Die Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft m.b.H. – die Schönbrunn Group, verwaltet mit dem UNESCO-Welterbe Schloss Schönbrunn, dem Möbelmuseum Wien, dem Sisi Museum und Schloss Hof die wichtigsten Attraktionen des imperialen Erbes Österreich. Die selbst erwirtschafteten Erträge werden für die Renovierung und Erhaltung der Kulturdenkmäler aufgewendet, um auch in Zukunft den Gästen aus dem In- und Ausland ein einmaliges Erlebnis bieten zu können. Sie ist eine der weltweit erfolgreichsten Betriebsgesellschaften eines Kulturdenkmals.
Geschichte und Funktion
Die Verwaltung des Schlosses geht bereits auf das Testament Maria Theresias von 1780 zurück, in dem die Trennung in Bau- und Betriebsverwaltung durch das Hofärar (Staatskasse) festgelegt wurde.Unternehmen: Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H., Impressum. Später war die Schloßhauptmannschaft Schönbrunn zuständig.Kundmachung des Bundesministers für wirtschaftliche Angelegenheiten betreffend die Auflösung der Schloßhauptmannschaft Schönbrunn und das Wirksamwerden der Übertragung an die „Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft m.b.H.“, vom 7. Oktober 1992. Damit wurde gemäß Schönbrunner Schloßgesetz, kundgemacht:
Unter der Regierung Vranitzky wurde das Schloss aus der Bundesverwaltung (heute Bundesimmobiliengesellschaft) ausgegliedert und per 10. Oktober 1992 die Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft mit Gründungsdatum 12. August 1992 errichtet, als 100-%-Tochter der Republik Österreich (Schönbrunner Schloßgesetz). Gründungsgeschäftsführer waren Franz Sattlecker und Wolfgang Kippes.
Die Gründung der „Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft“ ist maßgeblich der engagierten Politik- und Medienkampagne des Grünen Klubs im Parlament und des Kunsthistorikers Walter Koschatzky (Obmann der Bürgerinitiative „Gesellschaft der Freunde von Schloss Schönbrunn“) zu verdanken. Gemeinsam haben sie sich mit Erfolg gegen die vom damaligen Wirtschaftsminister Wolfgang Schüssel ursprünglich geplante Privatisierungsvariante von Schloss Schönbrunn engagiert, von der vor allem eine private Betreibergesellschaft (bestehend aus Do&Co, Erste Österreichische Sparkasse, Kongresszentrum, Mazur, Österreichisches Verkehrsbüro, Wiener Messe, Zentralsparkasse) profitiert hätte, mit der seit Frühjahr 1990 konkrete Vertragsverhandlungen liefen.Franz Simbürger: Streit über die Privatisierung von Schloss Schönbrunn durch den Wirtschaftsminister, bei der die Grünen allerlei Unregelmäßigkeiten entdecken. ORF. Ö1. Mittagsjournal vom 2. Oktober 1991. Der Betrag dauert von Minute 21:10 bis Minute 23:50.Nachfolgend der Link zum „Stenographischen Protokoll“ der „Dringlichen Anfrage an den Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten betreffend Privatisierungs-Fiasko Schönbrunn“ mit der die knapp ein Jahr dauernde, erfolgreiche Schloss-Schönbrunn-Kampagne des Grünen Klubs im Parlament begonnen hat: „Dringliche Anfrage der Abgeordneten Dr. Pilz, Voggenhuber und Genossen an den Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten betreffend Privatisierungs-Fiasko Schönbrunn“. Stenographisches Protokoll. Nationalrat XVIII. GP. 40. Sitzung. 2. Oktober 1991. S. 3857–3890. Schloss Schönbrunn hatte bereits vor der Gründung der Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft jährlich rund 1,5 Millionen zahlende Besucher,Österreichischer Nationalrat: „Dringliche Anfrage der Abgeordneten Dr. Pilz, Voggenhuber und Genossen an den Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten betreffend Privatisierungs-Fiasko Schönbrunn“. Stenographisches Protokoll. Nationalrat XVIII. GP. 40. Sitzung. 2. Oktober 1991. S. 3857–3890, hier 3860. ein Wert, der bis ins Jahr 2000 die Obergrenze blieb. Das Problem war nicht mangelndes Besucherinteresse, sondern die Tatsache, dass die Besuchereinnahmen nicht für Pflege und Erhaltung von Schloss Schönbrunn zweckgebunden waren, sondern stattdessen zum Stopfen von Budgetlöchern verwendet wurden, während das Schloss zusehends verfiel. Das „grüne“ Ziel war daher von Anfang an, Schloss Schönbrunn einer der Republik gehörenden Betriebsgesellschaft anzuvertrauen, für die man wirtschaftlich und kulturell geeignete Persönlichkeiten engagiert, die das Schloss unter Berücksichtigung der Denkmalschutzvorgaben nach modernen betriebswirtschaftlichen Grundsätzen führen,Marijana Grandits: „Dringliche Anfrage betreffend Privatisierungs-Fiasko Schönbrunn“. Stenographisches Protokoll. Nationalrat XVIII. GP. 40. Sitzung. 2. Oktober 1991. S. 380857–3890. S. 3889. wie dies schließlich 1992 gesetzlich beschlossen und mit der „Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H.“ umgesetzt wurde.Stenographisches Protokoll. 64. Sitzung des Nationalrates der Republik Österreich. XVIII. Gesetzgebungsperiode. Mittwoch, 1., und Donnerstag, 2. April 1992. Bericht über den Antrag 311/A der Abgeordneten Dr. Keimel, Eder und Genossen betreffend Schönbrunner Schloßgesetz und über die Petition Nr. 26 betreffend die Privatisierung des Schlosses Schönbrunn, überreicht von dem Abgeordneten Arthold, sowie über die Bürgerinitiative Nr. 43 betreffend die Privatisierung des Schlosses Schönbrunn. S. 6672–6695.
Schloss Schönbrunn ist eine der bestbesuchten Destinationen des Tourismus in Österreich: 2017 verzeichneten die Schauräume über 2,7 Millionen Besuche (siehe Meistbesuchte Sehenswürdigkeiten Wiens). 2024 ca. 3.593.000 Eintritte. 1996 wurden Schloss und Park zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Die Bedeutung der Betriebsgesellschaft für den Erhalt des Ensembles, ihre Effizienz und die gute Zusammenarbeit mit den Bundesgärten wurde von UNESCO und ICOMOS mehrfach betont.so etwa Report of the UNESCO-ICOMOS reactive Monitoring Mission to the Historic Centre of Vienna and Palace and Gardens of Schönbrunn, 17-20 September 2012, WHC-13/37.COM/7B, Abschnitt 2.3 Management system, S. 10 ff.
Schon bald wurde die Gesellschaft auch mit der Betreuung der Ausstellungsbereiche des Kaiserappartements (seit November 1994) und der Silberkammer (seit April 1995) in der Wiener Hofburg betraut. Seit Juni 1998 führt sie auch das Möbelmuseum Wien. Diese Angelegenheiten sind durch Pachtverträge geregelt. Im April 2004 wurde auch das neu gegründete Sisi Museum in der Hofburg übernommen.
Bis 2011 konnten über 170 Millionen Euro, aus Eintrittsgeldern und Sponsorenbeiträgen erwirtschaftet, in die anvertrauten Kulturdenkmäler investiert werden (die Hälfte der Gewinne wird an den Bund abgeführt). 2025 betrug der Gesamtumsatz der Schönbrunn Group ca. 97,30 Millionen Euro, ein Plus von 10,1 Prozent zu 2024. Schönbrunn ist eine der weltweit nur zwei UNESCO-Welterbestätten (von knapp 1000), die sich ohne Zuschüsse der öffentlichen Hand selbst finanzieren (die andere ist der Tower of London).Schloss Schönbrunn – Das neue Imperium, Dokumentation, Eva Klimek, ORF III Spezial, Erstausstrahlung am 30. Mai 2012, 21.10 Uhr (Artikel zur Sendung, tv.orf.at).
2012 wurde die wenig erfolgreiche Marchfeldschlösser Revitalisierungs- und Betriebsgesellschaft (MRBG), die für zwei Schlösser in Bundesbesitz in Niederösterreich zuständig ist, als Tochterfirma der Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft eingegliedert.
Betreute Institutionen Schloß Schönbrunn (der Schlosspark wird von den Bundesgärten betreut) Kaiserappartements in der Wiener Hofburg Sisi-Museum in der Wiener Hofburg Silberkammer in der Wiener Hofburg Möbelmuseum Wien, Wien 7., Andreasgasse Schloss Hof in Engelhartstetten, Niederösterreich (über die Marchfeldschlösser) Schloss Niederweiden in Engelhartstetten, Niederösterreich (über die Marchfeldschlösser)
Literatur Franz Sattlecker: Schloß Schönbrunn – Vermarktung eines Weltkulturerbes. In: Lindner u. a.: Wirtschaft gestalten. Lernunterlage. Wien 2012 ( auf der Website des Österreichischen Bundesverlags).
Weblinks Offizielle Website Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft m.b.H. (53103v) – Firmendaten in der Elektronischen Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes Franz Simbürger: Streit über die Privatisierung von Schloss Schönbrunn durch den Wirtschaftsminister, bei der die Grünen allerlei Unregelmäßigkeiten entdecken. ORF. Ö1. Mittagsjournal vom 2. Oktober 1991. Der Betrag dauert von Minute 21:10 bis Minute 23:50. Österreichischer Nationalrat: „Dringliche Anfrage der Abgeordneten Dr. Pilz, Voggenhuber und Genossen an den Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten betreffend Privatisierungs-Fiasko Schönbrunn“. Stenographisches Protokoll. Nationalrat XVIII. GP. 40. Sitzung. 2. Oktober 1991. S. 3857–3890. Österreichischer Nationalrat: Stenographisches Protokoll. 64. Sitzung des Nationalrates der Republik Österreich. XVIII. Gesetzgebungsperiode. Mittwoch, 1., und Donnerstag, 2. April 1992. Bericht über den Antrag 311/A der Abgeordneten Dr. Keimel, Eder und Genossen betreffend Schönbrunner Schloßgesetz und über die Petition Nr. 26 betreffend die Privatisierung des Schlosses Schönbrunn, überreicht von dem Abgeordneten Arthold, sowie über die Bürgerinitiative Nr. 43 betreffend die Privatisierung des Schlosses Schönbrunn. S. 6672–6695.
Einzelnachweise Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft m.b.H. (FN 53103v) Firmenbuchdaten in firmenabc.at, abgerufen am 10. September 2026 (hier zum Download als PDF angeboten: letzter Jahresabschluss zum Stichtag 31. Dezember 2024, eingereicht ins Firmenbuch am Handelsgericht Wien am 24. September 2025).
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