Brian O’Doherty, langjähriges Pseudonym Patrick Ireland, (* 1928 im County Roscommon, Irland; † 7. November 2022 in New York City) war ein irisch-amerikanischer Konzeptkünstler, Autor, Zeichner und Installationskünstler.Brian Boucher: Will the Real Brian O'Doherty Please Stand Up , abgerufen am 10. Februar 2016 (englisch)

Alter Ego mini|Grabstein für Patrick Ireland Brian O’Doherty arbeitete 36 Jahre lang unter einem Pseudonym. 1972 machte O’Doherty in Dublin mit der Performance Name Change publik, dass sein Künstlername fortan Patrick Ireland sein würde.artforum, abgerufen am 23. Juni 2013. Von 1972 bis 2008 signierte er seine Werke mit dem Namen Patrick Ireland. Dies war eine Reaktion auf den Blutsonntag in der nordirischen Stadt Derry, bei dem mehr als ein dutzend unbewaffnete Zivilisten von der British Army getötet wurden. Er erklärte, dass er nicht in England ausstellen würde, solange die britischen Truppen nicht aus Nordirland abzögen.

Als der Friedensprozess in Irland begann, begrub O’Doherty am 20. Mai 2008 in einer symbolischen Handlung sein Alter Ego Patrick Ireland (Totenmaske und Sarg) im Irish Museum of Modern Art in Dublin und nahm offiziell als Künstler wieder seinen Geburtsnamen Brian O’Doherty an.nytimes, abgerufen am 23. Juni 2013 (englisch). Der Film Lament for Patrick Ireland dokumentiert Leben und den Tod der künstlichen Persönlichkeit Patrick Ireland.Lament for Patrick Ireland, abgerufen am 23. Juni 2013 (englisch).

Leben und Werk O’Doherty stammte aus dem irischen County Roscommon und war katholischer Konfession. Er studierte Medizin am University College Dublin und an der Cambridge University. Nachdem er ein Jahr lang in einem Hospital für Krebspatienten gearbeitet hatte, emigrierte er 1957 in die Vereinigten Staaten und setzte sein Studium an der Harvard University fort, wo er mit dem Master of Science (M.Sc.) abschloss und zeitgleich ausstellte, bevor er sich ausschließlich der bildenden Kunst widmete.Brooklynrail, abgerufen am 23. Juni 2013 (englisch).

Über seine Zeit an der Harvard University sagt er:

Für NBC war er als Interviewer im Programm Invitation to Art tätig und traf Persönlichkeiten wie Muhammad Ali, Marcel Duchamp, Woody Allen und James Baldwin. 1961 ging er nach New York, um für die New York Times zu schreiben. 1967 heiratete er die Kunsthistorikerin Barbara NovakBarbara Novak with Adrienne Baxter Bell and Phong Bui, abgerufen am 23. Juni 2013 (englisch). mit der er in New York City und Todi lebt.

Mit Morton Feldman trafen sie sich eine Zeitlang fast täglich in der Third Avenue zum Mittagessen. Zu dieser Zeit waren unter anderem Dan Graham, Mel Bochner and Eva Hesse mit dem Paar befreundet. Duchamp (1887–1968) wurde von O’Doherty zu einem Abendessen eingeladen, wobei ein Porträt von Duchamp (1966) entstand. Dieses Porträt bestand u. a. aus einem Kardiogramm, welches seinen Herzschlag aufzeichnete.Antje Stahl: Duchamps Herz , abgerufen am 23. Juni 2013.Caoimhín Mac Giolla Léith : Frieze : , abgerufen am 23. Juni 2013 (englisch)

Die Performance und Installation Hello Sam ist ein Memento mori für Samuel Beckett (1906 bis 1989).Ciarán Bennett: artnet, abgerufen am 23. Juni 2013 (englisch)

Mit seiner Theorie zu dem Verhältnis von Kunst und Raum White CubeBrian O’Doherty: Inside the white cube Part One, abgerufen am 23. Juni 2013 (englisch) von (1976) leistete O’Doherty einen wichtigen Beitrag zur Kunstgeschichte.

Ausstellungen 1977: documenta 6, Kassel 2007: Beyond the White Cube, Grey Art GalleryBeyond the White Cube, Grey Art Gallery Retrospektive, abgerufen am 23. Juni 2013 (englisch) 2012: Kunst als Argument, Kunstmuseum BayreuthKulturstiftung des Bundes: , abgerufen am 10. Februar 2016

Veröffentlichungen American Masters – The Voice and the Myth. Über Hopper, Davis, Pollock, De Kooning, Rothko, Rauschenberg, Wyeth und Cornell. Mit Fotografien von Hans Namuth. 1975, ISBN 978-0-87663-680-0. The Strange Case of Mademoiselle P.- Der sonderbare Fall des Fräulein P. Novelle. 1992, ISBN 0-7011-4533-1. In der weißen Zelle / Inside the White Cube. Merve, 1996, ISBN 978-0-520-22040-9. The Cross-dresser’s Secret – Das Geheimnis des Transvestiten. Novelle über den Chevalier d’Éon. (1728 bis 1810) The Deposition of Father McGreevy. Arcadia, 2000, ISBN 978-1-885983-39-8. Atelier und Galerie / Studio and Cube. Merve, 2012, ISBN 978-3-88396-276-4Sebastian Frenzel, Im Atelier zeigt sich das Geheimnis: , abgerufen am 23. Juni 2013.

Einzelnachweise

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