Karin Katharina Brandauer (* 14. Oktober 1945 in Altaussee als Karin Katharina Müller; † 13. November 1992 in Wien) war eine mehrfach ausgezeichnete österreichische Filmregisseurin und Drehbuchautorin. Sie inszenierte über 40 Filme, die sich oftmals mit der österreichischen Geschichte des 20. Jahrhunderts und der Vergangenheitsbewältigung beschäftigten. mini|hochkant=0.80|Grabstätte von Karin Brandauer
Leben und Werk Karin Müller wuchs in Altaussee auf. Mit achtzehn Jahren heiratete sie ihre Jugendliebe Klaus Maria Brandauer, dessen Namen sie nach der Eheschließung annahm. Der Ehe entstammt der Sohn Christian (* 1963), der später als Komponist tätig war. Die Familie lebte ab 1968 in Wien. Brandauer studierte ab 1969 an der Wiener Filmhochschule, wo sie 1975 das Regiediplom erwarb. Während ihres letzten Studienjahrs arbeitete sie als Regieassistentin beim Österreichischen Rundfunk. 1975 schrieb sie ihr erstes Drehbuch. Die Grundlage für den Kurzfilm Der Muff (1976), bei dem Brandauer auch erstmals Regie führte, entstand in Zusammenarbeit mit Heide Kouba.
Ihre ersten Werke waren Dokumentarfilme sowie Filme, die mit schwierigen und unbequemen Themen oftmals die österreichische Geschichte thematisierten. Als Regisseurin arbeitete sie immer wieder eng mit dem Dramatiker Felix Mitterer zusammen, so z. B. bei den von Mitterer verfassten Drehbüchern zu Erdsegen (1985) und dem Zweiteiler Verkaufte Heimat (1989). Weitere herausragende Filmarbeiten liefen im deutschsprachigen Fernsehen unter den Titeln Die Arbeitslosen von Marienthal (1988) oder Sidonie (1990). Brandauer zeichnete sich durch einen leisen, aber eindringlichen Regiestil aus. Mit Aschenputtel wurde 1989 Brandauers einzige Kinofilmarbeit veröffentlicht.
Karin Brandauer starb 1992 im Alter von 47 Jahren an einer Krebserkrankung. Sie wurde im Friedhof ihres Heimatorts Altaussee (Österreich) beigesetzt.
Filmografie (Auswahl) 1976: Der Muff (Kurzfilm) 1976: Der Sauwald 1977: Poesie und Revolution – Georg Büchner 1978: Der Mohr von Wien oder Die Präparation eines LebenslaufesUni Graz 1982: Der Weg ins Freie 1985: Das Totenreich 1985: Erdsegen 1988: Einstweilen wird es Mittag 1989: Aschenputtel 1989: Ein Sohn aus gutem Hause 1990: Marleneken 1990: Verkaufte Heimat 1990: Sidonie 1995: Die Wand (Drehbuch)
Dokumentarfilm Karin Brandauer. Ich war nur natürlich. Dokumentarfilm, Österreich, 2002, 15 Min., Buch und Regie: Krista Stadler, Produktion: ORF, von prisma.
Auszeichnungen 1987: Erich-Neuberg-Preis für Erdsegen 1990: Sonderpreis bei den Baden-Badener Tagen des Fernsehspiels für Sidonie 1990: Bayerischer Fernsehpreis für die Fernsehfilme Marleneken (ZDF) und Verkaufte Heimat (ORF/NDR) 1991: Romy Jurypreis für Beste Regie 1991: Goldene Kamera für Marleneken (ZDF)
Einzelnachweise
Weblinks
Onlineartikel zu Karin Brandauer an der mdw
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