mini|Gebiet der Kalmarer Union um 1500 Schweden in der Zeit der Kalmarer Union () behandelt die Schwedische Geschichte zwischen den Jahren 1389 und 1523, als Schweden, Dänemark und Norwegen sich erst auf politischer Ebene vereinigten und diese dann, wenige Jahre später, die Kalmarer Union schufen.

Praktisch wurde die Vereinigung der nordischen Länder bereits im Jahr 1389 vollzogen. Offiziell wurde dieser Akt allerdings erst im Jahr 1397 mit der Gründung der Kalmarer Union. Diese spätmittelalterliche Union sollte ein Gegengewicht zur norddeutschen Hanse darstellen. Ein permanent wiederkehrender Streitgrund war der Kampf um die Machtverteilung zwischen dem Zentrum der Union und den Reichsräten in den drei Ländern. Der Kampf um die Macht zwischen Dänemark und Schweden sorgte dafür, dass besonders Schonen und Götaland mehrfach von Truppen verwüstet wurde.

Margarethe I.

mini|links|Siegel von König Erik VII. auf einer Briefmarke

Ab dem Jahr 1389 ging Schweden eine Personalunion und ab dem Sommer 1397 eine Realunion mit Dänemark und Norwegen ein. Durch den Rezess von Nyköping 1396, hatten sich der Reichsrat (Eine Gruppierung von kirchlichen und weltlichen Machthabern) und Prinzessin Margarethe I. auf die Bedingungen geeinigt und am 17. Juni 1397 wurde der Großneffe von Margarete I., Erik VII., auf dem Schloss Kalmar zum Unionskönig gekrönt. Anwesend waren 67 Adlige aus den drei Ländern. Bei der Krönung war Erik VII. erst 15 Jahre alt. Als sein Vormund führte Margarete I. die Regierungsgeschäfte weiter fort. Von der Krönung sind heute noch zwei Originaldokumente erhalten: einmal der Unionsbrief und der Krönungsbrief.Larsson: Kalmarunionens tid. 1997, S. 72–87.

In dem Unionsbrief wurde klargemacht, dass nach dem Tode Eriks VII. die Union nur einen König haben sollte, der von allen Reichen gewählt werden sollte. Jedes der Reiche sollte nach seinen eigenen Gesetzen regiert werden. Nach außen würde die Union jedoch als eine Einheit fungieren. Sollte es zu einem Krieg kommen, würde jedes Land dem anderen Hilfe leisten. Wie der Unionsbrief zu interpretieren sei, darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen. Der Unionsbrief wurde, entgegen der damaligen Gewohnheit, auf Papier und nicht auf Pergament geschrieben. Einige Historiker vertreten die These, dass der Entwurf des Unionsbriefs nie von allen Teilnehmern ratifiziert wurde, unter anderen der Geschichtsprofessor Erik Lönroth.Larsson: Kalmarunionens tid. 1997, S. 84–87.

Gotland wurde durch Erik von Mecklenburg beherrscht. Dieser benutzte die Insel als Basis für seine Seeräubereien. Nach seinem plötzlichen Tod am 26. Juli 1397 bekam seine Witwe, Sophie von Pommern-Wolgast, den Befehl von Sven Sture, die Geschäfte ihres Ehemannes zu übernehmen. Die Aktivitäten richteten sich sowohl gegen Schiffe der Union als auch gegen Schiffe der Hanse. Nachdem der Deutsche Orden Frieden mit Polen-Litauen gemacht hatte, rüsteten diese im März 1398 eine Flotte, bestehend aus 84 Schiffen und 4000 Mann Besatzung, aus und eroberten die Insel. Im November 1403 machte Margarete I. einen Versuch, Gotland zurückzuerobern, wobei sie jedoch scheiterte. Im Jahr 1408 gab der Deutsche Orden die Insel auf im Austausch gegen 9.000 englische Nobel.Larsson: Kalmarunionens tid. 1997, S. 91–94.

Krieg in Schleswig-Holstein

mini|Abbild auf Margarethes Sarg (1423) Margarete I. setzte ihren Versuch fort, Holstein näher an Dänemark zu binden, nachdem Graf Gerhard VI. von Holstein im Jahr 1404 starb. Durch mehrere geschickte Schachzüge erlangte sie die Kontrolle über große Teile von Schleswig. Im Juni 1410 kam es zum Krieg und Erik VII. gelang es, Truppen aus Schweden und Dänemark um sich zu versammeln. Der Krieg verlief für beide Seiten ohne große militärische Fortschritte. Im Herbst 1412 konnte Margarete I. in Schleswig Waffenstillstand von fünf Jahren aushandeln. Am 24. Oktober 1412 ließ sie sich von der Bevölkerung der Stadt Flensburg huldigen. Nur vier Tage später verstarb sie an der Pest.Larsson: Kalmarunionens tid. 1997, S. 97–99.

Im Jahr 1416 setzte Erik VII. den Krieg mit Schleswig fort. Der Kampf gegen Holstein war nicht sehr erfolgreich. Im Juni 1424 urteilte der römisch-deutsche König Sigismund gegenüber den Grafen von Holstein, dass diese ihre Rechte an Schleswig verloren hätten. Dieses sollte ab dieser Zeit zum Dänischen Reich gehören. Um diesen Entschluss zu feiern, entschloss sich Erik VII., eine Wallfahrt nach Jerusalem zu unternehmen. Diese Reise sollte 20 Monate dauern. Während seiner Abwesenheit übernahm seine Frau Philippa von England die Regentschaft.Larsson: Kalmarunionens tid. 1997, S. 166–170.

König Erik VII. unternahm mehrere Versuche, den Handel der Hanse zu behindern. Zu diesen Maßnahmen zählten der Bau des Schlosses Kronborg an der engsten Stelle des Öresunds und eine Vervielfachung der bisherigen Zölle. Als König Erik VII. im Sommer 1426 seinen Kampf gegen Holstein fortsetzte, einigten sich mehrere Hansestädte auf eine Blockade. Mehrere Mitglieder der schwedischen Aristokratie nahmen an den Auseinandersetzungen teil und im Winter 1426 versprach der schwedische Reichsrat, 300 Ritter und Schützen, zu entsenden. Im Juli 1427 kam es zu einer Seeschlacht im Öresund. Die Schlacht wurde von der Union gewonnen, und als am nächsten Tag eine Handelsflotte von 36 Schiffen der Hanse in den Öresund segelte, wurden diese zu einer leichten Beute. Bei einem erneuten Angriff der Hanse auf Kopenhagen wurde 1428 die im Hafen liegende dänisch-schwedische Flotte vernichtet. Eine neue dänisch-schwedische Flotte unterlag der Hanse im darauffolgenden Jahr im Seegefecht beim Dänholm vor Rügen. Militärisch konnte jedoch keine der beiden Seiten größere Fortschritte erzielen. Im Jahr 1429 brachen holländische und preußische Hansestädte die Blockade und nach dem Fall der dänischen Stadt Flensburg im Jahr 1431, wurden Friedensverhandlungen begonnen.Larsson: Kalmarunionens tid. 1997, S. 170–174.

Innenpolitische Krise

Sowohl Margarete I. als auch Erik VII. hatten versprochen, Magnus Erikssons Landgesetz zu folgen, welches festlegte, dass der Schlossbezirk durch „eingeborene, schwedische Männer“ zu hegen sei. Heute noch erhaltene Quellen besagen, dass sowohl Margarete I. als auch Erik VII. die Leitung vertrauenswürdigen Personen anvertraut hatten. Zu diesen zählten: Die Dänen Peder Ryning und Lage Röd, der Italiener (eigentlich Kroate) Giovanni Franco („Johann Vale“), die Deutschen Henrik Styke, Hans Kröpelin und Ida Königsmarck aus dem Geschlecht von Mecklenburg. Diese Personen standen dem Königshaus loyal gegenüber, noch mehr als der Kirche, der Aristokratie oder dem schwedischen Reichsrat.Larsson: Kalmarunionens tid. 1997, S. 159–165.

Die erste innenpolitische Krise von König Erik VII. war der Aufruhr, der im Juni 1434 in Bergslagen in der Nähe des Schlosses Västerås seinen Anfang nahm. Es gab mehrere Ursachen für die Unzufriedenheit, doch die schwedische Aristokratie stellte sich gegenüber diesen Gründen taub. Die Aufständischen konnten die Kontrolle über mehrere schwedische Schlösser übernehmen, doch die wichtigsten waren und blieben in der Hand des Königs. Zu diesen zählten das Schloss Stockholm und das Schloss Kalmar. Im Herbst 1435 sah sich Erik VII. gezwungen, in den meisten Schlössern ausschließlich Schweden zu postieren. Auch versprach er, vor neuen Beschlüssen die Meinung des Reichsrats einzuholen. Im Jahr 1436 wurden Karl VIII. und Christer Nilsson zu Reichshofmännern in Schweden ernannt. In Bergslagen setzten sich die Unruhen unter dem Anführer Erik Puke, als so genannte Pukefehde, fort. Dieser konnte schließlich ergriffen werden und wurde im Februar 1437 hingerichtet. Auch in Västergötland, Närke, Dalarna und Värmland hatten die Bauern Aufstände angezettelt. Doch diese wurden brutal niedergeschlagen. Im Frühjahr 1436 versammelte sich der Reichsrat in Strängnäs und dort wurde beschlossen, dass es den Bauern verboten wurde, Waffen zu tragen. Dies galt aber nur für Tingverhandlungen und Märkte.Larsson: Kalmarunionens tid. 1997, S. 190–243.

Christoph von Bayern (Christoph III.) mini|Ölgemälde, welches vorgeblich Christoph III. zeigt. Die Person ist bekleidet wie aus der Zeit 1550/1560. Im 17. Jahrhundert wurde dieses Bild geändert und zeigte dann die Person mit einer Krone.

König Erik VII. versuchte den Herzog Bogislaw von Pommern dazu zu bringen, sein Nachfolger zu werden, doch dieses Unterfangen stieß sowohl beim schwedischen als auch bei dänischen Reichsrat auf Widerstand. Im Herbst 1438 wurde Karl Knutsson (Bonde) zum Reichsverweser in Schweden gewählt, während der dänische Reichsrat am 23. Juni 1439 Erik VII. absetzte und an seiner Stelle Eriks Neffen, Christoph III., zum dänischen Reichsverweser wählte. Am 29. September 1439 erklärte auch der schwedische Reichsrat Erik VII. für abgesetzt.Larsson: Kalmarunionens tid. 1997, S. 244–249.

Christoph von Bayern wurde am 9. April 1440 in Viborg zum dänischen König gewählt. Der schwedische Reichsrat machte es jedoch zur Bedingung, dass der König eine Regierungserklärung, in Form einer Königserklärung, abgeben müsse. Dies hatte großen Einfluss auf den Reichsrat. Am 13. September 1440 wurde Kristofer von Bayern bei Mora Stenar zum schwedischen König gewählt. Karl Knutsson (Bonde) wurde zum Drost ernannt und bekam das gesamte Bischofstum Turku mit Ausnahme von Åland zum Lehen und Öland als Pfandlehen. Einige Wochen später änderte König Christoph III. seine Meinung und Karl Knutsson musste sich mit Schloss Viborg begnügen. Am 2. Mai 1442 wurde Christophs Landgesetz ratifiziert. In diesem wurde festgelegt, dass ausschließlich schwedischen Bürgern die königlichen Schlösser anvertraut werden durften und dass nur Schweden Mitglieder des Reichsrates werden durften.Larsson: Kalmarunionens tid. 1997, S. 250–258.

Der abgesetzte König Erik III. hatte die Burg Visborg auf Visby zu seinem Hauptquartier gemacht. Von dort aus führte er eine Flotte von Seeräubern an. Im Sommer 1446 wurde das Gebiet von Gotland von schwedischen Truppen erobert. Verhandlungen zwischen Christoph III. und dem ehemaligen König Erik VII. führten zu einem Waffenstillstand von 18 Monaten. Im Jahr 1447 starb der Cousin von Erik VII. Bogislaw von Pommern und es konnte angenommen werden, dass Erik VII. bereit war, Gotland zu übernehmen und damit Erbe über das Herzogtum Pommern-Stolp zu werden. Dies wurde Ende des Jahres 1447 vorbereitet. König Christoph III. verbrachte Weihnachten in Helsingborg, als er auf dem Weg zum Treffen des Reichsrats in Jönköping war. Während der Feiertage wurde er schwer krank und er starb am 5. Januar 1448 auf dem Schloss Kärnan.Larsson: Kalmarunionens tid. 1997, S. 261–262.

Christian I. und Karl Knutsson (Bonde) mini|Karl Knutsson (Bonde) Als die Nachricht vom Tod des Königs den wartenden Reichstag in Jönköping erreichte, wurden die beiden Brüder Bengt Jönsson Oxenstierna und Nils Jönsson Oxenstierna zu Reichsverwesern berufen. Für Ende Mai 1448 wurde eine Ständeversammlung in Stockholm zusammengerufen. Am 23. Mai kam dort auch Karl Knutsson (Bonde) an der Spitze einer großen Streitmacht an. Die genauen Umstände der nächsten Wochen sind weitgehend unbekannt, klar ist jedoch, dass die Wahlberechtigten, Karl Knutsson am 20. Juni 1448 zum König von Schweden wählten. Am 28. Juni ließ er sich auf dem Stein von Mora huldigen und am folgenden Tag wurde er im Dom zu Uppsala gekrönt.Larsson: Kalmarunionens tid. 1997, S. 265–270.Larsson: Kalmarunionens tid. 1997, S. 270.