thumb|right|250px|Steinkreuz als Mittelpunkt des Franzosenfriedhofs
Die im Volksmund Franzosenfriedhof genannte Gedenkstätte am Kloster Frenswegen ist das älteste Kriegerdenkmal im Stadtgebiet Nordhorns.
Auf diesem Friedhof direkt neben der Klosterkapelle ruhen sieben französische Kriegsgefangene aus dem Deutsch-Französischen Krieg. Er stammt von 1870/71, als bis zu 450 französische Kriegsgefangene im Kloster Frenswegen interniert waren. Er wurde in den 1960er Jahren zur Gedenkstätte umgebaut.
Die Anlage steht im Rahmen des Ensembles Kloster Frenswegen unter Denkmalschutz.
Geschichte Während des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71 wurden in den Klostergebäuden bis zu 450 französische Kriegsgefangene interniert. Durch eine Blattern-Infektion starben sieben Gefangene, die bei der Klosteranlage in der Nähe der damaligen Kirche – neben der heutigen Kapelle – beigesetzt wurden.
Bis in die 1930er Jahre hielt der Nordhorner Kriegerverein an diesem Friedhof regelmäßige Gedenkveranstaltungen ab.Wilhelm Horstmeyer: Gegen das Vergessen. S. 4 f.
Zunächst war jedes Einzelgrab mit einfachen Holzkreuzen versehen, die im Lauf der Zeit jedoch vermoderten und morsch wurden. Das in der Mitte der kleinen Anlage auf einem Sandsteinsockel errichtetes Steinkreuz ist jedoch erhalten. Der viereckige Sockel trägt an den Seitenflächen die Namen der Verstorbenen. Auf der Vorderseite steht die Inschrift:
Auf der Rückseite ist zu lesen:
In den ersten Jahren nach dem Krieg wurde der Friedhof von der französischen Regierung unterhalten, später übernahmen Mitglieder des Krieger- und Landwehrvereins Nordhorn die Betreuung. Nach dessen Auflösung wurden die Anlage viele Jahre von Schülerinnen und Schülern der Frensdorfer Schule und der Pestalozzischule gepflegt.Wilhelm Horstmeyer: Gegen das Vergessen. S. 4 f. In den 1960er Jahren übernahm die Stadt Nordhorn die Instandhaltung und das Grünflächenamt der Stadt Nordhorn eine Neugestaltung der Anlage. Die Holzkreuze wurden entfernt, eine dichte Hecke wurde gepflanzt, die den kleinen Friedhof, der heute durch eine Pforte zugänglich ist.
Da der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und andere Quellen nur für Gräber der Opfer von Krieg und Geistwaltherrschaft aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg Zuschüsse gewähren, wurde die Anlage 2002 aus Mitteln der Stadt Nordhorn neu angelegt und als Gedenkstätte gestaltet. In den Jahren zuvor war die 130 Jahre alte Grabstätte immer mehr verwildert.Grafschafter Nachrichten vom 1. November 2002: ‚Franzosenfriedhof‘ ist wieder Ort stillen Gedenkens.
Literatur Wilhelm Horstmeyer: Gegen das Vergessen. Heimatverein Grafschaft Bentheim, 1995. S. 4 f. Grafschafter Nachrichten vom 1. November 2002: ‚Franzosenfriedhof‘ ist wieder Ort stillen Gedenkens.
Weblinks Nordhorn.de: Weitere Nordhorner Friedhofsanlagen
Einzelnachweise
Kategorie:Sakralbau in Nordhorn Kategorie:Kriegerdenkmal in Niedersachsen Kategorie:Baudenkmal in Nordhorn Kategorie:Gedenkstätte des Deutsch-Französischen Kriegs Nordhorn Nordhorn