mini|H.J. Patterson-Gebäude der UMCP

Die University of Maryland, College Park (auch University of Maryland oder UMCP) wurde 1858 in College Park im US-Bundesstaat Maryland, 15 km nordöstlich der Bundeshauptstadt Washington, D.C., als Agricultural College (Landwirtschaftsschule) gegründet. Im Herbst 2015 waren 27.443 Studenten in den Bachelor- und 10.697 Studenten in den Masterstudiengängen eingeschrieben. Davon stammen rund 75 Prozent aus dem Staat Maryland. Die Geschlechterverteilung unter den Studenten ist ungefähr 1:1. Die Hochschule ist der Hauptcampus des University System of Maryland. Sie ist Mitglied der Association of American Universities, einem seit 1900 bestehenden Verbund führender forschungsintensiver nordamerikanischer Universitäten, und gilt als Public Ivy.

Geschichte Für das Maryland Agricultural College wurde 1858 auf einer Farm im heutigen College Park Land erworben. Ein Jahr später wurde die Landwirtschaftsschule eröffnet, es schrieben sich 34 Studenten ein. Der erste Abschluss wurde 1862 verliehen. Während des amerikanischen Bürgerkrieges waren beide Seiten auf dem Gelände. Am 24. April 1864 übernachteten 6000 Mann der neunten Division der Nordstaaten auf ihrem Weg nach Virginia auf dem Campusgelände. Nur ca. zwei Monate später, am 11. Juni übernachteten 400 Mann der Konföderierten auf dem Campusgelände. Das College wurde 1866 zum Teil verstaatlicht.

1916 erfolgte die Namensänderung zu „Maryland State College“. In diesem Jahr wurde das College auch für Studentinnen geöffnet. 1917 wurden sieben Fachbereiche geschaffen: Landwirtschaft, Ingenieurwissenschaften, Kunst, Naturwissenschaft, Chemie, Lehramt, Hauswirtschaft und eine Graduate School (Hochschule für Aufbaustudien). 1919 erlangte die erste Frau einen Bachelor-Abschluss. Ein Jahr später vereinigte man sich mit den etablierten Fachschulen in Baltimore und es kam zur Gründung der Universität von Maryland. Die Graduate School vergab die ersten Doktorgrade. Die Studentenzeitung Diamondback, welche noch bis heute gedruckt wird, wurde 1921 gegründet.University of Maryland, Timeline

1988 erfolgte die offizielle Umbenennung zu University of Maryland, College Park.

mini|McKeldin Library der UMCP

Sport Die Sportteams der Hochschule nennen sich Terrapins. Die Hochschule ist Mitglied in der Big Ten Conference. Sehr bekannt ist das College-Football-Team sowie das Basketballteam der Herren. Das Basketballteam hat 2002 die NCAA-Nationalmeisterschaft gewonnen. Auch die Frauenmannschaft konnte 2006 die Nationalmeisterschaft gewinnen. Im Jahr 2012 gewannen die Fußballer der UMCP sowohl die Regular Season als auch die Postseason im College Soccer der Atlantic Coast Conference.

Persönlichkeiten Professoren An der Universität sind oder waren folgende bekannte Persönlichkeiten tätig: Victor R. Basili, Informatiker, entwickelte GQM und GQM+Strategies, Mitbegründer des Fraunhofer Center for Experimental Software Engineering (CESE) Sara C. Bisel (1932–1996), Archäologin Michael Brin (* 1947), Mathematiker David S. Broder (1929–2011), Journalist, Träger eines Pulitzer-Preises im Jahr 1973 Rachel Carson (1907–1964), Ökologin und Autorin von Der stumme Frühling David C. Driskell (1931–2020), Künstler und Kunsthistoriker Michael E. Fisher (1931–2021), Gewinner des Wolf-Preises in Physik Verlyn Flieger (* 1933), Anglistin Sandra C. Greer (* 1945), Chemikerin Sherrilyn Ifill (* 1962), Juristin Barys Kit (1910–2018), Mathematiker Peter N. Miller, Geschichtswissenschaftler Sergei Petrowitsch Nowikow (1938–2024), Mathematiker, Gewinner der Fields-Medaille im Jahre 1970 Michael Olmert, Filmemacher und Emmy-Gewinner Mancur Olson (1932–1998), Wirtschaftswissenschaftler Robert L. Park, Physiker William D. Phillips (* 1948), Gewinner des Nobelpreises für Physik im Jahr 1997 Georges Rey, Philosoph George Ritzer (* 1940), Soziologe Roald Sinnurowitsch Sagdejew (* 1932), Physiker, früherer Naturwissenschaftslehrer von Michail Sergejewitsch Gorbatschow Thomas Schelling (1921–2016), Wirtschaftswissenschaftler, 2005 Gewinner des Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften Ben Shneiderman (* 1947), Informatiker, Mensch-Computer-Interaktion Julian L. Simon (1932–1998), Seniorpartner am Cato Institute Karl-Ludwig Stellmacher (1909–2001), Mathematiker James Yorke (* 1941), Mitbegründer der Chaostheorie, Gewinner des Japan-Preis 2003 Mark Weiser (1952–1999), Informatiker

Absolventen Bekannte Absolventen der Universität: Marten van den Berg (* 1961), Diplomat Len Bias (1963–1986), Basketballspieler Sara C. Bisel (1932–1996), Archäologin Steve Blake (* 1980), Basketballspieler Sergey Brin (* 1973), Mitbegründer von Google Norman Chad (* 1958), Fernsehkommentator und Pokerspieler Connie Chung, Nachrichtensprecherin bei CBS, NBC und CNN Gary Collins (* 1940), American-Football-Spieler Larry David (* 1947), Schauspieler, Schriftsteller und Produzent (Seinfeld) Ruth M. Davis (1928–2012), Mathematikerin und Informatikerin Stefon Diggs (* 1993), American-Football-Spieler Shay Doron (* 1985), Basketballspielerin Gordon R. England (* 1937), U.S. Navyminister Boomer Esiason (* 1961), American-Football-Spieler Hakan Fidan (* 1968), Leiter des türkischen Geheimdienstes Carly Fiorina (* 1954), ehemalige Vorstandsvorsitzende von Hewlett-Packard Robert Forczyk, Militärschriftsteller Joe Haldeman (* 1943), Science-Fiction-Schriftsteller (Der Ewige Krieg) Lydia Hastings (* 1990), Fußballspielerin Jim Henson (1936–1990), Erfinder der Muppet Show Stan Jones (1931–2010), American-Football-Spieler und -Trainer Šarūnas Jasikevičius (* 1976), litauischer Basketballspieler (Indiana Pacers) Jeff Kinney (* 1971), u. a. Autor der Buchreihe Gregs Tagebuch William Cameron McCool (1961–2003), NASA-Astronaut, verstorben bei der Columbia Mission STS-107 Christoph Müller (* 1950), Wirtschaftswissenschaftler Neil O’Donnell (* 1966), American-Football-Spieler Robert Parker (* 1947), einflussreicher Weinkritiker Judith Resnik (1949–1986), NASA-Astronautin, verstorben bei der Challenger-Mission STS-51-L Jalen Smith (* 2000), Basketballspieler Carsten Sieling (* 1959), deutscher Politiker David Simon (* 1960), Autor und Fernsehproduzent Kathleen Turner (* 1954), Schauspielerin Randy White (* 1953), American-Football-Spieler Dianne Wiest (* 1948), Schauspielerin Chris Wilcox (* 1982), Basketballspieler Susie Wiles (* 1957), Politikerin und Stabschefin unter Donald Trump

Weblinks

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Einzelnachweise

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