mini|hochkant=0.4|Wappen d. Grafen zu Lynar. Hermann Maximilian Graf zu Lynar (* 24. April 1825 in Berlin; † 19. August 1914 in Lübbenau) war ein deutscher Standesherr und Mitglied des Preußischen Herrenhauses.

Familiärer Hintergrund Hermann Maximilian Graf zu Lynar gehörte zu einem ursprünglich in Italien in der Gegend von Faenza ansässigen Geschlecht, dem der Conte di Linari.Christoph Franke, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch des Adels. Adelslexikon. Band VIII, Band 97 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1997, , S. 138. Von den Florentinern, die ihre Burg zerstörten, vertrieben, kamen sie zunächst nach Frankreich und gingen dann, ihres lutherischen Glaubens wegen, 1568 nach Deutschland und traten dort in die Dienste des Kurfürsten von Brandenburg. Sie wurden schließlich in der Niederlausitz, wo sie 1621 die Standesherrschaft Lübbenau erwarben, ansässig.Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. A (Uradel). 1981. Band X, Band 77 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1981, , S. 264. Seit dem 12. Oktober 1854 bis zur Revolution 1918 waren sie erbliche Mitglieder des Preußischen Herrenhauses. mini|hochkant=0.4|Schloss Lübbenau um 1859/60, Sammlung Alexander Duncker. Leben Hermann Maximilian zu Lynar wurde am 24. April 1825 in Berlin als ältester Sohn des Grafen Hermann Rochus zu Lynar (1797–1878), Freien Standesherrn auf Lübbenau und erblichen Mitglieds des Preußischen Herrenhauses, und der Mathilde Gräfin von Voß (1803–1838) geboren.

Zunächst trat er, wie es damals auch für die Söhne von Standesherren üblich war, in ein Kavallerie-Regiment ein, in dem er es bis zum Major brachte. Nach dem Tode seines Vaters im Jahre 1878 erbte er nicht nur dessen umfangreichen Grundbesitz – neben Schloss und Standesherrschaft Lübbenau auch die Güter Groß Beuchow, Seese und Lichtenau, sowie Zerkwitz, KleedenErnst Seyfert: Güter–Adreßbuch für die Provinz Brandenburg. 1914. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und größeren Bauernhöfe der Provinz mit Angabe der Guts-Eigenschaft, des Grundsteuer-Reinertrages, der Gesamtfläche und des Flächeninhalts der einzelnen Kulturen. Hrsg. Handbuch der Königlichen Behörden. Mit Unterstützung vieler Behörden nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adressbücher. Band VII, 2. Auflage, Nummer: Reb.-Bezirk Frankfurt a. O. Kreis Calau. Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 228–229. und Rittergut Dubrau mit den Vorwerken Kahnsdorf und Kalkwitz –, sondern auch dessen Sitz im Preußischen Herrenhaus, den er bis zu seinem Tode 1914 innehatte. Als protestantischer Adliger war er seit 1858 Mitglied im evangelischen Johanniter-Orden, dann dessen Rechtsritter er war, karitativ tätig.Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. 1981. Band X, Band 77 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1981, , S. 264. Er starb in Lübbenau am 19. August 1914.

Verheiratet war er seit dem 26. Oktober 1853 mit Bertha Gräfin von Solms-Baruth (1832–1909). Der Ehe 'entsprangen' drei Töchter und zwei Söhne. Der ältere Sohn, Rochus Friedrich zu Lynar (Politiker) (1857–1928), begann seine Laufbahn mit einem achtjährigen Aufenthalt im Alumnat auf der Ritterakademie am Dom zu Brandenburg, wurde unter anderem Husaren- dann Dragoner-Offizier,Walter von Leers: Die Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H. 1705–1913. Hrsg. Verein der ehemaligen Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a.H. (Schüler-und Alumnatsverzeichnis). Band I von IV. Nummer: Rochus Graf zu Lynar-Zögling-RA-No. 1306, Buchdruckerei P. Riemann-Ludwigslust-Selbstverlag, Brandenburg a.H., Belzig, Ludwigslust 1913/1914, S. 292. wie der Vater Johanniterritter, übernahm 1914 die Führung die Standesherrschaft und dazu den erblichen Sitz im Herrenhaus.Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. 1981. Band X, Band 77 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1981, , S. 267.

Der vom NS-Regime hingerichtete Wilhelm-Friedrich Graf zu Lynar ist sein Enkel.

Literatur Rochus Graf zu Lynar, Lothar Uebel: Die Grafen zu Lynar. Kurze Geschichte einer langen Tradition. (267 S.), Hrsg. Gräflich zu Lynarsche Schlossverwaltung, Satz Susanne Nagel VorSatz-Berlin, Druck Arnold-Großbeeren, Bindung Helm-Berlin, Lübbenau 2015, ISBN 978-3-00-050574-4, insb. S. 94–99. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck, Johann Georg von Rappard, Hans Jürgen von Witzendorff: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. B (Briefadel). 1960. Band II, Band 23 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg/Lahn 1960, , S. 219–223 Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil B (Briefadel). 1941. Jg. 114, Justus Perthes, Gotha 1940, S. 287–289. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. 1909. Jg. 82, Justus Perthes, Gotha 7. November 1908, S. 542–543.

Einzelnachweise

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