Henry Otto Pollak (* 13. Dezember 1927 in Wien;Lebensdaten nach American Men and Women of Science, Thomson Gale 2004 † 8. Juli 2026) war ein US-amerikanischer Mathematiker. Leben Henry Pollak wurde als einziges Kind einer jüdischen Familie in Wien geboren. Als Folge des „Anschlusses“ Österreichs floh die Familie 1939 vor den Nationalsozialisten zunächst nach England und siedelte dann 1940 in die USA über. Er studierte an der Yale University (Bachelor 1947)Im selben Jahr nahm er am Putnam-Wettbewerb teil und gewann mit der Mannschaft von Yale den zweiten Platz, zusammen mit Murray Gerstenhaber und Murray Gell-Mann und an der Harvard University mit dem Master-Abschluss 1948 und der Promotion bei Lars Ahlfors 1951 (Some estimates for extremal distances).Mathematics Genealogy Project Danach war er bis 1983 Forschungsmathematiker an den Bell Telephone Laboratories. Anfang der 1960er Jahre wurde er dort Direktor des Forschungszentrums für Mathematik und Statistik (sein Nachfolger wurde Ronald Graham). Von 1983 bis 1986 war er Assistant Vice President von Bell Communications Research.
Ab 1987 war er Gastprofessor an der Columbia University in der Lehrerausbildung (Teachers College). Er war ab 1958 in der School Mathematics Study Group (SMSG) und dort 1963/64 Vorstand von dessen Beratungsgremium.
Er befasste sich mit Funktionentheorie, diskreter Mathematik (Informationstheorie, Steiner Problem in verschiedenen Topologien, Problem kürzester Netzwerke, Problem begrenzter Bandbreiten bei der Signalübertragung), Statistik und Wahrscheinlichkeitstheorie und Mathematikdidaktik. Er hielt ein Patent auf Interconnected Loop Digital Transmission Systems.
Pollak war mehrfacher Ehrendoktor (u. a. Laval University, Bowdoin College und TU Eindhoven). 1975/76 war er Präsident der Mathematical Association of America. 1990 erhielt er das Certificate for Meritorious Service der MAA und 1993 den Gung and Hu Distinguished Service to Mathematics Award der MAA. 1973 war er Hedrick Lecturer der MAA. Von 1962 bis 1965 und 1977/78 war er im Rat der American Mathematical Society. 1971 wurde er Mitglied der American Association for the Advancement of Science.
1949 heiratete er Ida Tobias, mit der er einen Sohn und eine Tochter hatte.
Schriften Solving problems in the real world. In: Lynn Arthur Steen (Hrsg.): Why numbers count. College Entrance Examination Board, New York 1997.
Literatur Albers, Alexanderson: Mathematical People. Birkhäuser 1985.
Weblinks Webseite bei der MAA Interview, pdf Henry O. Pollak in der Datenbank zbMATH
Einzelnachweise
Kategorie:Mathematiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Fellow der American Association for the Advancement of Science Kategorie:Österreichischer Emigrant in den Vereinigten Staaten Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1927 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Mann