des Dorfkerns auf einem Hügel gelegene Kapelle St. Heinrich (Saint-Henri), vermutlich erbaut im 14. Jahrhundert. Im Jahr 1793, während der Französischen Revolution, wurde der Herrschaftsbezirk von Frankreich annektiert.
Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam das Gebiet an das deutsche Reichsland Elsaß-Lothringen, und das Dorf wurde dem Kreis Bolchen im Bezirk Lothringen zugeordnet. Die Dorfbewohner betrieben Getreidebau und Viehzucht.
Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt. Im Herbst 1944 wurde der Ort von westalliierten Streitkräften eingenommen.
Vor dem Zweiten Weltkrieg entstand 1937 auf dem Gemeindegebiet das Militärcamp Ban Saint Jean an der Maginot-Linie, das heute einer Geisterstadt gleicht und zum Sperrgebiet erklärt wurde. Dort befindet sich ein Massengrab aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs.
Demographie Im Jahr 1871 hatte die Landgemeinde 349 meist römisch-katholische Einwohner, die in 86 Häusern lebten und unter denen sich drei Mennoniten und zwei Juden befanden. Im Jahr 1910 wurden 245 Einwohner gezählt. + Anzahl Einwohner seit Ende des Zweiten Weltkriegs Jahr 1962 1968 1975 1982 199019992009 2019Einwohner 292 311 370 366 207 207 236 282
Sehenswürdigkeiten Kirche St. Jean-Baptiste von 1791 mit neoromanischem Turm Bunker-Überreste der Maginot-Linie Ruine eines Beinhauses aus dem 14. Jahrhundert (Monument historique)
Literatur Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 119 (books.google.com).
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Grand Est