Eine Seelgerätstiftung ist die Stiftung bestimmter Vermögenswerte oder deren Kapitalerträge mit dem Zweck, dass davon regelmäßig, etwa zum jährlich wiederkehrenden Todestag des Stifters, eine heilige Messe (Seelenmesse) mit der besonderen Intention seines Seelenheils abzuhalten. Im mittelalterlichen Denken sollte durch ein solch wiederkehrendes Gebet oder Opfer der „armen Seele“ zum ewigen Heil verholfen werden.Seelgerätstiftungen von 1379 und 1396. In Gemeinde Kleinzell (Hg.): Kleinzell in Geschichte und Gegenwart. Kleinzell 1995, S. 72. Durch solche Stiftungen wurden beträchtliches Vermögen und Landbesitz an die Kirche, etwa Klöster und Bistümer übertragen. Die Kirche übernahm im Gegenzug die Verpflichtung, Totengottesdienste und Vigilien für den Stifter oder die Stifterfamilie abzuhalten.
Weblinks Sühnekreuze und Mordsteine Abschnitt Rechtsbräuche
Literatur Paul Frauenstädt: Blutrache und Totschlagsühne im deutschen Mittelalter Leipzig 1881 (Digitalisat online), ()
Lothar Schott: Totschlagsühne und Steinkreuzerrichtung. In: Wissenschaftliche Zeitschrift der pädagogischen Hochschule Potsdam, 3. Jg., 1957, Heft 1, S. 47–53.
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchliche Stiftung Kategorie:Strafrechtsgeschichte des Mittelalters