Die Tastaturbelegung (auch Tastaturlayout) beschreibt sowohl die Kodierung der einzelnen Tasten als auch deren Lage und Anzahl auf der Tastatur einer Schreibmaschine, eines Textverarbeitungssystems oder Computerterminals. Je nach Anwendung und Einsatzzweck gibt es verschiedene Varianten, spezielle Tasten für bestimmte Funktionen, wie auch besondere Tastaturen an Kassensystemen. Grundsätzlich muss zwischen der physischen Belegung – d. h. der mechanischen Anordnung der bedruckten Tasten im Tastenfeld () – und einer variablen, über Software anpassbaren Tastaturbelegung (auch Tastenbelegung oder Tastatur-Zeichenbelegung, ) – also der Zuordnung von Zeichen und Funktionen zu bestimmten Tasten – unterschieden werden.

PC-Tastatur mini|Hauptblock in ANSI- und ISO-Variante

In den Anfängen der Computertechnik gab es noch wesentlich mehr Variationsbreite bezüglich Tastenanordnung und Tastenbelegung, so dass sich Benutzer beim Wechseln der Rechnergeneration oder des Fabrikats häufig umgewöhnen mussten. Seit der Einführung des IBM Model M (1984–1999) ist das Tastenfeld einer handelsüblichen Tastatur in drei Blöcke unterteilt:

Der Hauptblock oder Buchstabenblock enthält die Buchstaben, Ziffern und sonstige gebräuchliche Zeichen sowie die wichtigsten Tasten zum Steuern der Eingaben, Funktionen und Programme; siehe unten. Die Funktionstasten waren bis einschließlich dem PC/XT („XT-Layout“) als 2×5 Tasten links neben dem Hauptblock angeordnet. Bei IBM-Großrechnerterminals gab es schon in früheren Jahren Funktionstastenfelder oberhalb des Hauptblocks mit bis zu 24 Tasten. Der Hauptblock kommt in zwei physischen Grundvarianten vor, deren Unterschiede bei billigen Tastaturen und Laptops oft nicht oder nur teilweise beachtet werden: Die in Europa verbreitete ISO-Tastatur (auch 102/105-Tasten-Tastatur genannt) hat eine zweizeilige Eingabetaste und rechts neben der linken Umschalttaste befindet sich eine weitere Taste, wodurch die Umschalttaste schmaler als die Feststelltaste ist. Diese zusätzliche Taste fehlt ersatzlos bei der US-amerikanischen ANSI-Tastatur (auch 101/104-Tasten-Tastatur). Die Taste, die sich bei der ISO-Tastatur mittig über der rechten Umschalttaste befindet, wird von der Eingabetaste eingenommen und ersetzt meist die obere Zeile der Eingabetaste (oder in seltenen Fällen die linke Hälfte der Rücktaste). Der Cursorblock enthält die Cursortasten (siehe ), d. h. die vier Pfeiltasten in einer umgekehrten T-Anordnung, darüberliegend die sechs Tasten Pos1, Ende, Bild auf, Bild ab sowie Entf und Einfg; siehe unten. Bei Laptops befinden sich die Pfeiltasten meist unter der rechten Umschalttaste, während sich für die anderen Tasten keine einheitliche Position etabliert hat. Der Ziffernblock enthält Zifferntasten, Dezimalkomma und Rechenzeichen der Grundrechenarten sowie die Num- und die Enter-Taste; siehe unten. Die Zifferntasten sind für die schnelle Eingabe von reinen Zahlenkolonnen von Hand gedacht. Sie sind wie auf einem Taschenrechner angeordnet – also andersherum als auf einer Telefontastatur. Die Belegung kann mit der Num-Taste auf Cursortasten umgeschaltet werden. Diese Konvention stammt aus der Zeit, als der Cursorblock auf PC-Tastaturen noch nicht üblich war. Bei einer kompakten Tastatur wird der Ziffernblock ganz weggelassen oder durch Mehrfachbelegung in den Hauptblock integriert. Der Cursorblock wird dabei in den Hauptblock integriert; früher auch bei manchen Rechnerfabrikaten, wie von Commodore. Auch bei Notebooks kleiner als 15″ sowie manchen größeren Modellen fehlt der Nummernblock, wobei ASUS ihn dann teils ins Touchpad integriert.

Beschreibung der Tasten Die PC-Tastatur zeichnet sich durch einige Tasten aus, die auf anderen Tastaturen nicht vorhanden sind oder anders funktionieren. Über „Style-Guides“ wird festgelegt, wie Anwendungsprogramme die Tasten und Tastenkombinationen interpretieren sollten. Im Folgenden werden kurz einige Tasten mit ihren Besonderheiten in allgemein üblichen Betriebssystemen und Programmen aufgezeigt.

Allgemeine Eingabe Im Hauptblock befinden sich folgende Tasten: Ziffern, Buchstaben, Interpunktionszeichen, Sonderzeichen etc., bis , bis , Komma , Punkt , Bis-Strich , usw. Leertaste zur Eingabe eines Wortabstands mittels Leerzeichen Tabulatortaste zum Springen zwischen Eingabenfeldern oder zum Ausrichten von Text  bzw.  Return- bzw. Eingabetaste  bzw.  bzw.  bzw.  Funktionstasten („F-Tasten“), siehe unten bis verschiedene Umschalttasten, siehe unten

Sofern vorhanden befinden sich im Ziffernblock: Zifferntasten 0 bis 9 und je nach Tastaturbelegung entweder das Dezimalkomma oder der Dezimalpunkt –, bzw. Tasten für die Grundrechenarten Plus, Minus, Mal und Geteilt und und  bzw.  und  bzw.  Num-Taste  bzw.  Enter-Taste  bzw. 

Umschalttasten Diese Tasten dienen dazu, den „normalen“ Tasten eine andere Bedeutung zu geben. (Schweiz: ) Steuerung/(Control): Hilfstaste für Tastenkombinationen – meist doppelt vorhanden (ohne Funktionsunterschied) (Schweiz: ) Umschalt/Shift: Steuertaste der Tastatur-Zweitbelegung, insbesondere Groß-/Kleinbuchstaben, auch Hilfstaste für Tastenkombinationen – meist doppelt vorhanden (ohne Funktionsunterschied) (Schweiz: ) Feststell/Shift-Lock/Capslock: hat meist eine Kontroll-Leuchtdiode rechts oben und fixiert entweder die Tastatur-Zweitbelegung oder nur Groß-/Kleinschreibung. Diese Taste ist beim deutschen Windows standardmäßig stets eine Umschalt-Feststelltaste, während sie auf allen anderen Systemen (Apple, Unix, Atari, Linux) stets eine Groß-/Kleinschrift-Umschalttaste war und ist. (Schweiz: ) Num(bers) Lock: Schaltet den Ziffernblock um zwischen Eingabe von Ziffern und Bewegen der Schreibmarke. Ein Relikt aus der Zeit des IBM-PC, bei dem der mittlere Block heutiger Tastaturen mit den eigenständigen Cursortasten nicht existierte – hat meist eine Kontroll-Leuchtdiode rechts oben  Alt(ernate): Dritte Hilfstaste für Tastenkombinationen auf PC-Tastaturen  Alt Gr (Alternate Graphic): Steuertaste der Tastatur-Drittbelegung  Wahl/Alt(ernate)/Opt(ion): Umschalttaste auf Apple-Systemen  Befehl/Command: Umschalttaste auf Apple-Systemen  Windowstaste: Umschalttaste auf PC-Systemen  Funktion/Function: zusätzliche Umschalttaste auf Tastaturen mit reduzierter Tastenanzahl

Funktion PC PC(Schweiz) Macintosh(Deutschland und Österreich) Zweitbelegung (Großbuchstaben) Umschalttaste Feststelltaste (Caps lock) oder Umschaltsperre (Shift lock) (unter Windows: Umschaltsperre) (Feststelltaste) (Feststelltaste) Feststelltaste des Ziffernblocks Num. Drittbelegung Wahl- oder Alt-Taste Viertbelegung Umschalt- und Wahltaste Steuerzeichen oder Befehlssequenzen (Shortcuts) Steuerungstaste Controltaste Befehlstaste (vulgo Apfel-Taste) Eingabe von Befehlssequenzen bzw. Menüaufrufe und (aktiviert die Menüzeile bei aktiver Tastatursteuerung)

Bearbeitungstasten Systemübergreifend auf Tastaturen: Rücklöschtaste/Backspace-Taste: Löschen eines Zeichens vor dem (links vom) Cursor und somit eine Zeichen-Position rückwärts (bezogen auf Lese-/Schreib-Richtung). bzw. bzw.

Bei an IBM-PC orientierten Tastaturbelegungen (Windows, Linux): mini|Mit Entf beschriftete Entfernen-TasteEntfernen- bzw. Delete-Taste: Löschen eines Zeichens nach dem (rechts vom) Cursor. Gegebenenfalls zusätzlich im Ziffernblock über die Zweitbelegung vorhanden. bzw.  oder  bzw.  (bei Tastaturen ohne Ziffernblock auch +) Einfügen/Insert: Zum Umschalten zwischen standardmäßigem Einfügen-Modus und speziellem Überschreiben-Modus (traditionell wird dabei die Darstellung des Cursors verändert; beispielsweise: Im Einfügen-Modus als ein senkrechter Strich zwischen den bestehenden Zeichen sichtbar und im Überschreiben-Modus als ein Rechteck („Block“), das ein bestehendes und zu überschreibendes Zeichen überlagert. Gegebenenfalls zusätzlich im Ziffernblock über die Zweitbelegung vorhanden. bzw.  oder  bzw. 

Kombinations-/Kompositionstasten Systemübergreifend auf Tastaturen Tottasten sind auf Tastaturen Tasten zum Erstellen von Buchstaben mit diakritischen Zeichen. Auf deutschen Tastaturen sind , , und teilweise ; auf Schweizer Tastaturen zusätzlich enthalten.

Bei an traditionellem Unix orientierten Tastaturbelegungen Compose-Taste : zur einfachen Eingabe besonderer Zeichen (von ) durch Eingeben der Komponenten (z. B. „ø“ durch – – ). Die Compose-Taste wird auch Multi-Key genannt und ist nur in seltenen Fällen physisch vorhanden.

Tasten zur Steuerung des Cursors Diese Tasten befinden sich typischerweise zwischen dem Haupttastenblock und dem Nummernblock. Die Funktion mancher dieser Tasten kann je nach Anwendung stark variieren. Sie sind meist aufgeteilt in

 Pfeil-/Cursortasten: links, aufwärts, rechts, abwärts – vereinzelt sind mehr Tasten zu finden (Diagonalen) – auf Windows-PCs im Ziffernblock als Zweitbelegung auf , , und meist zusätzlich vorhanden

mini|Sechserblock (bei deutscher Belegung) / und / Bild auf/ab: einen Textblock, Seite oder Bildschirmseite nach oben/unten springen – auf Windows-PCs im Ziffernblock als Zweitbelegung auf und meist zusätzlich vorhanden / Pos1/Home und / Ende/End: an den Anfang/an das Ende (der Zeile, des Dokuments, der Auswahl usw.) springen – auf Windows-PCs im Ziffernblock als Zweitbelegung auf und meist zusätzlich vorhanden / Rollen-Taste/Scroll Lock-Taste: Bildlauf aktivieren – hat meist eine Kontrolldiode rechts oben, meist durch das Mausrad oder einen softwareseitigen Scroll (Softscroll) in der Funktion ersetzt.

Funktionstasten Funktionstasten sind meist zwölf Tasten, beschriftet mit F1 bis F12. Macintosh-Tastaturen reichen teilweise bis F19. Typischerweise befinden sie sich oberhalb des Haupttastenblocks, sie sind meist zwischen und bzw. angeordnet. Bei älteren Tastaturen kann sich diese Leiste nach links verschieben, so dass auf den Platz von wandert und diese auf den ehemaligen, nun freien Platz der höchsten Funktionstaste ausweicht. (Noch ältere Tastaturen hatten den gesamten Funktionstastenblock als zwei Spalten zu je fünf Tasten links neben der Haupttastatur.)

Die genaue Funktion dieser Tasten bleibt dem jeweiligen Programm überlassen. In der Windows-Welt haben sich folgende Konventionen herausgebildet, die teilweise von anderen Systemen übernommen wurden: mini|Die zwölf Funktionstasten einer PC-Tastatur, in Vierer-Blöcke aufgeteilt : Hilfe : Umbenennen/Bearbeiten : Suchen : Löschen : Aktualisieren/Starten : Aufruf des Menüs : Vollbildmodus : Speichern unter Auf dem Macintosh sind je nach Betriebssystemversion die Tasten F1 bis F4 und F7 bis F12 durch das Betriebssystem vorbelegt. Dabei wird F3 für Mission Control verwendet, F4 für das Launchpad, und F7 bis F9 werden zur Steuerung einer Wiedergabe verwendet.

Unter Linux werden die Funktionstasten zusammen mit der Meta-Taste (am PC die Alt-Taste) zum Wechsel der virtuellen Konsole verwendet, unter X11 zusätzlich mit der Steuerungstaste: ++.

Daneben gibt es bei PC-Tastaturen (siehe unten) Tasten mit der folgenden Aufschrift (typischerweise zwischen Haupttastenblock und Nummernblock oben): / Druck/Print Screen: Macht einen Screenshot / System-Abfrage/System Request, auf PC-Tastaturen Zweitbelegung von  Hilfe, auf der Macintosh-, Atari- und Amiga-Tastatur das Pendant zur F1-Taste beim PC  Funktion: Dient auf mobilen Computern in Zusammenhang mit den Funktionstasten zum Schalten von Geräteeigenschaften (Display-Helligkeit, Lautstärke etc.) und zur Aktivierung von Zweitbelegungen, die auf regulären PC-Tastaturen eine eigene Taste haben. wird im Allgemeinen direkt von der Hardware des Rechners verarbeitet, unabhängig vom gerade laufenden Betriebssystem.

Sondertasten  Escape-Taste, allgemeiner Abbruchsbefehl  Pause/Unt(er)br(echen)  Windowstaste: Sonderfunktionen unter Microsoft Windows – meist doppelt vorhanden (ohne Funktionsunterschied), unter Linux auch als Super-Taste bezeichnet