mini|Kirche St. Josef St. Josef ist eine römisch-katholische Kirche in Saarlouis-Fraulautern auf dem Kreuzberg, der Fraulauterner Siedlung. Sie trägt das Patrozinium des heiligen Josef.
Seit 1984 bildete sie eine Pfarreiengemeinschaft mit Hl. Dreifaltigkeit, Fraulautern. 2011 wurde sie Teil der Pfarreiengemeinschaft rechts-der-Saar, die Fraulautern, Roden und Steinrausch umfasste.
Zum 1. Januar 2023 entstand daraus die Pfarrei Heilige Familie Saarlouis. Die Pfarrei umfasst außerdem die Kirchen Hl. Dreifaltigkeit, St. Apollonia, Maria Himmelfahrt, Christkönig sowie St. Johannes.
Geschichte Die Siedlung Kreuzberg entstand in den Jahren 1936 bis 1939. Zu diesem Zeitpunkt zählte die dortige Bevölkerung zur Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit Fraulautern. Aufgrund der räumlichen Distanz zur Pfarrkirche begannen frühzeitig Überlegungen, im Ortsteil eine eigene Kirche zu errichten. Als Patrozinium wollte man ursprünglich den Namen Heilig Kreuz tragen. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1939 wurden die Pläne verworfen.
Bau der Notkirche St. Josef Nach Kriegsende 1945 war die Dreifaltigkeitskirche komplett zerstört. Gottesdienste wurden zunächst in den Privathäusern Fraulauterner Bürger abgehalten. Die Pfarrgemeinde errichtete im Ortskern anschließend eine Notkirche an der Heydingerstraße, die für die zahlreichen Katholiken schnell viel zu klein wurde. Pastor Josef Gilles, der von 1921 bis 1948 tätig war, bemühte sich, den Gläubigen auf dem Kreuzberg eine zweite Notkirche zu errichten. Noch vor Wiederaufbau der Dreifaltigkeitskirche wurde der Plan in die Tat umgesetzt. Gilles selbst erlebte die Umsetzung seines Vorhabens nicht mehr, da er plötzlich und unerwartet am 28. Oktober 1948 verstarb. Sein Nachfolger wurde Pastor Alois Piroth, der an die Bemühungen seines Vorgängers anknüpfte. Die Notkirche auf der Siedlung wurde von den Architekten Heinrich Latz und Toni Laub geplant. Die Segnung des Baugrundstücks am Hang des Wäldchens zur Lebacher Straße hin erfolgte am 20. März 1949. Ebenso der Spatenstich für die kleine Notkirche. Am 8. Mai 1949 wurde der Grundstein gelegt. In ihn integrierte man ein mit gotischem Blattmuster verziertes Säulenstück der zerstörten Dreifaltigkeitskirche. Ebenso wurde das Tabernakel der teilweise zerstörten Apollonia-Kapelle an die Notkirche übergeben. Eine der Glocken aus St. Apollonia überreichte man ebenfalls, die in einem schlichten, offenen Türmchen aufgehängt wurde.
Die Notkirche beherbergte außerdem zwei Statuen (Heiliger Josef und Unbeflecktes Herz Mariä), die von den Ordensschwestern der St. Elisabeth-Klinik in Saarlouis zur Verfügung gestellt wurden. Die Notkirche wurde am 15. August 1949 (Maria Himmelfahrt) durch den Lisdorfer Dechanten Spengler eingeweiht. Die Notkirche trug den Namen St. Josef, der von Pastor Piroth in Gedenken an seinen bemühten Amtsvorgänger Josef Gilles ausgewählt wurde. Aus dem Nachlass von Pastor Gilles wurden der Notkirche sowohl die Kelche als auch die Paramente und sein Betstuhl übergeben.
Die neue Notkirche wurde unter anderem von Weihbischof Heinrich Metzroth und Erzbischof Dr. Franz-Rudolf Bornewasser besucht. Am 11. Juli 1956 visitierte Bischof Dr. Matthias Wehr das Gotteshaus. Weihbischof Dr. Bernhard Stein besuchte den Ort am 7. Juli 1961 und spendete dort erstmals die Firmung. Die Feier musste aus Platzgründen in zwei Gottesdienste aufgeteilt werden.
Zu diesem Zeitpunkt oblag die Seelsorge immer noch den Geistlichen aus der Fraulauterner Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit. Neben Pastor Alois Piroth wurden bis 1961 Kaplan Willibrord Gerber, von 1951 bis 1954 Kaplan Hermann Gummich, ab 1953 Kaplan Fritz Schmitt und von 1954 bis 1957 Kaplan Josef Basler eingesetzt. Diese unterrichteten außerdem an der neuen Volksschule, der Kreuzbergschule.
Zeitnah gründete der Dirigent Hermann Langer einen Kirchenchor, der ab 1956 von Josef Köhl dirigiert wurde. Seit dem Jahr 1960 wurde Karl Giese Chorleiter, die später auch das Organistenamt übernahm. Weitere Gründungen, wie die eines Frauen- und Müttervereins, einer marianischen Jungfrauenkongregation und einem Bund der katholischen Jugend folgten. Ebenso eine kirchliche Vereinigung zur Unterstützung der Diaspora und die Päpstlichen Werke der Glaubensvorbereitung zur Hilfe der Mission. Im Jahr 1958 gründete sich die Katholische Arbeiter-Bewegung (KAB), 1961 gründete sich die Christliche Arbeiter Jugend (CAJ). Wenig später erfolgte 1962 die Gründung eines eigenen Stammes der St. Georgspfadfinderinnen.
Errichtung der Pfarrei Am 24. August 1957 wurde vom Trierer Bischof auf der Fraulauterner Siedlung eine eigene Seelsorgestelle errichtet. Kaplan Fritz Schmitt wurde als Expositus mit Seelsorge und Aufbau beauftragt. Die Expositur wurde am 1. April 1959 zur selbstständigen Kirchengemeinde erhoben, was eine eigenständige Vermögensverwaltung bedeutete. Die Kirchengemeinde wurde am 1. Mai 1959 zur Pfarrvikarie, am 1. Januar 1961 zur Pfarrgemeinde erhoben. Die Errichtung der Pfarrei bestätigte man am 3. Februar 1961 von staatlicher Seite durch den saarländischen Minister für Kultus, Unterricht und Volksbildung. Expositus Fritz Schmitt wurde zunächst zum Pfarrvikar, später dann zum ersten Pfarrer der neuen Pfarrei ernannt. Um den Arbeitsaufwand zu bewältigen, wurde auf Antrag des Pfarrers am 3. Mai 1960 eine eigene Seelsorgehelferinnenstelle errichtet. Ab dem 16. Mai 1960 wurde Pastor Schmitt durch Fräulein Cäcilia Hüdepohl unterstützt. Diese übernahm Aufgaben im Bereich der Schule, Betreuung der Jugend, der kirchlichen Vereine und des Pfarrbüros.
Die erste Wahl eines Kirchenvorstandes erfolgte am 21. Juni 1959. Dieser bestand aus acht Kirchenvorstehern sowie zwei Ersatzmitgliedern. 1961 folgte eine allgemein durchgeführte Neuwahl in der Diözese Trier, wobei die Anzahl der Kirchenvorsteher auf zehn erweitert wurde. Mit dem 19. September 1960 wurde St. Josef in einem notariellen Akt von der Mutterpfarrei Hl. Dreifaltigkeit alle kircheneigenen Grundstücke im Bereich der neuen Pfarrei übertragen.
Bau der Pfarrkirche St. Josef Von Anfang an bestanden Überlegungen, die viel zu klein gewordene Notkirche durch Errichtung einer großen Pfarrkirche zu ersetzen. Die Notkirche fasste maximal 950 Gläubige, wobei die Anzahl der Gemeindemitglieder Ende der 1950er Jahre bereits rund 3000 Personen betrug. Pastor Schmitt stellte den Neubau eines Pfarrhauses aus diesem Grunde zurück und priorisierte das Bauvorhaben einer neuen Pfarrkirche. Der Plan sollte dann auch die Errichtung eines neuen Pfarrhauses beinhalten. Im Oktober 1959 wurde in Trier der Antrag für das Bauvorhaben gestellt, dem bereits im November desselben Jahres zugestimmt wurde.
Zur Planung des Baus beauftragte man den Saarwellinger Architekten Toni Laub. Dessen Bauingenieur Rudolf Ottl wurde zum örtlichen Bauleiter ernannt. Die notwendigen statischen Berechnungen übertrug man nach Vorschlag des Architekten Dipl. Ing. Waldenmaier aus Völklingen. Im Juni 1960 wurden die Pläne zur Begutachtung dem Bischöflichen Generalvikariat in Trier sowie der Landesregierung in Saarbrücken vorgelegt.
Zum elften Jahrestag der Einweihung der Notkirche, dem 15. August 1960, fand der erste Spatenstich zum Kirchenneubau statt. Der Bau begann im Frühjahr 1961. Am 23. April 1961 erfolgte die Grundsteinlegung durch Dechant und Ehrendomherrn Heinrich Unkel aus Saarlouis unter Assistenz von Pastor Alois Piroth aus Fraulautern und Pastor Zimmer aus Schwarzenholz. Erd- und Maurerarbeiten übernahm die Baufirma Theobald. Der Bau des neuen Pfarrhauses startete im Oktober 1961. Dem gingen Überlegungen voraus, die Notkirche zum Pfarrhaus umzubauen. Da sich dieses Vorhaben als unwirtschaftlich erwies, wurden derartige Pläne wieder verworfen. Der freistehende Glockenturm wurde zwischen November 1961 und Februar 1962 errichtet.
Bereits in den Jahren vor Gründung der neuen Pfarrei, initiierte die Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit einen Kirchenbauverein auf der Siedlung. Die bereits vorhandenen finanziellen Mittel wurden nun durch das engagierte Sammeln von Spendengeldern ergänzt. Die Fraulauterner Industriebetriebe und Geschäfte unterstützten das Bauvorhaben in einer Weihnachtssammlung 1960 und 1961 großzügig. Vom 22. bis 25. Juli 1961 wurde hinter der Kreuzbergschule ein Kirchbaufest gefeiert, das insbesondere von den Fraulauterner Vereinen unterstützt wurde. Auch nahmen die Kirchenchöre, Gesangs- und Musikvereine, die Fallschirmjäger aus Lebach, die Freiwillige Feuerwehr sowie die Bergkapelle Velsen/Ensdorf daran teil. Zum Finale der Veranstaltung traten bekannte Künstler des Saarländischen Rundfunks bei einem Bunten Abend auf. Am 30. Juni 1962 veranstalteten die ortsansässigen Vereine eine große Tombola. Im März und April 1962 sammelte man außerdem für 80 Betonfenster an den beiden Chorwänden.
Am 29. April 1962 wurde die erste Messe im noch kahlen Kirchengebäude gefeiert, die Erstkommunion am Weißen Sonntag. Am ersten Sonntag im Mai 1962 feierte man erstmals eine Kirmes.
Das fertiggestellte Gebäude wurde am 21. November 1962 durch Dechant und Ehrendomherrn Unkel feierlich eingesegnet. Durch das parallel stattfindende Zweite Vatikanische Konzil konnte kein Bischof an der Konsekration teilnehmen. Am 1. Mai 1963 folgte die Kirchweihe durch den Trierer Bischof Dr. Matthias Wehr.
Im Jahr 1963 betrug die Zahl der zur Gemeinde zugehörigen Katholiken 2.966 Personen. Der Pfarrbezirk reicht in Richtung Ortskern Fraulautern bis in die Jahnstraße 101 und 102 sowie bis in die Kreuzbergstraße 34 und 47.
Architektur und Ausstattung Die Kirche ist 12 Meter hoch und ist über einige Treppenstufen sowie über einen Weg vom Pfarrhaus aus zu erreichen. Während das eigentliche Gebäude etwa 20 Meter von der Straße entfernt ist, steht der 29 Meter hohe Kirchturm mit dem Schaukasten direkt an der Straße.
Das Innere der Kirche verfügt über eine hölzerne Decke. An der Wand über dem Altar findet sich ein großes Abbild Jesu Christi am Kreuz, dessen Lippen zu einem Du geformt sind. mini|Glockenturm der Kirche St. Josef Das Kirchenschiff durchläuft eine Reihe bunter Kirchenfenster, welche sich am oberen Ende der Wände links und rechts befinden. In diese zwei Wände ist jeweils ein Beichtstuhl integriert. +Daten des ArchitektenKleinste Breite Kirchenschiff25,00 mGrößte Breite Kirchenschiff30,00 mGrößte Länge Kirchenschiff38,50 mGrößte Firsthöhe12,00 mTraufhöhe9,30 mGrößte Rauminnenhöhe11,00 mTurmhöhe29,00 mSitzplätze im Kirchenschiff650Sitzplätze Empore50Stehplätze Kirchenschiff400Stehplätze Empore125 Das Innere der Kirche ist durch hohe Wände aus Sandstein geprägt. Grundsätzlich wollte man beim Bau einen abgeschotteten Raum schaffen, der den Besucher zum Altar hin fokussiert. Das gesamte Gebäude zeigt eine zum Altar zeigende, trapezförmige Ausladung der Grundrissanlage, was die Mehrzahl der Sitzplätze zum Mittelpunkt drängt. Der weit vom Gebäude entfernte Glockenturm soll einen absichtlich harten Akzent setzen und schafft einen großen Kirchenvorplatz. Im Turm befindet sich ebenerdig eine Kapelle zu Ehren des heiligen Josef. Bei der Ausgestaltung der Kirche arbeitete man mit einfachsten Mitteln, was durch klare, geordnete Plätze zur Spendung der Sakramente unterstützt werden soll. Fensterlose Giebelwände und hohe Seitenwände mit Lichtbändern sollen Ruhe und Abgeschlossenheit im Raum schaffen. Leuchtende Glasbetonfenster, links und rechts im Altarraum, stellen Brot und Wein dar. Sie sind geschmückt mit eucharistischen Motiven, wie etwa Ähre und Traube. Die Seitenschifflichtbänder im Kirchenschiff stellen Szenen aus dem Leben von Josef und Maria dar. Die Innenwände der Kirche sind mit feinem Kratzputz überzogen, der mit einer Lasurfarbe in gebrochenem Weiß gestrichen wurde. Mittelgang und Chorraumboden sind mit Platten aus Main-Muschelkalk belegt in dezenter, warmer Farbstellung. mini|Innenraum mit Blick zum Altar