mini|hochkant|links|General George Crook
mini|Schlachtfeld heute Die Schlacht am Rosebud Creek im Süden von Montana war die erste kriegerische Auseinandersetzung zwischen den noch frei lebenden Indianerstämmen der Lakota, Cheyenne und Arapaho und der U.S. Army am 17. Juni 1876 im von der Armee ausgehenden Krieg.
Schlacht In einem groß angelegten Feldzug der US-Truppen plante man, die Indianer durch drei Angriffsverbände entweder zur Kapitulation zu zwingen oder in einer entscheidenden Schlacht vernichtend zu schlagen. General John Gibbon startete den Feldzug von Nordwesten von Fort Shaw über Helena aus kommend, von Osten stieß General Alfred Terry von Fort Abraham Lincoln vor, und General George Crook näherte sich von Süden aus Fort Laramie.
Die U.S. Army vermutete die Indianer im Gebiet zwischen Bighorn River, Yellowstone River und Powder River, agierte allerdings ohne direkte Kontakte zwischen den einzelnen Verbänden. Lediglich Gibbon und Custer, der unter dem Kommando von General Terry stand, trafen sich am 21. Juni auf dem Yellowstone River im Norden. Vier Tage zuvor hatten dagegen die Truppen von Crook bereits Feindberührung am Rosebud Creek erfahren.Wayne Michael Sarf: The Little Bighorn Campaign Conshohocken, PA: Combined Books, 1993, S. 98.
Die über 1000 Mann starke Abteilung Crooks, bestehend aus Kavalleristen, Infanteristen und zahlreichen Shoshone- und Crowscouts, Feinden der Lakota, legte um 8 Uhr morgens eine Marschpause ein. Obwohl er sich tief in feindlichem Gebiet befand, traf Crook keine besonderen Vorkehrungen zur Verteidigung. Seine Truppen hielten in Marschordnung an. Die Scouts der Crow und Shoshonen überwachten die Umgebung, während die Soldaten sich ausruhten. Die Soldaten hörten Schüsse von den Steilhängen im Norden, wo sich die Crow und Shoshonen positioniert hatten. Sie dachten jedoch zunächst, es seien nur die Scouts bei der Büffeljagd. Als das Feuer an Intensität zunahm, ritten zwei Crow zur Marschkolonne und riefen: „Lakota, Lakota!“ Um 8:30 Uhr hatten die angreifenden Indianer unter der Führung von Crazy Horse bereits heftige Gefechte mit den Scouts auf der Anhöhe nördlich der Kolonne. Da sie zahlenmäßig stark unterlegen waren, zogen sich die Crow und Shoshoni in Richtung Marschkolonne zurück, doch ihr kämpferischer Rückzug verschaffte Crook Zeit, seine Streitkräfte aufzustellen. J.W. Vaughn: Indian Fights; New Facts on Seven Encounters. University of Oklahoma Press, Norman 1966, S. 139 Der Kampf dauerte lange und war erbittert. Die Indianer nutzten erfolgreich das unebene Gelände, um Crook am wirkungsvollen Einsatz seiner Kavallerie zu hindern. Als eine von Crook in Richtung eines nahe gelegenen Canyons ausgesandte Abteilung die freien Indianer aus Richtung Osten angriff, zogen diese sich zurück und überließen Crook das Schlachtfeld. Seine Truppen waren allerdings dermaßen geschwächt worden, dass er sich nach Süden zurückzog, um neue Reserven zu holen. Da die Lakota, Cheyenne und Arapaho jedoch das Schlachtfeld verlassen hatten, nahm Crook den Sieg für sich in Anspruch. Der strategische Erfolg lag allerdings auf Seiten der Indianer, denn Crook war am weiteren Vordringen nach Norden und der geplanten Zusammenarbeit mit den dort operierenden amerikanischen Truppen gehindert worden.
Acht Tage später, am 25. Juni, erlitt die U.S. Army in der Schlacht am Little Bighorn eine noch verheerendere Niederlage, als Oberstleutnant George Armstrong Custer mit seinem 7. Kavallerie-Regiment von den Indianern unter Führung der Häuptlinge Crazy Horse, Gall und Sitting Bull nahezu aufgerieben und Custer selbst getötet wurde.J. W. Vaughn: Indian Fights; New Facts on Seven Encounters Norman: University of Oklahoma Press, 1966, S. 139; Robert M. Utley: Frontier Regulars: The United States Army and the Indian, 1866-1891 New York: MacMillan Publishing Company, 1973, S. 256; Jr. Richard I. Wiles: The Battle of the Rosebud: Crook's Campaign on 1876 Fort Leavenworth: US Army Command and General Staff College, 1993, S. 106; Crook's Report abgerufen am 22. Februar 2013 ()
Am Ort der Schlacht befindet sich der Rosebud Battlefield State Park. Er gehört zu den National Historic Landmarks der USA.Seite des Parks
Opferzahlen und Rolle der indianischen Scouts Die Schätzungen der Opferzahlen sowohl auf Seiten der Soldaten als auch der Indianer gehen weit auseinander. Crook gab an, er habe 10 Tote und 21 Verwundete zu beklagen. Sein Adjutant John Gregory Bourke fügte hinzu, dass vier der Verwundungen tödlich waren und bezifferte die Gesamtzahl der Opfer auf 57. Frank Grouard sprach von 28 getöteten Soldaten und 56 Verwundeten. Die Schätzungen der getöteten Crow reichen von einem bis fünf, die der Shoshonen von einem bis acht. Die Verluste der Lakota und Cheyenne sind ebenfalls ungewiss, wobei die Schätzungen der Getöteten zwischen 10 und 100 schwanken. Die Crow sollen 13 Skalps erbeutet haben (obwohl Skalps möglicherweise in Stücke geschnitten und unter den Kriegern aufgeteilt wurden). Crazy Horse soll später gesagt haben, dass die Verluste der Lakota und Cheyenne bei 36 Getöteten und 63 Verwundeten lagen. Wie er auf eine so genaue Zahl kam, ist unbekannt. Gemessen an den üblichen Blitzangriffen der Prärieindianer war die Schlacht am Rosebud ein langes und blutiges Gefecht. Die Lakota und Cheyenne kämpften hartnäckig und zeigten die Bereitschaft, Verluste in Kauf zu nehmen, anstatt den Kampf abzubrechen. Die Verzögerungstaktik von Crooks indianischen Scouts in der Anfangsphase der Schlacht bewahrte seine Einheit vor einem verheerenden Überraschungsangriff und verhinderte eine Katastrophe. J.W. Vaughn: Indian Fights; New Facts on Seven Encounters. University of Oklahoma Press, Norman 1966, S. 139
Munitionsverbrauch der US-Soldaten Während der Schlacht verbrauchte die US-Army zwischen 10.000 und 25.000 Schuss Gewehrmunition, dabei benutzten die Soldaten Einzelladergewehre. Dies führte zu Untersuchungen des Auswurfsystems der Gewehre, der Zusammensetzung der Messinghülsen, der Reinigung der Waffen, der individuellen Ausbildung und der militärischen Taktik. Militär-Zeitungen wie „Journal of the Military Service Institution“ und „United Service“ berichteten darüber.Paul Hedren (2019): Prelude To The Little Big Horn. University of Oklahoma Press, Norman, S. 379–384 Laut Bericht des Scouts Bat Pourier an General Crook legten Soldaten im Gefecht große Mengen an Patronen auf den Boden, um sie griffbereit zu haben. Bei Standortwechseln ließen sie teils die nicht gebrauchte Munition einfach zurück.Paul Hedren (2019): Prelude To The Little Big Horn. University of Oklahoma Press, Norman, S. 393
Literatur Richard H Dillon: 1983. North American Indian Wars. John F. Finerty: War-path and Bivouac: or, the Conquest of the Sioux: a first-hand account by a Chicago newspaper reporter accompanying the Crook expedition and present at the Rosebud J. W. Vaughn: (1956). With Crook at the Rosebud. Stackpole Co. S. 245. Ausgabe 2012. Albert Winkler: Die Schlacht am Rosebud 1876 (= Die Indianerkriege). Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch von Dietmar Kuegler. 1. Aufl., Verlag für Amerikanistik, Wyk auf Föhr 2010, ISBN 978-3-89510-124-3.
Weblinks Crooks Report of Rosecreek Battle. S. 448–449 Battle of the Rosebud: Crook's Counterattack, 0830-1000 auf cgsc.army.mil
Einzelnachweise
Rosebud Creek Kategorie:Konflikt 1876 Kategorie:Geschichte der Vereinigten Staaten (1865–1918) Rosebud Creek